Thema: Kinokultur
Zwei Kommentare zum offenen Brief einiger Filmkritiker an die Deutsche Filmakademie: Ekkehard Knörer stößt sich in einem Kommentar im Revolver-Blog am "geradezu devoten" Ton des Appells. Bei Telepolis hält Rüdiger Suchsland die Kritik zwar für "überfällig", wundert sich aber über den Grundgestus: "Die Unterzeichner sind im Printbereich sämtlich Redakteure, kein einziger freier Autor wurde offenbar gefragt. Ebenso ist kein Online-Medium vertreten. Aber auch im Printbereich wurden wichtige Medien im Vorfeld nicht gefragt (...) die Abwesenheit sämtlicher anderer Stadtmagazine ähnlichen Zuschnitts verstärkt den Eindruck einer Aktion gut vernetzter Berliner Freundschaftszirkel. Auch das wirft ein Schlaglicht, auf die Solidarität unter Kritikern."
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Thema: Visuelles
18. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: Kinokultur
18. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Eine Reihe von Filmkritikern hat einen offenen Brief an die Deutsche Filmakademie geschrieben. Inhaltlich schließe ich mich voll und ganz an.
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Thema: Hinweise
18. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Werner Herzog überall. Im Buch. Im Theater. Im Kino. Im Filmmuseum. Im Radio, aber trotzdem Kino.
Außerdem auch in der Zeitung.
Und am allerwenigsten zu vergessen: Seit heute auch im Trailer von Jack Reacher, cold as ice:

Außerdem auch in der Zeitung.
Und am allerwenigsten zu vergessen: Seit heute auch im Trailer von Jack Reacher, cold as ice:

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Thema: ad personam
18. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: Hinweise
13. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Der erste Michael-Althen-Preis für Kritik geht an die Schriftstellerin Sarah Khan für ihren sehr schönen, sehr persönlichen Text zu einer Episode aus Dr. House, der in Cargo erschienen ist. Meine herzlichsten Glückwünsche!
Den Text fand ich schon bei der Erstlektüre im besten Sinne sehr bewegend - eine gute Entscheidung der Jury. Cargo hat den Text freundlicherweise nun auch online dokumentiert. Die Lektüre lohnt!
Den Text fand ich schon bei der Erstlektüre im besten Sinne sehr bewegend - eine gute Entscheidung der Jury. Cargo hat den Text freundlicherweise nun auch online dokumentiert. Die Lektüre lohnt!
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Thema: Filmtagebuch
12. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Soll einer sagen, Actionfilme sind zu nichts nutze: In Taken 2 findet sich immerhin ein Vorschlag, wie man einander etwa in einer dicht bevölkerten, engen Metropole wie Istanbul wiederfinden kann, wenn man sich aus den Augen verloren hat, idealerweise, wenn man sich selbst in einem Gebäude aufhält, von dem man gar nicht genau weiß, wo es sich eigentlich befindet (zum Beispiel, weil man entführt wurde und nun im Keller gefangen ist). Liam Neeson jedenfalls, dem als Leibwächter Bryan Mills genau dies passiert ist, gibt seiner sich noch im Hotelzimmer befindlichen Tochter Kim (Maggie Grace), der ein ähnliches Schicksal droht, über ein ins Verlies geschmuggeltes Mini-Agententelefon pragmatische Anweisungen: "Wirf' eine Granate aus dem Fenster, ich zähle die Sekunden, bis ich hier die Detonation höre!" Sprach's, warf's - und die Luxuskarosserie auf dem gegenüber liegenden Dach ist nur mehr kleinteiliger Metalschrott: Geh'n wir Granaten werfen in Istanbul! [weiterlesen beim Perlentaucher]


