Dienstag, 8. August 2006
Thema: DVDs


Auch nach angestrengtem Googlen habe ich zwar keine Website dazu gefunden. Aber jedenfalls gibt es, und dies offenbar in Hagen, einen neuen DVD-Anbieter namens projekt b, der immerhin David Cronenbergs früheste Frühfilme Stereo und Crimes of the Future nun in Deutschland veröffentlicht hat. Intro informiert weiter. Ich bin gespannt, was aus diesem Hause in Zukunft zu erwarten ist.


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Thema: Hinweise


Experimental Cinema ist eine relativ neue Website, die sich vor allem mit Avantgarde- und Experimentalfilm befasst.


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Gerade so noch aktuell auf SpOn: Ein Interview mit (dem sehr interessanten, wenn auch, was für diese Disziplin wohl typisch ist, stark utopisch argumentierenden) Cyber-Medientheoretiker und Filmwissenschaftler Lev Manovich. Seine Website ist im übrigen reich gefüllt mit Texten, Readern und dergleichen. [via]


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Nein, hinter diesem Titel verbirgt sich nicht etwa ein abgegriffener Führer aus der Vintage-Kiste eines halbseidenen Antiquariats, der einen bei der Erkundung der sleazigen Hinterhöfe der Filmgeschichte an die Hand nimmt. Vielmehr handelt es sich dabei um einen immerhin 150minütigen Dokumentar-/Essayfilm von Sophie Fiennes (ja, genau - die Schwester von Ralph!), in dem uns kein geringerer als der Kulturphilosoph des Abjekten (ja, genau - Zizek!) durch eine Geschichte der Perversion im Kino führt, die sich (ja, genau - wie der Brief bei Poe!) direkt vor unseren Augen verborgen hält. Na, das kann ja heiter werden.

Ein Kurzreview gibt es zum Beispiel schon mal hier.


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07.08.2006, Kino Intimes; zum Inhalt

Wo soll man nur anfangen? An Luc Bessons Angel-A ist einfach so rundheraus alles schlecht, dass man einen halben Essay verfassen müsste, worauf man ja auch eigentlich keine Lust haben sollte, weil es doch soviel besseres auf der Welt gibt, als einen, ja, in der Tat sogar verachtens-, wenn nicht bekämpfenswerten Film argumentativ niederzuschreiben. Zum Beispiel Junk Food nicht zubereiten, sondern aus der Dose rauslöffeln, was ich gerade nebenbei mache.

Ein Film ist das, der die ganze Verkommenheit, die ganze Schlechtigkeit des derzeitigen, nur von Leuten, die nicht mehr zu erröten verstehen, noch so genannten "Arthouse"-Segments auf den Punkt bringt. Und wenn Luc Besson das im Sinne hatte, nun, dann, aber auch nur dann mag ihm ein Erfolg gelungen sein. Zu fürchten steht jedoch: Dem war nicht so. Besson klaut sich bei Wenders, beim Berlinhimmelfilm, das Schwarzweiß, das dröge Europastadt-Kolorit und den Engel obendrein (wenigstens GustavBruno Ganz muss man nicht ertragen) und haut so richtig derbe Kunsthandwerk-Sauce und noch viel mehr Sentiment drauf, bis es selbst noch dem emotional Beschädigtsten unter den Kulturindustrieopfern sogar noch im Schwarzweißkino nur mehr zu bunt werden kann, gesetzt den Fall, er hat noch Augen im Kopf und daselbst sogar noch Hirn, das noch ein klein wenig Anstand vor sich selbst aufweist und eine Beleidigung seiner selbst noch registriert.

Alles an diesem Film ist falsch. Sogar noch derjenige, der sich vom Kino etwas Märchen, etwas Tagträumerei, ein bisschen Geheimnis, eine Nuance Weltentrücktheit erwartet, wird hier vom Strauchdieb Besson um sein Recht gebracht; auf alles, was genau dies - ein Grundmovens des Kinos immerhin - ermöglichen könnte, wird von Besson gedroschen, als hätte er damit sein Leben zu verteidigen. Als Zuschauer kriegt man obendrein seine Prügel dabei ab und wird mit zwei blauen Augen aus dem Saal entlassen, wo ein ekelerregender Film stattfand, der von Gefühlen zu handeln behauptet und doch nur in deren grellen Überhöhung deren systematische Abtötung im Sinn hat. Besson, heißt es, wollte mit diesem Film endlich einen Status als Autorenfilmer erreichen; sein filmisches Gebälk ist indes nichts anderes als ein fieser Schlagersong aus den fünfziger Jahren, der sich hinter seiner verrutschten Maske (50 Cent im Autorendiscount) jedoch kaum verstecken kann.

imdb ~ angelaufen.de ~ filmz.de ~ mrqe


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