Thema: Weblogflaneur
13. Juni 06 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
... ist ein neues (bzw. mir bislang unbekanntes...), auf den ersten Blick extrem cooles MP3-Blog zum Thema Post-Punk - hooray! [via]
http://www.postpunkjunk.com
Allein wie großartig schon dieser Song von Razak Solar System ist!
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Thema: good news
»It's a hell of an upgrade (it refines and deepens in the tradition of Christopher Nolan's Batman Begins), an extremely reverent nostalgia piece, an above-average chick flick, an extremely sumptous and harmonious piece of work (Singer is a masterful technican and film "composer") and, frequently enough, a solid action thriller.«hier.
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Thema: Kinokultur
» ...
Zu den Dingen, die mir regelmäßig ins Auge stechen, wenn ich auf der Website der New York Times herumblättere, gehört die Selbstverständlichkeit, mit der dort im DVD-Teil Filme wie beispielsweise Michele Soavis großartiger, später Italo-Horrorfilm Dellamorte Dellamore besprochen werden. Und gleich darunter eine recht kundige Besprechung einer Russ-Meyer-DVD, die ganz ohne die dünkelhafte, distanzierte, also: kreuzlangweilige Belustigung (Stichwort: Melonen, weil einem zu Meyer hierzulande eben auch nichts anderes einfällt als: Melonen.) auskommt, mit der solche Titel hierzulande vermutlich in zwei, drei schnellen Absätzen abgefertigt würden.
Dellamorte Dellamore, den man dringend gesehen haben sollte, erschien hierzulande vor einigen Jahren auf DVD bei einem sehr mäßigen Low-Budget-Label, vom Feuilleton unentdeckt und vermutlich auch als unter aller Kritik empfunden. Stattdessen fast überall und fast immer das Gleiche: Neue Fassbinder-DVDs. Neue Rosselini-DVDs. Neue Bergman-DVDs. Und ein weiterer Visconti-Klassiker, über den man noch einmal all das, was schon vor Jahren mehrfach geschrieben wurde, nochmals zum Besten geben kann, ist ja nun auch auf DVD erhältlich. Gewiss ist das auch nicht alles falsch, natürlich ist es ein Grund zur Freude, wenn klassische Filme, die aus der Filmgeschichte nicht wegzudenken sind, nach und nach wieder leicht verfügbar werden. Aber hier wiederholt sich doch letzten Endes einmal mehr dieselbe altfeuilletonistisch angestaubte Haltung, aus der schon solche Fixiertheit überhaupt erst entstehen konnte: Hehr ist, was gewichtigen Autorennamen im Gepäck mit sich trägt.
Dabei bringt doch der DVD-Boom in Verbindung mit dem Internet so unendlich viel Neues und Interessantes hervor, Dinge, über die man endlich mal in aller Breite schreiben könnte, weil sie früher nur mit gespitzten Fingern, wenn überhaupt, angefasst wurden. Was alleine ein Tempel wie das Videodrom allmonatlich an internationalen DVD-Neuheiten ins Videothekenprogramm bringt, reicht ohne weiteres hin, täglich das halbe Feuilleton zu füllen. Filme, die ich mir dort in den letzten Tagen ausgeliehen habe: Umberto Lenzis wahnwitzig zynischer und dynamischer Thriller Der Berserker, ein Klassiker des italienischen Poliziotti und seit einigen Monaten endlich auch in Deutschland auf DVD erhältlich; God Told Me To, ein unbekümmert deliranter, nie wirklich großartiger, aber in seiner sonderbaren Knstruktion doch zumindest bestrickender Christenhorror-Science-Ficiton-Psychothriller von Großstadtfilm-Maverick Larry Cohen; Punishment Park von Peter Watkins, eine vielleicht nicht im Sinne ihrer Intention gelungene, aber als Dokument ihrer Zeit höchst spannende Fake-Dokumentation mit social fiction-Anleihen über Politaktivisten, die von der autoritären Regierung in der Wüste ausgesetzt werden, um dort um ihr Leben zu kämpfen; The Red and the White, ein ungarischer Film über die Sinnlosigkeit von Krieg und dem Menschen darin, der in sonderbaren Bildern fast schon surrealen Charakter annimmt. Jeder dieser Filme wäre einen eigenen Artikel wert, einen Hinweis, irgendwas.
Natürlich gibt es Ausnahmen und sie sind mir viel wert. Immer wieder spannend sind Dominik Grafs in der F.A.Z. geworfene Blicke über den Tellerrand hinaus (überhaupt gibt man sich dort, in der F.A.Z., am meisten Mühe). Und dann natürlich Ekkehards DVD-Kolumne in der taz, die es viel zu selten zu lesen gibt.
