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Mittwoch, 7. Februar 2007
"Ich war nicht der einzige Schauspieler Deutschlands, der Pornos synchronisiert hat. Heiner gehört auch dazu. Schreiben Sie das bitte als Aufmacher."
Sagt heute der Schweigers Til über den Lauterbachs Heiner in der Erstausgabe der Vanity Fair, was SpOn prompt zu zitieren weiß.

Dass die Geburt des deutschen Gegenwartskinos nur aus dem Geiste des deutschen Sexfilms zu verstehen ist, ist ja nun hinlänglich bekannt, filmtagebuch zerrt deshalb noch weit schrecklichere Geheimnisse ans erbarmungslose Tageslicht: Heiner Lauterbach stellte seine Stimme nämlich auch dem Gedärme- und Hasenleichenfilm Man-Eater zur Verfügung, gedreht vom umtriebigsten aller Splatter-, Horror- und Pornoregisseure Italiens, Joe D'Amato - und in Deutschland ist dieser Streifen nun auch noch per staatsanwaltlichen Beschluss verboten und weggesperrt. Eine echte Gefahr für die deutsche Volksgesundheit Medienlandschaft also - und ausgerechnet uns' Heiner ist da mit drin! Wer will, kann sich über diesen infamen Streifen hier ein wenig informieren (damit auch allgemein bekannt wird, welch' Heroik am Werke war, als Deutschland vor diesem Film gerettet wurde).

Zugleich kommt Man-Eater auch eine kulturhistorisch prominente Position in Deutschland zu, entflammte sich doch mithin an diesem (so ganz unter uns Chorschwestern: eher etwas langweiligen) Film die hiesige Videodebatte in den frühen 80er Jahren, Talkrunden im ÖR-TV (mit, wenn ich das richtig überliefert bekommen habe, Ausschnitten aus besagtem Machwerk) inklusive. Mit dem bekannten Ergebnis: In keinem Land der westlichen Hemisphäre ist der Jugendschutz so dümmlich übertrieben wie in Deutschland.

Und da kommt der Schweiger mit ollen Pornos an.


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Thema: DVDs


Ungelogen die beste Nachricht seit langem: Sony Pictures bringt Ende März Monty Python's Flying Circus als komplettes, 7 DVDs umfassendes Box-Set auf den Markt. Spieldauer: über 1300 Minuten. Well, there'll certainly be some car door slamming in the streets of Kensington tonight.

Mein Jubel über diese wirklich seit Jahren herbeigesehnte Box kennt, ernsthaft, keine Grenzen. Soetwas wie diese Serie hat es in der Geschichte des Fernsehens wirklich nur ein einziges Mal gegeben. Wer die Welt ein bisschen weit verstehen will, muss diese Serie gesehen haben, die sie bis zur Kenntlichkeit verfremdet. Daneben stellt sie, als Gesamtwerk, eines der großen philosophischen Werke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Wie wunderbar, dass dieses nun in Bälde komplett und in hoffentlich guter Qualität vorliegt (besser wohl jedenfalls als meine Longplay-VHS-Aufnahmen von zum Teil dunne dazumal).

Wer gerade etwas Zeit mitbringt, kann ja jetzt einfach noch diese an der Humboldt Universität entstandene Magisterarbeit lesen.


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