Thema: Kinokultur
Habe gerade den neuen Newsletter von der Kubrickausstellung erhalten, der das Gerücht, die Ausstellung sei 2005 auch in Berlin zu sehen, nun endlich als Faktum zementiert:
"Vom 20. Januar bis zum 11. April 2005 präsentiert das Deutsche Filmmuseum die Ausstellung Stanley Kubrick in den Räumen des Martin-Gropius-Bau. Sie findet in Kooperation mit dem Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek statt und wird durch die 55. Internationalen Filmfestspiele Berlin (10.-20. Februar 2005) unterstützt. Die Berlinale plant Schwerpunkte zum Thema Production Design und stellt in der Retrospektive sowie in anderen Veranstaltungen eine enge Verknüpfung zur Kubrick-Ausstellung her. Parallel zeigt das Filmmuseum Berlin eine Ausstellung zu verschiedenen Aspekten des Production Design im Film."
Rundheraus: Macht mich schon alles recht wuschig, vor allem auch der Support durch die Berlinale. Ich freue mich wie ein Schneekönig, zumal ich die Ausstellung in Frankfurt leider nicht wahrnehmen konnte.
"Vom 20. Januar bis zum 11. April 2005 präsentiert das Deutsche Filmmuseum die Ausstellung Stanley Kubrick in den Räumen des Martin-Gropius-Bau. Sie findet in Kooperation mit dem Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek statt und wird durch die 55. Internationalen Filmfestspiele Berlin (10.-20. Februar 2005) unterstützt. Die Berlinale plant Schwerpunkte zum Thema Production Design und stellt in der Retrospektive sowie in anderen Veranstaltungen eine enge Verknüpfung zur Kubrick-Ausstellung her. Parallel zeigt das Filmmuseum Berlin eine Ausstellung zu verschiedenen Aspekten des Production Design im Film."
Rundheraus: Macht mich schon alles recht wuschig, vor allem auch der Support durch die Berlinale. Ich freue mich wie ein Schneekönig, zumal ich die Ausstellung in Frankfurt leider nicht wahrnehmen konnte.
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Thema: Blaetterrauschen
17. September 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Heute vor 50 Jahren wurde die Amerika-Gedenkbibliothek zu Berlin eröffnet. Damit feiert heute die größte deutsche öffentliche Bibliothek - und in der Tat ein wahrer Tempel des Wissens und der Kultur - ihren Geburtstag. Nikolaus Bernau schreibt dazu heute in der Berliner Zeitung:
"Wie in den nordamerikanischen Public Libraries sollten die Bibliotheksangestellten eher Auskunftsstellen und Hilfereichende sein als Herrscher über das Wissen. Belletristik, Kunst, Spiele, aber auch die wissenschaftliche Literatur sollte im Freihandbereich jedem Leser direkt zugänglich sein. Für manchen war das zu viel Freiheit. Der Leser sollte doch vor schädlichen Einflüssen bewahrt und zum kulturell Guten gelenkt werden. Auch um das zu garantieren, waren die deutschen Bibliothekare daran gewöhnt, die Bücher herauszusuchen, so, wie es noch bis 1995 Usus war etwa in der Ost-Berliner Stadtbibliothek. In der AGB entfiel dieser Kontrolleur."
und fasst damit zusammen, was ich - Stammkunde der AGB wie des Berliner Bibliothekenverbundes überhaupt - an dieser Bibliothek so schätze: Die vollkommene Freiheit, mich jederzeit zwischen Godzilla und Godard, zwischen Gruselroman und wissenschaftlicher Literatur entscheiden zu können. Ein Gräuel wäre es, würde irgendein sauertöpfischer Bibliothekar vorentscheiden, was an Honorigem ins Regal zu stellen sei.
Gerade deshalb passt es auch, dass zeitgleich im Spiegel ein regelrechter Haufen Scheiße zu lesen ist: Ein Interview mit Antje Vollmer von den Grünen nämlich, zu dem in schöner Regelmäßigkeit fröhliche Urständ' feierndem Thema "Deutschquote im Radio". Kaum ein Satz, bei dem mir nicht der eine oder andere Kraftausdruck entwischt. Wenn ich das schon lese: Formatradio, Qualitätsschutz, kritische Auseinandersetzung, kulturelle Tradition, vor allem aber: hörenswert. Dieses Hülsengewäsch vom Hörenswerten, vom Hochkulturellen, vom Kritischen.
