Thema: Trailerpark
12. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Bei all dem Festivaltrubel nur kurz zwischengeschoben, den Trailer zum neuen Tarantinofilm finde ich schon ziemlich toll. Vorfreude:
° ° °
Thema: berlinale 2009
Die Filmblätter der Retrospektive gehören zu den schönen Traditionen der Sektion: Meist liegen sie vor dem Kinosaal aus, oft bekommt man sie beim Einlass in die Hand gedrückt. Neben sehr ausführlichen Credits und Anmerkungen finden sich darauf in der Regel zwei bis drei historische Filmkritiken zu den Filmen, die man in der Phase zwischen PlatzAuf der Website des Filmmuseums werden diese Filmblätter und ein ausführliche Kopiennachweis auch zum Download (pdf) angeboten.
° ° °
Thema: berlinale 2009
11. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Gestern nacht fragte ich noch, ob ich einen Tag vergessen hätte. So langsam entsinne ich mich: Na freilich! Den Tag, an dem ich The Messenger und A History of Israeli Cinema gesehen habe.
Ersterer befasst sich mit jenen Soldaten des US-Militärs, denen die bittere Aufgabe zugewiesen ist, die Nachricht eines gefallenen Soldaten dessen Hinterbliebenen persönlich zu übermitteln. Was großer
Zinober mit abgeschmackten Gesten hätte werden können, wird von The Messenger mit den Mitteln des Independentkinos umgesetzt, worin letzten Endes eine ganz spezifische Krux besteht: Viel in The Messenger erwächst nicht direkt aus einer Reflexion von Gegenstand und Form, sondern eher im Angleich an die Konvention: Lange Einstellungen, offener Tonraum und Steve Buscemi sind Indie-Kino und markieren hier auch vor allem nur diese eine Distinktion. Deshalb noch nicht wirklich schlecht, aber unbefriedigend. Ein wenig schade, da mir The Messenger zunächst lange so gut gefiel, dass ich ihn auch weiter eigentlich gut finden wollte.
History of Israeli Cinema (weitere Informationen) entspricht seinem Titel ziemlich exakt: Funktional, um Vermittlung bemüht, Überblick schaffend. Der "geringe" ästhetische Wert der Umsetzung - zuweilen sieht man schon, dass mit arte ein Fernsehsender mitproduzierte - ist hier ein Plus. Eng gebunden an die Geschichte des Staates Israel vermittelt der zweigeteilte Film mit in vier Stunden sehr ausholender Geste einen erhellenden Überblick über Epochen, Abläufe und Besonderheiten des israelischen Kinos. Angefangen von früh-zionistischen Werken der Anfangsphase über erste Satiren gerade /auf/ die zionistische Aufbruchsphase hin zu Slackerfilmen, sentimentalen Dramen mit merkwürdig anmutender Israeli/Araber-Verwechslung und differenziertere Autorenfilme steht hier vor allem das unter jeweiligen historischen Bedingungen sich wandelnde Selbstbildnis moderner Juden und Israelis im Vordergrund. Meines Erachtens einer der spannendsten und sehenswertesten Filme des Festivals - und, dank arte, mit Sicherheit auch in absehbarer Zeit im Fernsehen zu sehen.
Einen schönen Text zu History of Israeli Cinema von Stefan Ripplinger gibt's übrigens in der ersten Ausgabe von Cargo.

