Thema: Filmtagebuch
26. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Trautes Familienglück beim morgendlichen Frühstück: reich gedeckt der Tisch, liebevoll stupsig der Umgang miteinander - wattierter Wohlstand in Weltwirtschaftskrisenzeiten. Im Hintergrund berichtet ein Fernseher von Katastrophen weit weg - Television im Wortsinn, ein Blick in die Ferne. Doch zwischen Familienidyll und der Krise liegen nur wenige Schnitte und eine Autofahrt ins Zentrum Philadelphias. Dort lässt eine Explosion mitten in der Stadt an jüngste Terrorbilder aus Boston denken und in sich überschlagender Rasanz mündet ein Stau in wuselndes Chaos: Tollwütige Ex-Menschen überrennen die Stadt, beißen um sich, infizieren andere. Kollaps im rasenden Vollzug. In diesen Momenten ist Marc Forsters äußerst lose Adaption von Max Brooks' gleichnamiger Romanvorlage am stärksten [weiterlesen bei der taz]


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Thema: Filmtagebuch
20. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Und eine schmerzhafte Kinoempfehlung:
"Die Welt ist zu groß", jammert der kleine Junge, der sich unter einer Sintflut nicht mehr verarbeitbarer Sinneseindrücke mitten im Schulunterricht erst in einen Nervenzusammenbruch und dann in eine Abstellkammer gerettet hat. Der Junge ist Kal-El vom Planeten Krypton, der von seiner Herkunft und Schicksal noch nichts weiß, also Clark Kent, der später einmal Superman sein wird, beziehungsweise der titelgebende "Mann aus Stahl". Sinneswandel als Herausforderung: Dem (beinahe) letzten Überlebenden einer außerirdischen untergegangenen Hochkultur verhilft unsere mutagene gelbe Sonne zur Vollimplementierung jener "extensions of man" im Sinnesapparat, für die unsereins auf Technologie angewiesen ist. Röntgenblick und überempfindliches Gehör - Trademarks des Superman - sind keine Fähigkeiten, die der zentralsten Figur der modernen Superheldenmythen schmerzfrei in den Schoss gefallen wären, von ihrem souveränen Gebrauch ganz zu schweigen. Vielmehr stellen sie eine Form der sinnlichen Überwältigung dar, die einen aus der Welt zu drängen droht. "Die Welt ist zu groß", weint der Superjunge in deren letzten WiInkel, irgendwo in Kansas. Wie dieser Junge über diese Welt hinauswächst, davon handelt der Film. [weiterlesen beim perlentaucher]

"Die Welt ist zu groß", jammert der kleine Junge, der sich unter einer Sintflut nicht mehr verarbeitbarer Sinneseindrücke mitten im Schulunterricht erst in einen Nervenzusammenbruch und dann in eine Abstellkammer gerettet hat. Der Junge ist Kal-El vom Planeten Krypton, der von seiner Herkunft und Schicksal noch nichts weiß, also Clark Kent, der später einmal Superman sein wird, beziehungsweise der titelgebende "Mann aus Stahl". Sinneswandel als Herausforderung: Dem (beinahe) letzten Überlebenden einer außerirdischen untergegangenen Hochkultur verhilft unsere mutagene gelbe Sonne zur Vollimplementierung jener "extensions of man" im Sinnesapparat, für die unsereins auf Technologie angewiesen ist. Röntgenblick und überempfindliches Gehör - Trademarks des Superman - sind keine Fähigkeiten, die der zentralsten Figur der modernen Superheldenmythen schmerzfrei in den Schoss gefallen wären, von ihrem souveränen Gebrauch ganz zu schweigen. Vielmehr stellen sie eine Form der sinnlichen Überwältigung dar, die einen aus der Welt zu drängen droht. "Die Welt ist zu groß", weint der Superjunge in deren letzten WiInkel, irgendwo in Kansas. Wie dieser Junge über diese Welt hinauswächst, davon handelt der Film. [weiterlesen beim perlentaucher]

