Ganz anderes hat das enorm faszineriende Tumblelog If we don't, remember me (via) im Sinn. Es sind Filmen entnommene animierte GIFs, die häufig erst auf den zweiten Blick - oder erst nach einer Weile - als animiert zu erkennen sind. Man fühlt sich an Kracauers Diktum vom "Zittern der vom Wind erregten Blätter" erinnert, in dem sich für ihn Wesen und Funktion des Films offenbarte. Es ist eine Stasis, in die umso überraschender Bewegung tritt, eine Bewegung, der man im minimalen nachspüren muss - Gefängnis und Ausbruch zugleich. Das in dem Tumblelog vor allem Bilder aus "Autorenfilmen" stammen, wundert nicht. Und natürlich ließe sich noch mehr sagen.
Ein paar Kostproben, mehr bei If we don't...:



Zweite Lieferung meiner DVD-Kolumne für moviepilot: Daisies von Vera Chytilová gehört zu den Filmen, die man meiner Meinung nach gesehen haben muss. Ein großartiger Film aus der Zeit des "Prager Frühlings". Mehr bei moviepilot.

In der taz schreibe ich über den heute anlaufenden Machete von Robert Rodriguez. Ich habe schon weitaus schlechtere Filme von Rodriguez gesehen, Planet Terror bleibt weiterhin mein Lieblingsfilm von ihm.

Die Frage, ob man Jackass 3D im Kino oder überhaupt sehen muss, beantwortet der Film freilich schon im Titel: Man muss - wegen 3D. Hier schreibe ich darüber in der taz und hier im Perlentaucher. Bonus für Komplettisten: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Texte!
Buried, eine klaustrophobische Lebendig begraben-Variante, der es in der Tat und noch dazu beachtlich gelingt, ohne Szenenwechsel im Innern eines Sargs zu spielen, war der Anlass für einen kleinen Essay (taz) über die Tendenz zur räumlichen Begrenzung im jüngeren Horrorfilm.

Für moviepilot schreibe ich fortan eine Art DVD-Kolumne, in der es weniger um Tagesaktualität, sondern, mal nebulös gesagt, um bemerkenswerte Filme in herausragenden Editionen gehen soll. Den Beginn machte vergangene Woche Mercenario - Der Gefürchtete, ein schöner Italowestern von Sergio Corbucci mit Franco. Hier geht's zum Text und befreunden kann man mich auf moviepilot hier.

Und dann war da noch für neun7, eine unterfränkische Twen-Zeitung, ein Artikel über Halloween- und Horror. Das ePaper gibt es hier (oder gratis an zahlreichen Auslagestellen in meiner unterfränkischen Heimat) und der Artikel ist auf Seite 6 und 7.
Als La Haine damals herauskam - da war ich noch minderjährig - hat mich der Film enorm umgehauen. Sehr schade, dass Matthieu Kassovitz seitdem eigentlich nichts nennenswertes mehr zustande gebracht hat.
Für den Perlentaucher hatte ich vor einigen Monaten anlässlich der arte-Erstausstrahlung ein kleines Dossier zusammengestellt.

edit: aus die Maus!
Seine niederschmetternde Kritik des deutschen DVD-Markts vom Herbst 2008 ist auch im Herbst 2010, einigen erfreulichen Lichtblicken zum Trotz, rundum gültig. Dass die hiesige Filmkritik aus diesem Befund, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch immer nicht die Konsequenz gezogen hat und sich auf dem internationalen DVD-Markt umschaut, gehört zu den großen Versäumnissen der Zunft.
Dass ich im Musikbereich mitunter arge Differenzen mit Büssers Präferenzen hatte (aber das gilt in meinem Fall für fast jeden etablierten Musikjournalisten, in diesem Bereich ticke ich schlicht anders), will ich nicht verschweigen. Genauso wenig, wie für mich fortan eine der allerwichtigsten Stimmen und Positionen im deutschen Kulturbetrieb fehlen wird.
Martin Büssers Verwandten, Freunden und Wegbegleitern mein Mitgefühl.
Neu bei Cine-Fils: Ein Gespräch mit Apichatpong Weerasethakul.

Vor ein paar Tagen im Briefkasten: Die neue Ausgabe der Splatting Image! Diesmal mit US-Exploitation aus den 70ern, einem Gespräch mit Gaspar Noe (das insofern etwas traurig ist, da die Ambitionen, mit denen er an Enter The Void gegangen ist, aus jedem Statement nur so triefen und das Ergebnis dann doch so ungemein enttäuschend ist), einem Artikel über Roboter im SF-Film der 50er und, wie immer, vielem mehr (z.B. diversen DVD- und einer Buchrezension aus meiner Feder).Erhältlich über die Website, im guten Fachhandel oder am besten gleich im Abo.
Siehe dazu auch hier die Website des Kinos.
Zu den Gründen schweigt sich die Website des Labels zwar aus, es würde mich allerdings nicht wundern, wenn es vor allem an enttäuschenden Verkaufszahlen liegt (aber das ist, wohlgemerkt, blanke Spekulation meinerseits).
Ich finde das unendlich schade.
dass mein Erscheinen in der Welt
ein harter Sturz gewesen ist.«
Gerade erfahre ich, dass Bruno S. gestorben sein soll ist. Ihm gelang es in gerade mal zwei Filmen, Jeder für sich und Gott gegen alle und Stroszek (beide von Werner Herzog), zu einem der wichtigsten und großartigsten deutschen Nachkriegsschauspieler zu werden. Ruhm war ihm kaum gegönnt: Die Berliner Hinterhöfe und Eckkneipen, die ihm lange für sein Akkordeonspiel die Bühne stellten, blieben auch weiterhin - und wie man hört auch bis zum Schluss - seine Welt.
Ein paar Links:
- Ein Nachruf im Vice Magazine
- Ein schönes Video (NY Times, 2008)
- Die Reportage der NYT (ebenfalls 2008)
- Die Kreuzberger Chronik (2007)
- Der Tagesspiegel gratuliert zum 75.
- Ein Interview (2003)
- Weitere Links bei MUBI (z.B. seine Polaroids, seine Zeichnungen)


Mit der Filmgazette ist kürzlich ganz still und leise ein neues Onlinemagazin aus der Taufe gehoben worden. Und weil sowas meist täglich (und, mit Verlaub, auf meist sehr uninteressante Weise) geschieht, muss man betonen, warum dies eine Meldung wert ist: Die Filmgazette ist ein side project, würde man im Popdiskurs sagen, von der Filmzentrale, in der Andreas Thomas seit geraumer Zeit aus unterschiedlichen Print- und Onlinequellen lesenswerte Filmkritiken sammelt und archiviert (natürlich immer mit Einverständnis der Autoren). Die Filmgazette nun schöpft aus diesem stattlichen Autorenpool (an dieser Stelle vielleicht der Hinweis: Ich bin auch dabei), bringt aber originäre Texte, auch hier eingebettet in ein funktionales No-Nonsense-Design.
Zwar weiß ich nicht recht, was das Mission Statement - "der Filmkritik mehr Kritik bringen - genau sagen soll, aber bei Andreas Thomas bin ich mir sicher: Der weiß schon, was er macht.


