Montag, 25. Juni 2007
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Erst vor kurzem musste ich innerlich wieder schwer die Augen nach oben verdrehen, als ein Kommilitone im filmwissenschaftlichen Referat es sich nicht nehmen ließ, anhand einer Sequenz aus einer us-amerikanischen TV-Serie auf "die prüden Amis" hinzuweisen. Schon deshalb muss man der flickr-Kontroverse der letzten Tage - und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir in naher Zukunft noch viele weitere Spektakel solcher Art erleben werden - eigentlich im höchsten Maße dankbar sein, weil sie deutlich aufzeigt, in /welchem/ Land der westlichen Industrienationen der Jugendschutz, nimmt man ihn beim juristischen Wort, ins völlig Groteske und Bizarre entglitten ist. Ob und wie der deutsche Jugendschutz solche Manöver wie die von flickr zur deutschen Premiere eingeleiteten wirklich nötig machen oder nicht, ist dabei völlig unerheblich - es reicht alleine schon der Umstand, dass man, um auch wirklich sicher gehen zu können, angesichts einer paranoischen Gesetzeslage solche Restriktionen am besten schon im Vorfeld quasi-paranoisch in Erwägung ziehen muss.

Es ist erstaunlich, wie wenig Bewusstsein dessen herrscht, was in dieser Hinsicht in Deutschland abgeht. Da ich in einer Videothek jobbe, liegen mir Feld-Erkenntnisse sozusagen "aus erster Hand" vor. Groß ist oft das Erstaunen, wenn die Leute erfahren, dass es so etwas wie Indizierungen gibt und welche hirnrissigen Manöver diese nötig machen, will man nicht strafrechtlich belangt werden (dass die Bundesrepublik die einzige Nation des Abendlandes ist, in dem Herstellung und Vertrieb so genannter,allerdings fiktiver "Gewaltfilme" mitunter auch strafrechtlich belangt werden können, spricht dabei Bände), von Beschlagnahmungen und Verboten ganz zu schweigen.

Und schließlich sollte noch auf eines hingewiesen werden. Als in den USA "Deep Throat" an den us-amerikanischen Kinokassen in die Top5 der Jahresabschlussbilanz der Filmindustrie quasi "gewählt" wurde, drehte man in Deutschland noch strunzdumme Schulmädchenreport- und Lederhosenfilme, die an Misogynie, Verklemmtheit, Lustfeindlichkeit und Spießbürgerlichkeit kaum zu übetreffen sind. An subversive Meisterwerke wie The Opening of Misty Beethoven oder Thundercrack! ist unter deutschen Bedingungen, egal an welchem exakten historischen Ort, schon gleich nie überhaupt nur zu denken gewesen. Die Nachwirkungen dieser schwer neurotisierten Kultur sind heute noch zu spüren, wenn sie nicht noch immer alltäglich ist, betrachtet man sich etwa nur die Diskrepanz zwischen empörten Headlines, Kleinanzeigenteil und dem Altherrenwitz in Fotoform, welche die erfolgreichste Zeitung Deutschlands, im übrigen noch immer die beste Widerspiegelung der Kultur-Kloake, die dieses Land nun einmal ist, ohne mit der WImper zu zucken in sich vereint.


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Thema: videodrome
Pullquote hat eine Demonstration des Single Shot Verfahrens von Leonard Retel-Hemrich gepostet - und das Material ist so erstaunlich wie atemberaubend. Gut gefällt mir, dass es hier nicht nur um eine technische Spielerei geht, sondern dass Retel-Hemrich in der Tat nach Möglichkeiten des künstlerischen/filmischen Ausdrucks sucht. Mehr Informationen gibt es hier.

[via]



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Thema: Hinweise
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"...das ist noch roh und anarchisch und vulgär".
Die "Süddeutsche" hat Werner Herzog interviewt.



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Freitag, 22. Juni 2007
Thema: Hinweise
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"Und dann habt ihr einen Gegner vor euch, sowas habt ihr noch nie erlebt."

Der "Tagesspiegel" hat Werner Herzog interviewt.



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In japanischen Filmen sitzen die Leute oft auf dem Boden ihrer Wohnstätten. In mir hat das immer einen ganz eigentümlichen Eindruck einer gewissen Freiheit, oder vielleicht besser Vetrautheit erweckt. Ein Wohnraum ist erst dann erschlossen, wenn man in ihm mit aller Selbstverständlichkeit sitzen kann und schließlich denn auch sitzt.

Gerade jetzt im Moment sitze auch ich hier auf dem Boden meines Wohnzimmers. Der Grund dafür ist einfach: Seit wenigen Tagen habe ich meinen ersten Laptop. Und obendrein ist's noch mein erstes Linux-System. Neue Welten.