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Thema: videodrome
07. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Ich mag die Reihe sehr, sehr gern - nun ist sie 10, bzw. 100 geworden: Durch die Nacht mit.... Die gestern ausgestrahte Jubliäumsfolge ist nicht nur sehr unterhaltsam geraten, sie ist auch ein schöner Rückblick auf 10 Jahre entspanntes Kulturfernsehen mit jedes Mal offenem Ausgang. Bei arte steht sie nun für eine Woche in der Mediathek:
Edit: Und weg isses!
Edit: Und weg isses!
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Thema: festivals
05. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Bereits seit gestern läuft das Münchner Underdox Festival im dortigen Filmmuseum und im Werkstattkino. Von Herzen empfehlen kann ich:
Bei critic.de empfiehlt Martin Gobbin darüber hinaus noch White Epilepsy von Philippe Grandrieux.Bestiaire (meine Berlinalekritik) Sick: The Life and Death of Bob Flanagan, Supermasochist (1997) undThe Legend of Kaspar Hauser (den ich für die Splatting Image besprochen hatte)
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Thema: videodrome
05. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Noch eine Musikvideo-Kollaboration zwischen Kreidler und Heinz Emigholz: Für Cascade hat man auf Material aus Die Basis des Make-Up zurückgegriffen. Quasi-Liner-Notes hier.
(via)
(via)
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Thema: Filmtagebuch
05. Oktober 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Sehr gut gefallen hat mir Looper, ein eher "kleiner" Science-Fiction-Film, der eher den guten Kurzgeschichten des Genres nahesteht als Digital-Filmboliden wie dem Total Recall-Remake (mehr). Ideen und Charaktere stehen hier vor Effekt und Drehbuchcleverness - auch wenn man, wie Simon Rothöhler hier schon schrieb, auf die Gordon-Levitt ins Gesicht geschminkte Bruce-Willis-Ähnlichkeit lieber verzichtet hätte. Beim Perlentaucher habe ich mehr dazu geschrieben, unter dem selben Link findet sich dann auch Lukas Foersters Empfehlung zum Chaos-Dad mit Adam Sandler.

Auch neu im Kino ist der deutsch mit Die Qual der Wahl doof betitelte The Campaign, an dem ich sehr viel Freude hatte - für mich eine der besten "Will-Ferrell-Verkleidungskomödien" mit einem, wenn auch unter vielen derben Witzen versteckt, an sich grundgütigen, menschlichen Herz. Das versöhnlich-märchenhafte Happy-End, das sich nach Kräften gegen den kalten Zynismus der Realität einer eingekauften Marktwirtschaftspolitik stemmt, sehe ich dabei weniger als eskapistisches Ventil, sondern eher als Ausdruck einer tiefen Melancholie: Ach, wäre es doch nur einmal so. Kein ausführlicher Text dazu von mir (aber einer von Lukas Foerster in der taz), aber eine Empfehlung von Herzen!
Die On the Road-Verfilmung fand ich dann doch ein wenig besser als die meisten Kritiker, wobei mir hier aus vielen Texten eher eine große Leidenschaft für den zugrunde liegenden Roman zu sprechen scheint, die sich mit den konkreten Bildern des Films dann nicht in Einklang bringen lässt. Dass der Film den Aufbruch und die Rebellion der Beatniks in recht brave Bilder taucht, ist allerdings tatsächlich kaum von der Hand zu weisen: Solider Gebrauchsfilm mit einigen schönen Momenten, gut gefiel mir wie Kristen Stewart hier in manchen Bildern aus ihrem Image fällt.

Nachgetragen aus letzter Woche: Am Samstag erschien in der taz mein Text zu Til Schweigers Schutzengel. Um es kurz zu machen: Der Film ist, trotz mancher toll geratener Actionszenen (nicht die großen, dafür aber die kleinen), das Ticket nicht wert.

Auch neu im Kino ist der deutsch mit Die Qual der Wahl doof betitelte The Campaign, an dem ich sehr viel Freude hatte - für mich eine der besten "Will-Ferrell-Verkleidungskomödien" mit einem, wenn auch unter vielen derben Witzen versteckt, an sich grundgütigen, menschlichen Herz. Das versöhnlich-märchenhafte Happy-End, das sich nach Kräften gegen den kalten Zynismus der Realität einer eingekauften Marktwirtschaftspolitik stemmt, sehe ich dabei weniger als eskapistisches Ventil, sondern eher als Ausdruck einer tiefen Melancholie: Ach, wäre es doch nur einmal so. Kein ausführlicher Text dazu von mir (aber einer von Lukas Foerster in der taz), aber eine Empfehlung von Herzen!
Die On the Road-Verfilmung fand ich dann doch ein wenig besser als die meisten Kritiker, wobei mir hier aus vielen Texten eher eine große Leidenschaft für den zugrunde liegenden Roman zu sprechen scheint, die sich mit den konkreten Bildern des Films dann nicht in Einklang bringen lässt. Dass der Film den Aufbruch und die Rebellion der Beatniks in recht brave Bilder taucht, ist allerdings tatsächlich kaum von der Hand zu weisen: Solider Gebrauchsfilm mit einigen schönen Momenten, gut gefiel mir wie Kristen Stewart hier in manchen Bildern aus ihrem Image fällt.

