Thema: Lieblingskinos
24. März 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren

[von hier]
kino international | karl-marx-allee 33 | 10178 berlin | tel 24 75 60 11
offiziell | programm@zitty

[Foto von Claudia Rorarius, die hier eine sehr schöne, empfehlenswerte Fotoseite pflegt.]
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Thema: Filmtagebuch
23. März 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
22.03.2004, Kino International
Zunächst ein Film der Zeit: Ruhig, langsam, sacht entfaltet er sich. Seine Bilder laden ein, sich darin kontemplativ zu versenken. Jede Einstellung so exakt - in dem was sie zeigt, was sie aussagt, wie lange sie dauert - und voller Sorgfalt konzipiert, dass man - ein Klischee, freilich - ihnen die entspannende wie anregende Eigenschaft einer heißen Tasse grünen Tees zusprechen möchte. Auch eine solche benötigt aber in ihrer Zubereitung viel Sorgfalt und Liebe, soll das Ergebnis munden, vor allem aber Wirkung entfalten, vielleicht also ist ein Vergleich mit, sagen wir, zumindest einer Teezeremonie nicht so daneben. Eine wahre Freude ist es, endlich einmal wieder zwei Stunden als solche wirklich spüren zu können, diese Sorglosigkeit, die mit einem Kinobesuch - einem Kinogang - einher geht, wenn man sich nun für eine gewisse Zeit genau nur eine Sache vornimmt, und nichts anderes. Diese zärtliche Demut spiegelt sich im Film wider, zumal sie auch die Vergänglichkeit eines Kinobesuchs (ja jeden Kunstgenusses, eigentlich) - es bleibt ja physisch davon nichts weiter übrig - in seiner eigenen Geschichte, die fast nur von Vergänglichkeit spricht, berücksichtigt: Einen kleinen Moment lang sehen wir diesen alten Meister auf seinem Hausboot beim Kalligrafieren auf einer kleinen Steinstatue. Der Pinsel ist befeuchtet, nicht mit Farbe aber, sondern lediglich mit Wasser. Ist der letzte Schwung des letzten Zeichens getan, beginnt das erste bereits schon wieder auf dem Stein zu verblassen - der Akt des Schaffens beginnt umgehend von Neuem. Die Leidenschaft der Leidenschaftslosigkeit, die Kim Ki-Duk hier in mitunter schlichte, trotz ihres oft schmerzlichen Inhalts meist bemerkenswert wenig dramatische Bilder zu fassen bekommt, ist in jenen Momenten schier atemberaubend.
Natürlich auch ein tief religiöser Film. Es mag an der mangelnden kulturellen Nähe zum Buddhismus liegen, aber in diesem Falle lässt sich das gut an, vielleicht auch, weil er nicht - wie ein anderer, stumpfsinniger Religionsfilm, der derzeit die hiesigen Leinwände beleuchtet und dem ich hier nicht die Gunst erweise, namentlich genannt zu werden - auf Überzeugung aus ist, auch nicht auf eine verbissene Universalität. Weil er einen nicht anschreit - trotz einiger ebenso vorhandener Drastiken -, sondern weil er auch stets die Option lässt, lediglich interessierter Beobachter zu sein, um, wenn schon nicht etwas für sein Leben, so doch etwas über eine andere Religion, eine andere Kultur zu lernen.
Eine kleine, feine Kino-Meditation - ich habe jede Einstellung genossen.
imdb | offizielle website | filmz.de | angelaufen
Zunächst ein Film der Zeit: Ruhig, langsam, sacht entfaltet er sich. Seine Bilder laden ein, sich darin kontemplativ zu versenken. Jede Einstellung so exakt - in dem was sie zeigt, was sie aussagt, wie lange sie dauert - und voller Sorgfalt konzipiert, dass man - ein Klischee, freilich - ihnen die entspannende wie anregende Eigenschaft einer heißen Tasse grünen Tees zusprechen möchte. Auch eine solche benötigt aber in ihrer Zubereitung viel Sorgfalt und Liebe, soll das Ergebnis munden, vor allem aber Wirkung entfalten, vielleicht also ist ein Vergleich mit, sagen wir, zumindest einer Teezeremonie nicht so daneben. Eine wahre Freude ist es, endlich einmal wieder zwei Stunden als solche wirklich spüren zu können, diese Sorglosigkeit, die mit einem Kinobesuch - einem Kinogang - einher geht, wenn man sich nun für eine gewisse Zeit genau nur eine Sache vornimmt, und nichts anderes. Diese zärtliche Demut spiegelt sich im Film wider, zumal sie auch die Vergänglichkeit eines Kinobesuchs (ja jeden Kunstgenusses, eigentlich) - es bleibt ja physisch davon nichts weiter übrig - in seiner eigenen Geschichte, die fast nur von Vergänglichkeit spricht, berücksichtigt: Einen kleinen Moment lang sehen wir diesen alten Meister auf seinem Hausboot beim Kalligrafieren auf einer kleinen Steinstatue. Der Pinsel ist befeuchtet, nicht mit Farbe aber, sondern lediglich mit Wasser. Ist der letzte Schwung des letzten Zeichens getan, beginnt das erste bereits schon wieder auf dem Stein zu verblassen - der Akt des Schaffens beginnt umgehend von Neuem. Die Leidenschaft der Leidenschaftslosigkeit, die Kim Ki-Duk hier in mitunter schlichte, trotz ihres oft schmerzlichen Inhalts meist bemerkenswert wenig dramatische Bilder zu fassen bekommt, ist in jenen Momenten schier atemberaubend.
Natürlich auch ein tief religiöser Film. Es mag an der mangelnden kulturellen Nähe zum Buddhismus liegen, aber in diesem Falle lässt sich das gut an, vielleicht auch, weil er nicht - wie ein anderer, stumpfsinniger Religionsfilm, der derzeit die hiesigen Leinwände beleuchtet und dem ich hier nicht die Gunst erweise, namentlich genannt zu werden - auf Überzeugung aus ist, auch nicht auf eine verbissene Universalität. Weil er einen nicht anschreit - trotz einiger ebenso vorhandener Drastiken -, sondern weil er auch stets die Option lässt, lediglich interessierter Beobachter zu sein, um, wenn schon nicht etwas für sein Leben, so doch etwas über eine andere Religion, eine andere Kultur zu lernen.Eine kleine, feine Kino-Meditation - ich habe jede Einstellung genossen.
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Thema: Lesezeichen
23. März 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren

