Thema: videodrome
Eins für den Morgen und den ersten Kaffee. So very nice:
Die Szene stammt im übrigen aus Godards Bande à part.
° ° °
Thema: Kinokultur
Irgendwie hatte ich mich gesträubt, eine Bestenliste 2006 anzufertigen. Weil, das Kinojahr war beschissen. Wirklich fast nix was wenigstens noch auf dem Papier interessant ausgesehen hätte, also kaum im Kino gewesen. Was also schreiben?
Aber wurscht, denn wenn der Kinobetrieb - wohl gemerkt: nicht das Kino - immer schlechter wird, wird mittels DVD der Filmgenuss nur umso größer. Und es gibt ja durchaus auch Kinos, die sich, gottlob, nicht auf den Kinobetrieb der Aktualitäten verlassen. Also mal schauen, was ich so geschaut habe, ohne Druck von Verleihfirmen mal betrachtet jetzt.
Interne Reihenfolge finde ich immer blöd, also ohne:
- Miami Vice (Michael Mann)
- The Devil and Daniel Johnston (Jeff Feuerzeig); den habe ich nach der Silvesternacht gesehen, also eigentlich schon im Neuen Jahr, aber das war so super und ich war ja noch vom Vortag wach.
- Napoleon Dynamite (Jared Hess)
- Vendredi Soir (Claire Denis)
- Battlestar Galactica (die neue Serie)
- Lost (Serie)
- Prison Break (Serie)
- The Shield (Serie)
- Blast of Silence (Allen Baron)
- The Saddest Music in the World (Guy Maddin)
- Operation Dance Sensation (Timo Gosejohann)
- Clean, Shaven (Lodge Kerrigan)
- Shije - The World (Jia Zhangke)
- The Mysterious Geographic Explorations of Jasper Morello (Anthony Lucas)
- Borat: Cultural Learnings... (Larry Charles)
- 901: After 45 Years of Working (Eames Demetrios)
- My Date with Drew (Jon Gun/Brian Herzlinger)
- Takeshis' (Takeshi Kitano)
- Zero Woman: Red Handcuffs (Yukio Noda)
- Die Delegation (Rainer Erler)
- Csillagosok, katonák (Miklós Jancsó)
- La Vampire Nue (Jean Rollin)
- Grey Gardens (Maysles Bros.)
- Aus der Ferne (Thomas Arslan)
- Georg G. Glaser - Schriftsteller und Schmied (Harun Farocki)
- In the Year of the Pig (Emile de Antonio)
- Angst (Gerald Kargl)
- The 40 Year Old Virgin (Judd Apatow)
- Dear Pyongyang (Yong-hi Yang)
- Montag kommen die Fenster (Ulrich Köhler)
- Kurutta Ippeji (Teinosuke Kinugasa)
- Tokaido Yotsuya kaidan (Nobuo Nakagawa)
- Brothers of the Head (Keith Fulton, Louis Pepe)
- Grizzly Man (Werner Herzog)
- Unseen Cinema (DVD-Box)
Nachtrag, da bei der Zusammenstellung übersehen:
- Yorokobi mo kanashimi mo ikutoshitsuki - Monate und Jahre in Freuden und Schmerz (Keisuke Kinoshita)
Aber wurscht, denn wenn der Kinobetrieb - wohl gemerkt: nicht das Kino - immer schlechter wird, wird mittels DVD der Filmgenuss nur umso größer. Und es gibt ja durchaus auch Kinos, die sich, gottlob, nicht auf den Kinobetrieb der Aktualitäten verlassen. Also mal schauen, was ich so geschaut habe, ohne Druck von Verleihfirmen mal betrachtet jetzt.
Interne Reihenfolge finde ich immer blöd, also ohne:
- Miami Vice (Michael Mann)
- The Devil and Daniel Johnston (Jeff Feuerzeig); den habe ich nach der Silvesternacht gesehen, also eigentlich schon im Neuen Jahr, aber das war so super und ich war ja noch vom Vortag wach.
