Dienstag, 9. November 2010
Die meisten animierten GIFs arbeiten an einer Ästhetik der überdrehten Bewegung, sie interessieren sich für Überrumpelung, Überraschungen, für Hyperbolik und Exzess.

Ganz anderes hat das enorm faszineriende Tumblelog If we don't, remember me (via) im Sinn. Es sind Filmen entnommene animierte GIFs, die häufig erst auf den zweiten Blick - oder erst nach einer Weile - als animiert zu erkennen sind. Man fühlt sich an Kracauers Diktum vom "Zittern der vom Wind erregten Blätter" erinnert, in dem sich für ihn Wesen und Funktion des Films offenbarte. Es ist eine Stasis, in die umso überraschender Bewegung tritt, eine Bewegung, der man im minimalen nachspüren muss - Gefängnis und Ausbruch zugleich. Das in dem Tumblelog vor allem Bilder aus "Autorenfilmen" stammen, wundert nicht. Und natürlich ließe sich noch mehr sagen.

Ein paar Kostproben, mehr bei If we don't...:







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Donnerstag, 4. November 2010
Mehr Output:

Zweite Lieferung meiner DVD-Kolumne für moviepilot: Daisies von Vera Chytilová gehört zu den Filmen, die man meiner Meinung nach gesehen haben muss. Ein großartiger Film aus der Zeit des "Prager Frühlings". Mehr bei moviepilot.



In der taz schreibe ich über den heute anlaufenden Machete von Robert Rodriguez. Ich habe schon weitaus schlechtere Filme von Rodriguez gesehen, Planet Terror bleibt weiterhin mein Lieblingsfilm von ihm.



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Montag, 1. November 2010
Thema: Hinweise
Hier im Blog ist wenig los, dafür erschienen zuletzt an anderer Stelle erfreulich viele Texte von mir. Ein kleines Update:

Die Frage, ob man Jackass 3D im Kino oder überhaupt sehen muss, beantwortet der Film freilich schon im Titel: Man muss - wegen 3D. Hier schreibe ich darüber in der taz und hier im Perlentaucher. Bonus für Komplettisten: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Texte!

Buried, eine klaustrophobische Lebendig begraben-Variante, der es in der Tat und noch dazu beachtlich gelingt, ohne Szenenwechsel im Innern eines Sargs zu spielen, war der Anlass für einen kleinen Essay (taz) über die Tendenz zur räumlichen Begrenzung im jüngeren Horrorfilm.



Für moviepilot schreibe ich fortan eine Art DVD-Kolumne, in der es weniger um Tagesaktualität, sondern, mal nebulös gesagt, um bemerkenswerte Filme in herausragenden Editionen gehen soll. Den Beginn machte vergangene Woche Mercenario - Der Gefürchtete, ein schöner Italowestern von Sergio Corbucci mit Franco. Hier geht's zum Text und befreunden kann man mich auf moviepilot hier.



Und dann war da noch für neun7, eine unterfränkische Twen-Zeitung, ein Artikel über Halloween- und Horror. Das ePaper gibt es hier (oder gratis an zahlreichen Auslagestellen in meiner unterfränkischen Heimat) und der Artikel ist auf Seite 6 und 7.


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Freitag, 29. Oktober 2010
Thema: videodrome
Toll, dass in der arte-Mediathek nicht nur in schöner Regelmäßigkeit ganze Spielfilme landen, auch schön, dass man diese mittlerweile auch einbinden kann. Noch einen Tick erfreulicher wäre es freilich, wenn man dann noch zum O-Ton Untertitel zuschalten könnte, aber vielleicht bringt die Zukunft ja etwas in der Art.

Als La Haine damals herauskam - da war ich noch minderjährig - hat mich der Film enorm umgehauen. Sehr schade, dass Matthieu Kassovitz seitdem eigentlich nichts nennenswertes mehr zustande gebracht hat.



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Freitag, 22. Oktober 2010
Thema: TV-Tipps
Dominik Grafs vielgerühmte Serie Im Angesicht des Verbrechens läuft heute Abend um 21.45 auf ARD an. Meine wärmste Empfehlung!

Für den Perlentaucher hatte ich vor einigen Monaten anlässlich der arte-Erstausstrahlung ein kleines Dossier zusammengestellt.



