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Bonus ohne Text, aber wegen Begeisterung: Der atmende, pulsierende Skorpion im Fahrstuhl (Drive).




Vor einigen Tagen erschien in der taz meine Kritik zum großartigen Para-/Neo-/Meta-Giallo, vielleicht aber auch einfach: Experimental-Großfilm Amer, den ich bereits auf dem Fantasy Filmfest 2010 ganz tief ins Herz geschlossen hatte. Dass der Film überhaupt noch in die hiesigen Kinos (wenn auch, sigh, in ganz ausgesucht wenige) gekommen ist, ist natürlich eine große Freude - nur dort, auf einer großen Leinwand vor dunklem Saal, kann dieser Film seine Wirkung wirklich ganz entfalten. Auf der Website des Verleihs gibt es eine Übersicht mit allen Kinoterminen, bereits Anfang März erscheint bei Koch Media die DVD dieses kleinen Meisterwerks.

Sehr zu empfehlen ist die nunmehr vierte Auflage des dem amerikanischen Independentfilm (wohlweislich: nicht Indie-Film) gewidmeten Festivals Unknown Pleasures. Beim Perlentaucher stellen Lukas und ich diese Woche deshalb vier Filme des Programms vor. Ich schreibe über Boxing Gym und Road to Nowhere, die ich beide noch letztes Jahr gesehen habe und auf einer Jahresbestenliste definitiv ganz weit oben zu finden wären.
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Statt dem wöchentlichen "Im Kino" beim Perlentaucher diesmal ein "Nicht im Kino": Keine aus den Vorgaben der Filmverleiher zusammengepickte Bestenliste, sondern Notizen über Filme, die wir dieses Jahr im Kino vermisst haben - weil sie auf nur auf Festivals zu sehen waren, auf DVDs oder gleich als inoffizielle Internet-Premiere. Ein kleiner Denkanstoß auch, über den Tellerrand hinauszublicken: Kino ist in seiner Summe eben immer auch mehr als das, was (hierzulande) im Kino läuft. Von mir stammen einige Zeilen über Sergio Caballeros Finisterrae.

Häufig bewegt sich Stephen Meyers (Ryan Gosling) durch nichts als Schwärze oder schält sich, oft nur ansatzweise, aus dem Dunkel, ebenso schiebt er sich zurück ins Unsichtbare. Er regelt die Dinge im Hintergrund, testet - etwa in der Eröffnungssequenz - das Medienequipment auf der Bühne vor leerem Saal, der in einer paar Stunden rappelvoll sein wird, um schließlich im Ernstfall dort nicht mehr in Erscheinung treten zu müssen. Stephen Meyers ist der zweite Mann im Kampagnenteam von Gouverneur Mike Morris (George Clooney), der in Ohio die zentrale Schlacht auf dem Weg zu einer möglichen Präsidentschaft zu schlagen hat. Und er ist ein junger Aufsteiger in dieser Branche, der verfettende Männer mit Haarausfall voranstehen (auf republikanischer Gegenseite Paul Giamatti als Tom Duffy; an der Spitze der eigenen Seite: Philip Seymour Hoffman als Paul Zara), sowie bei aller Karrierefixiertheit überdurchschnittlich idealistisch: Mit Morris, einem unzweifelhaft an Barack Obama angelegten Charismatiker und begnadetem Redner, das Weiße Haus fest im Blick, ist er der seltene Fall eines Karrieristen, der seine Überzeugungen bei diesem Lebensweg nicht zu Grabe trägt. [weiter beim Perlentaucher]

Black Power Mixtape 1967 - 1975: Perlentaucher.
Let Me In: taz.

Zumindest auf den zweiten Blick entpuppt sich das Wohnzimmer der Familie Longstreet (Jodie Foster / John C. Reilly) als kleiner Alptraum etwas zu obsessiv betriebener Bildungskleinbürgerlichkeit, als ein inwändig geleckter, überzivilisierter Kokon aus geschmackvoll zusammengesuchten afrikanischen Artefakten, sorgfältig zusammengestellten Accessoires und mit Bedacht gesammelten, eine Spur zu aufdringlich auf Tisch und im Regal drappierten Kunstbildbänden. Ein Zeugnis des Im-Leben-Angekommen-Seins, ein Zeugnis des Auf-der-richtigen-Seite-Stehens, ein Bollwerk gegen die karg-gräuliche Realität, die man hier vom Fenster aus schon lauern sehen kann - gar nicht mal unbedingt schmockig, sondern eigentlich recht sehr bei sich, versammelt auf engem Raum, dem gerade jene paar entscheidenden Quadratmeter fehlen, die jene, die sich selbst stets vergewissern, es doch eigentlich ganz gut getroffen zu haben, von jenen, die sich um sowas ganz einfach keine Gedanken machen müssen, trennen. [weiter beim Perlentaucher]

Zwei Kinostarts will ich heute empfehlen: Den hier und da vernehmlichen Unkenrufen, Cronenberg habe mit A Dangerous Method sein Werk endgültig hinter sich gelassen, kann ich mich nicht anschließen, auch wenn man wohl konzedieren muss, dass der Film - wohl auch wegen der immensen Filmförderung zahlreicher deutscher Institutionen - sich mitunter schon der ZDF-Fernsehfilmästhetik annähert. Und Kelly Reichardts Meek's Cutoff ist ganz einfach ein wunderschöner Western, der mit der Mythologie des Genres nicht zimperlich umgeht.
Zu beiden Filmen mehr hier beim Perlentaucher.


Benjamin Franklin füllt die Leinwand. Die Kamera fährt zurück, bis der Hundertdollarschein mit dem Konterfei des amerikanischen Gründungsvaters im gesamten Leinwand füllt. Doch damit nicht genug, je weiter sich die Kamera vom Gegenstand entfernt, umso klarer wird: Das Geld ist kein Geld, sondern der Grund eines Swimming Pools, der sich seinerseits - die Kamera fährt immer weiter - auf dem Dach eines Hochhauses befindet, mitten in der City von New York, umringt, wie die Kamera am Ende ihrer langen Fahrt in der Totalen einer urbanen Postkarte zeigt, von zahllosen weiteren solcher Hochhäuser, auf denen Reichtum womöglich ähnlich dekadent zur Schau gestellt wird. [weiter beim perlentaucher]

Was ein Kappa ist, erfährt man auf einer Texttafel vorab: eines der populärsten Wesen der japanischen Folklore, irgendwo zwischen Schildkröte, Frosch und Troll, das in Gewässern aller Art, vorzugsweise aber in Tümpeln lebt, gerne Gurken isst und die Menschen mit bösen Scherzen foppt.
Einen ganz besonders niedlichen Vertreter seiner Art findet man etwa bei Hokusai verewigt, nicht ganz so schön anzusehen ist der mit lidschäftiger Maskerade auftretende Kappa Aoki (Yoshiro Umezawa), der zu Beginn von "Underwater Love - A Pink Musical" vor der Fabrikarbeiterin Asuka (Sawa Masaki) aus dem Wasser steigt und sich ... [weiter bei der taz]