Es fühlt sich schön und gut an. Auch das Netz fühlt sich jetzt anders an. Ich habe mir Kubuntu besorgt und fühle mich sogar schon recht sicher damit. Das System läuft, ist zu meiner Zufriedenheit schnell und ich kann alles damit machen, was ich vorhabe. Und das beim Erstkontakt und ganz auf eigene Faust (zugegeben: Zahlreiche Foren und Wikis haben mich durch bereitgestelltes Wissen unterstützt). Es ist beeindruckend, wie easy Linux mittlerweile zu handhaben ist (wenn man nicht gerade äußerst spezielle Wünsche an sein System richtet). Zweifler und Skeptiker, die sich zurück- und an ihrem WinXP halten, seien beruhigt und zugleich zum Wechsel ihrerseits angehalten.Traut Euch einfach! :-)

Jetzt gerade bin ich sehr glücklich über meine neue Arbeitsumgebung und deren Portabilität. Wundervolle Potenziale für die Zukunft tun sich auf. Ich sitze auf dem Wohnzimmerboden und bin im Internetz. Das hat's vorher bei mir nicht gegeben.


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Wollte nur kurz durchgeben, bzw. darauf hinweisen, dass heute abend um 22.15 auf RTL die Serie Prison Break startet. Wer noch nicht das Vergnügen hatte, diese Serie via Import-DVD zu sehen, darf sich meiner dringenden Empfehlung sicher sein! Prison Break erfindet das Rad zwar kaum neu, hebt aber Erzähl- und Spannungsökonomie auf ein ordentlich hohes Niveau. Nicht zuletzt ist Scofield, die Hauptfigur, schlicht und ergreifend the new cool (ein Aspekt, der allerdings in synchronisierter Form vermutlich beschädigt wird).

Auf SpOn gibt's ein paar Beobachtungen (siehe aber auch FAZ), die a bissl zu sehr auf mangelnde Logik versteift sind (meine Güte, na sicher ist da viel heiße Nadel drin, aber bei Hitchcock weist ja auch kein Mensch dauernd drauf hin, dass da ganz schön viel ganz schön unlogisch ist!), wo das Spannende an der Serie doch gerade die Aufbereitung des Verhältnisses zwischen allmächtig nur erscheinendem Überwachungsapparat und intellektuell-sportiv informierten Umgehungsstrategien ist, die im Zeitalter von Innenministeriums-Deppen, Videotechnik-Lobbyisten und Kontroll-Freaks fast schon subversiven Charakter erreicht.

Aber egal. 22.15, RTL: anschauen, Chips & Bier nicht vergessen.


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Im Abspann finden sich kaum Figurennamen. Alle, um die es im Kern geht, sind lediglich in Form ihrer basalsten Funktion ausgestellt: The Driver, steht da, the Detective, the Player, the Kid usw. Und um Funktionen, ums Funktionieren, damit mithin um Ökonomie, auch der des Erzählens, geht es letzten Endes. Der Fahrer aus dem Titel, Ryan O'Neal spielt ihn als Mann ohne Regungen mit Bravour, fährt wie kein zweiter, der Detective ermittelt regelrecht um sein Leben, und "The Player", gespielt von einer der schönsten Frauen der Welt: Isabelle Adjani, setzt aufs Ganze und tut, was eine femme fatale im Noir-informierten Thriller zu tun hat. Ein Rad greift folgerichtig ins Nächste, immer gibt es nur die nächste Schaltung, die sich aus der voran gegangenen ergibt.

Der Tonfall des Films ist blanke Lakonie: Mehr wird weggelassen, denn gezeigt. Aufs allerallernotwendigste reduziert ergibt sich bei The Driver Brillanz und Eleganz zu gleichen Teilen. Figuren lernt man nicht kennen, Psychen bleiben außen vor, Psychologisierungen schon erst recht. Motive, Biografien - alles Ballast, der die schlichte Anordnung von Bewegungen und Manövern, die The Driver ist, nur unnötig verschleiern würde. Dem Minimalsmus jeglicher Figurenregung in diesem Film entspricht der Minimalismus von Form und Story: Unaufgeregter war selten ein Film aus dem Herzen der US-Filmindustrie, zumal im Zeitalter nach Jaws und Star Wars.