Das Grusel-, Sci-Fi- und Horrorkino der klassischen B- und Exploitation-Ära der 1950er bis Ende 1960er Jahre hat mithin die unterhaltsamsten Perlen schmackhafter Genrekost hervor gebracht. In der Reihe "Midnite Movies" bringt MGM in den USA schon seit längerer Zeit die obskursten und amüsantesten Vertreter dieser Filmgattung auf schick gestalteten und zumeist auch qualitativ überzeugenden DVDs heraus (im übrigen bei dvdsoon.net in Kanada sehr günstig zu erstehen). Eine kleine Geisterbahnfahrt durch diese Zeit des Mitternachtskinos stellt da die Vorstellung der Kollektion auf der Website von MGM dar. Hier gibt es zu nahezu allen Filmen mit so wunderbaren Titeln wie The Abominable Dr. Phibes, Planet of the Vampires und dergleichen die Originaltrailer im Stream, gelegentlich ein paar Aushangbilder oder auch ganze Soundbites zu bestaunen.
Eine schöne kleine Schatzkiste, will ich meinen, mit der man sich als Genrefreund ein paar vergnügliche Stunden lang beschäftigen kann.
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Thema: Filmtagebuch
23. März 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
22.03.2004, Heimkino
So amüsant wie belanglos. Immerhin eine doch recht spaßige Syntax an Unwahrscheinlichkeiten und Wendungen, die da ausbuchstabiert wurde. Gut gefallen hat mir der ironisierende Einsatz der (nicht selten zitierenden) Musik. Eine Vorgehensweise, die für einen Film dieses Hintergrunds doch eher bemerkenswert ist. Auch die unter der Oberfläche der "romantischen Komödie" nur geringfügig versteckten bösen Spitzen gegen allzu bürgerliche Lebensentwürfe war - trotz dann eben doch einiger Versöhnlichkeiten am Ende - recht nett anzusehen, so zwischen Gang zum Supermarkt und anderem Tagwerk. Für das, was er ist, also ein recht passabler Film, auch wenn inspiriertes und großartiges Filmemachen natürlich ganz anders geht (deswegen auch kein Bild hier, haha).
imdb | mrqe | angelaufen.de | filmz.de
So amüsant wie belanglos. Immerhin eine doch recht spaßige Syntax an Unwahrscheinlichkeiten und Wendungen, die da ausbuchstabiert wurde. Gut gefallen hat mir der ironisierende Einsatz der (nicht selten zitierenden) Musik. Eine Vorgehensweise, die für einen Film dieses Hintergrunds doch eher bemerkenswert ist. Auch die unter der Oberfläche der "romantischen Komödie" nur geringfügig versteckten bösen Spitzen gegen allzu bürgerliche Lebensentwürfe war - trotz dann eben doch einiger Versöhnlichkeiten am Ende - recht nett anzusehen, so zwischen Gang zum Supermarkt und anderem Tagwerk. Für das, was er ist, also ein recht passabler Film, auch wenn inspiriertes und großartiges Filmemachen natürlich ganz anders geht (deswegen auch kein Bild hier, haha).
imdb | mrqe | angelaufen.de | filmz.de
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