Thema: Kinokultur
24. September 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Mit "Sehbüchern" will der Leipziger Publisher Kinowelt die Möglichkeiten von Buch und DVD synthetisieren. "Das erste Programm des ARTHAUS Verlages präsentiert einige der Kombinationsmöglichkeiten der neuen SehBuch-Reihe: Romanvorlage mit dem Film-Klassiker, junger deutscher Film mit Geschichte in Romanform, Biografien mit ihrer filmischen Umsetzung. Vier der SehBücher erklären in Wort und Fotos Filme, die zu den besten aller Zeiten gehören: Citizen Kane; 12 Uhr Mittags; Rom, offene Stadt; Sein oder Nichtsein.", lautete es heute in der Pressemitteilung. Veröffentlichungen aus Musik und Oper sind ebenfalls angekündigt.
Die Kombinationen aus Buch und DVD unterliegen der Buchpreisbindung und orientieren sich vor allem am Buchhandel. Weitere Informationen hier (dort auch der Herbstkatalog).
Die Kombinationen aus Buch und DVD unterliegen der Buchpreisbindung und orientieren sich vor allem am Buchhandel. Weitere Informationen hier (dort auch der Herbstkatalog).
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Thema: Blaetterrauschen
24. September 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Warum sagt Milla Jovovich in diesem insgesamt 94-minütigem Film nach rund 70 Minuten den Satz: "Wir haben noch 47 Minuten Zeit"? Der angsterfüllte Kritiker riskierte zur Beantwortung dieser Frage jedenfalls einen Blick auf die Uhr seines Mobiltelefons und wurde daraufhin von einem energischen Sicherheitsmann aus dem Kino befördert. Wovor hatte man Angst? Dass er die Welt vor diesem Machwerk warnt? Dass er den Film mit seinem rund vier Jahre alten Nokiamodell ohne Fotofunktion ins Netz stellen könnte? Darauf gab es keine Antworten. Immerhin: So wurden immerhin fast 20 Minuten seiner Lebenszeit gerettet. Dafür vielen Dank.
Klarer Fall: Kritik der Woche! Danke, Harald Peters!
Klarer Fall: Kritik der Woche! Danke, Harald Peters!
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Thema: Kinokultur
24. September 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Es ist nicht der Naturalismus an sich, der den "Untergang" ins Verhängnis führt, es ist die Leugnung der Künstlichkeit dieses Naturalismus. Vorstellbar wäre ein intensives Kammerspiel im Bunker, das freilich gerade die Tatsache, dass es sich um eine Fantasie nach wahren Ereignissen handelt, markieren müsste. Hier fehlt diese Markierung vollständig. Die Buchstabengläubigkeit von Drehbuchautor, Ausstattern, Darstellern, Regisseur ist vollkommen, und sie muss sich mit Notwendigkeit gegen den Film wenden.
Schöner, wichtiger Essay von knoerer zu Hirschbiegels Untergang (filmz.de) beim Perlentaucher.
Schöner, wichtiger Essay von knoerer zu Hirschbiegels Untergang (filmz.de) beim Perlentaucher.
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Thema: Weblogflaneur
24. September 04 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Weblogs bleiben auch weiterhin das Größte.
Hier beispielsweise ein Shaw-Weblog. Schlicht in der Gestaltung, kein Tinnef. Irgendein guter Geist dokumentiert hier seine Eindrücke von der großartigen "Shaw Brothers"-Reissue (von der ich im übrigen, von einigen halbgaren Versuchen zur Berlinale, wo eine kleine Handvoll der Filme lief, abgesehen, noch nichts Nennenswertes in Feuilleton oder den üblichen Zeitschriften gelesen zu haben meine) und garniert dies mit erstaunlich handfesten Hintergrundinformationen. Die nette Übersicht links ermöglicht den Zugriff über Jahreszahlen oder Genres. Gerade für Leute, die in dem ungemeinen Wust an wiederveröffentlichen Filmen (bislang so ca. 180 bis 200, würde ich sagen, geplant sind insgesamt ca. 750 Filme der legendären Hongkong-Filmschmiede) nicht auskennen oder auf Nummer Sicher gehen wollen, eine ideale Lösung mit erfreulich viel zum Stöbern.