Nachgetragen aus letzter Woche: Am Samstag erschien in der taz mein Text zu Til Schweigers Schutzengel. Um es kurz zu machen: Der Film ist, trotz mancher toll geratener Actionszenen (nicht die großen, dafür aber die kleinen), das Ticket nicht wert.
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Thema: videodrome
20. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die in den 90ern von mir hochverehrte Jon Spencer Blues Explosion hat ein neues Album draußen. Das Musikvideo ist schön pulpig:
(via) Wilco lassen unterdessen traurige Monster durch Labyrinthe laufen:
(via) Und Willow projizieren die augmented reality direkt auf das Leben:
... und nicht zu vergessen: Ben Folds Five und die Fraggles, hier.
(via) Wilco lassen unterdessen traurige Monster durch Labyrinthe laufen:
(via) Und Willow projizieren die augmented reality direkt auf das Leben:
... und nicht zu vergessen: Ben Folds Five und die Fraggles, hier.
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Thema: Filmtagebuch
20. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Mit einem gehörigen Schlag reißt einen Michael Haneke aus der sanften Vorspannkontemplation, aus dem samtschwarzen Grund. Mit einem Schlag direkt ins Gesicht: Da brechen Feuerwehrleute mit einem Rammbock die Tür einer Wohnung auf, Stoßrichtung: Kinopublikum. Ein Schlag, mit dem das gehobene Bildungsbürgertum, das man wenige Einstellungen später in der Totalen aus einer Bühnenperspektive sieht (fast, als würde man in einen gewaltigen Spiegel schauen), nicht rechnen muss: Dieses sitzt beim geschmackvoll-gediegenen Klavierkonzert, wo Grenzüberschreitungen wider das Publikum kaum zu erwarten sind. [weiter beim Perlentaucher]


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Thema: videodrome
20. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Gestern empfohlen, heute online:
Edit: Mittlerweile leider offline.
Außerdem findet sich in der Mediathek noch Storz' Film Drei Schwestern Made in Germany.
Edit: Mittlerweile leider offline.
Außerdem findet sich in der Mediathek noch Storz' Film Drei Schwestern Made in Germany.
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Thema: TV-Tipps
19. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Heute Abend um 21:55 zeigt arte Dominik Grafs sehr schönen Portrait-/Essayfilm Lawinen der Erinnerung, den ich bereits auf der Berlinale (und vor wenigen Tagen nochmal im Berliner Zeughauskino) gesehen habe. Ausgehend von zwei ausführlichen Gesprächen mit dem Fernsehautor und -regisseur (in späten Jahren schließlich Schriftsteller) Oliver Storz wenige Monate vor dessen Tod nach langer Krankheit schlägt Graf hier Schneisen in die deutsche (Fernseh-)Geschichte: Konzentriertes Nachdenken in Filmform - über Geschichte, Fernsehen, Gedächtnis. Und das verheißungsvolle Rot, das am Ende doch nicht übrig blieb.
Schauspieler Matthias Brandt (der sowohl für Graf, als auch für Storz vor der Kamera stand und in Lawinen der Erinnerung einen kurzen Auftritt hat) hat für die SZ eine sehr schöne Filmempfehlung geschrieben.
Weitere Informationen beim Sender und hier (pdf) im Katalogblatt des Internationalen Forums der Berlinale.

Schauspieler Matthias Brandt (der sowohl für Graf, als auch für Storz vor der Kamera stand und in Lawinen der Erinnerung einen kurzen Auftritt hat) hat für die SZ eine sehr schöne Filmempfehlung geschrieben.
Weitere Informationen beim Sender und hier (pdf) im Katalogblatt des Internationalen Forums der Berlinale.