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Thema: videodrome
Der erste Helge-Schneider-Film (Regie: Werner Nekes! Kamera: Christoph Schlingensief!) lief gestern abend auf Arte und ist damit nun auch für ein paar Tage in der Mediathek des Senders zu sehen. Eine echte Rarität, da eine DVD derzeit nicht in Sicht ist:

edit: aus die Maus!


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Freitag, 24. September 2010
Thema: videodrome


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Thema: videodrome
Apichatpong Weerasethakuls Viennale-Trailer:



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In einer Mail teilte der Ventil Verlag am späten Abend mit, dass Martin Büsser nach schwerer Krankheit gestorben ist. (Update: Hier ein sehr persönlicher Abschied von Intro-Kollege Linus Volkmann - über das Zap habe ich Büsser damals auch kennengelernt -, zahlreiche weitere Nachrufe auf Twitter)

Seine niederschmetternde Kritik des deutschen DVD-Markts vom Herbst 2008 ist auch im Herbst 2010, einigen erfreulichen Lichtblicken zum Trotz, rundum gültig. Dass die hiesige Filmkritik aus diesem Befund, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch immer nicht die Konsequenz gezogen hat und sich auf dem internationalen DVD-Markt umschaut, gehört zu den großen Versäumnissen der Zunft.

Dass ich im Musikbereich mitunter arge Differenzen mit Büssers Präferenzen hatte (aber das gilt in meinem Fall für fast jeden etablierten Musikjournalisten, in diesem Bereich ticke ich schlicht anders), will ich nicht verschweigen. Genauso wenig, wie für mich fortan eine der allerwichtigsten Stimmen und Positionen im deutschen Kulturbetrieb fehlen wird.

Martin Büssers Verwandten, Freunden und Wegbegleitern mein Mitgefühl.


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Donnerstag, 23. September 2010
Thema: videodrome
Neu bei Cargo: Eindrücke von den Dreharbeiten zu Christian Petzolds, Christoph Hochhäuslers und Dominik Grafs Triptychon-Projekt.

Neu bei Cine-Fils: Ein Gespräch mit Apichatpong Weerasethakul.


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Freitag, 17. September 2010
Thema: videodrome
Sehr erfreulich: Das Filmfest Oldenburg spendiert derzeit Radley Metzger, Meister des Sexploitation-, Erotik- und frühen Pornofilms, eine ausführliche Retrospektive. Noch erfreulicher: Noch bis Sonntag kann man bei MUBI (vormals theauteurs) in Kooperation mit Oldenburg zwei seiner Filme gratis und legal online anschauen (allerdings ist eine Registrierung vonnöten). Dazu gesellen sich weitere Kurzfilme aus dem Oldenburger Programm.



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Thema: videodrome
Ein wunderbarer Kurz-Animationsfilm von Sascha Ciezata:



Herzogs Tonspur entstammt diesem Q&A:



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Thema: Hinweise
Vor ein paar Tagen im Briefkasten: Die neue Ausgabe der Splatting Image! Diesmal mit US-Exploitation aus den 70ern, einem Gespräch mit Gaspar Noe (das insofern etwas traurig ist, da die Ambitionen, mit denen er an Enter The Void gegangen ist, aus jedem Statement nur so triefen und das Ergebnis dann doch so ungemein enttäuschend ist), einem Artikel über Roboter im SF-Film der 50er und, wie immer, vielem mehr (z.B. diversen DVD- und einer Buchrezension aus meiner Feder).

Erhältlich über die Website, im guten Fachhandel oder am besten gleich im Abo.


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Sonntag, 5. September 2010
Materialien zur Kulturgeschichte der deutschen Ansagekunst: Klare Ansagen! (via)





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Samstag, 4. September 2010
Das Kino Filmkunst 66 (Bleibtreustr., nicht weit weg vom S Savignyplatz) zeigt heute abend um 22:30 Tobe Hoopers Texas Chain Saw Massacre im Rahmen einer Abendveranstaltung, die sich mit der Indizierungs- und Beschlagnahmungspraxis im Allgemeinen und mit dem haarsträubenden Verbot dieses Klassikers im Besonderen befasst. Dazu sind Stefan Höltgen und René Bahns (von der juristischen Fakultät der Humboldt Universität) anwesend.