Minimal bleibt einer hingegen nicht: Der Detective, der einzige, der im eigentlichen Sinne handelt (wenngleich man sich beim "Player" darüber nicht sicher sein kann). Seine Obsession, den Driver dingfest zu machen, führt, zumindest im Maßstab des Films, zu emotionalen Ausbrüchen, die in der stumm bleibenden Fassade des Drivers ihren Widerpart erhalten. Der Driver selbst hingegen bleibt, wie wohl Titelheld, bis zum existenzialistischen Nullpunkt geronnen bloßer Reaktion verpflichtet: Sondieren der Lage, sich darauf einstellen, ihr gemäß manövrieren, dabei nicht mit der Wimper zucken. Interesse- und motivlos kennt er in einer Welt, die offenkundig nichts zu bieten hat (die Kulisse, eine us-amerikanische Großstadt, bleibt seltsam diffus, nicht einsortierbar und auffallend unattrakativ als Lebensraum, dabei doch stets präsent über die um eigentümliche Authentizität bemühte Tonspur), nichts anderes außer: Überleben, against all odds.

Ein Held ist er deshalb genau nicht. Er gewinnt kein Herz, rettet keins, greift nicht ein, kein Impetus geht von ihm aus, kommt gerade so ums Schlimmste herum, läuft am Ende aus der Welt. Was er aber kennt ist Solidarität der Klasse wegen: "Go home", sagt er zu seinesgleichen auf Seiten des Widerparts, die Pistole in der Hand. Mehr bleibt ihm selbst am Ende schließlich auch nicht übrig. My car, my home - all diese american values, von denen schlussendlich kaum was bleibt, von Trostzuflucht und Utopieversprechen ganz zu schweigen.

Ein stilles Meisterwerk.

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Samstag, 16. Juni 2007
David Bordwell hat einen ausführlichen und, wie kaum anders zu erwarten, glücklicherweise sehr theorielastigen Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Filmtheorie-Pionier Rudolf Arnheim verfasst.

Mittlerweile ist auch auf der Website des Deutschlandfunks ein Nachruf zu finden, den man sich auch anhören kann.



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Thema: Hinweise
Vor wenigen Tagen bot sich im us-amerikanischen Fernsehen die seltene Möglichkeit zur Sichtung von Frederick Wisemans letztem Dokumentarfilm State Legislature. Der New York Times ist's eine (wenngleich pikierte) Fernsehkritik wert.

Ich habe den Film auf der letzten Berlinale gesehen und war begeistert.



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Donnerstag, 14. Juni 2007
Thema: Kinokultur
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Die FSK hat mal wieder zur Überarbeitung gebeten. Corpus Delicti ist der heute startende Hostel 2. Sicher, geschnitten hat ihn die FSK nun nicht; doch wenn einer ungeschnittenen Filmfassung die schon aus juristischen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Gründen notwendige Freigabe selbst noch für Erwachsene verwehrt wird, was bleibt einem da noch anderes übrig als eben die Schere anzusetzen? Die FSK ist und bleibt in solchen Fällen eine Instanz der Vorabzensur.

Fünf Minuten des Films fehlen. Fünf Minuten, die zu sehen die FSK einem erwachsenen Menschen nicht zutraut. Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Film nun sehen möchte oder nicht, ob einem das Genre nun passt oder nicht. Mir ganz persönlich ist das auch egal, ob da fünf Minuten drin sind oder nicht - weil ich mir den Film im Kino eh nicht anschauen werde. Trotzdem gibt es nicht den geringsten Grund dafür, dass mir und jedem anderem erwachsenen, also mündigen Bürger eine FSK vorschreibt, in welcher Fassung ich einen Film sehen darf und in welcher nicht. Noch dazu, wenn, wie Kothenschulte in der "FR" schreibt, der Sinn des Werks durch solche Eingriffe in dessen Integrität verzerrt wird - shame on you!

Zweite Baustelle der FSK derzeit: Die Freigabe des Films Nympha, den epiX auf den Markt bringen möchte. Kann man hier im Firmenforum nachlesen. Dem Vernehmen nach (und ich glaube Morris von epiX, den ich persönlich kenne, ohne weiteres) ist der Film zwar nicht ganz ohne, aber keineswegs kontrovers; entsprechend ratlos hockt man nun bei epiX da. Muss man eben nochmal prüfen lassen (kostet Geld), auf eine andere Kommission hoffen, oder eben den Film kürzen. Und da das Verfahren der FSK so transparent wie ein Moortümpel ist, muss man eben auf gutglück kürzen. Was für eine Saubande.


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Dein neuer Webauftritt ist zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wird aber wohl mit der Zeit okay gehen. Wenngleich ich die vorherige Schlichtheit eigentlich ganz angenehm fand (und die Werbebomben ringsum, well, für was gibt's AdBlock, nicht?).

