Thema: Hinweise
05. März 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: radio
02. März 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das gestern angekündigte Radiofeature über Dominik Graf kann man sich jetzt im Podcast des Bayerischen Rundfunks runterladen:
Der Filmemacher Dominik Graf
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Thema: Berliner Filmgeschehen
01. März 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Heute Abend beginnt im Kino Arsenal eine der ohne Zweifel interessantesten Filmreihen des Jahres: Ein Lied um Mitternacht widmet sich der chinesischen Filmgeschichte von 1929 bis 1964. Kuratiert wird die Reihe von Freunden. Ein Pressespiegel:
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Thema: radio
01. März 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
(via) Hinweis auf eine Radiosendung: Morgen um 08:05 und am Sonntagabend um 20:05 sendet Bayern2 ein knapp einstündiges Feature von Moritz Holfelder über Dominik Graf. Die Sendung dürfte anschließend wohl im Podcast der Sendereihe abrufbar sein. Der Programmtext:
Dominik Graf arbeitet sich an Deutschland ab. Er macht Filme über seine Heimat. Über Schiller, Goethe und Brentano. Aber er geht auch dorthin, wohin kaum ein anderer Regisseur geht: Er erzählt vom Aufstieg und Fall eines Zuhälters. Er wagt sich ins Milieu der russischen Mafia in Berlin. Er ermittelt in Sachen Mädchenhandel im oberfränkischen Hof. Egal ob Provinz oder Großstadt – immer ist da ein profundes Interesse an Lebenswirklichkeiten, die ein ganz anderes Land repräsentieren als das, welches wir sonst aus dem Kino oder dem Fernsehen kennen. Der 1952 in München geborene Filmemacher und vielfache Grimme-Preisträger erzählt leidenschaftlich von Verbrechen und Städten, genauer gesagt: von Orten und Tatorten.
Dominik Graf macht ein Kino der Selbsterforschung – darüber, wie einsam und dabei entschlossen Menschen bisweilen sind. Er entwickelt eine große Neugierde auf den Einzelnen und bezieht immer das gesellschaftliche Umfeld und die gebaute Umgebung mit ein. In seinem im Jahr 2000 gedrehten Filmessay "München – Die Geheimnisse einer Stadt" heißt es zu Beginn: "Dies ist München, aber es könnte auch jede andere Stadt sein, die groß genug ist zu zeigen, wie die Lebensgeschichte jedes Einzelnen verstrickt ist in die Geschichte eines Ortes, wie sich das Persönliche und das Anonyme dort ineinanderschieben und ergänzen. Ob man will oder nicht, so trägt jeder seine eigene innere Stadt in sich, und wie bei einem Baum würde ein Schnitt Altersringe sichtbar machen, die sozusagen abbilden, wie die Stadt in uns allen wächst oder andersherum: wie man selbst in die Stadt hineinwächst."
Moritz Holfelder begibt sich in seinem Feuilleton "Rotlicht und andere Bezirke" gemeinsam mit Dominik Graf auf die Suche nach den Biografien von Menschen und Städten, an Orte, denen ihr Geheimnis erst entlockt werden muss.
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Thema: videodrome
28. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: Filmtagebuch
27. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
"The Sweeney" ist die Londoner Polizeieinheit fürs Grobe, ein Überfallkommando. Wenn sie zum Zugriff auf den Mob ansetzt, kommt keiner ohne Blessuren davon, am allerwenigsten die Tatverdächtigen: Fäuste, Baseballschläger sausen durch die Luft. Ein Schlägertrupp, bei dem - in Aktion mit dem Gegner - nicht mehr unterscheidbar ist, wer es wie mit Recht und Gesetz hält: Ein Überfall durch ein anderes Verbrechersyndikat sähe kaum anders aus. An der Spitze der Einheit steht der alte, bullige Jack Regan (Ray Winstone), der mit an der Grenze zur Unverständlichkeit gebrummten Satzfetzen, seiner wuchtig physischen Präsenz (einmal aalt er sich dickbewampt auf der Couch, beim Sex ist er animalisch gierig, bei den körperlichen Auseinandersetzungen so knorpelig rüstig wie agil) und der schwarzen Lederjacke selbst aussieht, wie das, was man in Mafiamob-Kreisen "muscle" nennt: Der Mann, der die Straße frei fegt. [weiterlesen beim perlentaucher]


