Mittwoch, 18. Februar 2009
Thema: videodrome
Für die ersten beiden Videoessays nach dem berüchtigten YouTube-Incident hat Kevin B. Lee hochkarätige Unterstützung erhalten: Die Filmwissenschaftlerin Kristin Thompson kommentiert La Roue (Abel Gance) und Variety (E.A. Dupont):


La Roue


Variety


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Thema: videodrome
Bedauerlich, dass man das Video nicht einbinden kann, zwei weitere Kurzfilme des thailändischen Regisseurs stehen gleich gar nicht online zur Verfügung.

Wie dem auch sei: Für Phantoms of Nabua, der, wenn ich das richtig verstehe, begleitend für Ausstellungszwecke zu einer Retrospektive in München entstanden ist, lohnt es sich, das Zimmer ganz zu verdunkeln und zehn Minuten lang in den Ambient leise lodernden Feuers abzutauchen.



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Thema: Kinokultur
Wellen in der (us-amerikanischen) Movie-Blogosphäre schlägt gerade ein ziemlich unverhohlenes Review von Watchmen in einem Time-Blog. Der Grund dafür ist nicht direkt inhaltlich: Der Autor rechtfertigt sein frühes Review damit, dass er nicht zur Presse zähle und das über den Film verhängte Review-Embargo bis zum 06. März für ihn daher nicht gelte, zumal er ein Review ja auch gar nicht schreibe (dies zu bezweifeln fällt indes kaum schwer...). Pikant an der Geschichte aber ist weniger die eigentlich begrüßenswerte Dreistigkeit eines Bloggers, sondern vielmehr der Umstand, dass Time mit Warner verbändelt ist - und Warner den gehypten Film ins Kino bringt: Embargoboykott als wechselseitige Dienstleistung, Begeisterungsreview als Marketing für Warner, Früh-Review als Marketing für Time.

[Vergleichbares, okay: mit großem "najaaa", gab's in Deutschland auch. Der letzte Schweigerfilm, irgendwas mit Rittern, wurde bekanntlich der Presse nicht gezeigt (was ich, nur am Rande, keineswegs skandalös finde). Wer über ihn schreiben wollte, musste schon am Premierentag ein Ticket im nächsten Kino lösen. Mit Ausnahme von Filmkritiker Thomas Gottschalk freilich, der den Film in seiner Cineastenshow auf Tele5 breit vorab besprach bewarb, was ihm als einer der Hauptdarsteller auch nicht allzu schwer gefallen sein dürfte.]

Im übrigen schlage ich vor, diesem um sich greifenden Embargo-Mist endlich mal ein Schnippchen zu schlagen. Nicht rumheulen, weil man nicht schreiben darf, sondern einfach ein anonymes Gemeinschaftsblog irgendwo aufsetzen, in das jeder ohne großen Aufwand schreiben kann. Jeder setzt da sein Vorab-Review ohne Namenszeichnung ab. Sollen sie doch zusehen, wie sie /das/ aus dem Netz kriegen.


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Das sollte die Nachbarn aus dem Hause SGE doch interessieren.


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Seltsame Plötzlichkeit: Auf der Berlinale lud Vanity Fair noch Akkreditierte in die eigene Lounge im Sony Center ein, drei Tage später wird die sofortige Einstellung des Magazins verkündet. Was zwar nicht der Horror ist, den kress.de hier in der Überschrift aufziehen sieht, ein wenig schade aber schon. Gerade beim gelegentlichen Blättern in letzter Zeit schien mir die Qualität zumindest des Kulturteils gestiegen zu sein, hie und da las ich mich sofort fest. Nichts faszinierendes, aber in voller Erfüllung des Anspruchs: "intelligent unterhalten." Ob das an Praschl gelegen hat, der dort seit einigen Monaten Kulturchef war?


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