Thema: Hinweise
28. Februar 08 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren

Tim Lucas widmet sich in einem Essay dem Phantastischen Kino des von mir hochverehrten brasillianischen Regisseurs José Mojica Marins, der längst synonym geworden ist mit seiner berühmtesten Figur, dem ketzerischenTotengräber Zé do Caixao (Coffin Joe), der in Brasilien schon seit langem den Rang eines Knecht Ruprecht genießt.
Marins schöpft in seinen Filmen aus dem vollen Saft klassischer Gruselcomics, des Surrealismus, althergebrachter Exploitation und des Katholizismus. Jeder Film ein Abenteuer zwischen Geisterbahn, Midnite Move und Voodoo-Seance.
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Thema: Hoerkino

Der Bass ist schneeweiß, die Gitarre schwarz, das Schlagzeug: minimale Grundausstattung. Der erste Ton, und ein schläfriger, uralter Waran setzt sich in Bewegung. Nicht so sehr Töne, Frequenzen schlagen einem entgegen. Bass. Die Kleidung am Leib vibriert, der Boden kitzelt durch die Schuhe hindurch die Füße.
Präzise Übungen in Langsamkeit und Minimalismus. Reduktion aufs Wesentliche, keine Verzerrer. Die Gitarre klingt in die Weite des Raums.
Die Band kämpft mit sich selbst. Alles aufeinander abgestimmt. Jeder Schlag aufs Schlagzeug sitzt, die Zeit zwischen zweien dehnt sich ins Unendliche. Die Schlagzeugerin durchlebt wer weiß wieviele Urzustände. Befreiung, wenn ein Break zur raschen Abfolge einlädt. Die Langsamkeit zieht Schweiß. Ein Durchwinden aller Songstrukturen.

Bilder eines grauen, kargen Western entstehen vor dem geistigen Auge. Die Reise ging vom Doom Metal zur Klarheit der klingenden Gitarre. Ein bisschen Blues dringt durch. Americana.
Sechs Lieder, vielleicht sieben. Gänsehaut anderthalb Stunden lang. Ein Saal, vielleicht dreihundert Leute drin, schwingt für diese Zeit geduldig mit, ein wellendes Wogen, langsam, noch langsamer, zieht durch die Reihen. Großartig.

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