Montag, 19. April 2004
18.04.2004, Heimkino

Ein wahrer Graus von einem Film und der beste Beweis dafür, dass eine mittelmäßige Idee, ein langweiliges Drehbuch, ein offensichtlich talentloser und uninspirierter Regisseur, eine allenfalls langweilige formale Inszenierung und lustlos auftretende Schauspieler noch lange keinen Film "im Stil von Tarantino und Soderbergh" (so auf dem Cover zu lesen) ergeben. Ein Ergebnis quasi, auf das man gut und gerne a priori kommen darf, aber hinterher ist man immer schlauer. Und mit Soderbergh oder Tarantino hat der Film nun wirklich nade, niente, gar nichts gemein - und das ist jetzt nicht das Gegreine eines enttäuschten Zuschauers, sondern nüchterne Feststellung. Bloß schnell vergessen, diesen unausgegorenen, langweiligen Quark.

Was ich wirklich nicht verstehe: Der Weltmarkt birgt Hunderte, wenn nicht Tausende großartiger Filme, die allesamt hierzulande keine Veröffentlichung erfahren/erfuhren, aber ohne weiteres ein Publikum finden könnten. Warum verpasst man dann ausgerechnet solchen laschen Gurken, die so nervig langweilig sind, dass sie noch nicht mal das Zeug zum Trash haben, eine Synchro und presst das ganze auf DVD? Bloß weil Guy Pearce vor der Kamera stand? Also bitte!

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18.04.2004, Heimkino

Kurz nach The Legend of Fong-Sai Yuk gesehen fällt zunächst auf: Auch hier heißt die Hauptfigur Fong-Sai Yuk und die Geheimorganisation "Roter Lotus" spielt auch hier eine tragende Rolle. War die Gruppe im zuvor gesehenen Film allerdings noch eine eher positiv konnotierte Widerstandsgruppe, tritt sie hier als eindeutig niederträchtiger Bund auf, der unerbitterlich Jagd auf die Shaolinmönche betreibt. An seiner Spitze steht ein alter, degenerierter Libertin, dessen Auftreten beinahe schon nietzsche-anische Züge besitzt. Der zum Teil recht humorvolle und lockere Ton, den Legend anschlägt, ist somit hier kaum auszumachen: Es geht weithin derbe und brutal zu. Kein Wunder: Der Mann auf dem Regiestuhl, Ringo Lam, ist allgemein für's Grobe im Hongkong-Kino zuständig.

Entsprechend selten sind die Martial Arts auf artistischen Effekt hin inszeniert. Zwar gibt es auch hier gelegentlich wahnwitzige Choreografien zu sehen, doch sind die meisten kämpferischen Auseinandersetzungen eher plump und im Hau-Ruck-Stil aufgelöst. Dafür gibt's abgeschlagene und abgerissene Köpfe, Leichengruben, in die tote und nocht nicht ganz so tote Leichen geworfen werden, geköpfte Pferde und allerlei andere Angriffe auf das Geschmacksempfinden. So richtig wild und krass ist das allerdings alles nicht, eher wirkt es über weite Strecken schon unbeholfen und löst eher Achselzucken als Begeisterung oder schlicht Camp aus.

Auch ansonsten steht sich der Film über weite Strecken selbst im Weg und erweckt den Eindruck, dass er sich über seine Stoßrichtung selbst nicht so recht im Klaren ist. Die erste Stunde herrscht eher Langeweile und der Film trappst zwischen ein paar anzüglichen wie wirkungslosen Späßchen, dem einen oder anderen unmotivierten Kampf und etwas Folter im Folterkeller des Lotus-Tempel unsicher hin und her, ohne so recht ins Geschehen zu involvieren. Dann nimmt er zwar deutlich an Tempo zu und entwickelt sowas wie eine rote Linie, bleibt dabei aber letztlich doch so instabil wie seine zahlreichen Pappmachébauten im blauen Licht.

Und am Ende ist er dann halt vorbei und man selbst fragt sich, was der Film nun eigentlich von einem wollte. Achzelzucken, das bleibt die passende Geste. Nach dem wilden und aufregenden Hongkong-Kino der frühen 90er sucht man hier jedenfalls, trotz großer Namen wie Ringo Lam und Tsui Hark (Produzent), vergebens.

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17.04.2004, Heimkino

Ein leider nur mäßig überzeugender Film. Zwar ist Jet Li hier gewiss auf der Höhe seines Könnens und führt einige atemberaubende Martial Arts vom Feinsten vor und auch die anderen Akteure sind zweifelsfrei Meister ihrer Disziplin. Jenseits dieser (zugegeben zahlreichen) Sequenzen stehen dem Film allerdings eine lediglich bedingt interessante Geschichte und einige recht quälend lange Szenen voller Langeweile im Wege. Somit allenfalls Durchschnitt, auch wenn, wie gesagt, die Choreografien ohne weiteres beeindruckend inszeniert wurden. Es mangelt, letztendlich, an der Einbettung in einen stimmigen Rahmen.

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