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Thema: videodrome
27. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Und als alles schon längst vorbei war, kam dann doch noch meine Lieblingsvideoreportage über ein Sternchen-Event der Berlinale. Ich fürchte, der gute Mann wird irgendwann einfach mal tierisch was aufs Maul bekommen. Ein Schicksal, das vielleicht wirklich nur denen blüht, die zu den Besten zählen. Olli Schulz ist so einer.
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Thema: Berliner Filmgeschehen
25. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Es ist mir eine ganz außergewöhnlich große Freude, auf eine neue Berliner Filmreihe hinzuweisen, die ich gemeinsam mit Bennet Togler und Philipp Stiasny ab März im Kino Babylon/Mitte kuratiere: Jeden ersten Samstag im Monat um 22 Uhr zeigen wir dort Exploitation, altes Genrekino, Obskuritäten und andere Raritäten aus den Tiefen der illegitimen Filmgeschichte. Handverlesen und von echter Kinorolle mit all dem herrlich schmutzigen Glanz, den nur alte 35mm-Rollen entwickeln. Wir nannten das Kind kurzerhand - "Die Nachtschicht".Den Beginn machen wir am 02. März mit Eddy Sallers Austro-Sittenreißer Geißel des Fleisches, der sich, laut damaliger Werbekampagne, mit einem "gewagten Thema" befasst. Unser Programmtext:
Anknüpfend an einen historischen Mordfall in der Wiener Oper spielt Herbert Fux einen trieb- und potenzgestörten Jazzpianisten und Mädchenmörder. Soll die Wiener Kriminalpolizei den Einsatz eines attraktiven Lockvogels aus den eigenen Reihen wagen? Der Evangelische Film-Beobachter urteilte seinerzeit harsch: „Sie erheben ja alle gewichtig den Zeigefinger, diese sogenannten Sittenfilme, die als Unsitte der Branche von Woche zu Woche in immer denselben Kinos keimen. Doch seit langem ging kein Film so gründlich vor in der Beschaffung des ehrbaren Alibis. (...) Der Streifen beutet unter dem Vorwand moralischer Absichten die Schauwerte des Themas nach allen Regeln filmischer Möglichkeiten aus. Abzulehnen.“ (11. Juni 1966)Mehr zu Sallers Filmen hier auf SpOn und hier bei evolver.
Mit freundlicher Unterstützung von Donau-Film (München), die den Film auch auf DVD veröffentlicht haben.
Wer will, dem gefallen wir auch auf Facebook. In diesem Sinne: Weitersagen und bis Samstag - wir freuen uns auf Euch!
» trailer
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Thema: Hinweise
25. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Einige Crowdfunding-Projekte, an denen ich mich mit kleineren Beträgen beteilige und die ich gerne weiterempfehlen möchte:
Animationsfilmlegende Ralph Bakshi möchte einen neuen Animationsfilm drehen, den ich auch gerne sehen möchte. Passend dazu: Dieses Gespräch in Brooklyn Rail.
Lloyd Kaufman von Troma benötigt Unterstützung für seinen Dokumetarfilm Occupy Cannes. Ein paar Taler wären auch dafür fällig, dass Onkel Lloyd einen bemerkenswert großen Teil seiner (teils großartigen, teils schwachsinnigen) Trashfilme bei Youtube gratis anbietet.
Und wenn man bei einem Puppentrickfilm liest, dass die ästhetischen Einflüsse von Poe über Lovecraft bis hin zu Bavas grandiosem Meisterwerk Die Stunde, wenn Dracula kommt reichen, ist es um mein dunkles Herz sowieso geschehen. Zudem soll Miss Italian Gothic Horror herself, Barbara Steele, eine Sprechrolle übernehmen. Spendet reichlich!
In diesem Sinne: Spread the word!
Animationsfilmlegende Ralph Bakshi möchte einen neuen Animationsfilm drehen, den ich auch gerne sehen möchte. Passend dazu: Dieses Gespräch in Brooklyn Rail.
Lloyd Kaufman von Troma benötigt Unterstützung für seinen Dokumetarfilm Occupy Cannes. Ein paar Taler wären auch dafür fällig, dass Onkel Lloyd einen bemerkenswert großen Teil seiner (teils großartigen, teils schwachsinnigen) Trashfilme bei Youtube gratis anbietet.
Und wenn man bei einem Puppentrickfilm liest, dass die ästhetischen Einflüsse von Poe über Lovecraft bis hin zu Bavas grandiosem Meisterwerk Die Stunde, wenn Dracula kommt reichen, ist es um mein dunkles Herz sowieso geschehen. Zudem soll Miss Italian Gothic Horror herself, Barbara Steele, eine Sprechrolle übernehmen. Spendet reichlich!
In diesem Sinne: Spread the word!
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Thema: Filmtagebuch
24. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
»»» wikipedia ° imdb ° filmportal ° werbematerial ° trailer
Das erste Bild: Gemalte Kulisse, ein britisches Anwesen, künstlicher Nebel steigt auf. Ein Bild, dessen Künstlichkeit so offenbar ist, dass der Film den sich im Nu einstellenden Spott des Zuschauers bekräftigt und zugleich unterwandert: Eine Art Theatervorhang hebt sich und gibt den Blick frei auf ein Bild, das noch viel grotesker ist. Ein kleiner Hans Clarin vor großer Büste am Klavier und dahinter steht ein Pferd.