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Thema: Filmtagebuch
20. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Höchstens eine halbe Kinoempfehlung:
Steve Butler ist ein Mann, der morgens in den Spiegel schauen kann. Im amerikanischen Hinterland aufgewachsen, in der Großstadt was geworden, sind zuletzt auch die höheren Etagen der Global Crosspower Solutions auf ihn aufmerksam geworden: Keiner in der Firma bringt die Farmer auf dem Land so kostensparend dazu, dem Konzern Grund und Boden zum intensiven Abbau von Erdgas zu überlassen. Sein Geheimnis? Er kennt seine Leute, sie kennen ihn. Sagt er. [weiterlesen beim freitag]

Steve Butler ist ein Mann, der morgens in den Spiegel schauen kann. Im amerikanischen Hinterland aufgewachsen, in der Großstadt was geworden, sind zuletzt auch die höheren Etagen der Global Crosspower Solutions auf ihn aufmerksam geworden: Keiner in der Firma bringt die Farmer auf dem Land so kostensparend dazu, dem Konzern Grund und Boden zum intensiven Abbau von Erdgas zu überlassen. Sein Geheimnis? Er kennt seine Leute, sie kennen ihn. Sagt er. [weiterlesen beim freitag]

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Thema: Filmtagebuch
19. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Eine ausdrückliche Kinoempfehlung:
Geradezu kafkaesk ist das Tonstudio, in das es den britischen Tontechnikmeister Gilderoy (Toby Jones) im Italien der 70er verschlägt: Eine äußere Welt gibt es nicht, beklemmende Enge, drückendes Braun. Die kulturellen Differenzen und Sprachbarrieren zwischen Italienern und Briten tun ihr Übriges. Der britisch verschnupfte Gilderoy: gefangen im Bauch des Wals, untergebracht in einer kargen Kammer neben dem Mischpult. [weiterlesen bei der taz]

(alternate poster design by Beyond Horror Design)
Geradezu kafkaesk ist das Tonstudio, in das es den britischen Tontechnikmeister Gilderoy (Toby Jones) im Italien der 70er verschlägt: Eine äußere Welt gibt es nicht, beklemmende Enge, drückendes Braun. Die kulturellen Differenzen und Sprachbarrieren zwischen Italienern und Briten tun ihr Übriges. Der britisch verschnupfte Gilderoy: gefangen im Bauch des Wals, untergebracht in einer kargen Kammer neben dem Mischpult. [weiterlesen bei der taz]

(alternate poster design by Beyond Horror Design)
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Thema: Hinweise
10. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die neue, mittlerweile zweite digitale Ausgabe von Splatting Image ist erschienen. Der Fokus geht spürbar weg von tagesaktuellen Reviews hin zu langen Artikeln. Finde ich nicht völlig falsch, ganz im Gegenteil. Von mir gibt es auch wieder viele Beiträge. *
Beim Verband der deutschen Filmkritik kann man sich hier die Aufnahme einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Hypes und Filmkritik anhören. Miteinander im Gespräch waren Bert Rebhandl und Georg Seeßlen, die Einleitung stammt von Frédéric Jaeger von critic.de. In der taz hatte ich zu der Veranstaltung einen kleinen (noch in derselben Nacht und deshalb also sehr müde geschrieben und somit hoffentlich akkurat genug ausfallenden) Text.
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Immer lesenswert: "Das Bloggen der Anderen" im Filmforum Bremen - hier die aktuelle Lieferung.
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Filmvorschau bei den Eskalierenden Träumen: Der Trailer zum offenbar ziemlich schmierigen Liebe als Köder - Schrei nach Lust, liebevoll im Kino abgefilmt. Ein Film, der als erotischen Genuss in Aussicht stellt, die Nacktheit einer Frau mit Textilien bedecken zu dürfen.
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Gerhard Lamprecht in 3-D: Ausführliches Gespräch mit Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen in Ray. Brooklyn Rail hat sich unterdessen mit Peter Kubelka unterhalten.
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Bei arte: Die Liveaufnahme eines Konzerts der seit Jugendtagen hochgeschätzten Neurosis:
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Thema: radio
09. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Ein Radiofeature über Bruno S.:
» Direktlink: Bruno S.: "Als ich Mensch wurde, musste ich sterben