Ersterer befasst sich mit jenen Soldaten des US-Militärs, denen die bittere Aufgabe zugewiesen ist, die Nachricht eines gefallenen Soldaten dessen Hinterbliebenen persönlich zu übermitteln. Was großer
Zinober mit abgeschmackten Gesten hätte werden können, wird von The Messenger mit den Mitteln des Independentkinos umgesetzt, worin letzten Endes eine ganz spezifische Krux besteht: Viel in The Messenger erwächst nicht direkt aus einer Reflexion von Gegenstand und Form, sondern eher im Angleich an die Konvention: Lange Einstellungen, offener Tonraum und Steve Buscemi sind Indie-Kino und markieren hier auch vor allem nur diese eine Distinktion. Deshalb noch nicht wirklich schlecht, aber unbefriedigend. Ein wenig schade, da mir The Messenger zunächst lange so gut gefiel, dass ich ihn auch weiter eigentlich gut finden wollte. History of Israeli Cinema (weitere Informationen) entspricht seinem Titel ziemlich exakt: Funktional, um Vermittlung bemüht, Überblick schaffend. Der "geringe" ästhetische Wert der Umsetzung - zuweilen sieht man schon, dass mit arte ein Fernsehsender mitproduzierte - ist hier ein Plus. Eng gebunden an die Geschichte des Staates Israel vermittelt der zweigeteilte Film mit in vier Stunden sehr ausholender Geste einen erhellenden Überblick über Epochen, Abläufe und Besonderheiten des israelischen Kinos. Angefangen von früh-zionistischen Werken der Anfangsphase über erste Satiren gerade /auf/ die zionistische Aufbruchsphase hin zu Slackerfilmen, sentimentalen Dramen mit merkwürdig anmutender Israeli/Araber-Verwechslung und differenziertere Autorenfilme steht hier vor allem das unter jeweiligen historischen Bedingungen sich wandelnde Selbstbildnis moderner Juden und Israelis im Vordergrund. Meines Erachtens einer der spannendsten und sehenswertesten Filme des Festivals - und, dank arte, mit Sicherheit auch in absehbarer Zeit im Fernsehen zu sehen.
Einen schönen Text zu History of Israeli Cinema von Stefan Ripplinger gibt's übrigens in der ersten Ausgabe von Cargo.

° ° °
Thema: berlinale 2009
11. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Ich schaffe es gerade zeitlich nicht, ausführlicher zu werden. Aber empfehlen will ich ihn doch: Pink, den neuen Film von Rudolf Thome. Auf seiner Website hatte sich Thome noch Hoffnungen gemacht, mit Pink im Wettbewerb um einen Bären zu ringen; die Verantwortlichen, und man muss sie öffentlich geißeln für sowas, schoben Thome in die dubioseste und gesichtsloseste aller Sektionen ab, ins "Berlinale Special",
das so ein bisschen die Funktion eines "ach, und übrigens" erfüllt: "Ach, und übrigens, das müssten wir eigentlich ja auch noch zeigen, nur sind die eigentlichen Slots schon voll."
Was hat solcher Platz jenseits allen Prestiges zur Folge? Eine der leersten Pressevorführungen des gesamten Festivals, was wehtut angesichts zum Bersten gefüllter Pressevorführungen von so weißgott schnurzegalen Petitessen wie gestern Frears' Chéri, in dem schon eine grotesk zurechtgeknödelte Kathy Bates ausreicht, damit's allüberal "hinreißend" oder "charmant" bramabarsiert.
Die paar wenigen, die aber da waren, bei Thome, und die Sinn haben für die, ja, leicht märchenhafte Welt dieses, nun wirklich, hinreißenden Films, die Lust hatten, auf die vielen kleinen und großen Ideen, die schönen Aussparungen, das hübsche Spiel
zwischen Überraschung und Vorhersehbarkeit, die dann noch Thome im Anschluss erfahren durften, all die haben, ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster beugen, vielleicht doch den schönsten Film des gesamten bisherigen Festivals gesehen.
Morgen abend läuft der Film nochmal im Babylon. Ob's noch Karten gibt, weiß ich zwar nicht. Das Online-Kontingent zwar ist schon erschöpft; aber versuchen Sie Ihr Glück doch wenigstens noch an der Kasse.