Aber unverzeihlich, also wirklich unverzeihlich ist: Dass Du Dein weitreichendes Online-Archiv mit dem neuen Auftritt einfach mal vom Netz genommen hast. Sorry, aber: Dat is Bullshit, big style.


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Mittwoch, 13. Juni 2007
Thema: Hinweise
Großer Lesespaß: Ekkehard watscht Hostel 2 gehörig ab. Da schon Teil 1, ebenfalls von Eli Roth in die Welt gebracht, ein selten gesehenes Ausmaß von Blödheit und Langeweile erreicht hatte, kann die Kritik wohl kaum daneben liegen.


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Mittwoch, 13. Juni 2007
Seminarsichtung "Sex im Film", 12.06.2007.



Als die berüchtigten Experimentalfilm-Sequenzen gegen Ende von Behind the Green Door, diesem höchst seltsamen, höchst befremdlichen, wundervoll enrückenden und nie ganz zu greifenden Porno, einsetzen, kommt spürbar Bewegung in den fast zum Bersten gefüllten Seminarraum. Geschäftigkeit in allen Ecken, plötzlich hört man allüberall Stühle rücken, Sitzpositionen sich wechseln, papiernes Rascheln, weggelegte Stifte und nervöses Lachen, das hilflos, auf der Suche nach Antwort und Echo, in den Raum geworfen wird und dabei stets an sich vorbei zielt.

Man spürt es förmlich im Raum stehen, wie wenig mit den so erstaunlich primitiven, aber wirkungsvollen Sequenzen zurande gekommen wird. Die Kontraktionen eines, wie es scheint, übervoll mit Sperma gefüllten Schwanzes, in extremer Zeitlupe, gespiegelt, symetrisch, farbverfremdet, Ekstase am Null- und höchsten Potenzpunkt in Marilyn Chambers Gesicht. Über den Umweg von King Kong findet eine Adaption der Traumnovelle zum psychedlisch-infernalen Höhepunkt eines 2001 - Odyssee im Weltraum. Venus and beyond the Infinite.

Die Körper gelangen in diesen Momenten zu ihrem ekstastischen Verlöschen. Neigt der Pornofilm ansonsten rhetorisch zum Index - "Dies ist die Spur dessen, was wirklich war" -, verflüchtigt er sich hier ganz ins piktorial-abstrakte. Die einzigen cum shots des Films brechen die Diegese vollends auf: Porno als Event in 2-D, das zur Wichsvorlage schlechterdings nicht eignet, dafür aber viel vom Ich-Verlust des Orgasmus erzählt: Der kleine Tod als Entgrenzung - von Körpern, Subjekten, Referenz.

Behind the Green Door hat auch im Jahr 2007 irritiert, nimmt man das Seminar zum Kronzeugen. Eine Domestizierung des Bilderwucherns in der anschließenden Diskussion fand kaum statt; wohl merkte man den Drang, das Gesehene zu sortieren, einzuordnen. Der Widerspenstigkeit dieses vielleicht nicht genießbaren, aber doch bemerkenswerten movies ist's gedankt, dass dies, gottlob, nicht gelang.

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Auf der Comickonferenz vor wenigen Tagen fragten wir uns in einem Gespräch am Rande noch, ob er denn noch lebe. Ich meinte, ja, das hätte ich ja doch wohl mitgekriegt, wenn nicht. Am letzten Tag der Tagung ist er in der Tat verstorben: Rudolf Arnheim ist tot, er wurde schließlich 102 Jahre alt.

Arnheims Beitrag zur Filmtheorie mag für heutige Belange nicht mehr von allzu großem Interesse sein. Dennoch ist seine frühe Filmästhetik und -theorie als eine der ersten überhaupt zumindest historisch von absolutem Belang - und bis heute immer wieder eine anregende Lektüre. Nicht zuletzt verlieren wir mit Arnheim einen der letzten, informierten Zeitzeugen der Stummfilmzeit.

Viel mehr als übliche Presseagentur-Notizen ließen sich im Feuilleton bislang kaum ausmachen. In der "FR" schreibt Kothenschulte einen Nachruf, sowie Gregor Dotzauer im Tagesspiegel.


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Samstag, 9. Juni 2007
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Der eitle Volkssport der wohlfeilen Distanzhuberei ist einer, dem selbst noch bei vorhandenen nur besten Ab- und Ansichten immer wieder vorrangig bloß der ekle Speichel im Barte eines Wolfgang Thierses anzusehen ist und schon deshalb als Praxis abzulehnen. Raul Zelik schreibt im "Freitag" noch einiges wichtiges mehr; nicht allem ist zuzustimmen, doch als korrektive Widerstimme im Kanon der distanziert gleich sich Schaltenden ist sie von absoluter Relevanz: klick!