» Direktlink: Bruno S.: "Als ich Mensch wurde, musste ich sterben
2010 fand man Bruno S. in seiner Berliner Wohnung tot am Flügel sitzend. Er war 68 Jahre alt, hatte seinen Nachnamen halbwegs erfolgreich geheim gehalten und galt als "unbekannter Soldat des deutschen Films". So nannte ihn sein Entdecker, der Regisseur Werner Herzog. Musikinstrumente waren für Bruno S. Freunde und Familie. 23 Jahre verbrachte er in Heimen und sogenannten Besserungsanstalten, darunter die berüchtigten Wittenauer Heimstätten, wo während des Nationalsozialismus vermeintlich geistesschwache Kinder Opfer ärztlicher "Experimente" wurden. Erst 1956 "geht der Bruno in Freiheit", wird Gabelstaplerfahrer und zieht als Moritatensänger über Berlins Hinterhöfe. Seine Tiefe und Tragik beeindrucken Werner Herzog, der ihn für die Rolle des "Kaspar Hauser" engagiert. Sie gewinnen die "Goldene Palme" in Cannes. Doch den Menschen traute Bruno lange Zeit "nur soweit, wie ein Schwein scheißen tut!"Siehe auch diese schöne Reportage aus der New York Times, die kurz vor Brunos Tod entstand.

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Thema: FilmKulturMedienwissenschaft
Mein Nachtschicht-Mitkombattant Philipp Stiasny hat mir einige seiner Aufsätze zur Geschichte des deutschen Exploitationkinos aus der (von ihm redaktionell betreuten) filmhistorischen Zeitschrift Filmblatt mit ausdrücklicher Genehmigung für eine Onlineveröffentlichung überlassen. Sie sind sehr gut geschrieben, hervorragend recherchiert und mit vielen tollen Anekdoten versehen (wer hätte auch ahnen können, dass nun ausgerechnet die alte Tante FSK das Wort "bumsen" im heutigen Wortsinne geprägt hat?).
Die pdfs habe ich bei Google hochgeladen, wo sie sich auch problemlos herunterladen lassen. Nachtrag: Philipps Recherche zu Snuff wurde noch nachgereicht.
(Screenshot aus Alfred Vohrers großartigem Perrak, gefunden hier)
Die pdfs habe ich bei Google hochgeladen, wo sie sich auch problemlos herunterladen lassen. Nachtrag: Philipps Recherche zu Snuff wurde noch nachgereicht.
Philipp Stiasny: Winnetou und die Rache der lüsternen Schulmädchen. Genrekino in der Bundesrepublik zwischen Mainstream und Nischenexistenz. Aus: Filmblatt #37 (2008).
Philipp Stiasny: Sex, Kommerz und Bildungsarbeit. Die seltsamen Wege von Richard Rimmels Snuff (1976). Aus: Filmblatt #49 (2012)
Philipp Stiasny: Kontrolleure, Gretchen, irre Ärzte. Exploitationfilm-Report, Teil 1. Aus: Filmblatt #50 (2012)
Philipp Stiasny: Ein Krimi? Ein Sexfilm? Ein Zeitdokument? Exploitationfilm-Report, Teil 2. Aus: Filmblatt #51 (2013).
(Screenshot aus Alfred Vohrers großartigem Perrak, gefunden hier)° ° °
Thema: Filmtagebuch
08. Juni 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Nun wäre gegen eine Neuauflage der Heldenreise im Kino nichts zu sagen. "After Earth" legt auf dieses Strukturskelett nur reichlich lustlos Fleisch. Ahnungen des Wunderbaren - das rochenartige Raumschiff zieht ins All, Millionen von Büffeln beim Panoramablick über die alte Erde, die Gnade des guten Tiers, das sich dem Helden auf seiner Bewährungsreise zur Seite stellt, der Abstieg in die Höhle samt Überwindung des letzten Monsters - wirken wie sinnlos in einem weiten Raum zurückgebliebenes Mobiliar und verpuffen bei der langen Reise durch Wald und Flur. [der ganze text beim perlentaucher]


