Höchst erfreulich ist vor diesem Hintergrund die Pressemitteilung eines neuen DVD-Labels namens Nippon Cinephil, das sich unlängst in Berlin gegründet hat: In Zusammenarbeit mit internationalen Filmarchiven sollen zunächst zumindest die wichtigsten Klassiker der beiden genannten Regisseure in besten Workprints ausfindig und schließlich sorgfältig auf DVD übertragen werden. Als besonderes Schmankerl wird auch eine Veröffentlichung des bislang verschollen geglaubten frühen Ozu-Films Blossoms of April in Aussicht gestellt.
Für die Untertitelung werden Kooperationen mit namhaften Japanologen angekündigt, um die kulturellen Besonderheiten möglichst adäquat zu transferieren. Auch für die Bonusmaterialien lässt man sich offenbar nicht lumpen: In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek und dem Filmmuseum Berlin sollen u.a. auch kleine Buchbeilagen mit historischen Texten zu den jeweiligen Filmen in Planung sein. Zahlreiche, bislang nur auf Englisch vorliegende Schlüsseltexte der internationalen Ozu- und Mizoguchi-Rezeption sollen in diesem Zusammenhang erstmals auch ins Deutsche übersetzt werden, u.a. sind auch Übersetzungen von Auszügen aus David Bordwells Ozu-Studie angekündigt. Eine auch äußerlich ansprechende Gestaltung soll die Edition "Nippon Cinephil" schließlich abrunden.
Ich bin schon gespannt auf die Umsetzung und freue mich darauf, die ersten DVDs in Händen halten zu können.
Ladies and gentlemen, the Bava Book is FINISHED.Mit dem letztendlichen Erscheinen des Werkes - 1128 Seiten, komplett in Farbe, mit einer Einführung durch Martin Scorsese und auf der Waage rund 6 Kilo schwer - ist im Juni zu rechnen. Von ihm gekündet hatte ich schon vor rund drei Jahren. Jetzt heißt es Geldsparen für das im Regal gewiss sehr schmucksame Werk...
This little box I'm holding contains 32 years of my life and 65 years of Mario Bava's. Coming your way from Video WatcHDog this summer.
Unter bavabook kann man sich über den, weiß Gott mühseligen, Schaffens- und Produktionsprozess informieren. Und wer mag, kann auch mal bei Tims WatchBlog vorbeischauen.

Keine große, aber doch eine leise Enttäuschung, auch wenn ich schon von vornherein darauf gefasst war, mir kein Meisterwerk zu Gemüte zu führen. The Black Dahlia, basierend auf dem gleichnamigen Roman von James Ellroy, der sich einmal mehr in die Untiefen der Schattenwelt des Los Angeles der 40er Jahre wagt, bietet vieles, was man von De Palma kennt: Eine betont artifiziell gestaltete Erzählwelt, zuweilen hölzern agierende Darsteller (ich will jetzt nicht mit Brecht winken, aber ich denke schon, dass dies bei De Palma Methode hat), manieristische und doch nicht heischende "Kamerainserts", Zeitlupen.
Und doch: Es wirkt leicht wiederholt, angebracht, zueinander nicht recht stimmig. Nun zerfallen die Strukturen der De-Palma-Filme oft genug - und in der Regel mit Gewinn, da die Form des narrativen Spielfilms an ihren üblichen, nicht selten ideologischen Nahtstellen aufbricht und sie so als diese ins Bewusstsein rückt. In The Untouchables - De Palmas zweiter, großer Nostalgie-Film - wird diese Aufgabe an Morricone deligiert, der über das Mafiafilm-Pastiche einen betont casio-blechernen Soundtrack legt, der viel mit den 80er Jahren und nichts mit den 30ern gemein hat.
The Black Dahlia hingegen ist glossy in einer Weise, die zuvorderst Könnerschaft transportiert: Ausleuchtung, Ausstattung, die Detailauflösung des Filmmaterials - alles von bestrickender Eleganz. Er ist an Nahtlosigkeit und Bildoberflächen-Fetisch interessiert, die De-Palma-Zutaten wirken da schon fast wie Signaturen, die zu groß ins Bild reinragen - und ihm doch fremd bleiben. Freilich ist es eine Freude, den zwei, drei außergewöhnlichen Kamerafahrten zuzusehen: Von der Straße auf das Dach, der Blick dahinter, wieder hinunter, auf die andere Straßenseite. Der Schwung aus dem establishing shot vor Scarlett Johanssons Gesicht. Hier ist De Palma bei sich; ansonsten, scheint es, arbeiten er und The Black Dahlia gegeneinander. Man kann dem zuschauen und ist nicht gänzlich schlecht unterhalten, doch, allein, mehr De Palma hätte man sich schon gewünscht.
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