Das fröhliche Spiel mit Bildern, doppelten Böden und allerlei anderem herzigen Unsinn setzt sich im weiteren fort, passend zum knobeligen Whodunnit, der rein auf dem Papier dröge hausbacken wirken muss, in den Händen eines Regie-Ekstatikers wie Alfred Vohrer aber zum tollen Spiel mit dem Wahnwitz gerät: Auf einem Anwesen auf einer schottischen Insel winkt das Testament eines verstorbenen Patriarchen, dessen Erben (untereinander buchstäblich reichlich uneins: der eine hat nur reingeheiratet, der andere - Klaus Kinski in der Paraderolle als nervöser Künstler - stammt aus einer Liaison am Rande) nur dann Aussicht auf den Reichtum haben, wenn sie es ein paar Tage und Nächte miteinander aushalten. Schon bald lichten sich die Reihen, mittendrin Heinz Drache als Anwalt und Testamentsvollstrecker, der nun als Ermittler alle Hände voll zu tun hat.
Freilich, als Ermittler taugt er nicht viel. Voreilige Schlussfolgerungen, auf Vorbehalten mutmaßende Einschätzungen und andere Fehlurteile verhelfen dem Film zur vollen Spielzeit. Ungeheure Freude macht er deshalb vor allem auf rein visueller Ebene: Vohrer, als Spezialist fürs moderat Durchgeknallte, hebt dem onkeligen Treiben viel bösen Scherz und - Vohrer war schwul - einen Hauch queeren Witz unter (und wenn es nur die vielsagende Schweigesekunde auf die Frage ist, wie es denn sein könne, dass zwei Männer einander in der Sauna begegnen ohne miteinander ein Wort zu wechseln). So steht hier zweierlei gegenüber: Ein Plot auf dem Papier, dem folgen kann, wer will, und ein wunderbarer Bilder- und Montagereigen, der sich, wo er sich von den Lettern weit entfernt, ganz und gar als Film versteht.