Was die Vollmer hier dem Spiegel ins Diktiergerät rülpst, ist nichts anderes als das pure Gegenteil der Amerika-Gedenkbibliothek. Vorhören, abwägen, protektieren, fördern statt anbieten, verfügbar machen, entdecken lassen. Die Forderung nach Reformhausradio, jetzt und hier für alle, zur Not "mit Entzug der Sendelizenz" durchgesetzt. Eine zusätzliche Ebene an Dämlichkeit erhält dieses provinzielle Profilierungsgehabe nur durch die zunehmende Relevanz von Online-Radio per Breitband-Internet. Mit einem Schlag stehen dem Einzelnen Tausende von Sender zur Verfügung, die ein Angebot abdecken, das sich die Vollmer mit ihrem Bioregionalismus für GEZ-Empfänger nicht zu erträumen wagt! Und was macht sie? Holt mal eben die Fliegenkatsche "Deutsch-Quote" aus der unteren Schublade des Schreibtisches. Borniert ist gar kein Ausdruck für solches Gehabe ...
"Ich scheiß' auf deutsche Texte" (Die Sterne)
"Wie in den nordamerikanischen Public Libraries sollten die Bibliotheksangestellten eher Auskunftsstellen und Hilfereichende sein als Herrscher über das Wissen. Belletristik, Kunst, Spiele, aber auch die wissenschaftliche Literatur sollte im Freihandbereich jedem Leser direkt zugänglich sein. Für manchen war das zu viel Freiheit. Der Leser sollte doch vor schädlichen Einflüssen bewahrt und zum kulturell Guten gelenkt werden. Auch um das zu garantieren, waren die deutschen Bibliothekare daran gewöhnt, die Bücher herauszusuchen, so, wie es noch bis 1995 Usus war etwa in der Ost-Berliner Stadtbibliothek. In der AGB entfiel dieser Kontrolleur."
und fasst damit zusammen, was ich - Stammkunde der AGB wie des Berliner Bibliothekenverbundes überhaupt - an dieser Bibliothek so schätze: Die vollkommene Freiheit, mich jederzeit zwischen Godzilla und Godard, zwischen Gruselroman und wissenschaftlicher Literatur entscheiden zu können. Ein Gräuel wäre es, würde irgendein sauertöpfischer Bibliothekar vorentscheiden, was an Honorigem ins Regal zu stellen sei.
Gerade deshalb passt es auch, dass zeitgleich im Spiegel ein regelrechter Haufen Scheiße zu lesen ist: Ein Interview mit Antje Vollmer von den Grünen nämlich, zu dem in schöner Regelmäßigkeit fröhliche Urständ' feierndem Thema "Deutschquote im Radio". Kaum ein Satz, bei dem mir nicht der eine oder andere Kraftausdruck entwischt. Wenn ich das schon lese: Formatradio, Qualitätsschutz, kritische Auseinandersetzung, kulturelle Tradition, vor allem aber: hörenswert. Dieses Hülsengewäsch vom Hörenswerten, vom Hochkulturellen, vom Kritischen.
Was die Vollmer hier dem Spiegel ins Diktiergerät rülpst, ist nichts anderes als das pure Gegenteil der Amerika-Gedenkbibliothek. Vorhören, abwägen, protektieren, fördern statt anbieten, verfügbar machen, entdecken lassen. Die Forderung nach Reformhausradio, jetzt und hier für alle, zur Not "mit Entzug der Sendelizenz" durchgesetzt. Eine zusätzliche Ebene an Dämlichkeit erhält dieses provinzielle Profilierungsgehabe nur durch die zunehmende Relevanz von Online-Radio per Breitband-Internet. Mit einem Schlag stehen dem Einzelnen Tausende von Sender zur Verfügung, die ein Angebot abdecken, das sich die Vollmer mit ihrem Bioregionalismus für GEZ-Empfänger nicht zu erträumen wagt! Und was macht sie? Holt mal eben die Fliegenkatsche "Deutsch-Quote" aus der unteren Schublade des Schreibtisches. Borniert ist gar kein Ausdruck für solches Gehabe ...
"Ich scheiß' auf deutsche Texte" (Die Sterne)
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