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Thema: Filmtagebuch
17. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
gesehen im Zeughauskino, DigiBeta.
Grafs Hotte im Paradies hat mich ähnlich mitgenommen wie Lukas, mit dem ich den Film sah. Sein Posting siehe hier, zu dem sich mein Text hier nur als loser Kommentar versteht.
Die romantische Heteromann-Vorstellung, die Dienste einer Prostituierten nicht nur in Anspruch zu nehmen, sondern die Frau gleich noch aus der Prostitution zu retten, ist eine der zentralen, großen Unterwerfungsfantasien: Die öffentliche Frau soll einem ganz alleine gehören. Doch die Fantasie und die Geste der Unterwerfung funktioniert auch spiegelbildlich: Der Zuhälter verführt eine Frau, um sie in die Prostitution zu zwingen.
Der Film, der die erste Variante am schlagendsten bebildert (und dabei vor allem auch in Gloss und Glam deren ideologische Verpackung in Perfektion mitliefert), ist Pretty Woman - in nuce findet sie sich in den berühmten Montagen, in denen Julia Roberts von Richard Geres Finanzkraft in den Edelboutiquen von Los Angeles' eingekleidet wird (seinem prüfenden, gestattenden und jubelnden Blick stets unterworfen) und wie sich Roberts vor allem auch in der für sie profund fremden Welt der Edelgastronomie tapsig Schritt für Schritt vorwärts tastet.
Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass sich in Hotte im Paradies eine lange Sequenz findet, in der vordergründig dasselbe passiert: Ein Mann protzt einer Frau gegenüber mit seinem Reichtum, zeigt ihr das beste Essen in den feinsten Restaurants (sehr zu ihrer Überforderung), kleidet sie neu ein, mit stets kritischem Blick: "Es gibt immer noch was Besseres." Der Versuch mit Geld (aber auch mit verschmitztem Geschick: Ein Oberteil wird frech geklaut), in eine Welt zu locken, in der noch mehr Geld wartet. Doch handelt es sich dabei auch um eine Inversion: Hotte holt die Frau nicht aus der Prostitution heraus, sondern zieht sie geradewegs hinein. Auch wegen der offenkundigen Parallelität zu Hollywoods Märchenhochglanz (in allerdings West-Berliner Digitalpixelschmutz) eine zutiefst erschreckende Sequenz, die viel darüber erzählt, wie tief sich die Ökonomie in die menschlichen Beziehungen schiebt.
Auch aus dieser Perspektive sind die Übergänge zwischen Prostitution und bürgerlichem Leben in diesem Film interessant: Eine der Frauen, die für Hotte anschaffen, wird nur gegen einen "Abstand" aus der Prostitution entlassen, eine andere "rettet" Hotte schließlich selbst, doch erst nachdem er sie in einem SM-Keller gefoltert hat (Video)
(Randnotiz: Überhaupt fällt einem im Laufe der Zeughaus-Graf-Retro erst wirklich auf, wie häufig Prositution in Grafs Filmen eine Rolle spielt oder zumindest präsent ist.)
Reiner Zufall: Am Morgen nach der Vorführung stolpere ich am Gleis des S-Bahnhofs Charlottenburg über einen Spielort des Films, der in meiner Stadt spielt, die nicht meine ist (kaum einmal, dass ich an diesem S-Bahnhof bin, auch wartete ich hier bloß auf einen Anschlusszug ins idyllische Werder/Havel, der vom Ludenmilieu Charlottenburgs unendlich weit und doch nur eine halbe Stunde entfernt liegt).