Dellamorte Dellamore, den man dringend gesehen haben sollte, erschien hierzulande vor einigen Jahren auf DVD bei einem sehr mäßigen Low-Budget-Label, vom Feuilleton unentdeckt und vermutlich auch als unter aller Kritik empfunden. Stattdessen fast überall und fast immer das Gleiche: Neue Fassbinder-DVDs. Neue Rosselini-DVDs. Neue Bergman-DVDs. Und ein weiterer Visconti-Klassiker, über den man noch einmal all das, was schon vor Jahren mehrfach geschrieben wurde, nochmals zum Besten geben kann, ist ja nun auch auf DVD erhältlich. Gewiss ist das auch nicht alles falsch, natürlich ist es ein Grund zur Freude, wenn klassische Filme, die aus der Filmgeschichte nicht wegzudenken sind, nach und nach wieder leicht verfügbar werden. Aber hier wiederholt sich doch letzten Endes einmal mehr dieselbe altfeuilletonistisch angestaubte Haltung, aus der schon solche Fixiertheit überhaupt erst entstehen konnte: Hehr ist, was gewichtigen Autorennamen im Gepäck mit sich trägt.
Dabei bringt doch der DVD-Boom in Verbindung mit dem Internet so unendlich viel Neues und Interessantes hervor, Dinge, über die man endlich mal in aller Breite schreiben könnte, weil sie früher nur mit gespitzten Fingern, wenn überhaupt, angefasst wurden. Was alleine ein Tempel wie das Videodrom allmonatlich an internationalen DVD-Neuheiten ins Videothekenprogramm bringt, reicht ohne weiteres hin, täglich das halbe Feuilleton zu füllen. Filme, die ich mir dort in den letzten Tagen ausgeliehen habe: Umberto Lenzis wahnwitzig zynischer und dynamischer Thriller Der Berserker, ein Klassiker des italienischen Poliziotti und seit einigen Monaten endlich auch in Deutschland auf DVD erhältlich; God Told Me To, ein unbekümmert deliranter, nie wirklich großartiger, aber in seiner sonderbaren Knstruktion doch zumindest bestrickender Christenhorror-Science-Ficiton-Psychothriller von Großstadtfilm-Maverick Larry Cohen; Punishment Park von Peter Watkins, eine vielleicht nicht im Sinne ihrer Intention gelungene, aber als Dokument ihrer Zeit höchst spannende Fake-Dokumentation mit social fiction-Anleihen über Politaktivisten, die von der autoritären Regierung in der Wüste ausgesetzt werden, um dort um ihr Leben zu kämpfen; The Red and the White, ein ungarischer Film über die Sinnlosigkeit von Krieg und dem Menschen darin, der in sonderbaren Bildern fast schon surrealen Charakter annimmt. Jeder dieser Filme wäre einen eigenen Artikel wert, einen Hinweis, irgendwas.
Natürlich gibt es Ausnahmen und sie sind mir viel wert. Immer wieder spannend sind Dominik Grafs in der F.A.Z. geworfene Blicke über den Tellerrand hinaus (überhaupt gibt man sich dort, in der F.A.Z., am meisten Mühe). Und dann natürlich Ekkehards DVD-Kolumne in der taz, die es viel zu selten zu lesen gibt.
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Thema: ad personam
Er selbst verlangt danach - no kiddin'!
(Ja, ich verstehe diesen, mal diplomatisch ausgedrückt, mäßig talentierten Regisseur auch schon sehr, sehr lange nicht mehr...)
(Ja, ich verstehe diesen, mal diplomatisch ausgedrückt, mäßig talentierten Regisseur auch schon sehr, sehr lange nicht mehr...)