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Freitag, 8. Juni 2007
Thema: Kinokultur
"Südwest Aktiv" hat den Regisseur interviewt.


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Mittwoch, 6. Juni 2007
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Heute morgen, beim ersten Pott Kaffee, der mit einer allgemeinen Presseschau einher geht, hatte es mich gefährlich in den Fingern gejuckt. Ein "Ihr Pfeifen" wollte ich den "Journalisten" hinterherschreiben, die von basalsten Grundkenntnissen ihrer Profession, die sich selbst schon den frisch Gymnasien entschlüfpten Häschen im Publizistik-Erstsemester erschließen, offenbar noch nie was gehört haben. Dass man nicht hofberichterstattet beispielsweise, dass Verlautbarungsjournalismus unbedingt zu meiden ist, dass man sich eine Sache nicht zu eigen macht, vor allem aber: Dass man seine Informationsbringern immer auch als Vertreter von spezifischen Interessen einer bestimmten Öffentlichkeitswirksamkeit versteht. Vor allem letzteres gilt gerade dann ganz besonders, wenn man seine Informationen von der Polizei und/oder von einer Staatsanwaltschaft erhält. Man muss weder links, noch rechts, noch Verschwörungstheoretiker sein, um das zu begreifen oder zu beherzigen. Dennoch schreiben fast ausnahmslos alle dieser Herolde, als gälte es vor allem Interessen, Sorgen und Nöte vor allem einer Instanz, eben der Polizei, zu schildern und zu objektivieren. Natürlich hält man sich dabei an Fakten. Doch wenn ich ausschließtlich vom Faktum schreibe, dass die Polizei bei ihrem Einsatz Schwierigkeiten habe, perspektiviere ich die Ereignisse eben schon in einer Weise, in der Objektivität, Maß und Kritik von einer bloßen Mitteilungsverdopplung verdrängt wird.

Geschrieben hatte ich dann doch nichts. Und es stellt sich auch nicht mehr die Dringlichkeit, da der Spiegelfechter heute dazu sehr viel geschrieben hat, worauf ich ja eigentlich nur hinweisen möchte.

Und übrigens nicht umsonst schneidet die hiesige journalistische Kultur im Vergleich zu der in anderen Nationen vor allem aus dem anglo-amerikanischen Raum herrschenden so schlecht ab.

Nachtrag: Die taz bilanziert die vor Gutgläubigkeiten und handwerklichen Defiziten strotzende Berichterstattung.


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Der Fall Jericho bleibt weiterhin heiß: Gestartet als last season's Flaggschiff des Networks CBS erwies sich die Serie, in der sich nach einem nuklearen Schlag gegen die USA Überlebende in einer Hinterland-Siedlung namens Jericho sammeln, trotz eines guten Einstiegs nach einer dreimonatigen Pause zunehmend als Quotenenttäuschung (was im Falle des völlig ins bizarre geglittenen US-Serienmarkts soviel bedeutet wie: nur knapp über 7 Millionen Zuschauer...).

Das Urteil wurde bereits vor Seasonende erahnt und folgte schließlich wenig später im Mai: CBS wird keine weitere Season von Jericho in Auftrag geben. Das ist nicht nur für die dennoch zahlreichen Fans der Serie bitter, da die erste Season offen endet, sondern auch für den hiesigen Lizenznehmer Pro7, der die Rechte an der Serie noch vor der Absetzung erwarb und nun ein gewisses Überzeugungsproblem hat.

Die mittlerweile buchstäblich hochvernetzte "Serienszene" ließ indes auf Protestaktionen nicht lange warten: In einer wahrscheinlich wirklich beispiellos über das Internet organisierten Kampagne wurden Tonnen von Peanuts bestellt - und an die Lieferadresse von CBS geschickt. Die Aktion ist doppeldeutig: Auch Peanuts, also Nippes-Beträge im Finanzjargon, bringen hinreichend Gewicht auf die Waage, vor allem, wenn sie massenhaft angeliefert werden; und völlig "nuts" müssen die Verantwortlichen bei CBS zu sein, wenn sie nicht den Mut aufbringen, einer vielversprechenden Qualitätsserie den Raum zur Entwicklung und Reifung zu bieten.

