Thema: Hinweise
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22. Juni 07 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
"Und dann habt ihr einen Gegner vor euch, sowas habt ihr noch nie erlebt."
Der "Tagesspiegel" hat Werner Herzog interviewt.
° ° °
Thema: Alltag, medial gedoppelt
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In japanischen Filmen sitzen die Leute oft auf dem Boden ihrer Wohnstätten. In mir hat das immer einen ganz eigentümlichen Eindruck einer gewissen Freiheit, oder vielleicht besser Vetrautheit erweckt. Ein Wohnraum ist erst dann erschlossen, wenn man in ihm mit aller Selbstverständlichkeit sitzen kann und schließlich denn auch sitzt.
Gerade jetzt im Moment sitze auch ich hier auf dem Boden meines Wohnzimmers. Der Grund dafür ist einfach: Seit wenigen Tagen habe ich meinen ersten Laptop. Und obendrein ist's noch mein erstes Linux-System. Neue Welten.
Es fühlt sich schön und gut an. Auch das Netz fühlt sich jetzt anders an. Ich habe mir Kubuntu besorgt und fühle mich sogar schon recht sicher damit. Das System läuft, ist zu meiner Zufriedenheit schnell und ich kann alles damit machen, was ich vorhabe. Und das beim Erstkontakt und ganz auf eigene Faust (zugegeben: Zahlreiche Foren und Wikis haben mich durch bereitgestelltes Wissen unterstützt). Es ist beeindruckend, wie easy Linux mittlerweile zu handhaben ist (wenn man nicht gerade äußerst spezielle Wünsche an sein System richtet). Zweifler und Skeptiker, die sich zurück- und an ihrem WinXP halten, seien beruhigt und zugleich zum Wechsel ihrerseits angehalten.Traut Euch einfach! :-)
Jetzt gerade bin ich sehr glücklich über meine neue Arbeitsumgebung und deren Portabilität. Wundervolle Potenziale für die Zukunft tun sich auf. Ich sitze auf dem Wohnzimmerboden und bin im Internetz. Das hat's vorher bei mir nicht gegeben.
Gerade jetzt im Moment sitze auch ich hier auf dem Boden meines Wohnzimmers. Der Grund dafür ist einfach: Seit wenigen Tagen habe ich meinen ersten Laptop. Und obendrein ist's noch mein erstes Linux-System. Neue Welten.
Es fühlt sich schön und gut an. Auch das Netz fühlt sich jetzt anders an. Ich habe mir Kubuntu besorgt und fühle mich sogar schon recht sicher damit. Das System läuft, ist zu meiner Zufriedenheit schnell und ich kann alles damit machen, was ich vorhabe. Und das beim Erstkontakt und ganz auf eigene Faust (zugegeben: Zahlreiche Foren und Wikis haben mich durch bereitgestelltes Wissen unterstützt). Es ist beeindruckend, wie easy Linux mittlerweile zu handhaben ist (wenn man nicht gerade äußerst spezielle Wünsche an sein System richtet). Zweifler und Skeptiker, die sich zurück- und an ihrem WinXP halten, seien beruhigt und zugleich zum Wechsel ihrerseits angehalten.Traut Euch einfach! :-)
Jetzt gerade bin ich sehr glücklich über meine neue Arbeitsumgebung und deren Portabilität. Wundervolle Potenziale für die Zukunft tun sich auf. Ich sitze auf dem Wohnzimmerboden und bin im Internetz. Das hat's vorher bei mir nicht gegeben.
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Thema: unterhaltung in serie
Wollte nur kurz durchgeben, bzw. darauf hinweisen, dass heute abend um 22.15 auf RTL die Serie Prison Break startet. Wer noch nicht das Vergnügen hatte, diese Serie via Import-DVD zu sehen, darf sich meiner dringenden Empfehlung sicher sein! Prison Break erfindet das Rad zwar kaum neu, hebt aber Erzähl- und Spannungsökonomie auf ein ordentlich hohes Niveau. Nicht zuletzt ist Scofield, die Hauptfigur, schlicht und ergreifend the new cool (ein Aspekt, der allerdings in synchronisierter Form vermutlich beschädigt wird).
