Thema: FilmKulturMedienwissenschaft
HDR-Fotografie, mir bislang unbekannt, aber nicht nur ästhetisch faszinierend. Wie da ausgedehnte Zeit am/zum Nullpunkt gefroren und der Raum mittels unendlicher Tiefenschärfe in die Zweidimensionalität gebannt wird. Das ist ja eigentlich, wenn ich das eben richtig verstehe und so von der Technik her, Quasi-Film, dann aber doch nicht, weil die Ausuferungen an den Rändern der Fotografie, die seinerzeit den Film als ihre Eskalation auftreten ließen, hier doch wieder - in einer historisch seltsamen, brechenden Bewegung - ins statisch-momenthafte gebannt werden, während zugleich die zeitliche Dimension bei der nahegelegten Kontemplation, als zeitliche Reise durch das Bild beim Betrachten zum Erfassen aller Details, zur Emittlung der 'eigentlichen' Sphäre des Bildes, virtuell re-emergiert (ein Manöver, das die Fotografie ja generell auszeichnet: die verschwundene Flüchtigkeit dem Fluss zu entreißen, zu bergen, und wenn es das Detail einer Falte in einem fotografierten Gesicht ist). Das hat mitunter auch etwas von den ersten Fotografien, die ja selbst schon keine blitzartigen Momentaufnahmen waren, ganz im Gegenteil; die Menschen auf der Pariser Straße waren in dieser ersten Daguerrotypie, die eben nicht "jetzt-artig", sondern fokussiert-geronnener Zeitausschnitt war, qua ihrer Bewegtheit nicht zu sehen, von einem Schuhputzer abgesehen.
Und zugleich der alte Traum, dass die Apparate ein "Mehr" entbergen könnten, das dem blanken Auge in Permanenz entgeht, und sei es Bewegung und Zeit als in sich unendlich gewundene Statik.
Und zugleich der alte Traum, dass die Apparate ein "Mehr" entbergen könnten, das dem blanken Auge in Permanenz entgeht, und sei es Bewegung und Zeit als in sich unendlich gewundene Statik.
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Thema: Kinokultur
Wie heise heute meldet hat das von CineGraph mitbetriebene "Deutsche Filmportal" den Schritt in die Multimedialität gewagt. In Zukunft sollen Filmausschnitte aus Klassikern, Trailer zu aktuellen deutschen Produktionen und komplette Filme per (vermutlich kostenpflichtigen?) Video-On-Demand (VoD) über die der deutschen Filmgeschichte verpflichteten Website abrufbar sein.
Ich bin ja mal gespannt, wie das so wird. So recht sinnvoll fand ich das filmportal.de bislang nämlich nicht, von gelegentlich dort entdeckten Dokumenten aus der Filmpublizistik (ältere, online ansonsten nicht abrufbare Texte, Reportagen und Essays aus diversen Filmzeitschriften) mal abgesehen. Schöner fände ich es überhaupt, wenn das Filmportal diese Stärke des Netzes - den schnellen Transport von Schriftgütern - betonen würde als sich als (vermutlich ohnehin nur mäßig interessanten) Konkurrent von archive.org, VideoGoogle und YouTube mit etwas kommerzieller Starthilfe für den deutschen Gegenwartsfilm zu gerieren. Aber mal schauen, vielleicht wird's ja doch prima.
Nachtrag: Ui, wie ich jetzt erst sehe, werden die Clips aus den Filmen - bislang beschränkt sich die Auswahl auf eine von Kinowelt/Arthaus besorgte Vorauswahl aus dem eigenen DVD-Repertoire - in der Tat via VideoGoogle eingebunden. Von dort aus könnten die Dateien dann auch als Videos in beispielsweise Weblogs eingebunden werden (zumindest ist der hierfür nötige Code auf VideoGoogle nicht von der uploadenden Instanz gesperrt worden - ein Versäumnis?). Dasselbe gilt für die Trailer. Das ebenfalls nun via filmportal.de abrufbare Kinomagazin der "Deutschen Welle" indes wird leider Gottes nur über das schrottige RealVideo-Format zur Verfügung gestellt - schade.
(Meine (schon ein paar Jahre alte) Rezension des Filmes hier.)