Das erste Bild: Gemalte Kulisse, ein britisches Anwesen, künstlicher Nebel steigt auf. Ein Bild, dessen Künstlichkeit so offenbar ist, dass der Film den sich im Nu einstellenden Spott des Zuschauers bekräftigt und zugleich unterwandert: Eine Art Theatervorhang hebt sich und gibt den Blick frei auf ein Bild, das noch viel grotesker ist. Ein kleiner Hans Clarin vor großer Büste am Klavier und dahinter steht ein Pferd.

Das fröhliche Spiel mit Bildern, doppelten Böden und allerlei anderem herzigen Unsinn setzt sich im weiteren fort, passend zum knobeligen Whodunnit, der rein auf dem Papier dröge hausbacken wirken muss, in den Händen eines Regie-Ekstatikers wie Alfred Vohrer aber zum tollen Spiel mit dem Wahnwitz gerät: Auf einem Anwesen auf einer schottischen Insel winkt das Testament eines verstorbenen Patriarchen, dessen Erben (untereinander buchstäblich reichlich uneins: der eine hat nur reingeheiratet, der andere - Klaus Kinski in der Paraderolle als nervöser Künstler - stammt aus einer Liaison am Rande) nur dann Aussicht auf den Reichtum haben, wenn sie es ein paar Tage und Nächte miteinander aushalten. Schon bald lichten sich die Reihen, mittendrin Heinz Drache als Anwalt und Testamentsvollstrecker, der nun als Ermittler alle Hände voll zu tun hat.
Freilich, als Ermittler taugt er nicht viel. Voreilige Schlussfolgerungen, auf Vorbehalten mutmaßende Einschätzungen und andere Fehlurteile verhelfen dem Film zur vollen Spielzeit. Ungeheure Freude macht er deshalb vor allem auf rein visueller Ebene: Vohrer, als Spezialist fürs moderat Durchgeknallte, hebt dem onkeligen Treiben viel bösen Scherz und - Vohrer war schwul - einen Hauch queeren Witz unter (und wenn es nur die vielsagende Schweigesekunde auf die Frage ist, wie es denn sein könne, dass zwei Männer einander in der Sauna begegnen ohne miteinander ein Wort zu wechseln). So steht hier zweierlei gegenüber: Ein Plot auf dem Papier, dem folgen kann, wer will, und ein wunderbarer Bilder- und Montagereigen, der sich, wo er sich von den Lettern weit entfernt, ganz und gar als Film versteht.

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Thema: Hinweise
22. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Der Abend ist gerettet:
(via) Heute Abend um 22 Uhr wiederholt Das Erste Dominik Grafs exzellenten Fernsehkrimi-Giallo Cassandras Warnung. Mutmaßlich neuerlich in der leicht entschärften Fernsehfassung, die anders als die auf Festivals und auch letztes Jahr im Herbst bei der Berliner Graf-Retro gezeigte Fassung ein bisschen weniger schmiert. Dennoch ein großartiger Film - weitere Infos hier. Einen schönen Text zum Film hat Christoph bei den Eskalierenden Träumen verfasst.
Außerdem gibt es beim WDR gerade das (ich finde: sehr gelungene) Found-Footage-Horror-Hörspiel Vor Sonnenaufgang aus der Feder von Splatting Image-Kollege Bodo Traber für eine Woche als Gratisdownload: Klick!
Ich wünsche viel Vergnügen.

