Montag, 29. Dezember 2003
Thema: good news
... bringt uns im kommenden Jahr die dafür wohlbekannte Kölner Rapid Eye Movies. Nachdem man sich dort im ausklingenden Jahr eher etwas bedeckt gehalten hat (mit Ausnahme des herausragenden Dolls von Kitano vielleicht), sind für 2004 ein paar echte Schmankerl für's große und für's Heimkino angekündigt: So soll im März Sabus Blessing Bell in die Kinos kommen, eine lakonisch-humorvolle Reise eines schweigsamen Joe Nobody, die - wie es für Sabu typisch ist - vor grotesken Situationen und Wendungennatürlich nur so strotzt. Ein Film, von dessen Qualitäten man sich bereits auf der Berlinale 2003, wo der Film als Geheimtipp im Panorama lief, überzeugen konnte. Ebenfalls im März kommt Shinya Tsukamotos A Snake of June. Tsukamoto inszenierte bereits die beiden legendären Tetsuo-Filme und den wilden Tokyo Fist. Mit Gemini inszenierte er die psychischen Abgründe seiner Figuren zuletzt überraschend reduziert, aber nicht minder intensiv. Auf seinen neuen Film darf man deshalb gespannt sein! Im Mai folgt schließlich Aragami von Ryuhei Kitamura, Regisseur des brühmt-berüchtigten Versus. Aragami stellt dabei bloß die eine Hälfte des Filmprojekts The Duel Project dar: Beide Hälften präsentieren jeweils ein Duell zwischen zwei Kontrahenten, das Projekt als Ganzes bildet schließlich wiederum ein Duell zwischen Kitamura und Yukihiko Tsutsumi, wer denn von beiden das bessere Duell inszenieren könne.

Und genau dieses Project erscheint dann als Ganzes auch im kommenden Jahr auf DVD - man darf gespannt sein, wer die Nase vorn haben wird. Erste Eindrücke von Besuchern des Fantasy Filmfests '03, wo beide Filme zu sehen waren, finden sich jedenfalls hier (Tsutsumi) und hier (Kitamura). Auch ansonsten bekommt der DVD-Player ordentlich Futter: Im Mai 2004 darf man sich auf eine Doppelbox freuen, die sowohl Kinji Fukasakus Meisterwerk Graveyard of Honor aus dem Jahr 1975 sowie Takashi Miikes höchst eigenständiges und kaum weniger beeindruckendes Remake des Titels vereint. Zuvor erlebt jedoch im März der Samuraifilm seine postmoderne Re-Genese auf digitaler Konserve: Im Kultfilm Samurai Fiction aus dem Jahr 1998 geht's, für dieses Genre recht ungewöhnlich, höchst poppig zu.

Alles in allem ein schönes Paket, dass die Kölner da geschnürt haben. Bleibt zu hoffen, dass angesichts dieses Fokus auf Japan vielleicht ja auch mal Shunji Iwais wunderschöner All About Lily Chou-Chou in die Kinos kommt. Und warum der thailändische Tears of the Black Tiger, ein höchst unterhaltsamer Technicolor-styled-Western(!)-Spaß aus Fernost, noch nicht berücksichtig wurde, bleibt, gerade und besonders nach den internationalen Festivalerfolgen mit entsprechender Resonanz auch in hiesigen Fachmagazinen, kaum verständlich. Ich würde den ja nur zu gerne mal im Kino sehen - echt jetzt!


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