Thema: Kinokultur
28. April 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
"One of Japan's most overlooked cinematic giants gets his due with this in-depth look at some of his early classics."
overlooked in der Tat. Gerade mal einen Film habe ich im Arsenal von der Shimizu-Retrospektive mitnehmen können - und der war schlicht großartig: "KOI MO WASURETE (Forget Love for now, 1937) schildert das Leben der alleinerziehenden Mutter Oyuki, die als Prostituierte ("Dame der Nacht") arbeitet und deren einziger Lebensinhalt darin besteht, ihrem Sohn eine gute Erziehung zu ermöglichen. KOI MO WASURETE konzentriert sich auf die schwierige Lage der arbeitenden Frau und die Tapferkeit des Kindes und beinhaltet eine unvergessliche Szene, in der die Heldin alleine tanzt. Überwiegend in Innenräumen und modernistisch anmutenden Dekors gedreht, zeichnet sich der Film durch beeindruckende vertikale Kamerabewegungen aus." (Programmtext)
Ewig schade, dass ich damals nichts dazu geschrieben habe. War ich zu aufgeregt? Zu wenig Zeit? Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich nachts im Bett noch lange Stunden halb vor mich hingedöst, mit diesen Bildern im Kopf. Im Kino zuvor klebten meine Augen wie schon lange nicht mehr an einer Leinwand.
overlooked in der Tat. Gerade mal einen Film habe ich im Arsenal von der Shimizu-Retrospektive mitnehmen können - und der war schlicht großartig: "KOI MO WASURETE (Forget Love for now, 1937) schildert das Leben der alleinerziehenden Mutter Oyuki, die als Prostituierte ("Dame der Nacht") arbeitet und deren einziger Lebensinhalt darin besteht, ihrem Sohn eine gute Erziehung zu ermöglichen. KOI MO WASURETE konzentriert sich auf die schwierige Lage der arbeitenden Frau und die Tapferkeit des Kindes und beinhaltet eine unvergessliche Szene, in der die Heldin alleine tanzt. Überwiegend in Innenräumen und modernistisch anmutenden Dekors gedreht, zeichnet sich der Film durch beeindruckende vertikale Kamerabewegungen aus." (Programmtext) Ewig schade, dass ich damals nichts dazu geschrieben habe. War ich zu aufgeregt? Zu wenig Zeit? Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich nachts im Bett noch lange Stunden halb vor mich hingedöst, mit diesen Bildern im Kopf. Im Kino zuvor klebten meine Augen wie schon lange nicht mehr an einer Leinwand.
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Thema: Kinokultur

Gerade bei tristessedeluxe entdeckt, den Button. Damals war das ein Aufkleber, bzw. eine Zeit lang hieß sowas ja "Sticker". Muss irgendwann so frühe bis Mitte 80er gewesen sein, als ich den das erste Mal gesehen habe, damals noch in einem kleinen Mainstream-Kino in meiner Heimatstadt. Heute steht an dieser Stelle ein wuchtiger Sparkassenbau: Das Kino, und damit viele Erinnerungen meiner Kindheit, wurde abgerissen. Was habe ich dort nicht alles gesehen? Den Disney-Schneewittchen zum Beispiel, oder Das letzte Einhorn. Natürlich auch (damals als solche natürlich nicht wahrgenommene) Gurken wie diverse Police Academies und die Otto-Filme. Was man als Dreikäsehoch, der endlich ins Kino darf, eben so sehen will. Später dann Rain Man und Dirty Dancing. Besonders aufgeregt war ich, als Die Rückkehr der Jedi-Ritter dort gezeigt wurde - den durfte ich ja noch nicht sehen, aber das Kino war voll mit Ausstellmaterialien und Aushangbildern. Manchmal, wenn man an der Kasse - ich habe die förmlich vor dem geistigen Auge gerade, direkt gegenüber von den drei Saaltüren, die zum Glück führten - seine Karte holte, konnte man durch die geschlossenen Türen das Wummern von Laserpistolen oder die typische Musik hören, das war dann "Krieg der Sterne light" für mich. Und insgeheim wünschte ich mir natürlich, der Vorführer würde die Rollen vertauschen und es nicht merken, damit ich endlich diesen Film sehen konnte: 6, 12, 16, 18 - das waren die Altersstufen auf die ich hinfieberte, weil mit jeder Schwelle sich ein größeres Universum an Filmen erschloss.
