Thema: berlinale 2013
08. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Wo man hinschaut: schmutzige Scheiben. Oft dreht Gus van Sant durch Scheiben hindurch, so dass man die Schlieren auf dem Glas sieht. Oder das Licht auf der Frontscheibe eines Autos reflektiert so, dass Matt Damon dahinter nur schemenhaft erkennbar ist. Ein Kontrast zu den weiten Panoramen oder den aus einiger Höhe aufgenommenen Gottesperspektiven: Hier, wo die USA am amerikanischsten sind, im Hinterland, wo die meisten - wenn auch zunehmend unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten - noch auf Farmen leben, hier also, wo manche Einstellung so aussieht, als sei sie der Rahmenhandlung vom "Wizard of Oz" entnommen, wo man den Eindruck gewinnt, als habe sich die USA in den letzten Winkel und ihren eigene Ursprungsmythos zurückgezogen, hier liegt das Land in aller Klarheit vor einem. Nur die Leute, die in die Stadt kommen, bleiben undurchsichtig.Es geht ums "Fracking", die Erschließung von Erdgas in tiefsten, bislang unzugänglichen Gesteinsschichten. Eine Technologie, die einerseits die USA vom Ressourcenvorkommen in Krisengebieten unabhängiger machen und den verarmten Farmern zugleich ein Vermögen einbringen könnte, wenn sie sich nur auf die Angebote von Steve Butler (Matt Damon) und Sue (Frances McDormand) einlassen.[weiterlesen beim Perlentaucher]

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Thema: berlinale 2013
offizielle website | forum
Eine Ehe wird getrennt. Ein Kind haut von zuhause ab (einmal um den halben Globus). Eine Schwangerschaft und noch nicht mal 20. Und doch kein Problemfilm.
I used to be Darker ist buchstäblich voller Musik - live mit elektronischer Verstärkung und Verzerrung, akustisch im Proberaum, von Platte (analog, ein wunderbar alter Plattenspieler). Einmal wird Theater gespielt. Es wird viel gesungen.
Musik und Kunst als utopischer Fluchtpunkt, der sich nicht mehr anvisieren lässt. Der unverbunden neben dem Leben steht. Eine bessere Welt in der Kunst, unendlich zart - wie der Gitarrist über die Saiten gleitet, wie Kim am Ende singt - angedeutet, leicht evoziert und doch unerreichbar. Zu Beginn wird eine Malerei mit einem Messer zerstückelt. Die Inkongruenz von Leben und Kunst.
Ein Film, der in hellen, sonnenklaren Bildern (wie dunkel war dagegen doch Putty Hill) keine Hoffnung spendet, in einer Umarmung dann aber am Ende vielleicht doch.
Eine Ehe wird getrennt. Ein Kind haut von zuhause ab (einmal um den halben Globus). Eine Schwangerschaft und noch nicht mal 20. Und doch kein Problemfilm.I used to be Darker ist buchstäblich voller Musik - live mit elektronischer Verstärkung und Verzerrung, akustisch im Proberaum, von Platte (analog, ein wunderbar alter Plattenspieler). Einmal wird Theater gespielt. Es wird viel gesungen.
Musik und Kunst als utopischer Fluchtpunkt, der sich nicht mehr anvisieren lässt. Der unverbunden neben dem Leben steht. Eine bessere Welt in der Kunst, unendlich zart - wie der Gitarrist über die Saiten gleitet, wie Kim am Ende singt - angedeutet, leicht evoziert und doch unerreichbar. Zu Beginn wird eine Malerei mit einem Messer zerstückelt. Die Inkongruenz von Leben und Kunst.
Ein Film, der in hellen, sonnenklaren Bildern (wie dunkel war dagegen doch Putty Hill) keine Hoffnung spendet, in einer Umarmung dann aber am Ende vielleicht doch.
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Thema: videodrome
07. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Für die Berlinale zuhause: Ulrich Köhlers hervorragender Schlafkrankheit steht für einige Tage in der arte-Mediathek. Im Grunde muss man den Film im Kino sehen und die Bröselkodierung von arte wird ihm auch nicht gut tun, aber darauf hingewiesen sei dann eben doch. Außerdem dort: Johnnie Tos Vengeance, den ich leider noch immer nicht gesehen habe - klick!
edit: und wieder offline.
edit: und wieder offline.
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Thema: berlinale 2013
07. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Bruce Lee war der große Pragmatiker und Eklektiker des Kung-Fu: "Sei Wasser", war sein Leitspruch - nicht die Verbundenheit zu einer bestimmten Schule, sondern die Situation beherrschte seinen Kampfstil: Gut ist, was praktisch ist, Stiltreue nur soweit von Belang, wie sie im Moment weiterhilft. Einen ganz ähnlichen Pragmatismus hört man zu Beginn von "The Grandmaster", dem Berlinale-Eröffnungsfilm von Jury-Präsident Wong Kar-Wai, der darin Schlaglichter auf das Leben von Ip Man (Tony Leung), Bruce Lees Lehrmeister, wirft: Im Grunde läuft bei Kung-Fu alles auf zwei Begriffe hinaus - horizontal und vertikal. Einer steht, einer liegt am Boden.Dass Wong Kar-Wai sich diesen Pragmatismus zu Herzen nimmt, wäre zu wünschen gewesen. Doch aufs Minimale und Praktische lässt Wong Kar-Wai sich (nicht, dass es zu erwarten gewesen wäre) von vornherein nicht ein: Er schlägt Schneisen in die chinesische Geschichte, die oft willkürlich, zumindest aber unkonturiert wirken (dass dies auch an Kulturtransferproblem liegen könnte, lässt sich allerdings nicht ausschließen), fährt ein Ensemble auf, dessen Beziehungen untereinander lange Zeit undeutlich bleiben und streut über den Teig Streusel aus dem Weisheitenschatz des Kalenderspruchgenres. [weiterlesen beim Perlentaucher]