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Thema: Filmtagebuch
Der Effekt ist derselbe, der sich schon bei der theoretisch nicht wirklich weit entfernten Dokumentation A Journey into the Mind of [P.] einstellte: Ein für sich genommen faszinierendes Thema - hier also der Unabomber, dort Thomas Pynchon -, das Gegenstand weitreichender Spekulationen, Verschwörungstheorien und paranoischer Überlegungen ist, gerinnt in einer dokumentarisch-essayistischen Aufarbeitung zur leicht drögen Aneinanderreihung von Möglichkeiten und Abwägungen, die sich nie allzu weit hinaus wagen. Dem Pynchon-Versuch gelingt es immerhin so einigermaßen, die Gründe für die Faszination dieses sonderbaren Autors mehr oder weniger schlüssig zu verdichten; Das Netz hingegen versammelt weitgehend disparate Zutaten eines ausgemachten Paranoia-Cocktails, ohne auch nur ansatzweise die Kunst des Shakens zu verstehen. Man mag dies als Stärke auslegen, da gar nicht erst versucht wird, in ein paranoisch strukturiertes Hirngebilde aus Mathematik, Konstruktivismus, Kybernetik, Krypto- und Psycho-Technologie, Maschinenstürmertum, Drogenexperimenten, früher Medientheorie und allen anderen Schnittmengen von Physik, Esoterik und Philosophie vorzudringen; der Nachteil aber ist, dass sich von dem Irrsinn nichts wirklich vermittelt, den solche Hyper-, Meta- und Anti-Wissenschaft (man denke, nur als Beispiel, an McLuhan, der in diesem Film auch immer mal wieder in Form eines Schlagworts um die Ecke linst) zuweilen zu zeitigen vermag (und wenn er auch keine Erkenntnis bringt, sondern nur, auf gewisse Weise, unterhaltsam oder eben gruselig im Sinne eines "What if...?" ist). Der Gegenstand selbst - besser: die Begründung für ihn jenseits des Bombenlegertums - entgleitet dem Film, die einzelnen Elemente werden zwar angetippt, nie aber in ein Mosaik zumindest der Möglichkeiten eingefügt. Es bleiben ein paar talking heads, die viel erzählen, was man mühsam selbst miteinander verbinden muss, und im Anriss vor die Linse der Kamera gelegte Fotos und andere Dokumente, die keinen Mehrwert außer ihrer grafischen Gestalt aufweisen.
Das große Rätsel also, dem der Film nachspürt, ergibt sich noch nicht einmal als Gegenstand so recht. Da hilft auch der eingangs eingeblendete Hinweis auf einen Mathematiker nichts, der zu der Erkenntnis kam, dass jedes formal-logische System sozusagen blinde Flecken aufweist, in denen die Realität ihrer Beweisbarkeit voraus ist.
Gewünscht hätte man sich weniger den Bericht von einer Reise durch die USA, bei der Lutz Dammbeck diverse Protagonisten aus oben genannten "Fachbereichen" interviewt. Eher stand ein auch formal und ästhetisch aufregendes Abenteuer wünschenswert zu hoffen, das schon in seiner Gestaltung etwas von der Enthobenheit von Figuren wie dem Unabomber erahnen lässt, die solche auch immer für die Popkultur interessant macht. Auch die nicht reizlose - und, wie ich denke, sich auch beweisbare - These vom Ursprung heutiger Technologie und der Kultur ihrer Anwendung aus eben diesem einen Punkt, wo sich Physik, Soziologie, Psychologie, Hippie-Visionen und CIA-Drogenexperimente treffen, steht nur als kleine Abenteuerlichkeit im Raum, ohne dass sie wirklich mit Fleisch belegt würde. Dies bleibt dem Zuschauer überlassen, der sich nun selbst, im Zeitalter von Wikipedia, durch die angetippten keywords klicken muss; ein paranoischer Surfer, ganz auf sich allein gestellt.
Das große Rätsel also, dem der Film nachspürt, ergibt sich noch nicht einmal als Gegenstand so recht. Da hilft auch der eingangs eingeblendete Hinweis auf einen Mathematiker nichts, der zu der Erkenntnis kam, dass jedes formal-logische System sozusagen blinde Flecken aufweist, in denen die Realität ihrer Beweisbarkeit voraus ist.
Gewünscht hätte man sich weniger den Bericht von einer Reise durch die USA, bei der Lutz Dammbeck diverse Protagonisten aus oben genannten "Fachbereichen" interviewt. Eher stand ein auch formal und ästhetisch aufregendes Abenteuer wünschenswert zu hoffen, das schon in seiner Gestaltung etwas von der Enthobenheit von Figuren wie dem Unabomber erahnen lässt, die solche auch immer für die Popkultur interessant macht. Auch die nicht reizlose - und, wie ich denke, sich auch beweisbare - These vom Ursprung heutiger Technologie und der Kultur ihrer Anwendung aus eben diesem einen Punkt, wo sich Physik, Soziologie, Psychologie, Hippie-Visionen und CIA-Drogenexperimente treffen, steht nur als kleine Abenteuerlichkeit im Raum, ohne dass sie wirklich mit Fleisch belegt würde. Dies bleibt dem Zuschauer überlassen, der sich nun selbst, im Zeitalter von Wikipedia, durch die angetippten keywords klicken muss; ein paranoischer Surfer, ganz auf sich allein gestellt.
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