- Napoleon Dynamite (Jared Hess)
- Vendredi Soir (Claire Denis)
- Battlestar Galactica (die neue Serie)
- Lost (Serie)
- Prison Break (Serie)
- The Shield (Serie)
- Blast of Silence (Allen Baron)
- The Saddest Music in the World (Guy Maddin)
- Operation Dance Sensation (Timo Gosejohann)
- Clean, Shaven (Lodge Kerrigan)
- Shije - The World (Jia Zhangke)
- The Mysterious Geographic Explorations of Jasper Morello (Anthony Lucas)
- Borat: Cultural Learnings... (Larry Charles)
- 901: After 45 Years of Working (Eames Demetrios)
- My Date with Drew (Jon Gun/Brian Herzlinger)
- Takeshis' (Takeshi Kitano)
- Zero Woman: Red Handcuffs (Yukio Noda)
- Die Delegation (Rainer Erler)
- Csillagosok, katonák (Miklós Jancsó)
- La Vampire Nue (Jean Rollin)
- Grey Gardens (Maysles Bros.)
- Aus der Ferne (Thomas Arslan)
- Georg G. Glaser - Schriftsteller und Schmied (Harun Farocki)
- In the Year of the Pig (Emile de Antonio)
- Angst (Gerald Kargl)
- The 40 Year Old Virgin (Judd Apatow)
- Dear Pyongyang (Yong-hi Yang)
- Montag kommen die Fenster (Ulrich Köhler)
- Kurutta Ippeji (Teinosuke Kinugasa)
- Tokaido Yotsuya kaidan (Nobuo Nakagawa)
- Brothers of the Head (Keith Fulton, Louis Pepe)
- Grizzly Man (Werner Herzog)
- Unseen Cinema (DVD-Box)
Nachtrag, da bei der Zusammenstellung übersehen:
- Yorokobi mo kanashimi mo ikutoshitsuki - Monate und Jahre in Freuden und Schmerz (Keisuke Kinoshita)
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Thema: TV-Tipps
Feinfein, dass arte seine "Trashreihe" in diesem Jahr fortsetzt. Zwar war ich mit dem Begriff "Trash" zuvor schon nicht zufrieden, und ich werde es auch weiterhin nicht sein (weil Trash als Haltung eben zynisch ist und Trash auch eben nicht günstig produzierte, spekulative movies sind, sondern David Hasselhoff und Dieter Thomas Heck), aber allemal freut es mich, dass dem "schlechten Film" vergangener Dekaden ein Podium geboten wird. Dass sich ausgerechnet arte dieses Filmkosmos' annimmt, ist weiterhin ein Grund zur Freude, ist doch eine solche Geste der Hinwendung eines "Kultursenders" (auch wieder so ein Wort, aber lassen wir das, bzw. den Deutschen ihren hehren Kulturbegriff...) Indiz dafür, dass das teils eben doch nicht geringe cinephile Potential solcher Obskuritäten mehr in Aussicht stellt als bloß billig produzierte Derivatformen des Unterhaltungskinos.
Begonnen wurde die Reihe bereits am vergangenen 05.01. mit der zwar mäßigen, aber als Einführung vielleicht nicht verkehrten Dokumentation Midnight Movies, mit der ich bereits an dieser Stelle ins Gericht gezogen bin. Fortgesetzt wird sie am 11.01. mit dem eher seltenen Film Der Teuflische von Mario Bava, ein Spätwerk des für seine Form- und Farbspielereien bekannten Italo-Regisseurs, das zwar eigentlich so gar nicht zur Midnight Movies-Doku passt, aber durch eine hübsch entrückte, fast schon traumartige Stimmung besticht. Außerdem spielt die wunderschöne Elke Sommer die Hauptrolle als Touristin, die auf einer Insel in die Fänge von Telly Savalas gerät, der an einer Stelle sogar an einem Lolli lutschen darf. Kein Meisterwerk, aber schön entspanntes Gruselkino. [Programmtext]
Am 18.01. läuft The Glamorious Life of Sachiko Hanai, eine Art Reprise des japanischen Pinku Eiga, vom Verleih Rapid Eye Movies zwar als anarchisch-subversives Stück Underground-Kino angepriesen, insgesamt aber auf Grund seiner latenten Lustlosigkeit und filmischen Uninspiriertheit eher enttäuschend. [Programmtext]
Der 25.01. bringt dem deutschen Publikum schließlich Jean Rollin näher, den Großmeister des spezifisch französischen, surreal flirrenden Grusel-Erotikfilms. Ob allerdings die Entscheidung, für eine solche Begegnung ausgerechnet den 2002'er Beitrag Draculas Braut vorzusehen, die richtige ist, wird sich noch weisen müssen; besser wäre es gewesen, man hätte eines seiner großen, fast schon psychedelischen Meisterwerke aus den frühen 70er Jahren gewählt. [Programmtext]
Ein weiterer, von dem Programm völlig unabhängiger Grund zur Freude ist freilich, dass ausgerechnet das Zentralorgan für bundesdeutsche Verklemmtheit und Ignoranz, genau: die B.Z., zum Sturm aufdie Bastille den deutsch-französischen Sender bläst. Die Behauptung, dass arte nunmehr zum Pornosender degeneriere, weil sich nun auch etwas wilderes (und kulturhistorisch eben gar nicht mal uninteressantes) Kino im Spielplan des Senders tummelt, ist bezeichnend für ein Provinzblättle, in dem ein Bischof kolumnieren darf und alle paar Seiten irgendwelche jungen Tittenmäuschen abgebildet und mit debil-altherriger Lustmolch-Lyrik aus dem Taschentuch-Mülleimer betextet werden. Der Intendant nimmt solche Deliranz hingegen sympathisch gelassen und bemerkt, dass das in Frankreich alles kein Problem sei mit diesen Filmen: "Franzosen sind eben cinephil." [und der Durchschnitts-Empörungs-Dummdeutsche eben ein dummes Arschloch, so ist das halt.]