(via) Heute Abend um 22 Uhr wiederholt Das Erste Dominik Grafs exzellenten Fernsehkrimi-Giallo Cassandras Warnung. Mutmaßlich neuerlich in der leicht entschärften Fernsehfassung, die anders als die auf Festivals und auch letztes Jahr im Herbst bei der Berliner Graf-Retro gezeigte Fassung ein bisschen weniger schmiert. Dennoch ein großartiger Film - weitere Infos hier. Einen schönen Text zum Film hat Christoph bei den Eskalierenden Träumen verfasst.
Außerdem gibt es beim WDR gerade das (ich finde: sehr gelungene) Found-Footage-Horror-Hörspiel Vor Sonnenaufgang aus der Feder von Splatting Image-Kollege Bodo Traber für eine Woche als Gratisdownload: Klick!
Ich wünsche viel Vergnügen.

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Thema: Filmtagebuch
21. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das Wasser trägt er schon im Namen, aus Meeresrauschen geht er zu Beginn des Films hervor - begleiten wird es ihn den ganzen Film: Freddie Quell (Joaquin Phoenix), Weltkriegsveteran. Seine nackte Aphrodite baut sich der Schaumgeborene am Strand aus Sand. Anfangs johlen die Kumpels noch mit, als er sie lüstern zu fingern beginnt, als er nicht mehr damit aufhört, gehen sie irritiert auf Abstand. Später wichst er sich in äffischer Pose am Wasser.
Ein traumatisierter Körper, ungemaßregelt, linkisch-tierhaft in Haltung und Bewegung, aus dem es so verzwickt wie animalisch unbeherrscht heraus glotzt - Phoenix beherrscht seinen im Method Acting gestählten Körper aufs Sorgfältigste. Eine desorientierte Figur, die - als Berufsfotograf für nostalgisch-cremig patinierte Familienbilder - sich nach einer Zeit zurücksehnt, die im Zweiten Weltkrieg verschüttet wurde. [weiter beim Perlentaucher]

Ein traumatisierter Körper, ungemaßregelt, linkisch-tierhaft in Haltung und Bewegung, aus dem es so verzwickt wie animalisch unbeherrscht heraus glotzt - Phoenix beherrscht seinen im Method Acting gestählten Körper aufs Sorgfältigste. Eine desorientierte Figur, die - als Berufsfotograf für nostalgisch-cremig patinierte Familienbilder - sich nach einer Zeit zurücksehnt, die im Zweiten Weltkrieg verschüttet wurde. [weiter beim Perlentaucher]

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Thema: radio
16. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren

Michael Baute wies Anfang Februar auf dieses Radiofeature von Werner Dütsch hin. Beim Deutschlandfunk kann man es mittlerweile herunterladen:
» Kindermord und Ordnungswahn. Fritz Langs erster Tonfilm M.
In 'M' lässt Fritz Lang 1931 eine Stadt einen Kindermörder suchen. Er interessiert sich dabei ganz und gar nicht für die Mordtaten und auch sein Umgang mit Kindern ist völlig unsentimental. Ihn interessiert das Echo: Wie erfährt die Öffentlichkeit überhaupt davon?
Warum nutzt der mutmaßliche Mörder die Presse und warum empört das die Politik so heftig? Was ist das für eine öffentliche Aufmerksamkeit aus Stammtisch, Verdächtigung, Denunziation und Lynchjustiz? Welche Strategien verfolgt die Polizei und warum sind diese den Aktivitäten der Halb- und Unterwelt zum Verwechseln ähnlich?
Gern hat man in "M" eine Vorahnung des Naziterrors gesehen und in dem Buchstaben M auf der Schulter von Peter Lorre den zukünftigen Judenstern: riskante Interpretationen. Verblüffend sind aber in "M" die Diskussion um die Behandlung eines Triebtäters, die Vorführung zukunftsweisender Kontroll- und Überwachungssysteme, die kühle Präzision, mit der Lang die Entstehung kollektiver Hysterie vorführt, die Produktion dessen, was man heute einen Hype nennt.
Fritz Lang lässt Töne und Bilder einander widersprechen, stiftet produktive Missverständnisse, lässt provozierende Ähnlichkeiten aufscheinen, scheut weder Horror noch Kalauer, legt falsche Fährten - in einem Film über mörderische Lust und bedrohlichen Ordnungswahn.
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Thema: berlinale 2013
15. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Abrechnung auf grünen Wiesen: Kaum kommt der Deneuve das französische M-Wort über die Lippen, hält der enervierend gut gelaunte Dreikäsehoch - im Film ihr Enkel, zu dem sie kaum eine Beziehung hat - die Hände auf: Für jeden Kraftausdruck ist ein Euro fällig. Deneuve kann nicht zahlen, denn sie hat kein Geld. Mit Reichtum gesegnet bin auch ich nicht, aber den Euro leg' ich gerne hin: Dieser Film ist richtig Scheiße! Kassier' mich ab, wer will!Tatsächlich fühlt man sich, nach dem letztjährig herausragendem und diesjährig durchweg solidem bis sehr gutem Wettbewerb, im Nu in schlimmste Berlinalezeiten zurückversetzt - und das ausgerechnet noch im Festival-Endspurt. Was soll, was will dieser Film - hier, im Wettbewerb, und überhaupt? Man steht vor einem Scherbenhaufen aus mangelnden Ambitionen, mangelnden Ideen und mangelndem Witz und würde, wäre man nach endlosen zwei Stunden von diesem Knüppel nicht völlig sediert, sehr gerne hilflos mit den Schultern zucken. [weiterlesen beim perlentaucher]