Auf SpOn gibt's ein paar Beobachtungen (siehe aber auch FAZ), die a bissl zu sehr auf mangelnde Logik versteift sind (meine Güte, na sicher ist da viel heiße Nadel drin, aber bei Hitchcock weist ja auch kein Mensch dauernd drauf hin, dass da ganz schön viel ganz schön unlogisch ist!), wo das Spannende an der Serie doch gerade die Aufbereitung des Verhältnisses zwischen allmächtig nur erscheinendem Überwachungsapparat und intellektuell-sportiv informierten Umgehungsstrategien ist, die im Zeitalter von Innenministeriums-Deppen, Videotechnik-Lobbyisten und Kontroll-Freaks fast schon subversiven Charakter erreicht.
Aber egal. 22.15, RTL: anschauen, Chips & Bier nicht vergessen.
Auf SpOn gibt's ein paar Beobachtungen (siehe aber auch FAZ), die a bissl zu sehr auf mangelnde Logik versteift sind (meine Güte, na sicher ist da viel heiße Nadel drin, aber bei Hitchcock weist ja auch kein Mensch dauernd drauf hin, dass da ganz schön viel ganz schön unlogisch ist!), wo das Spannende an der Serie doch gerade die Aufbereitung des Verhältnisses zwischen allmächtig nur erscheinendem Überwachungsapparat und intellektuell-sportiv informierten Umgehungsstrategien ist, die im Zeitalter von Innenministeriums-Deppen, Videotechnik-Lobbyisten und Kontroll-Freaks fast schon subversiven Charakter erreicht.
Aber egal. 22.15, RTL: anschauen, Chips & Bier nicht vergessen.
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Thema: Filmtagebuch
Im Abspann finden sich kaum Figurennamen. Alle, um die es im Kern geht, sind lediglich in Form ihrer basalsten Funktion ausgestellt: The Driver, steht da, the Detective, the Player, the Kid usw. Und um Funktionen, ums Funktionieren, damit mithin um Ökonomie, auch der des Erzählens, geht es letzten Endes. Der Fahrer aus dem Titel, Ryan O'Neal spielt ihn als Mann ohne Regungen mit Bravour, fährt wie kein zweiter, der Detective ermittelt regelrecht um sein Leben, und "The Player", gespielt von einer der schönsten Frauen der Welt: Isabelle Adjani, setzt aufs Ganze und tut, was eine femme fatale im Noir-informierten Thriller zu tun hat. Ein Rad greift folgerichtig ins Nächste, immer gibt es nur die nächste Schaltung, die sich aus der voran gegangenen ergibt.
Der Tonfall des Films ist blanke Lakonie: Mehr wird weggelassen, denn gezeigt. Aufs allerallernotwendigste reduziert ergibt sich bei The Driver Brillanz und Eleganz zu gleichen Teilen. Figuren lernt man nicht kennen, Psychen bleiben außen vor, Psychologisierungen schon erst recht. Motive, Biografien - alles Ballast, der die schlichte Anordnung von Bewegungen und Manövern, die The Driver ist, nur unnötig verschleiern würde. Dem Minimalsmus jeglicher Figurenregung in diesem Film entspricht der Minimalismus von Form und Story: Unaufgeregter war selten ein Film aus dem Herzen der US-Filmindustrie, zumal im Zeitalter nach Jaws und Star Wars.