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Thema: videodrome
24. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: videodrome
22. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Sehr schön: Lemmy, I'm a feminist von Half Girl, Musikvideo von Jörg Buttgereit und Frank Behnke. Super 8, schwarzweiß, Punk Rock, Sonnenschein, Lemmy Kilmister und Sahnetorte - mehr braucht man fast nicht zum Glück.
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Thema: TV-Tipps
19. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: videodrome
17. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: Hinweise
15. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
German Angst, das neue Projekt von Andreas Marschall, Michal Kosakowski und, nach langer Filmabstinenz, Jörg Buttgereit!
Unten eine Absichtserklärung - die Crowdfunding-Kampagne geht demnächst an den Start. Mehr bald an dieser Stelle. Deshalb: Weitersagen und schon mal die digitalen Geldbeutel bereit halten.
Unten eine Absichtserklärung - die Crowdfunding-Kampagne geht demnächst an den Start. Mehr bald an dieser Stelle. Deshalb: Weitersagen und schon mal die digitalen Geldbeutel bereit halten.
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Thema: videodrome
11. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: Filmtagebuch
09. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
... Doch liegt vielleicht gerade darin, dass der Film von Langeweile schlagartig auf gute Unterhaltung umstellt, ein zu denken gebender Knackpunkt: Kenntlich wird darin der Zierrat als Zierrat - und zugleich auch, dass ein einst von einer treuen Fankultur umhegtes Franchise sich auf diese, ähnlich wie die lange Reihe an jüngeren Comicverfilmungen, schon aus Investitionsgründen längst nicht mehr allein verlassen kann. Das Resultat überzeugt am Ende zwar - zum Preis einer gewissen Stromlinienförmigkeit allerdings, in der Distinktion und Differenz höchstens noch als nostalgische Spur für den Abgang zu haben sind. Auch eine Form von Konvergenz, die sich abzeichnet: Die Spezialeffekte stammen eh schon von Lucas Films, als nächstes dreht J.J. Abrams "Star Wars". [der ganze Text beim Perlentaucher]


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Thema: radio
03. Mai 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Ein Radiofeature über Hans Jürgen Syberberg von Markus Metz und Georg Seeßlen:
"Das Leiden gehört dazu." - Der Inszenierungskünstler Hans Jürgen Syberberg
Hans Jürgen Syberberg ist ein Solitär in der deutschen Filmgeschichte. So weit entfernt vom alten deutschen Film und seinen Genres, war er doch auch nie wirklich ein Regisseur des "Neuen Deutschen Films". Und während er alle kommerziellen Überlegungen verachtet, gehört er doch zu den Regisseuren, die einen erheblichen Anspruch an die Produktion stellen. Sein Material ist weniger die Filmgeschichte als die klassische bürgerliche deutsche Bildung: Literatur, Oper, Bildende Kunst.
Für Syberberg ist das Kino eine große Passion und sein Ziel ist eine Form des "Gesamtkunstwerks". Er hat sich stets mit deutschem Mythos und deutschen Tabu-Themen auseinandergesetzt: Karl May, Hitler, Wagner, Kleist oder Ludwig II. Gelegentlich sind seine Äußerungen (und zum Teil auch seine Arbeiten) der Nähe zur "Neuen Rechten" bezichtigt worden, Konflikte mit der Presse und mit den Kollegen gehörten eine Zeit lang zur Karriere des Hans Jürgen Syberberg. Auf der anderen Seite aber ist seine Arbeit immer auch in gewissem Sinne revolutionär. Er hat die Sprache des Films erweitert und gezeigt, wie man Grenzen der Genres, der Formate und der Aufführungspraxis überwindet. Und als einer der ersten deutschen Filmemacher hat er seine Arbeit ausgedehnt auf das Theater und in den Bereich der Bildenden Kunst.
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