Samstag, 30. Dezember 2006
Thema: Hoerkino
Bereits vor einigen Tagen habe ich dem Radiohörer für seine Listensammlung meine Top-Platten des Jahres zukommen lassen. Dann kann ich sie ja auch eigentlich gleich hier einstellen, wenn die Arbeit eh schon gemacht ist, näch?

Here we go (ohne interne Reihenfolge):
- jan jelinek: tierbeobachtungen
- sunn o)) & boris: altar
- red sparowes: every red heart shines towards the sun
- the world/inferno friendship society: red-eyed soul
- beirut: gulag orkestar
- tortoise & bonnie 'prince' billy: the brave and the bold
- the kilimanjaro darkjazz ensemble: same
- mouse on mars: varcharz
- ekkehard ehlers: a life without fear
- isis: in the absence of truth
- ten volt shock: 6null3

Und dann noch, mit Dank an Roland für den Hinweis, als kleine nachgereichte Ergänzung:

- console: mono

Die Scheibe hatte ich nämlich so gar nicht auf dem Schirm (auch die Junior Boys könnte sich noch, so nach erstem Hören, als veritable Popscheibe für die nächsten Wochen herausstellen!).



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Unter diesem Titel startet ab Mittwoch die nächste Staffel der sich mittlerweile glücklicherweise institutionalisiert habenden Exploitationfilmreihe der "Freunde des Schrägen Films" im Kino Babylon in Berlin-Mitte. Grob skizziert ließe sich sagen, dass diese Staffel den US-Horrorfilm nach "New Hollywood" thematisch ins Auge fasst. Mit dem rise and fall der "Jungen Wilden", die in die Krise des Studiosystems preschten und dabei die Methoden und Manöver des Autorenfilms ins Herz der Filmindustrie bugsierten (und diese damit gleichsam - etwa ab Der weiße Hai - restaurierten und auf neue Füße stellten), war auch das Horrorkino nicht mehr dasselbe. Regisseure wie George A. Romero, Wes Craven, David Cronenberg und John Carpenter transzendierten das Genre und etablierten es als (zuweilen vehement kulturkritische) Ausdrucksform. In diesem (mehr oder weniger freien) 'Freiraum' entstanden schließlich auch Nischen für Experimente wie beispielsweise Kathryn Bigelows Vampir-Variation Near Dark.

Gezeigt werden immer mittwochs einige ganz prächtige Artefakte aus den 70er und 80er Jahren. Besonders schön finde ich es, dass auch der gemeinhin übergangene B-Movie-Maverick Larry Cohen berücksichtigt wird, der einige der seltsamsten und interessantesten Horrorfilme (und nicht zuletzt - siehe etwa Q - The Winged Serpent - die 'schönsten' New-York-Filme) dieser Zeit gedreht hat.

Im folgenden das Programm:
3. Januar 2007, 22 Uhr
Death Trap/ Eaten Alive (USA 1976, Tobe Hooper, 35mm, amerikanische Originalfassung)

10. Januar 2007, 22 Uhr
Near dark – Die Nacht hat ihren Preis (USA 1987, Kathryn Bigelow, 35mm, deutsche Fassung)

17. Januar 2007, 22 Uhr
Re-Animator (USA 1985, Stuart Gordon, 35mm, amerikanische Originalfassung)

24. Januar 2007, 22 Uhr
Martin (USA 1978, George Romero, 16mm, amerikanische Originalfassung)

31. Januar 2007, 22 Uhr
Die Wiege des Bösen / It's alive (USA 1974, Larry Cohen, 35mm, deutsche Fassung)

7. Februar 2007, 22 Uhr
Nightmare – Mörderische Träume / Nightmare on Elm Street (USA 1984, Wes Craven, 35mm, deutsche Fassung)

14. Februar 2007, 22 Uhr
Society (USA 1989, Brian Yuzna, 35mm, amerikanische Originalfassung)

21. Februar 2007, 22 Uhr
Tourist trap (USA 1978, David Schmoeller, 35mm, deutsche Fassung)

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die letzten beiden Filme noch nicht gesehen habe; für diese kann ich meine Hand also kaum ins Feuer legen (aber ich sage mal: Yuzna war in den 80ern schon eine Bank!). Die anderen aber sind alle auf ihre Art und Weise kleine Juwelen des Genres und allemal eine Empfehlung wert. Wer sondieren muss, sollte unbedingt Martin von Romero sehen (eine ungemein spannende und sensible Aufarbeitung des Vampirmotivs unter dem Zeichen "New Hollywoods", die weit von seinen rabaukigen Zombie-Filmen angesiedelt ist) und dann natürlich Re-Animator, einen der spaßigsten (und, äh, 'einfallsreichsten') Gummi-Horrorfilme der 80er Jahre, zumal im Kino.



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