Thema: Filmtagebuch
30. Mai 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
28.01.2004, Heimkino
Ich bin der Erste, der pauschalen Kritikern minimaler Horror-Szenarien - sagen wir: "Gruppe wird gejagt" oder "blutrünstiger Mörder geht um" - entgegen tritt und deren oft nur vorab getroffenen Urteile für nicht zutreffend erklärt. Nicht wenige Elaborate der oft abgetanen "Schmuddelecke" weisen, vom Diktum großangelegter Erzählungen befreit, ganz ungeahnte Qualitäten auf. Dann aber wiederum gibt es Fälle, da strecke ich die Waffen, da ist mir das alles wurscht, da stimme ich gerne in den allgemeinen Tenor mit ein: "Dieser Film ist schlecht und langweilig." Ich meine natürlich den koreanischen Say Yes, vom Fantasy Filmfest damals - so das Zitat auf der Hülle der DVD - im Programmheft als "fieser Dobermann" bezeichnet und dort sogar, wenn ich mich recht erinnere, Tobe Hoopers Kettensägenmassaker zwecks Qualitätsversicherung gleichgestellt. Was für ein bodenloser Frevel.
Das Setting ist allenfalls reißbrettartig durchkonzipiert und überzeugt zu keiner Sekunde. Endlich verlegter Ex-Student mit Schriftstellerambitionen verwöhnt Herzensdame ob der frohen Kunde, als wäre ein Lottohauptgewinn eine verbindliche Klausel im Vertrag gewesen: Neues Auto, teures Hotel, eine Reise durch's Land, das Angebot an sie, die zuvor beide mit einem Übersetzerjob durchgebracht hat, nun endlich wieder selbst studieren zu können, er finanziere sogar ein Auslandssemester. Soweit die ersten Minuten. Durchkreuzt wird das junge, reisende Glück jedoch jäh von einem finster dreinblickenden Psychopathen, der die beiden auf der Reise zunächst nur provoziert und gängelt, in der Wahl seiner Mittel dabei aber zunehmend skrupellos vorgeht. Viel Gewalt, 'ne Nacht im Knast - welch' Intrige des Bösewichts! -, viele Demütigungen, wie sie sich jeder x-beliebige TV-Serien-Drehbuchautor ausdenken und komponieren kann. Der primus movens des Herrn bleibt verborgen - das soll dem Film wohl Spannung einpflanzen, trägt aber nur zu einer latenten Alles-scheißegal-Haltung seitens des Zuschauers bei, die dem Film schon im ersten Drittel das Genick zu brechen droht. Und es wird im Verlauf nicht besser, en contraire.
Ein Paradestück für uninspiriertes, unoriginelles Filmemachen. Eine halbgare Idee, die sich in ihrer Auflösung zum Schluß offenbar als existenzialistische Weitsicht empfindet, dabei aber allenfalls so ein bißchen rumgründelnd bleibt, getragen von zweifelhaften Darstellerleistungen, einem ungewitzten Drehbuch und einer geradewegs erschreckend konventionellen formalen Umsetzung. Das ist nicht nur: langweilig, sondern auch: dumm, vor allem aber: nervig. Und es korresponidert auch alles mit den ganz und gar bodenlosen Leistungen der Synchronisation, die dem Film bei der Durchführung seines Projekts, die Meßlatte in Sachen Langeweile ein paar Level höher anzusetzen, in jeder Sekunde Hilfestellung leistet.