Schön auch der Gestus der Texte, der nicht schulmeisterlich das "immer-schon-so-gewusst-haben" suggeriert, sondern mit dem Leser an der Hand Entdeckungen anstellt und Überlegungen in den Raum stellt, die nicht immer richtig sein müssen, aber eben auch nicht falsch. Zur Not schaut man eben auch, was zu den Filmen an Informationen bereits verfügbar ist und tut dann beispielsweise dieses Gespräch mit Ang Lee aus der New York Times aus dem Jahr 2001 auf, in dem Lee über die Huangmei Opera im Allgemeinen, über den wundervollen Love Eterne im besonderen spricht.
Auch schön, dass sich der Autor des Blogs darum bemüht, Filme chronologisch zu sichten: Torpediert wird das freilich etwas von der Veröffentlichungspolitik des Publishers, die eine solche Vorgehensweise eigentlich kaum gestattet. Deswegen sind die Reviews vielleicht auch nicht immer dicht am Release-Geschehen, dafür können aber, mit etwas Geduld, zusammen Entwicklungen nachvollzogen werden, die nah an den Veröffentlichungsterminen situierte Reviews oft nicht aufdecken können. Und da die meisten der wiederveröffentlichen Filme ohnehin im Westen nicht bekannt, geschweige denn auf Konserve verfügbar waren, ist man mit dem Autor auch fast schon auf Augenhöhe.
Kurzum: Sympathisch bis auf die Knochen. Bookmarken ist Pflicht.
Hier beispielsweise ein Shaw-Weblog. Schlicht in der Gestaltung, kein Tinnef. Irgendein guter Geist dokumentiert hier seine Eindrücke von der großartigen "Shaw Brothers"-Reissue (von der ich im übrigen, von einigen halbgaren Versuchen zur Berlinale, wo eine kleine Handvoll der Filme lief, abgesehen, noch nichts Nennenswertes in Feuilleton oder den üblichen Zeitschriften gelesen zu haben meine) und garniert dies mit erstaunlich handfesten Hintergrundinformationen. Die nette Übersicht links ermöglicht den Zugriff über Jahreszahlen oder Genres. Gerade für Leute, die in dem ungemeinen Wust an wiederveröffentlichen Filmen (bislang so ca. 180 bis 200, würde ich sagen, geplant sind insgesamt ca. 750 Filme der legendären Hongkong-Filmschmiede) nicht auskennen oder auf Nummer Sicher gehen wollen, eine ideale Lösung mit erfreulich viel zum Stöbern.Schön auch der Gestus der Texte, der nicht schulmeisterlich das "immer-schon-so-gewusst-haben" suggeriert, sondern mit dem Leser an der Hand Entdeckungen anstellt und Überlegungen in den Raum stellt, die nicht immer richtig sein müssen, aber eben auch nicht falsch. Zur Not schaut man eben auch, was zu den Filmen an Informationen bereits verfügbar ist und tut dann beispielsweise dieses Gespräch mit Ang Lee aus der New York Times aus dem Jahr 2001 auf, in dem Lee über die Huangmei Opera im Allgemeinen, über den wundervollen Love Eterne im besonderen spricht.
Auch schön, dass sich der Autor des Blogs darum bemüht, Filme chronologisch zu sichten: Torpediert wird das freilich etwas von der Veröffentlichungspolitik des Publishers, die eine solche Vorgehensweise eigentlich kaum gestattet. Deswegen sind die Reviews vielleicht auch nicht immer dicht am Release-Geschehen, dafür können aber, mit etwas Geduld, zusammen Entwicklungen nachvollzogen werden, die nah an den Veröffentlichungsterminen situierte Reviews oft nicht aufdecken können. Und da die meisten der wiederveröffentlichen Filme ohnehin im Westen nicht bekannt, geschweige denn auf Konserve verfügbar waren, ist man mit dem Autor auch fast schon auf Augenhöhe.
Kurzum: Sympathisch bis auf die Knochen. Bookmarken ist Pflicht.
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