Ein Fracht-Flugzeug mit wenigen Passagieren stürzt in der Wüste ab. Die Vorräte reichen kaum zum Patroullieren oder ähnlichen Projekten. Versuche dahingehend schlagen fehl. Was bleibt, ist Sonne und wenig Zeit und also die Hoffnung, in dieser Zeit von möglichen Suchtrupps gefunden zu werden. Allein, der deutsche Konstrukteur an Bord - von Hardy Krüger mit wenig Ironie gespielt - schlägt einen wahnwitzigen Trümmerbau vor, der die Überwindung der Natur ermöglichen könnte...
Gerade die Zeichnung dieser deutschen Figur ist es, die dem Film einen seltsam humoristischen Aspekt verleiht. Krüger spielt mit teutonischem Ernst eine teutsche Figur zwischen Kraftwerk-Überaffirmation und klischierter Understatement-Ironie, die vermutlich Krüger selbst als allerletzter bemerkt hatte. Jeder Satz birgt eine Anspielung, jede Geste lässt deutsche Bilder widerhallen - manches ist erschreckend und bezeichnend zugleich. Vielleicht mehr als in diversen Hitlereien der letzten Jahre lässt sich hier jedoch über eine seltsame Verschrobenheit auflachen, die einiges sehr Wahre erkennen lässt. Auf zweiter Ebene bleibt aber der Einsatz dieser Figur interessant: Was sagt uns das US-Abenteuerkino - '65 sicher schon etwas ins Alter gekommen -, wenn es weit abseits in der Wüste gelegen eine Versöhnung teutschen Ingenieursgeist mit us-amerikanischem Pioniergeist förmlich installiert?
Und schließlich ist Krüger - in einem von Stars förmlich durchzogenen Ensemble - damit auch der eigentliche, wenngleich undankbare Star des Films. James Stewarts Performance eines von Selbstvorwürfen zerfressenen Haudegens lässt sich zwar vor dem filmhistorischen Hintergrund der klassischen Hollywood-Heldenfigur der eine oder andere Aspekt abgewinnen, für sich genommen könnte sie den Film indes kaum tragen. Auch Ernest Borgnine, der oft genug - und so auch hier - als geistig eher etwas eingeschränkte Figur zu sehen ist, bleibt nur als Träger einer Tragödie am Rande in Erinnerung.
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Das b-ware!Netzwerk - dazu gehört nicht nur das b-ware!Ladenkino, sondern u.a. eben auch die Filmkunst-Videothek, in der ich mir das eine oder andere Brötchen verdiene - startet am 01.Juni nach langer Vorbereitungsphase das DVD-Label Cinema Surreal. Als erstes steht die Veröffentlichung des tollen, sowohl schwarzweißen, als auch -humorigen Rollstuhl-Roadmovies Aaltra an, den ich ganz ehrlich schon damals im Kino toll fand, als ich noch gar nichts vom b-Ware!Netzwerk wusste (geschweige denn dass ich da irgendwie mit drin gewesen wäre). Auch im Feuilleton wurde viel gelacht. Einen Trailer gibt's in der Tube:
Im Spätherbst kommt schließlich Guy Maddins The Saddest Music in the World auf silberner Scheibe, der ja nun wirklich ein kleiner Prachtfilm ist - man lese nur mal diese Jubelreviews. Auf der Website der New Yorker Village Voice gibt's im übrigen ein mehrteiliges Dreh-Tagebuch von Meister Maddin: 1, 2, 3, 4, 5 - und wenn wir schon bei der V.V. sind, sollte natürlich auch Kritikerlegende Hobermans Begeisterung nicht unerwähnt bleiben.

Weitere Perlen sind in Vorbereitung und natürlich halten "wir" auch weiterhin Ausschau nach hübschen, kleinen Filmen zum Liebhaben. Auch eigene Hinweise sind natürlich gerne erwünscht, dasselbe gilt für fröhliches Weitersagen in Blogs, Foren, Online- und Printmagazinen usw.
Alles weitere auf cinemasurreal.com.
[und nur zur Sicherheit, damit's auch wirklich keine Missverständnisse gibt: "Cinema Surreal" ist nicht "mein" Label, ich bin da auch nicht "weisungsbefugt" und schon gar nicht Kontaktperson. Ich bin lediglich gelegentlicher freier Berater und ab und an auch mal Textverfasser. Also bitte keine an mich gerichtete Konversationsversuche das Label betreffend, danke]