Weiterhin ist diese Aktion auch dafür Indiz, dass sich der Serienmarkt unter den neu-medialen Paradigmen des Internets und der digitalen Distribution im dramatischen Maße neu strukturiert und deshalb auch nach neuen Geschäftsmodellen und -praktiken verlangt. Bloße Ausstrahlungsquote alleine ist kaum mehr in der Lage, den Erfolg einer Serie zu messen, da die ausstrahlungssynchrone Sichtung zusehends an Attraktivität verliert: DVD-Auswertung, Online-Streamings, zeitversetztes Sehen via TiVo und legaler oder illegaler Download gewinnen zusehends an beachtlicher Relevanz für die Streuweite zumal nicht auf episodic closure setzender Serien jüngeren Formats.

Ob nun die Nüsse ausschlaggebend waren, sei dahingestellt. Jedenfalls rumort die US-Branche derzeit, dass Jericho doch noch nicht zu den Akten gelegt sein könnte. Mit der LA Times, Variety und dem Hollywood Reporter streuen keineswegs nur Gerüchteküchen Meldungen über eine mögliche Wiederaufnahme der Serie. Konkreten Charakter weist zwar noch keine Meldung auf. Doch stehen die Zeichen nicht zum Schlechtesten, dass Jericho, wenngleich in einem wahrscheinlich abgeänderten Format, zurückkehren könnte. Eine acht Episoden umspannende Mini-Serie scheint die attraktivste Lösung zu sein.

Ich halte das für eine spannende Entwicklung. Seh- und Rezeptionsgewohnheiten strukturieren sich zur Zeit dramatisch neu; sollte Jericho doch noch mit Erfolg in die Verlängerung gehen, könnte sich dies als erstes Indiz für eine darauf reagierende Umstrukturierung von Produktion und Vermarktung neuer Serienformate betrachten lassen. Und vielleicht würde es in Zukunft weit weniger tragische Fehlentscheidungen wie die damalige Absetzung von Firefly geben.

Bleibt schlussendlich abzuwarten, was von Jericho selbst zu halten ist. Was ich bis jetzt schon spannend finde, ist das Detail, dass auch hier ein Weltverlust im Mittelpunkt steht. Ich will daraus keineswegs schon voreilige Schlüsse ziehen, doch scheint sich dieses Motiv gerade wie ein roter Faden durch die Landschaft zumindest ambitionierter US-Serien der letzten Jahre zu zeichnen: Ob nun Lost oder Battlestar Galactica, ob Deadwood oder Jericho und bis zu einem gewissen Grad auch Prison Break: Allesamt handeln sie von einer Gruppe, die, mehr oder weniger schlagartig mit einer neuen Lebensrealität abseits vertrauer Welt-Koordinaten konfrontiert, neue Verhaltenspraxen und Ethiken entwickeln muss. Mit etwas Mut zur steilen These will ich dann doch etwas behaupten: Wer in Zukunft die USA der 00er Jahre verstehen will, wird um einen aufmerksamen Blick in diese Serien nicht herumkommen.


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HBO am Ende?


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Montag, 4. Juni 2007
Wohl kaum ein akademisches Arbeitsgerät (zumindest der geisteswissenschaftlichen Bahnen) hat einen derart legendären Ruf entwickelt wie Niklas Luhmanns Zettelkasten, in den der Systemtheoretiker jahrzehntelang Gedanken und Lektüren hinterlegte und sortierte, sprich: speicherte. Lediglich Arno Schmidt dürfte in einer bundesrepublikanischen Kulturgeschichte des Zettelns als zweiter großer Zettelsammler neben ihm stehen.

Das folgende kleine Fundstück zeigt nicht nur Luhmanns höchst verzettelte Arbeitsstätte, sondern auch den Soziologen beim Erklären seiner Zettelei:

[via]

Auch ich zettle ja wahnsinnig gerne. Dies allerdings nicht so sehr in papierner, sondern digitaler Form. Eine dafür wirklich tolle, wenngleich bislang nur für Windows konzipierte (eine plattformunabhängige Version scheint jedoch in Arbeit) Adaption von Luhmanns Zettelprinzip hat Daniel Lüdecke entwickelt. Das Programm ist zwar nicht Open Source, aber Freeware - und im höchsten Maße effektiv.

Mehr zum Zettelkasten gab es beispielsweise auch im Einführungskurs Kulturwissenschaft an der HU Berlin vor wenigen Jahren. Das Seminarskript ist online zu lesen. Damit verbändelt ist das, allerdings an Arno Schmidt orientierte, Onlineexperiment Zetteltraum.



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Schade, Teil 3 der so geglückt begonnenen und ebenso fortgesetzten Reihe enttäuscht zumindest leise. Dass Teil 1 und 2 so quirlige movies im besten Sinne waren, lag, nach meinem Empfinden, vor allem auch daran, dass Raimi zwar Spektakelkino betrieb, ohne dabei aber einer Logik der Überbietung zu verfallen, die sich alles unterordnet. Sicherlich setzte Teil 2 einige neue Standards in Sachen neuer, computerinduzierter Kinetik und also Bewegungsfreiheit; dennoch überwogen zum Gelingen der Veranstaltung kompositorische Aspekte diejenigen bloßer Ausstellung und digitaler Muskelkraft.

