Mittwoch, 19. November 2008
Thema: good news
Es geschehen seltsame Dinge. So ist Jess Franco, der wohl umtriebigste aller Schmuddelfilmer der einstigen Europudding-Szenerie und gewiss einer der ganz wenigen wirklichen auteurs im Bereich des Exploitation-Kinos, in seiner spanischen Heimat mit dem Goya Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Hätte ich, ehrlich gesagt, nie gedacht, dass sowas mal geschieht. (Man stelle sich vor Siggi Götz, eine Weile lang durchaus im selben Bereich tätig, und der Deutsche Filmpreis... ... andererseits, die Jungs arbeiten vermutlich schon dran)

Jedenfalls, hier mehr.


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Die (Zeitungs)Spatzen preifen's von den Dächern: Werner Herzogs (ziemlich guter) Encounters at the End of the World ist für den Oscar in der Rubrik "Bester Dokumentarfilm" zwar noch nicht nominiert, aber wenigstens in die Shortlist der 15 Dokumentarfilme aufgenommen, aus denen schließlich die fünf Endnominierten hervorgehen.

Natürlich freut mich das sehr.

Wichtiger als die patriotisch angestrichene Säuselei aber, dass ein "deutscher Regisseur" in Oscarnähe gerückt ist, wären wohl ein paar die Perspektive gerade rückende Hinweise. Beispielsweise, dass Herzog seit Jahren und wohl auch mit bestem Grund nicht mehr in Deutschland produziert und dreht. Und dass Herzogs Filme seit Jahren in Deutschland kaum mehr wahrgenommen und meist auch gar nicht mehr ins Kino gebracht werden (selbst ein dank Christian Bale problemlos vermarktbarer Film wie Rescue Dawn findet mit Verspätung nur als DVD-Premiere seinen Weg hierher). Dass er sich seit einiger einer unglaublichen Aufmerksamkeitswelle in den USA erfreut, die hierzulande so gar keine Entsprechung im Blätterwald genießt (schöne Ausnahmen: 1, 2). Der Prophet, das eigene Land, usw.

Aber gut. Freuen wir uns einfach, drücken wir die Daumen. Und für was gibt es DVD-Importe und das Internet für den Informationsaustausch:





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