Thema: Trailerpark
08. September 06 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das Sequel von The Mission:
imdb ~ some first reviews
imdb ~ some first reviews
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Thema: videodrome

Zumindest der westliche Comic - Manga gehen anders vor - weist ein paradoxales Verhältnis zur erzählten Zeit auf. Er neigt grafisch zur epischen, bzw. ikonischen Dichte des einzelnen Panels: Ein eingefrorener Moment - a thin slice of time -, der offensichtlich Augenblicklichkeit suggeriert, wird durch ausführliche, oft mehrmals wechselnde Dialoge in den Sprechblasen bis zum Zerreißen gedehnt. Das ist bezeichnend für die auf vielen Ebenen strukturelle Hybridität des Comics: Die dialogisch-sequenzielle Ausdehnung in die Tiefe der erzählten Zeit reibt sich an der jeglicher Zeitlichkeit enthobenen, an die Fotografie angelehnten 'Jetzthaftigkeit' des Bildes. Vor allem die klassischen Comics aus den Zeitungen und aus dem Golden Age der frühen Heftcomics sind hierfür ein Musterbeispiel; zugleich ermöglicht diese Asynchronität die besondere Lesehaltung beim Comic, die sich des minutiösen Nachvollzugs immer wieder in Zeitinseln entzieht, das zeitlich angeordnete Lesevergnügen also selbst organisiert: das Verweilen beim einzelnen Moment, das Erkunden des einzelnen Panels nach versteckten Indizien oder Details: Die narrative Informationen wurde aufgenommen und verarbeitet, doch ist der Schritt zum nächsten Panel noch nicht zwingend geboten; wie kaum ein zweites Erzählmedium ist der Comic auch eines des Zurückblätterns.
Lange Rede, kurzer Sinn: Auf ZeroTV findet sich ein ganz wundervolles Kurzfilmprojekt, das sich gerade dieses charakteristische Verhältnis der Comicform zu seiner Erzählzeit - und wie diese organisiert ist - für die eigene Gestalt unter filmischen Bedingungen zu Nutze macht. Nachgestellt werden klassische Comicpanels aus Zeitungsstrips, vornehmlich aus der Zeit, als sich der Zeitungscomic als familienkompatibles Unterhaltungsangebot für die Mittelschicht etablierte. Dabei geht es allerdings nicht um das vielleicht handwerklich ausgefeilte, gerne auch stylishe, künstlerisch aber unsäglich plumpe Nachspielen lediglich ikonografischer Reizangebote, wie das bei Sin City zu beobachten war. Vielmehr richtet sich hier die Länge einer Einstellung strikt nach der dialogischen Informationsbreite eines Panels, alldieweil die handelnden Figuren zur ikonisch verdichteten Nahezu-Regunglosigkeit verdammt sind.
Das Ergebnis ist, gelinde gesagt, bizarr. Die ins Unheimliche entrückte Tonspur tut ihr übriges. Imagine Bergman meets Lynch. Große Kunst. [via]
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Thema: DVDs
08. September 06 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren

PanikHouse bleibt auch weiterhin eines der interessantesten und besten internationalen DVD-Labels, wenn es um klassisches japanisches Genrekino aus den schäbigeren Seitenstraßen geht. Und man gönnt sich dort keine Ruhe: Nachdem das Tochterlabel CasaNegra, das sich mit Horrorkino vor allem aus dem lateinamerikanischen Raum beschäftigt, schlagartig mit zwar zahlenmäßig wenigen, qualitativ aber herausragenden Releases etabliert wurde, darf nun das Mutterschiff wieder punkten: Im firmeneigenen Blog werden nicht weniger als sieben weitere japanische Action- und Horrorreißer aus dem Hause Toei angkündigt, auf die ich mich jetzt schon freue. Unter dem sicher marketingträchtigen Label "Pinky Horror" werden Teruo Ishiis Horror Of The Malformed Men (1969) und Snake Woman's Curse (1968) auf den Markt gebracht, letzterer ein von Nobuo Nakagawa co-inszenierter Geisterfilm. Als Proto-Filme der Pinky Violence-Reihe werden schließlich Sexy Deadly Legend: Female Demon Ohyaku, Sexy Deadly Legend: Quickdraw Okatsu, Sexy Deadly Legend: Okatsu's Epic Journey, Wandering Ginza Butterfly und Wandering Ginza She-Cat Gambler veröffentlicht. In den beiden letzten Filmen spielt die großartige Meiko Kaji die Hauptrolle, die gerade dank jüngerer Veröffentlichungen von Rapid Eye Movies (Lady Snowblood und die großartigen Sasori-Filme) auch hierzulande ein kleines Comeback erlebt.
Damit dürfte die nächste Dosis Grindhouse Cinema jedenfalls gesichert sein.
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