Ein solches ausgewogenes Mischverhältnis erreicht Teil 3 in fast keinem Moment. Dafür gibt es Mehr von Allem. Mehr Konflikt, mehr atemberaubend Anzusehendes, mehr Bösewichte. Der Film selbst läuft dabei munter aus dem Ruder und dies nicht unbedingt zu seinem Vorteil.

Die Story bleibt im Vagen und übersteigt Reißbrettcharakter kaum. Alte Konflikte werden hinübergehievt und es dauert recht lang, bis eine Richtung deutlich wird. An allen Ecken und Enden kommen neue Schurken ins Spiel, die ihrerseits erst eingeführt werden müssen, was nicht immer ganz elegant geschieht. Da sich die einzelnen Teile nur mühselig ineinander schieben, ohne sich dabei je befriedigend zu verdichten (fast immer ist alles absehbar), bringt man oft ganze Passagen damit zu, den Film in seinem Verlauf lediglich zu registrieren, statt an ihm teilzuhaben. Vielleicht habe ich mich im letzten halben Jahr einfach nur zu viel mit narrativ avancierten und komplexen TV-Serien befasst; dennoch muss ich einfach sagen: Zuweilen hat das schon genervt. Weil's eben vor allem an soap operas und telenovelas erinnerte: Wer hat wessen Vater aus der Welt geschafft und dafür mit wessen Freundin wann gepennt und, ach, dergleichen mehr... Wobei eines schließlich doch zu bemerken ist: Spider-Man 3 ist, was Narration betrifft, monströs zusammengesetzt und doch erzählt sich in ihm über weite Strecken ein so derartiges Nichts, dass man über solche Gegensätze fast schon wieder staunen muss.

Irgendwann, aus heiterem Himmel, kommt dann aber doch der erste Bösewicht. Und also die erste Actionsequenz. Sie lässt einiges erahnen, was sich später bewahrheiten wird: Im Sinne von "Viel hilft viel" wird man hier in eine lediglich der Verwirrung dienliche Abfolge von "Raumereien" geschmissen, was ja gerade die Unsitte von zeitgenössischen Actionfilmen ist, die in den vorherigen Spider-Man-Filmen zumindest nicht derart exzessiv betrieben wurde (ich erinnere mich eher an ein paar hübsch aufgeräumte, und gerade dennoch sehr imposante Sequenzen). Einen Gewinn schlägt Spider-Man 3 daraus nicht: Statt Achterbahn gibt's zumeist zerfasert Anzusehendes, sobald etwas Schwung in die Körper kommt.

Überhaupt, die Schurken. Allesamt sehr interessante Figuren und jede eines Filmes würdig. Spider-Man 3 packt jedoch so viel in sich, dass sich von jedem zwar je ein Drittel erahnen lässt, die drei zusammen genommen aber dennoch nicht einmal die Summe ihrer Teile ergeben, sondern eben weniger. Da das Drehbuch überdies keinem dramaturgischen Aufbau folgt, sondern, gelinde gesagt, arge Zeitmanagment-Probleme aufweist und streng nach der Logik momentanen Bedarfs zu funkionieren scheint, wirkt das ganze wie eine geplatzte Wundertüte, deren am Boden herumliegende Einzelteile aufzusammeln offenbar die Mühe nicht lohnte. Weshalb sie sich ja auch keiner gemacht hat.

Vielleicht ist das Potenzial der Titelfigur auch langsam ausgereizt. Von den Heften und Paperbacks konnte ich ja auch immer nur ganz wenige lesen und dann war auch einfach mal gut, zumal Parker als Charakter, naja, schon eher wenig mitreißend ist. Von der vermeintlichen "Nähe" der Figur, weil sie soviele Alltagsprobleme habe, konnte ich jedenfalls nie viel spüren; wie unedlich vielversprechender und unauslotbarer sind dagegen die Abgründe, die in Batman vom Konkurrenzverlag angelegt sind (soviel zu diesem ewigen Streit).