Siehe dazu auch hier die Website des Kinos.


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Montag, 30. August 2010
Thema: Hinweise
Jared Hess spricht über die Titelsequenz von Napoleon Dynamite.



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Dienstag, 24. August 2010
Thema: videodrome
Am Donnerstag läuft der schöne Stopmotion-Animationsfilm Mary and Max im Kino an, den ich hiermit ausdrücklich empfehlen möchte. Zur Einstimmung kann man sich Harvie Krumpet anschauen (der, wenn ich das gerade richtig sehe, legal auf YouTube zu finden ist), für den Regisseur Adam Elliot einen Oscar gewann und der in mancher Hinsicht wie ein Arbeitsentwurf für Mary and Max wirkt:



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Thema: DVDs
Durch Zufall bin ich heute auf die traurige Meldung gestoßen, dass polyfilm seine Reihe "Japanische Meisterregisseure" mit der aktuellen Veröffentlichung vorzeitig einstellt. Eine hoch ambitionierte Reihe findet damit einen verfrühten Beschluss und fast noch schlimmer: Der angekündigte große Schwung Ozu-Filme - das eigentliche große Highlight der Reihe - ist damit auch dahin.

Zu den Gründen schweigt sich die Website des Labels zwar aus, es würde mich allerdings nicht wundern, wenn es vor allem an enttäuschenden Verkaufszahlen liegt (aber das ist, wohlgemerkt, blanke Spekulation meinerseits).

Ich finde das unendlich schade.


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Montag, 16. August 2010
Thema: TV-Tipps
Heute Abend, 00:10 im ZDF: Klaus Lemkes neuer Film Schmutziger Süden. "An "Schmutziger Süden" ist gut zu erkennen, dass Lemkes Kino durchaus ein zerbrechliches Kino ist", steht in der taz, die "Welt" hat sich mit Lemke unterhalten und auf YouTube gibt's ein Video vom Fotoshoot:



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Freitag, 13. August 2010
»Ja, mir kommt es vor,
dass mein Erscheinen in der Welt
ein harter Sturz gewesen ist.«

Gerade erfahre ich, dass Bruno S. gestorben sein soll ist. Ihm gelang es in gerade mal zwei Filmen, Jeder für sich und Gott gegen alle und Stroszek (beide von Werner Herzog), zu einem der wichtigsten und großartigsten deutschen Nachkriegsschauspieler zu werden. Ruhm war ihm kaum gegönnt: Die Berliner Hinterhöfe und Eckkneipen, die ihm lange für sein Akkordeonspiel die Bühne stellten, blieben auch weiterhin - und wie man hört auch bis zum Schluss - seine Welt.

Ein paar Links:
- Ein Nachruf im Vice Magazine
- Ein schönes Video (NY Times, 2008)
- Die Reportage der NYT (ebenfalls 2008)
- Die Kreuzberger Chronik (2007)
- Der Tagesspiegel gratuliert zum 75.
- Ein Interview (2003)
- Weitere Links bei MUBI (z.B. seine Polaroids, seine Zeichnungen)



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Thema: Hinweise


Mit der Filmgazette ist kürzlich ganz still und leise ein neues Onlinemagazin aus der Taufe gehoben worden. Und weil sowas meist täglich (und, mit Verlaub, auf meist sehr uninteressante Weise) geschieht, muss man betonen, warum dies eine Meldung wert ist: Die Filmgazette ist ein side project, würde man im Popdiskurs sagen, von der Filmzentrale, in der Andreas Thomas seit geraumer Zeit aus unterschiedlichen Print- und Onlinequellen lesenswerte Filmkritiken sammelt und archiviert (natürlich immer mit Einverständnis der Autoren). Die Filmgazette nun schöpft aus diesem stattlichen Autorenpool (an dieser Stelle vielleicht der Hinweis: Ich bin auch dabei), bringt aber originäre Texte, auch hier eingebettet in ein funktionales No-Nonsense-Design.

Zwar weiß ich nicht recht, was das Mission Statement - "der Filmkritik mehr Kritik bringen - genau sagen soll, aber bei Andreas Thomas bin ich mir sicher: Der weiß schon, was er macht.


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