Samstag, 16. Dezember 2006
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Immer wieder an Tunguska denken.



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Nach langer Umbau- und also Programmpause ist das an die Filmkunst-Videothek angegliederte Filmclub-Ladenkino von b-ware wieder back on the map. Ab 18.12. gibt es in der Corinthstraße wieder Programmkino in gemütlicher Atmosphäre. Mit einigen Änderungen: Das LadenKino ist jetzt ein offizieller Kinobetrieb, was mehr Vorführungen pro Woche ermöglicht, aber auch einen geringfügigen Anstieg des Eintrittpreises auf vier Euro mit sich bringt. Dafür gibt es jetzt Raucher- und Nichtrauchertage.

Das angekündigte Programm ist auserlesen: Gezeigt wird zunächst der japanische Hyperhorror-Knaller Hausu, der schon auf dem Fantasy Filmfest die Massen in Entzückung geraten ließ; in ihm werden Kinoträume wahr! Später kommt The House is Burning von Holger Ernst, den ich nicht kenne (weder ihn, noch seinen Film); und schließlich im Januar, was mir eine ganz besondere Freude ist, Shunji Iwais großartiger und jetzt endlich auch in Deutschland auf DVD erhältlicher Yentown - Swallowtail Butterfly, den man gesehen haben muss - Widerrede nicht gültig! In drei aufeinander folgenden Freitagen ist schließlich je ein Teil der mehr oder wenigen unglaublichen Hanzo-Reihe zu sehen, in denen sich das klassische japanische chambara-Genre durch den befremdlichen Waffeneinsatz des großen Gemächts der Titelfigur durch sie selbst auflockert - es versteht sich, dass diese weit abseits des guten Geschmacks angesiedelten Filme nur als Midnite Movies zu programmieren waren.

Weiter Infos und genaue Termine unter http://www.b-ware.tv


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Die B.Z., die nicht mit der Berliner Zeitung zu verwechseln ist, zeigt heute auf dem Titel Kurt Beck. Daneben findet sich das Symbolbild für einen Rasierapparat, darunter die großlettrige Zitation: So rasiere ich mich.

Die B.Z., die auch schon ein Möbelstück qua Frontgestaltung ihrer Publikation in den Rang des Nachrichtenwertes "Thema des Tages" gehievt hat ("auf diesem Sofa planten sie den Anschlag"), blödelt sich nun also völlig ins sinnentleerte Nirvana der Öffentlichkeit. Hygiene-Gewohnheiten eines so unsympathischen wie unerträglichen SPD-Fuzzis als Thema des Tages? Oh dear...

Nicht, dass ich von Käufern dieses Blattes ohnedies eine sonderlich hohe Meinung hätte. Heute aber darf sich jeder, der sich mit diesem Titel in der U-Bahn blicken lässt und, womöglich noch mit aufrichtigem Interesse, in dieser Zeitung liest, meiner größtmöglichen Verachtung gewiss sein. Ihr, die ihr sowas kauft und lest, seid wirklich unglaubliche Deppen und habt es verdient, dass man Euch in aller Öffentlichkeit für Eure Dummheit verlacht. Da tragt Ihr Eure Arbeitskraft im Schweiße Eures Angesichts zu Markte oder werdet, noch schlimmer, von Hartz-IV gegängelt und dann buttert ihr das Wenige, was Euch zugestanden wird, in solche Affenscheiße, hahaha.


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So langsam sind erste Regungen des kommenden Festivals zu verzeichnen. Dass sich die Retrospektive mit dem nicht gerade uninteressanten Thema City Girls. Frauenbilder Stummfilmzeit befassen wird, steht schon seit wenigen Wochen fest, wurde von mir allerdings als Meldung peinlicherweise verschlafen (dennoch freue ich mich schon auf die eine oder andere Stummfilmvorführung mit der einen oder anderen zu erwartenden frischen Kopie). Dafür ist die folgende Pressemitteilung wenigstens aktuell: Hollywood-Maverick Arthur Penn wird mit einer Hommage geehrt und erhält einen Goldenen Ehrenbären (und auch hier freue ich mich schon auf die eine oder andere Vorführung, es gibt schließlich wenig, was an einen alten Western im Kino ranreicht). Im ersten Kommentar der Volltext der Pressemitteilung des Festivals.



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Mann, das wurde vielleicht Zeit: Ennio Morricone bekommt Oscar für Lebenswerk.

Wobei diese Lösung auch einen gewissen faden Beigeschmack mit sich bringt, sicher. Aber dass der große Modernist und Pionier der Soundtrackkunst überhaupt einmal berücksichtigt wird, ist schon erfreulich.

Und wer Morricone bloß als den großen Manieristen von irgendwelchen lieblos zusammengestellten "Best of Morricone"-Compilations kennt, ist gut beraten, einmal in die 2005 bei Ipecac erschienene und schlicht hervorragende Doppel-CD Crime and Dissonance reinzuhören.



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