Dennoch gibt's in Spider-Man 3 auch einige hübsche Beobachtungen zu machen. Tobey Maguire beispielsweise sieht jetzt aus wie ein Teig mit Mund, vom alten feinen Schnitt im Gesicht ist nüscht geblieben. Ist da nicht auch die Ahnung eines Doppelkinns? Wohl deshalb meint der Konkurrenzfotograf an der einen Stelle, dass Spidey auf seinen Bildern weniger pummelig erscheinen würde. Nett auch, dass die eine Blaskapelle die Titelmelodie von irgendeiner uralten Spiderman-Serie (oder sowas) spielt. Stan Lee himself hat ein nettes Cameo, dasselbe gilt für die drei Kinder von Sam Raimi, die ihrem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ähneln, weshalb man sie zuvor noch nicht einmal gesehen haben muss, um sie als ihres Vaters Brut zu erkennen (der Abspann gab mir schließlich recht). Und schließlich nichts weniger als göttlich ist der obligate Auftritt von Bruce Campbell, der in /allen/ Raimi-Filmen mitspielt: Einmal mehr erweist sich der alte B-Movie-Dandy als die coolste Sau von Hollywood. Nur die alte Karre von Sam Raimi habe ich diesmal nicht entdeckt, sonst bringt er die ja immer unter - wer hat Hinweise?

Doch davon ab und als sozusagen Fazit: Ich freue mich auf den zweiten Batman. Den Spidey lassen wir jetzt erstmal gut sein, ja?

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Sonntag, 3. Juni 2007
Hier gefunden.


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Freitag, 1. Juni 2007
Bruno S., die schillerndste Figur im Werk Werner Herzogs, wird 75. Der "Tagesspiegel" würdigt ihn mit einer ausführlichen Reportage.

Seinen Jeder für sich und Gott gegen alle sollte man zu diesem Anlass mal sehen, wenn man ihn noch nicht gesehen hat. Eine Dokumentation über ihn gibt es auch, Bruno S. - Die Fremde ist der Tod, die ich leider noch immer nicht gesehen habe.

Alles Gute, Bruno.


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Montag, 28. Mai 2007
The Sorcerers (1967) - deutscher Verleihtitel: Im Banne des Dr. Monserrat - ist ein eher unbekannter britischer Horrorfilm mit dem schon greisen Boris Karloff in der Hauptrolle. Produziert wurde er von Tigon Productions, neben den Platzhirschen Hammer und Amicus die dritten im Bunde der British Horror Movies. Der Film ist gewiss recht trashig und leitete damals vielleicht sogar schon die neuere Welle (vgl. etwa Dracula AD 1972) im britischen Horrorkino ein, die nicht mehr in Zeit, Raum und Literatur des 19. Jahrhunderts hauste, sondern ganz im (damaligen) Hier und Jetzt. Als Regisseur verantwortlich zeichnete im übrigen Michael Reeves, ein früh verstorbener Filmemacher, der vor allem für seinen Witchfinder General (zu dem ich persönlich indes nie wirklich Zugang fand) unter Genrefreunden zu großem Ruhm gelangte.

Karloff mimt hier einen ins Alter gekommenen Wissenschaftler, der von seiner Gattin - möge der Teufel diese Eva auf alle Tage verfluchen ( ;) ) - dazu verführt wird, seine neueste Erfindung, die es ihm gestattet, Menschen telepathisch zu kontrollieren, ordentlich für eigenen Macht- und Genusszuwachs zu missbrauchen.

Als ich den Film vor einigen Jahren in der Nachtschiene irgendeines Dritten Programms erstmals gesehen habe, habe ich ihn sogleich ins Herz geschlossen. Das mag vor allem an den wild illuminierten Laborsequenzen liegen, auf die The Sorcerers in bester british tradition nicht verzichten mag und denen ich immer mit größter Freude begegne; vielleicht liegt's aber auch an den hübschen Einblicken in das noch frische swinging London der späten 60er oder an dem grundsätzlich um grimmige Ernsthaftigkeit bemühten Tonfall, wer weiß (echolog.de sieht hier bereits die Punk-Ära am Horizont heraufdämmern, kein schlechter Gedanke). Eine DVD ist zumindest in Deutschland meines Wissens nicht erschienen, bleibt also allein die Hoffnung auf einen TV-Termin.

Warum ich das alles schreibe? Bei Cinedelica ist jetzt der Trailer zu dieser kleinen Verschrobenheit aufgetaucht, der ein bisschen von dem candy dieses Film erahnen lässt und den ich deshalb niemand vorenthalten möchte:



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Donnerstag, 24. Mai 2007
find, listen, and discuss free lectures from around the web.


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Thema: radio
A series of 20 half-hour long radio broadcasts by Brakhage recorded at KAIR, Univeristy of Colorado in 1982. Includes long passages of Brakhage musing on subjects such as film, poetry, theater, and other arts.
[via]

Oder hier als Transkript.


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