Grafs Hotte im Paradies hat mich ähnlich mitgenommen wie Lukas, mit dem ich den Film sah. Sein Posting siehe hier, zu dem sich mein Text hier nur als loser Kommentar versteht.
Die romantische Heteromann-Vorstellung, die Dienste einer Prostituierten nicht nur in Anspruch zu nehmen, sondern die Frau gleich noch aus der Prostitution zu retten, ist eine der zentralen, großen Unterwerfungsfantasien: Die öffentliche Frau soll einem ganz alleine gehören. Doch die Fantasie und die Geste der Unterwerfung funktioniert auch spiegelbildlich: Der Zuhälter verführt eine Frau, um sie in die Prostitution zu zwingen.
Der Film, der die erste Variante am schlagendsten bebildert (und dabei vor allem auch in Gloss und Glam deren ideologische Verpackung in Perfektion mitliefert), ist Pretty Woman - in nuce findet sie sich in den berühmten Montagen, in denen Julia Roberts von Richard Geres Finanzkraft in den Edelboutiquen von Los Angeles' eingekleidet wird (seinem prüfenden, gestattenden und jubelnden Blick stets unterworfen) und wie sich Roberts vor allem auch in der für sie profund fremden Welt der Edelgastronomie tapsig Schritt für Schritt vorwärts tastet.
Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass sich in Hotte im Paradies eine lange Sequenz findet, in der vordergründig dasselbe passiert: Ein Mann protzt einer Frau gegenüber mit seinem Reichtum, zeigt ihr das beste Essen in den feinsten Restaurants (sehr zu ihrer Überforderung), kleidet sie neu ein, mit stets kritischem Blick: "Es gibt immer noch was Besseres." Der Versuch mit Geld (aber auch mit verschmitztem Geschick: Ein Oberteil wird frech geklaut), in eine Welt zu locken, in der noch mehr Geld wartet. Doch handelt es sich dabei auch um eine Inversion: Hotte holt die Frau nicht aus der Prostitution heraus, sondern zieht sie geradewegs hinein. Auch wegen der offenkundigen Parallelität zu Hollywoods Märchenhochglanz (in allerdings West-Berliner Digitalpixelschmutz) eine zutiefst erschreckende Sequenz, die viel darüber erzählt, wie tief sich die Ökonomie in die menschlichen Beziehungen schiebt.
Auch aus dieser Perspektive sind die Übergänge zwischen Prostitution und bürgerlichem Leben in diesem Film interessant: Eine der Frauen, die für Hotte anschaffen, wird nur gegen einen "Abstand" aus der Prostitution entlassen, eine andere "rettet" Hotte schließlich selbst, doch erst nachdem er sie in einem SM-Keller gefoltert hat (Video)
(Randnotiz: Überhaupt fällt einem im Laufe der Zeughaus-Graf-Retro erst wirklich auf, wie häufig Prositution in Grafs Filmen eine Rolle spielt oder zumindest präsent ist.)
Reiner Zufall: Am Morgen nach der Vorführung stolpere ich am Gleis des S-Bahnhofs Charlottenburg über einen Spielort des Films, der in meiner Stadt spielt, die nicht meine ist (kaum einmal, dass ich an diesem S-Bahnhof bin, auch wartete ich hier bloß auf einen Anschlusszug ins idyllische Werder/Havel, der vom Ludenmilieu Charlottenburgs unendlich weit und doch nur eine halbe Stunde entfernt liegt).

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Thema: Visuelles
13. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: Jukebox
12. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das (sehr schöne) britische Filmmagazin Little White Lies (Backissues online) hat einen Lieblingssoundtrack-Mix von Nick Cave und Warren Ellis veröffentlicht:
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Thema: videodrome
11. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
(via) Das neue, knapp 21 Minuten dauernde "Musikvideo" von Kreidler hat Heinz Emigholz gedreht (bzw. wurde nachträglich die Musik darüber gelegt):
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Thema: minutenfilme
07. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Ein Minutenfilm:
Eine Minute Spätsommer (für Jess Franco)
Eine Minute Spätsommer (für Jess Franco)
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Thema: Hinweise
07. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Viele schöne Dinge im Briefkasten gehabt.
Zum einen ist da das neue, in der Edition Text & Kritik erschienene, von Chris Wahl herausgegebene Buch über Dominik Graf, das ich pünktlich zu Grafs gestrigem Geburtstag (siehe auch diesen schönen Text im Freitag) erhalten habe. Ähnlich wie das von Wahl herausgegebene Buch über Werner Herzog (meine Rezension im Freitag) hat auch dieser Band die Geste einer ersten, akademischen Hinwendung im Sinn. Nach erstem Durchblättern fällt neben Christoph Hochhäuslers kurzem, aber schönem Geleitwort ein gewissermaßen resümmierendes Gespräch mit Graf selbst (viel davon kennt man schon aus diversen verstreuten Texten, aber hier ist es nochmal konzentriert gebündelt) und die Fokussierung bislang übersehener oder wenig gewürdigter Aspekte von Graf positiv auf: Ein Text befasst sich mit Grafs Jahren an der Filmhochschule, ein anderer betrachtet Grafs wunderschönen Essay-Kurzfilm Der Weg, den wir nicht zusammen gehen, auch Raritäten wie Bei Thea (den ich jetzt gerade bei der Werkschau im Zeughauskino sah und, trotz ein, zwei Problemen mit der übergeordneten melodramatischen Struktur, sehr mochte - siehe auch Grafs Statement zum Film hier) werden gewürdigt. Wertvoll ist neben dem teils sehr seltenen Fotomaterial auch die bibliografische Recherche im Anhang. Ob sich die etwas arg um akademische Formwahrung bemühte Haltung am Ende nicht aber doch zu sehr an Gras vitalistischem Werk reibt, wird sich bei der genaueren Lektüre erweisen (eine Rezension wird in absehbarer Zeit in der taz erscheinen). Außerdem damit verbunden der Hinweis: Morgen, am Samstag, findet eine Buchpräsentation im Zeughauskino statt - Graf wird anwesend sein, der Eintritt ist frei!
Außerdem: Die neue Ausgabe von Cargo - wie stets bewusstseinserweiternd und grenzensprengend. Hier kann man das Heft bestellen, am besten schließt man eh ein Abo ab und erhält dann noch gleich Dominik Grafs neues Buch über die US-amerikanische Serie Homicide (gewissermaßen der Vorläufer von The Wire) mit dazu. Wahrscheinliche Highlights der Ausgabe: Bert Rebhandls Neusichtung von Sans Soleil, Ekkehard Knörers Streifzug durch 6 Filme von Chris Marker, ein Schwerpunkt zum Thema piratische Ökonomien, Praschls Kolumne über das Youtube-Genre "aufgelegte Schallplatten" (ein Beispiel).
Und natürlich: Die neue Splatting Image - jetzt in Farbe! Mit vielen Kritiken (darunter auch einige von mir), einem Text von Christian Keßler über australische Filme abseits des Radars - und und und. Auch hier ist ein Abo natürlich unbedingt zu empfehlen!