Ich bin ja mal gespannt, wie das so wird. So recht sinnvoll fand ich das filmportal.de bislang nämlich nicht, von gelegentlich dort entdeckten Dokumenten aus der Filmpublizistik (ältere, online ansonsten nicht abrufbare Texte, Reportagen und Essays aus diversen Filmzeitschriften) mal abgesehen. Schöner fände ich es überhaupt, wenn das Filmportal diese Stärke des Netzes - den schnellen Transport von Schriftgütern - betonen würde als sich als (vermutlich ohnehin nur mäßig interessanten) Konkurrent von archive.org, VideoGoogle und YouTube mit etwas kommerzieller Starthilfe für den deutschen Gegenwartsfilm zu gerieren. Aber mal schauen, vielleicht wird's ja doch prima.
Nachtrag: Ui, wie ich jetzt erst sehe, werden die Clips aus den Filmen - bislang beschränkt sich die Auswahl auf eine von Kinowelt/Arthaus besorgte Vorauswahl aus dem eigenen DVD-Repertoire - in der Tat via VideoGoogle eingebunden. Von dort aus könnten die Dateien dann auch als Videos in beispielsweise Weblogs eingebunden werden (zumindest ist der hierfür nötige Code auf VideoGoogle nicht von der uploadenden Instanz gesperrt worden - ein Versäumnis?). Dasselbe gilt für die Trailer. Das ebenfalls nun via filmportal.de abrufbare Kinomagazin der "Deutschen Welle" indes wird leider Gottes nur über das schrottige RealVideo-Format zur Verfügung gestellt - schade.
(Meine (schon ein paar Jahre alte) Rezension des Filmes hier.)
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Thema: Alltag, medial gedoppelt
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22. Januar 07 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Gestern von einem Meteorit geträumt, der runterkommt, ganz nah bei mir und es ist nacht und wir blicken rüber zu der Stelle. "Was war das?", hatten wir uns zuerst gefragt, als der Blitz über den Himmel kam, und dann kam das Getöse von hinter den Häusern und ich wusste, was der Blitz war. Wir sahen es dann auch, nicht allzu weit entfernt: Dass da was runtergekommen ist.
Haaresbreite, dachte ich. Noch nicht einmal, wenn man den kosmologischen Rahmen sieht. Haaresbreite wäre ja ein anderer Planet oder sowas. Da war ich dann schon wach, als ich das dachte, und blickte hoch an die Decke über mir, wie in solchen Filmen. Man stelle sich das vor, dachte ich, wäre das Ding da auf seiner langen Bahn auch nur irgendwann einmal für den minimalsten Bruchteil einer Sekunde einen Hauch zu stark in die Nähe eines Gravitationsfeldes geraten, dann wäre es womöglich auf uns niedergegangen; und wenn es, diese Annäherung zuviel, vor Milliarden Jahren geschehen wäre.
Am Nachmittag, der zu dem Zeitpunkt längst angebrochen war, noch überlegt, ob darüber nun wahnsinnig zu werden oder ein Roman darüber zu schreiben sei. Für letzteres entschieden, auch wenn das Quatsch ist, juvenil natürlich, dann aber Kaffee getrunken und mich überlebend gefühlt, erneut an Tunguska gedacht und dass Menschen, die an Horoskope glauben, die ersten sind, denen die unendliche Eitelkeit der Menschheit vorzuwerfen ist.
Haaresbreite, dachte ich. Noch nicht einmal, wenn man den kosmologischen Rahmen sieht. Haaresbreite wäre ja ein anderer Planet oder sowas. Da war ich dann schon wach, als ich das dachte, und blickte hoch an die Decke über mir, wie in solchen Filmen. Man stelle sich das vor, dachte ich, wäre das Ding da auf seiner langen Bahn auch nur irgendwann einmal für den minimalsten Bruchteil einer Sekunde einen Hauch zu stark in die Nähe eines Gravitationsfeldes geraten, dann wäre es womöglich auf uns niedergegangen; und wenn es, diese Annäherung zuviel, vor Milliarden Jahren geschehen wäre.
Am Nachmittag, der zu dem Zeitpunkt längst angebrochen war, noch überlegt, ob darüber nun wahnsinnig zu werden oder ein Roman darüber zu schreiben sei. Für letzteres entschieden, auch wenn das Quatsch ist, juvenil natürlich, dann aber Kaffee getrunken und mich überlebend gefühlt, erneut an Tunguska gedacht und dass Menschen, die an Horoskope glauben, die ersten sind, denen die unendliche Eitelkeit der Menschheit vorzuwerfen ist.
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