Minimal bleibt einer hingegen nicht: Der Detective, der einzige, der im eigentlichen Sinne handelt (wenngleich man sich beim "Player" darüber nicht sicher sein kann). Seine Obsession, den Driver dingfest zu machen, führt, zumindest im Maßstab des Films, zu emotionalen Ausbrüchen, die in der stumm bleibenden Fassade des Drivers ihren Widerpart erhalten. Der Driver selbst hingegen bleibt, wie wohl Titelheld, bis zum existenzialistischen Nullpunkt geronnen bloßer Reaktion verpflichtet: Sondieren der Lage, sich darauf einstellen, ihr gemäß manövrieren, dabei nicht mit der Wimper zucken. Interesse- und motivlos kennt er in einer Welt, die offenkundig nichts zu bieten hat (die Kulisse, eine us-amerikanische Großstadt, bleibt seltsam diffus, nicht einsortierbar und auffallend unattrakativ als Lebensraum, dabei doch stets präsent über die um eigentümliche Authentizität bemühte Tonspur), nichts anderes außer: Überleben, against all odds.
Ein Held ist er deshalb genau nicht. Er gewinnt kein Herz, rettet keins, greift nicht ein, kein Impetus geht von ihm aus, kommt gerade so ums Schlimmste herum, läuft am Ende aus der Welt. Was er aber kennt ist Solidarität der Klasse wegen: "Go home", sagt er zu seinesgleichen auf Seiten des Widerparts, die Pistole in der Hand. Mehr bleibt ihm selbst am Ende schließlich auch nicht übrig. My car, my home - all diese american values, von denen schlussendlich kaum was bleibt, von Trostzuflucht und Utopieversprechen ganz zu schweigen.
Ein stilles Meisterwerk.
imdb
Der Tonfall des Films ist blanke Lakonie: Mehr wird weggelassen, denn gezeigt. Aufs allerallernotwendigste reduziert ergibt sich bei The Driver Brillanz und Eleganz zu gleichen Teilen. Figuren lernt man nicht kennen, Psychen bleiben außen vor, Psychologisierungen schon erst recht. Motive, Biografien - alles Ballast, der die schlichte Anordnung von Bewegungen und Manövern, die The Driver ist, nur unnötig verschleiern würde. Dem Minimalsmus jeglicher Figurenregung in diesem Film entspricht der Minimalismus von Form und Story: Unaufgeregter war selten ein Film aus dem Herzen der US-Filmindustrie, zumal im Zeitalter nach Jaws und Star Wars.
Minimal bleibt einer hingegen nicht: Der Detective, der einzige, der im eigentlichen Sinne handelt (wenngleich man sich beim "Player" darüber nicht sicher sein kann). Seine Obsession, den Driver dingfest zu machen, führt, zumindest im Maßstab des Films, zu emotionalen Ausbrüchen, die in der stumm bleibenden Fassade des Drivers ihren Widerpart erhalten. Der Driver selbst hingegen bleibt, wie wohl Titelheld, bis zum existenzialistischen Nullpunkt geronnen bloßer Reaktion verpflichtet: Sondieren der Lage, sich darauf einstellen, ihr gemäß manövrieren, dabei nicht mit der Wimper zucken. Interesse- und motivlos kennt er in einer Welt, die offenkundig nichts zu bieten hat (die Kulisse, eine us-amerikanische Großstadt, bleibt seltsam diffus, nicht einsortierbar und auffallend unattrakativ als Lebensraum, dabei doch stets präsent über die um eigentümliche Authentizität bemühte Tonspur), nichts anderes außer: Überleben, against all odds.
Ein Held ist er deshalb genau nicht. Er gewinnt kein Herz, rettet keins, greift nicht ein, kein Impetus geht von ihm aus, kommt gerade so ums Schlimmste herum, läuft am Ende aus der Welt. Was er aber kennt ist Solidarität der Klasse wegen: "Go home", sagt er zu seinesgleichen auf Seiten des Widerparts, die Pistole in der Hand. Mehr bleibt ihm selbst am Ende schließlich auch nicht übrig. My car, my home - all diese american values, von denen schlussendlich kaum was bleibt, von Trostzuflucht und Utopieversprechen ganz zu schweigen.
Ein stilles Meisterwerk.
imdb
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