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Thema: berlinale 2013
15. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
So wie es mindestes zwei Geschichten über Linda Lovelace gibt, die wegen ihrer Performance in dem berüchtigten Porno "Deep Throat" in den 70er Jahren kurzzeitig im Rampenlicht stand, so gibt es auch zwei Körper der Linda Lovelace - beide, Geschichten und Körper, sind eng miteinander verknüpft: In seinem Film "Lovelace" stellt Rob Epstein - der 2010 mit "Howl", seinem Beatnik-Biopic über Allen Ginsberg, im Berlinale-Wettbewerb stand - beide spiegelbildlich gegenüber, entlang der Achse eines harten Schnitts, der seinen Film in zwei Teile teilt.Die eine Geschichte erzählte schon der Dokumentarfilm "Inside Deep Throat" (2005): Da war diese junge Frau, die die ganze Welt für einen Moment lang in ein Pornutopia verwandelte, indem sie Harry Reems' großes Glied bis zum Anschlag in ihren Mund aufnahm. Eine Geschichte voll cooler Klamotten, Aufbruchstimmung, freier Liebe. Mittendrin: Linda Lovelace' Körper als Spektakel, Avatar einer neuen Lust und Experimentierfreudigkeit. Die andere Geschichte deutete "Inside Deep Throat" immerhin an, bagatellisierte sie aber. [weiterlesen bei der taz]