Ganz ernsthaft möchte man die Macher fragen: Was soll die Scheiße eigentlich? Muss wirklich jeder Film gredreht werden, bloß weil einem gerade ein Geldgeber auf den Leim gegangen ist? Nee echt, Leute, versucht's beim Fernsehen, geht in die Nachrichten, wenn es Euch nur drum geht, 'ne Kamera in der Hand zu halten und technisch solide Kost abzuliefern. Aber verschont die Menschheit doch bitte mit einem solchen in jedweder Hinsicht faden Schmu.
imdb | mrqe
Ich bin der Erste, der pauschalen Kritikern minimaler Horror-Szenarien - sagen wir: "Gruppe wird gejagt" oder "blutrünstiger Mörder geht um" - entgegen tritt und deren oft nur vorab getroffenen Urteile für nicht zutreffend erklärt. Nicht wenige Elaborate der oft abgetanen "Schmuddelecke" weisen, vom Diktum großangelegter Erzählungen befreit, ganz ungeahnte Qualitäten auf. Dann aber wiederum gibt es Fälle, da strecke ich die Waffen, da ist mir das alles wurscht, da stimme ich gerne in den allgemeinen Tenor mit ein: "Dieser Film ist schlecht und langweilig." Ich meine natürlich den koreanischen Say Yes, vom Fantasy Filmfest damals - so das Zitat auf der Hülle der DVD - im Programmheft als "fieser Dobermann" bezeichnet und dort sogar, wenn ich mich recht erinnere, Tobe Hoopers Kettensägenmassaker zwecks Qualitätsversicherung gleichgestellt. Was für ein bodenloser Frevel.
Das Setting ist allenfalls reißbrettartig durchkonzipiert und überzeugt zu keiner Sekunde. Endlich verlegter Ex-Student mit Schriftstellerambitionen verwöhnt Herzensdame ob der frohen Kunde, als wäre ein Lottohauptgewinn eine verbindliche Klausel im Vertrag gewesen: Neues Auto, teures Hotel, eine Reise durch's Land, das Angebot an sie, die zuvor beide mit einem Übersetzerjob durchgebracht hat, nun endlich wieder selbst studieren zu können, er finanziere sogar ein Auslandssemester. Soweit die ersten Minuten. Durchkreuzt wird das junge, reisende Glück jedoch jäh von einem finster dreinblickenden Psychopathen, der die beiden auf der Reise zunächst nur provoziert und gängelt, in der Wahl seiner Mittel dabei aber zunehmend skrupellos vorgeht. Viel Gewalt, 'ne Nacht im Knast - welch' Intrige des Bösewichts! -, viele Demütigungen, wie sie sich jeder x-beliebige TV-Serien-Drehbuchautor ausdenken und komponieren kann. Der primus movens des Herrn bleibt verborgen - das soll dem Film wohl Spannung einpflanzen, trägt aber nur zu einer latenten Alles-scheißegal-Haltung seitens des Zuschauers bei, die dem Film schon im ersten Drittel das Genick zu brechen droht. Und es wird im Verlauf nicht besser, en contraire.
Ein Paradestück für uninspiriertes, unoriginelles Filmemachen. Eine halbgare Idee, die sich in ihrer Auflösung zum Schluß offenbar als existenzialistische Weitsicht empfindet, dabei aber allenfalls so ein bißchen rumgründelnd bleibt, getragen von zweifelhaften Darstellerleistungen, einem ungewitzten Drehbuch und einer geradewegs erschreckend konventionellen formalen Umsetzung. Das ist nicht nur: langweilig, sondern auch: dumm, vor allem aber: nervig. Und es korresponidert auch alles mit den ganz und gar bodenlosen Leistungen der Synchronisation, die dem Film bei der Durchführung seines Projekts, die Meßlatte in Sachen Langeweile ein paar Level höher anzusetzen, in jeder Sekunde Hilfestellung leistet.
Ganz ernsthaft möchte man die Macher fragen: Was soll die Scheiße eigentlich? Muss wirklich jeder Film gredreht werden, bloß weil einem gerade ein Geldgeber auf den Leim gegangen ist? Nee echt, Leute, versucht's beim Fernsehen, geht in die Nachrichten, wenn es Euch nur drum geht, 'ne Kamera in der Hand zu halten und technisch solide Kost abzuliefern. Aber verschont die Menschheit doch bitte mit einem solchen in jedweder Hinsicht faden Schmu.
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