=======
Auf seiner Website hat Thome ausführlich den Entstehungsprozess von Pink protokolliert. Es wird sich wohl als lohnenswert herausstellen, Thomes Quasi-Blog - beim Q & A sagt er noch, jetzt haben ja alle diese Blogs, er schreibe schon seit 10 Jahren ins Internet - in nächster Zeit genauer zu verfolgen: Ab März wird Thome sein nächstes Projekt in Angriff nehmen, Ideen dafür habe er noch keine, seine Projekte beginne er beim Schreiben grundsätzlich ganz bei Null, sagt er noch. Und verspricht, im Netz ausführlich sein Vorankommen zu protokollieren. Zu hoffen bleibt abschließend, dass ihm das Notizbuch, das er hierfür aus seiner auf allen möglichen Filmfestivals zusammengekauften Sammlung wählt, auch diesmal das richtige Stichwort liefert. [Und ginge es nach mir, ich hätte, nach Pink, den nächsten Thome-Film ja lieber schon gleich gestern als morgen auf der Leinwand.]
Abschließend Ausschnitte, kein Trailer:
das so ein bisschen die Funktion eines "ach, und übrigens" erfüllt: "Ach, und übrigens, das müssten wir eigentlich ja auch noch zeigen, nur sind die eigentlichen Slots schon voll."Was hat solcher Platz jenseits allen Prestiges zur Folge? Eine der leersten Pressevorführungen des gesamten Festivals, was wehtut angesichts zum Bersten gefüllter Pressevorführungen von so weißgott schnurzegalen Petitessen wie gestern Frears' Chéri, in dem schon eine grotesk zurechtgeknödelte Kathy Bates ausreicht, damit's allüberal "hinreißend" oder "charmant" bramabarsiert.
Die paar wenigen, die aber da waren, bei Thome, und die Sinn haben für die, ja, leicht märchenhafte Welt dieses, nun wirklich, hinreißenden Films, die Lust hatten, auf die vielen kleinen und großen Ideen, die schönen Aussparungen, das hübsche Spiel
zwischen Überraschung und Vorhersehbarkeit, die dann noch Thome im Anschluss erfahren durften, all die haben, ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster beugen, vielleicht doch den schönsten Film des gesamten bisherigen Festivals gesehen.Morgen abend läuft der Film nochmal im Babylon. Ob's noch Karten gibt, weiß ich zwar nicht. Das Online-Kontingent zwar ist schon erschöpft; aber versuchen Sie Ihr Glück doch wenigstens noch an der Kasse.
=======
Auf seiner Website hat Thome ausführlich den Entstehungsprozess von Pink protokolliert. Es wird sich wohl als lohnenswert herausstellen, Thomes Quasi-Blog - beim Q & A sagt er noch, jetzt haben ja alle diese Blogs, er schreibe schon seit 10 Jahren ins Internet - in nächster Zeit genauer zu verfolgen: Ab März wird Thome sein nächstes Projekt in Angriff nehmen, Ideen dafür habe er noch keine, seine Projekte beginne er beim Schreiben grundsätzlich ganz bei Null, sagt er noch. Und verspricht, im Netz ausführlich sein Vorankommen zu protokollieren. Zu hoffen bleibt abschließend, dass ihm das Notizbuch, das er hierfür aus seiner auf allen möglichen Filmfestivals zusammengekauften Sammlung wählt, auch diesmal das richtige Stichwort liefert. [Und ginge es nach mir, ich hätte, nach Pink, den nächsten Thome-Film ja lieber schon gleich gestern als morgen auf der Leinwand.]
Abschließend Ausschnitte, kein Trailer:
° ° °
Thema: Kinokultur
Noch einen für die Nacht: Bert Rebhandl unterhält sich im Deutschlandradio über Cargo:
listen online
listen online
° ° °
Thema: berlinale 2009
11. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Hab ich einen vergessen oder nicht? Auf jeden Fall, wir haben nach Mitternacht, ich meine den, der gerade zuende gegangen ist. Und weil in rund 7 Stunden schon wieder die nächste
Pressevorführung besucht sein will (Soul Power im Forum, der sich sehr interesant liest - zumal im Katalog-PDF, das man da runterladen kann), mach ich's rasch.