Andererseits, arte als Pornosender - warum nicht? Wie toll wäre das, wenn arte mal Eon McKais überaus bemerkenswerten Neu Wave Hookers zeigen würde, der beispielhaft vor Augen führt, zu was dieses Segment imstande sein könnte. Auf den Aufschrei freue ich mich schon ganz besonders! [und welches deutsche Filmmagazin hatte den Film als erstes besprochen? Genau! Die gute alte Tante!]
Mehr Informationen zur Trash-Reihe hier.
Begonnen wurde die Reihe bereits am vergangenen 05.01. mit der zwar mäßigen, aber als Einführung vielleicht nicht verkehrten Dokumentation Midnight Movies, mit der ich bereits an dieser Stelle ins Gericht gezogen bin. Fortgesetzt wird sie am 11.01. mit dem eher seltenen Film Der Teuflische von Mario Bava, ein Spätwerk des für seine Form- und Farbspielereien bekannten Italo-Regisseurs, das zwar eigentlich so gar nicht zur Midnight Movies-Doku passt, aber durch eine hübsch entrückte, fast schon traumartige Stimmung besticht. Außerdem spielt die wunderschöne Elke Sommer die Hauptrolle als Touristin, die auf einer Insel in die Fänge von Telly Savalas gerät, der an einer Stelle sogar an einem Lolli lutschen darf. Kein Meisterwerk, aber schön entspanntes Gruselkino. [Programmtext]
Am 18.01. läuft The Glamorious Life of Sachiko Hanai, eine Art Reprise des japanischen Pinku Eiga, vom Verleih Rapid Eye Movies zwar als anarchisch-subversives Stück Underground-Kino angepriesen, insgesamt aber auf Grund seiner latenten Lustlosigkeit und filmischen Uninspiriertheit eher enttäuschend. [Programmtext]
Der 25.01. bringt dem deutschen Publikum schließlich Jean Rollin näher, den Großmeister des spezifisch französischen, surreal flirrenden Grusel-Erotikfilms. Ob allerdings die Entscheidung, für eine solche Begegnung ausgerechnet den 2002'er Beitrag Draculas Braut vorzusehen, die richtige ist, wird sich noch weisen müssen; besser wäre es gewesen, man hätte eines seiner großen, fast schon psychedelischen Meisterwerke aus den frühen 70er Jahren gewählt. [Programmtext]
Ein weiterer, von dem Programm völlig unabhängiger Grund zur Freude ist freilich, dass ausgerechnet das Zentralorgan für bundesdeutsche Verklemmtheit und Ignoranz, genau: die B.Z., zum Sturm auf
Andererseits, arte als Pornosender - warum nicht? Wie toll wäre das, wenn arte mal Eon McKais überaus bemerkenswerten Neu Wave Hookers zeigen würde, der beispielhaft vor Augen führt, zu was dieses Segment imstande sein könnte. Auf den Aufschrei freue ich mich schon ganz besonders! [und welches deutsche Filmmagazin hatte den Film als erstes besprochen? Genau! Die gute alte Tante!]
Mehr Informationen zur Trash-Reihe hier.
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