Ganz und gar wichtig war für mich natürlich auch der Aushang in meinem Dorf: Ich lebte ja nicht in der Stadt direkt. Also hat das Kino auch in der Peripherie Guckkästen an zentraler Stelle aufgebaut, um das Publikum in die Säle zu locken. Das schöne war, dass der auf meinem Schulweg lag, auch später noch, als ich mit dem Bus ins Gymnasium gebracht wurde. Donnerstagmorgen bin ich dann immer etwas früher losgelaufen, weil dann ja neue Bilder und neue Filme da waren - da wollte ich immer noch vorher kucken. Mit viel Glück gabs auch schon am Mittwochabend neues Material - manchmal bin ich da abends wirklich hingelaufen, um zu schauen. Da gab's dann sogar richtig farbige Aushangfotos; dass aus der Dorfjugend sich keiner den panzerfaustbeschwingten Rambo aus dem Ding geklaut hat, als damals Rambo 2 ins Kino kam, grenzt eigentlich an ein Wunder, die Kaugummiautomaten waren ja auch wöchentlich aufgeknackt. Aber vielleicht hatten die einfach keinen Blick für die Wildheit dieser Bilder, die verführerischen Versprechen, die darin lagen, vor allem für den, der altersbedingt außen vor bleiben muss. Manchmal waren neue Bilder auch ein Abschied von einem Film, den ich gerne gesehen hätte, als 7jähriger in der fränkischen Provinz. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube: Dieser outgesourcte Aushangkasten war ebenfalls mit diesem Aufkleber versehen: "Komm, wir geh'n ins Kino" - aber gerne doch! Heute befindet sich an der Stelle ein Zigarettenautomat - in meiner jugendlichen Sturm&Drang-Phase habe ich den mal mit Edding vollgeschmiert.
Wie auch immer: Dieser Aufkleber begleitete diese Zeit, allerdings als Kolorit am Rande, ohne dass ich ihn nennenswert wahrgenommen hätte. Jetzt aber, wo ich drüben bei tillmann drüber gestolpert bin, hat sich eine ganze Flut nostalgischer Erinnerungen über mich ergossen. Dafür recht herzlichen Dank. :)
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Thema: Alltag, medial gedoppelt
28. April 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Even so, distribs and videostores should pencil in police raids for 2044 as the country is belatedly made safe from the likes of "Kill Bill," "The Texas Chainsaw Massacre," "Dawn of the Dead," "Wrong Turn" and a certain Mel Gibson movie.
Auch im Ausland beäumelt man sich über die hirnrissige Beschlagnahmung hierzulande von Hershell Gordon Lewis' Autokinoklassiker Blood Feast (US 1963). Zurecht.
Weitere News von der Zensorenfront: Olaf Ittenbachs, im Oeuvre vergleichsweise harmloser, Riverplay (D 2000) wurde mit ähnlich drastischen Mitteln vom Markt genommen. Im bayerischen Traunstein wurden in einer Videothek bei einer Kontrolle DVDs von Filmen wie Versus (J 2000), Ichi the Killer (J 2001), Guinea Pig 2 (J 1988), Battle Royale (J 2000) und die beiden ersten Fantom-Kiler-Filme (Polen 1998/1999) von den Ordnungskräften für eine genauere Untersuchung sichergestellt - Ergebnisse bleiben abzuwarten, wie vermutlich jetzt schon abzusehen. Weitere Informationen zu dieser Polizeiaktion hier.
Auch im Ausland beäumelt man sich über die hirnrissige Beschlagnahmung hierzulande von Hershell Gordon Lewis' Autokinoklassiker Blood Feast (US 1963). Zurecht.
Weitere News von der Zensorenfront: Olaf Ittenbachs, im Oeuvre vergleichsweise harmloser, Riverplay (D 2000) wurde mit ähnlich drastischen Mitteln vom Markt genommen. Im bayerischen Traunstein wurden in einer Videothek bei einer Kontrolle DVDs von Filmen wie Versus (J 2000), Ichi the Killer (J 2001), Guinea Pig 2 (J 1988), Battle Royale (J 2000) und die beiden ersten Fantom-Kiler-Filme (Polen 1998/1999) von den Ordnungskräften für eine genauere Untersuchung sichergestellt - Ergebnisse bleiben abzuwarten, wie vermutlich jetzt schon abzusehen. Weitere Informationen zu dieser Polizeiaktion hier.
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