Über Chéri (Wettbewerb) verliere ich kein Wort. Nicht, weil er ärgerlich ist. Nicht, weil er nicht von dieser Welt ist. Sondern einfach nur, weil er so ist, wie er ist. Was hat solch in jeder Hinsicht öder Schnurz im Wettbewerb verloren? (Ich weiß, ich weiß, Michelle Pfeifer, roter Teppich, Kosslick, etc.)
Den japanischen Film Naked of Defenses sah ich danach, da wird wohl morgen im Perlentaucher mehr zu lesen sein, schätze ich. Nicht herausragend, aber auf gedämpfte Weise schön. Mit einigen Härten zwischendrin: In seiner taz-Kolumne berichtet Diederich Diederichsen von seinem Erleben, bei Ozon einen vollgeschissenen Kinderarsch gesehen zu haben; hier kriegt man gleich eine ganze Geburt full frontal zu sehen. Aber doch wieder sehr schön daran: Das passiert da einfach.

Am Abend wurde fett gespachtelt. Ganz fett. Cleopatra gab's in der Retrospektive. Brillante Kopie. Was für ein Detailreichtum. Was für Farben! Was für ein Szenenaufwand, was für ein Ausstattungsaufwand! Und interessant: Am schwächsten wird Cleopatra immer dann, wenn die Schauspieler ganz auf Shakespeare machen und zum dramatischen Monolog anheben, Szenen also, bei denen die Spezifik des Materials nahezu verschenkt wird. Davon abgesehen: Ein ganz großartiges Kinoerlebnis, bei dem ich über vier Stunden nur selten aus dem Staunen kam (und schöne Grüße soll ich von meinem Hintern noch ausrichten, der bedankt sich, dass ich nun binnen kürzester Zeit schon zum dritten Mal einen Film weit jenseits der Dreistundenmarke gesehen habe).
Pressevorführung besucht sein will (Soul Power im Forum, der sich sehr interesant liest - zumal im Katalog-PDF, das man da runterladen kann), mach ich's rasch. Über Chéri (Wettbewerb) verliere ich kein Wort. Nicht, weil er ärgerlich ist. Nicht, weil er nicht von dieser Welt ist. Sondern einfach nur, weil er so ist, wie er ist. Was hat solch in jeder Hinsicht öder Schnurz im Wettbewerb verloren? (Ich weiß, ich weiß, Michelle Pfeifer, roter Teppich, Kosslick, etc.)
Den japanischen Film Naked of Defenses sah ich danach, da wird wohl morgen im Perlentaucher mehr zu lesen sein, schätze ich. Nicht herausragend, aber auf gedämpfte Weise schön. Mit einigen Härten zwischendrin: In seiner taz-Kolumne berichtet Diederich Diederichsen von seinem Erleben, bei Ozon einen vollgeschissenen Kinderarsch gesehen zu haben; hier kriegt man gleich eine ganze Geburt full frontal zu sehen. Aber doch wieder sehr schön daran: Das passiert da einfach.

Am Abend wurde fett gespachtelt. Ganz fett. Cleopatra gab's in der Retrospektive. Brillante Kopie. Was für ein Detailreichtum. Was für Farben! Was für ein Szenenaufwand, was für ein Ausstattungsaufwand! Und interessant: Am schwächsten wird Cleopatra immer dann, wenn die Schauspieler ganz auf Shakespeare machen und zum dramatischen Monolog anheben, Szenen also, bei denen die Spezifik des Materials nahezu verschenkt wird. Davon abgesehen: Ein ganz großartiges Kinoerlebnis, bei dem ich über vier Stunden nur selten aus dem Staunen kam (und schöne Grüße soll ich von meinem Hintern noch ausrichten, der bedankt sich, dass ich nun binnen kürzester Zeit schon zum dritten Mal einen Film weit jenseits der Dreistundenmarke gesehen habe).
° ° °