Sonntag, 24. Januar 2010
Thema: videodrome
Man mag von Sundance halten was man will (und von der Institutionalisierung einer gewissen, sehr versöhnlich um Konsens bemühten middle brow-Tendenz im us-amerikanischen Indiefilm bespielsweise halte ich nicht immer das Beste), sehr schön aber ist ihre Netzpolitik über YouTube: Im Sundance-Channel finden sich nicht nur diverse, teils von einschneidender Belanglosigkeit pieces vom Festivalgeschehen (eine Aufnahme eines Gitarristen in einem Café? "Wow"), sondern auch einige der dort im Kurzfilmprogramm gezeigten Beiträge, wie z.B. Old Fangs von Adrien Merigeau -



- aber auch zahlreiche weitere Filme. (via)

Hier stellt sich einmal mehr die Frage nach dem "Ort" eines Filmfestivals und ob sich ein solches, das noch immer den primären Aufführungsort "Kinosaal" privilegiert, nicht zusehends unzeitgemäß verhält. Auch in diesem Jahr lässt beispielsweise bislang keine Pressemitteilung der Berlinale eine vernünftige Einbindung des oder sogar Ausdehnung ins Internet erkennen. Etwa und gerade auch das Forum, das mit seiner neuen Rubrik "Forum Expanded" ohnehin schon auf gegenwärtige Auflösungserscheinungen des Kinos und Konvergenzen z.B. mit dem Kunst- und Ausstellungsbetrieb reagiert und daneben im regulären Betrieb einer Vielzahl von jungen Filmemachern ein Podium bietet, deren Filme schon qua Produktionsbedingungen und mutmaßlich mangelnder Attraktivität für ein breiteres Publikum durch die Bindung an den dann eben doch sehr schwerfälligen und erst umständlich zu bedienenden Kinoapparat eher gehemmt (oder gar - bei einer schwerverpixelten Digitalaufführung im großen Saal - ästhetisch sabotiert) werden, sollte doch die naheliegendste Sektion für eine Art Experiment "Online-Kuratorium" darstellen.

(aber vermutlich wird man auch in diesem Jahr wieder nur schwerfällig abrufbare, serverseitig instabile Videostreams von öden Pressekonferenzen anbieten...)


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