Mittwoch, 25. Oktober 2006
Thema: videodrome
Subterranean Cinema ist schon eine ganze Weile eine zwar spartanisch gestaltete, inhaltlich aber wundervolle Website zu Underground-, Experimental- und Midnite-Kino. Ganz frisch hat nun der Betreiber seine Texte und Dokumente um Clips von/Links zu YouTube und Konsorten ergänzt, was den Reiz der Website noch zusätzlich erhöht - eine wahre Schatzkammer eines quasi-okkulten Kinos.

Auf YouTube gibt es außerdem einen eigenen SubCin-Channel, der neben dem GreyLodge-Channel natürlich unbedingt abonnierenswert ist.


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Thema: Hoerspiele
Im November finden in Karlsruhe erneut die "Hörspieltage" statt. Schon jetzt beginnt die ARD mit ihrem Online-Begleitprogramm. Auf der eigens eingerichteten Website kann man die zehn Nominierungen für den "ARD-Online-Award" in voller Länge anhören, darunter auch den gelungenen Beitrag Die Kinski-Bänder - Gottes letztes Interview, in dem ein letztes Interview mit dem für seine manischen Ausbrüche bekannten Schauspieler nachinszeniert wurde. Einige, leider nicht alle, der Nominierten können auf den jeweiligen Info-Übersichten auch als mp3 heruntergeladen werden. [andererseits ist es natürlich sehr schade, dass meine S.I.-Kollegen Jörg Buttgereit und Bodo Traber, die beide im letzten Jahr sehr gute Hörspiele für den Rundfunk produzierten, bei den Nominierungen nicht berücksichtigt wurden ;-) ]

Weitere elf Hörspiele finden sich in der Sektion "Premiere im Netz", die ebenfalls gestreamt und runtergeladen werden können.

Insgesamt eine schöne Sache, die sich hoffentlich bald institutionalisiert und die vor allem auch Möglichkeiten aufweist, wie die öffentlich-rechtlichen Anstalten sich in Zukunft im Web präsentieren könnten. Da die PC-Gebühren wohl im kommenden Jahr endgültig kommen werden (was ich grundsätzlich nicht falsch finde, wie ich überhaupt ein großer Freund der Idee eines gebührenfinanzierten Rundfunks bin, nur ist die Umsetzung eben horrend und im Hinblick auf soziale Reserviertheiten gegenüber der GEZ wenig feinfühlend), sollten diese Mehreinnahmen genau für solche Projekte und Archive genutzt werden; zu hoffen bleibt, dass dann auch diese unsinnige 0,75%-Klausel fällt, die das Online-Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in lächerlicher Weise überreguliert und beschneidet.

[via]


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Thema: Kinokultur
Seltsames hört man aus den Staaten, genauer: aus New York. Da soll David Lee Fisher, der bislang als visual arts artist in Erscheinung getreten ist, ein Remake von Wienes Kabinett des Dr. Caligari angefertigt haben, das nun in New York anläuft. Hierfür hat Fisher Setfotos und stills des Originalfilms eingescannt und schließlich per Green Screen Darsteller in die so entstandenen Kulissen kopiert. Diese wiederum aber sprechen nun im Film, was, laut New York Times, irritierend wirke. Ansonsten zeigt sich die Times soweit aufgeschlossen, wenn auch nicht begeistert; die Village Voice hingegen spricht von einem ill-advised remake und winkt ab.

Seltsam genug ist das ganze jedenfalls schon; auf eine erste Sichtung bin ich schon gespannt. Schon das still, mit dem die Times ihren Artikel illustriert, ist auf sehr seltsame Weise irritierend:




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Thema: videodrome
UbuWeb wird von Tag zu Tag wertvoller. Der neueste Zugang ist ein echter Leckerbissen für alle Freunde des Experimentalfilms:
»Poet, playright, theatre director, filmmaker, essayist, agitator and lover of all things anarchistic, chaotic, and truthful, Terayama Shuji (1936-1983) is one of Japan's most revered and respected artists. In the heady and extremist Japanese art scene of the late '70s, Terayama created a number of unforgettable and highly controversial films. EMPEROR TOMATO KETCHUP is his epic, sexually revolutionary and hallucinatory work from 1972 in which "magical women act as the initiatory, yet protectively maternal sexual partners to children. The children, in revolt, have condemned their parents to death for depriving them of self-expression and sexual freedom; they create a society in which fairies and sex education are equally important and literally combinable.«
- Amos Vogel, Film as a Subversive Art
» Terayama Shuji - Experimental Image World.

Auf YouTube finden sich einige Beiträge von Terayama. U.a. ein Schnipsel aus einem Experimentalfilm:



Der Trailer zu Pastoral: To Die in the Country (1974):



Der Trailer zu Throw Away your Books, Rally in the Street (1971):





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» ...
500 neue Abos für die Jungle World. Button siehe rechts oben.

[Es gibt im übrigen auch die Möglichkeit eines "Online-Abos", das ich schon eine ganze Weile habe: monatlich 5 Euro quasi als freiwillige Entrichtung für's Onlinelesen]


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