In Antonionis Blow Up (GB 1966), einem meiner Lieblingsfilme und wohl einer der intelligentesten Meditationen über das Verhältnis der Fotografie zur äußeren Realität, spielte er meinen Namensvetter Thomas, einen Fotografen im London der Swinging Sixties, gefangen in seinen eigenen Kunstwelten, der einem Mord - oder auch keinem? - auf die Spur kommt (oder auch nicht?). Es war unter anderem diese spezifische Melancholie, versetzt mit etwas jugendlicher Renitenz, die er in dieser Rolle zum Ausdruck brachte, dieses Gefangensein zwischen "verstehen wollen und handeln müssen" (Blumfeld), das mir diese Figur, diesen Film so nahe brachte. Ein Unsympath, darin aber ein Ehrlicher, wie ich mir selber oft vorkomme. Und dann, wenig beachtet, seine Rolle in Dario Argentos Profondo Rosso (IT 1975), in dem er Marcus Daly spielte, einen Pianisten, der einem Mörder auf die Schliche kommt, gänzlich ohne kriminologisches Zutun (denn darum geht es in einem Giallo nicht). Einfach so stolpert er da rein, in diese Sache. Gewiss, das ist Argentos Film, ohne Hemmings' Präsenz aber, die Erinnerungen an seine Rolle in Blow up, die diese auslöst, wäre das nur der halbe Film gewesen.
Der Spiegel schreibt anlässlich seines Todes am gestrigen Tage: "Erst kürzlich gelang dem erfolgreichen TV-Produzenten ein Comeback als Nebendarsteller." Mir ist das gleich, ich habe ihn weder in Gladiator (USA 2001) noch in dem unterirdischen Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (USA 2003) oder gar in Spy Game (USA 2001), Gangs of New York (USA 2002) oder Equilibrium (USA 2002) als Nebendarsteller entdeckt, geschweige denn erkannt. Für mich bleibt David Hemmings der durch London streifende Fotograf, dieser sympathische Unsympath. David Hemmings starb im Alter von 62 Jahren in Folge eines Herzinfarkts.
imdb | filmzentrale: blow up (lesenswerte kritik)
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Nachher wird der Ton freundlicher.
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