Zum einen ist da das neue, in der Edition Text & Kritik erschienene, von Chris Wahl herausgegebene Buch über Dominik Graf, das ich pünktlich zu Grafs gestrigem Geburtstag (siehe auch diesen schönen Text im Freitag) erhalten habe. Ähnlich wie das von Wahl herausgegebene Buch über Werner Herzog (meine Rezension im Freitag) hat auch dieser Band die Geste einer ersten, akademischen Hinwendung im Sinn. Nach erstem Durchblättern fällt neben Christoph Hochhäuslers kurzem, aber schönem Geleitwort ein gewissermaßen resümmierendes Gespräch mit Graf selbst (viel davon kennt man schon aus diversen verstreuten Texten, aber hier ist es nochmal konzentriert gebündelt) und die Fokussierung bislang übersehener oder wenig gewürdigter Aspekte von Graf positiv auf: Ein Text befasst sich mit Grafs Jahren an der Filmhochschule, ein anderer betrachtet Grafs wunderschönen Essay-Kurzfilm Der Weg, den wir nicht zusammen gehen, auch Raritäten wie Bei Thea (den ich jetzt gerade bei der Werkschau im Zeughauskino sah und, trotz ein, zwei Problemen mit der übergeordneten melodramatischen Struktur, sehr mochte - siehe auch Grafs Statement zum Film hier) werden gewürdigt. Wertvoll ist neben dem teils sehr seltenen Fotomaterial auch die bibliografische Recherche im Anhang. Ob sich die etwas arg um akademische Formwahrung bemühte Haltung am Ende nicht aber doch zu sehr an Gras vitalistischem Werk reibt, wird sich bei der genaueren Lektüre erweisen (eine Rezension wird in absehbarer Zeit in der taz erscheinen). Außerdem damit verbunden der Hinweis: Morgen, am Samstag, findet eine Buchpräsentation im Zeughauskino statt - Graf wird anwesend sein, der Eintritt ist frei!
Außerdem: Die neue Ausgabe von Cargo - wie stets bewusstseinserweiternd und grenzensprengend. Hier kann man das Heft bestellen, am besten schließt man eh ein Abo ab und erhält dann noch gleich Dominik Grafs neues Buch über die US-amerikanische Serie Homicide (gewissermaßen der Vorläufer von The Wire) mit dazu. Wahrscheinliche Highlights der Ausgabe: Bert Rebhandls Neusichtung von Sans Soleil, Ekkehard Knörers Streifzug durch 6 Filme von Chris Marker, ein Schwerpunkt zum Thema piratische Ökonomien, Praschls Kolumne über das Youtube-Genre "aufgelegte Schallplatten" (ein Beispiel).Und natürlich: Die neue Splatting Image - jetzt in Farbe! Mit vielen Kritiken (darunter auch einige von mir), einem Text von Christian Keßler über australische Filme abseits des Radars - und und und. Auch hier ist ein Abo natürlich unbedingt zu empfehlen!

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Thema: videodrome
07. September 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die kürzlich auf arte ausgestrahlte Mockumentary mit Werner Herzog steht noch für ein paar Tage in der Mediathek:
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