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Thema: berlinale 2013
14. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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Thema: videodrome
14. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die kürzlich auf arte ausgestrahlte Doku über Fritz Langs Metropolis und dessen Restauration steht nun auch für einige Tage in Mediathek des Senders. Dokus über Filmrestaurationen könnte ich endlos anschauen - schön:
edit: und wieder off.
edit: und wieder off.
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Thema: berlinale 2013
14. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
(via) Kevin B. Lee, David Hudson (beide Fandor) und Cristina Nord resümieren das bisherige Festival in diesem schönen Video:
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Thema: berlinale 2013
13. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Andrew Bujalski interessiert sich für das Obsolete: Seine Filme sind für gewöhnlich in 16mm gedreht, in seinem "Beeswax" von 2009 (unsere Kritik) steht ein Secondhandladen im Mittelpunkt. Warum er seinen neuen Film "Computer Chess" nun auf einer alten Sony-Videokamera aus den frühen 80ern gedreht hat, erklärt er verschmitzt im Q&A nach der Vorführung: "Die Leute fragte mich immer, warum drehst Du noch immer auf 16mm, warum nicht auf Video? Nun, da dachte ich mir, euch geb ich Video!"Aber auch in anderer Hinsicht lässt sich die eigenwillige ästhetische Entscheidung zum monochromatischen Schwarzweiß (nur für eine einzige, bestrickend verspielte Miniatur bricht der Film in die Farbe aus), zu ausfasernden Lichtflächen, zur niedrig aufgelösten Verschwommenheit und zahlreichen Einschreibungen der technischen Materialgegenständigkeit ins Bild erklären: Wenn in "Computer Chess" analoges Magnetband auf obsolete Digitaltechnik blickt, zeichnet sich darin die für einen bestimmten Moment in der Technikgeschichte noch selbstverständlich bestehende medienhistorische Kluft ab, die im Zeitalter allüberall erfolgreich bestandener Medienkonvergenz, in der es keine Videokameras und Telefone mehr gibt, sondern nur noch Computer in jeder Hosentasche, längst überbrückt ist. Der Film spielt in den frühen 80ern in einem Provinzhotel. Eine Gruppe Nerds transportiert ihre klobigen Computer für ein Schachturnier an. Nicht Mensch gegen Maschine, sondern Maschine gegen Maschine, genauer: Algorithmus gegen Algorithmus treten an. Die Nerds sind lediglich Schnittstellen im noch nicht voll ausgeprägten Medienverbund: Brav tippen sie die Züge des Gegners in ihre Rechenmaschinen und bewegen die Spielfiguren. [weiterlesen beim perlentaucher]
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Thema: berlinale 2013
13. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Wenn in Bruno Dumonts "Camille Claudel, 1915" plötzlich ein Auto vorfährt, erschrickt man eine Sekunde über diesen Misston: Natürlich sind Autos im Jahr 1915 keine Neuheit mehr, doch bricht mit dem Auto jäh eine Ahnung der Außenwelt und der Moderne in diese bis dahin zugemauerte Welt, in der schon ein Salon im Stil des 19. Jahrhunderts wie ein Zugeständnis an den Zeitenlauf wirkt, dass man sich halb im Schock dazu zwingen muss, sich zu erinnern, dass dieser Film im frühen 20. Jahrhundert spielt.Die Bildhauerin Camille Claudel (Juliette Binoche) ist in einer von Nonnen geführten Anstalt untergebracht. Die Umstände der Einweisung bleiben unklar - dass es sich um eine männerbündische Abschiebung handelt, wird zumindest sehr implizit angedeutet. Die Welt wirkt vom schweren Gemäuer abgeschlossen - so abgetötet wie die Körperlichkeit der Nonnen unter ihren Gewändern und Tüchern. Einmal führt eine Art Pilgerweg auf den Gipfel eines nahen Bergs, von dem aus weite Landschaften, aber keine Anzeichen von Zeitgenossenschaft zu sehen ist. Eine überkontrollierte, unter dem Alb der Vergangenheit liegende Umgebung, in der als Misstöne das Gejauchze und Gekluckse der Insassen, das schelmisch wahnhafte Grinsen oder der nervtötende Trommeltick beim Essen fast befreiend wirken. [weiterlesen beim Perlentaucher]
»»» trailer

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Thema: berlinale 2013
13. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
"Pulchritude", "Schönheit" also heißt das Stück der Thee More Shallows, dessen so markant wie sanft um sich selbst kreisende Spielfigur Ramon Zürchers "Das merkwürdige Kätzchen" immer wieder als Intermezzo durchstreicht, strukturiert, aufatmen lässt. Eine ganz spezifische Schönheit sucht auch dieser fragile, funkelnde Film: die aufblitzende Poesie des Alltags, die Melancholie des einen kurzen Moments, den Zauber dessen, was als Spur bleibt.Leicht schief gedrehte Zigaretten im Etui etwa, flüchtig auf der Küchenarmatur liegengelassen, eine Tasse Tee mit Beutel auf dem Tisch, daneben ein Einkaufszettel voller zu Herzen gehender Schreibfehler eines kleinen Kindes, eine Ratte, die mit dickem Hintern hektisch über den Gehsteig huscht, eine menschenverlassene Küche, auf deren Tisch ein Kätzchen hüpft, das magische Blitzen im Innern eines Pfandautomaten. [weiterlesen bei der taz]

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Thema: berlinale 2013
13. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Am Ende von "Before Sunset" wurde ein Flug verpasst, zu Beginn von "Before Midnight" wird einer erreicht: Dazwischen liegen nicht nur genau neun Jahre und ein Tag - zumindest, wenn man mit den beiden Berlinale-Premieren rechnet -, sondern auch jene Zeit, in der fragile Liebesversprechungen an einem lauen Pariser Sommerabend zum ganz gewöhnlichen Beziehungstrott eingedickt sind.Was bisher geschah: 1995 begegneten sich die Französin Celine (Julie Delpy) und der Amerikaner Jesse (Ethan Hawke) in Wien. Die jugendlichen Träumer durchstreiften eine Nacht lang die Wiener Straßen, erkannten einander als Seelenverwandte und verloren sich wieder. 2004 trafen sie sich - sie mittlerweile Berufsaktivistin, er Schriftsteller - in Paris wieder und verbrachten einen Spätnachmittag miteinander: Bilanz und Lebensabgleich, was ist aus den Träumen geworden und was könnte noch aus ihnen werden - aus den Träumen, aus Celine und Jesse, diesem schönsten Liebespaar der jüngeren Filmgeschichte?[weiterlesen bei der taz]

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Thema: berlinale 2013
13. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Einmal, als er wild gestikulierend vom Filmemachen erzählt, vom Leben, das in die Filme schießt, da verlässt Roland Klick den sorgfältig scharf gezogenen Bereich des Bildes. Über 70 ist der Mann, doch auf eine Weise agil und mit einer inbrünstigen Leidenschaft gesegnet, als wäre er noch keine 30. Wenn er plötzlich loslacht – und Klick lacht viel –, dann reißt sein ganzes Gesicht auf, es funkelt ein Spott über die Absurditäten des Lebens darin, den sich gut leisten kann, wer stets Außenseiter gewesen und Held geblieben ist. Roland Klick, ein Verschütteter der deutschen Filmgeschichte. Einer jener Regisseure, die im verlässlichen Turnus wiederentdeckt und wieder vergessen werden, denen man die Aufnahme in den offiziellen Pantheon auch ernsthaft gar nicht wünschen kann. [weiterlesen bei taz]

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Thema: berlinale 2013
09. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Keine Emphase: Der dem Strom entrissene Nugget liegt auf einer Hand, bestaunt von einer Gruppe Pioniere. Es fällt kein und damit auch nicht dieses Wort - Gold. Darin liegt, im Norden Amerikas des späten 19. Jahrhunderts, auch ein Versprechen: Die Aussicht darauf, beengtesten und elendsten Verhältnissen (beschrieben wird einmal eine Unterkunft in New York: Vier Leute, ein Zimmer, dunkel, Feuchtigkeit und Kälte nagen an der Gesundheit) zu entkommen - sofern man die Strapazen meistert, die zwischen den jungen städtischen Zentren und dem Goldvorkommen in unwirtlichem Gebiet lauern. So finden sich in Thomas Arslans Post-Berliner-Schule-Western denn auch eine Gruppe deutscher Migranten ein, die dem Ruf des Goldes, genauer: der Annonce eines windigen Reiseführers, der zum geringen Preis eine weniger strapaziöse Passage zum neuen Reichtum in Aussicht stellt, folgen. [weiterlesen beim Perlentaucher]
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Thema: berlinale 2013
09. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die Pirate-Bay-Doku aus dem Panorama steht in voller Länge auf Youtube:
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