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Thema: berlinale 2013
07. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die Würdigung japanischer Studioregisseure zählt zu den in den vergangenen Jahren am meisten liebgewonnenen, jüngeren Traditionen der Berlinale, respektive des Forums. Will einen aus dem Festivalprogramm womöglich auch sonst nichts anspringen - auf die japanische Hommage im Forum ist stets Verlass.Dass sich rund um die Shochiku, Japans ältestem Film- und Studiogesellschaft, ein ganz eigenes "Genie des Systems" abzeichnet, wie es André Bazin in Abgrenzung zum und in Kritik am Hollywood-Geniekult seiner jüngeren Cahiers-Kollegen Godard und Truffaut bezeichnet hat, wird dabei auch in diesem Jahr aufs Neue (und Schönste) kenntlich: Hinter den cinephilen Schwergewichten Kurosawa, Mizoguchi und Ozu gab es bislang eine ganze Reihe im Ausland faktisch unbekannter Routiniers zu entdecken, deren Werke unter den verlässlichen Arbeits- und Auftragsbedingungen eines Großstudios eine Meisterschaft im (gar nicht despektierlich gemeinten) kleinen aufweisen: Eine Termitenkunst, die vielleicht gerade in Japan florieren konnte, wo Genie- und Schöpferkult im europäischen Sinn kulturhistorisch kaum verankert ist und ästhetische Meisterschaft weniger am Ideal eines kristallin-erhabenen Kunstwerks, als vielmehr am Studium und Beherrschen einer handwerklich zwar komplexen, in seiner Erscheinung aber einfachen Form festgemacht wird. [weiterlesen beim Perlentaucher]

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Thema: berlinale 2013
07. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Mechanik der männlich-heterosexuellen Pornophilie: Computer an, Bilder zum Aufwärmen, die Suche nach dem passenden Clip, schließlich Hand an den Schwanz und kopfüber in eine Welt williger Frauen ohne lästiges Kuschelbedürfnis.Porno ist besser als Sex, sagt Don Jon (Joseph Gordon-Levitt) und er bringt - in einem schmerzhaft zugespitzten Vergleich - einen ganzen Strauß Gründe dafür an. So funktional sich das anhört, so funktional ist auch sein Verhältnis zu allem anderen: Da die Freunde, dort der Club, dort drüben der Aufriss (nach Erfolg: Handsex mit dem Internet), hier sein durchtrainierter Körper, dann die Familie, sonntags Kirche und dann im Kämmerlein Beichte. [weiterlesen bei der taz]

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Thema: berlinale 2013
07. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Kurzer Rundumschlag:
Auch in diesem Jahr werde ich wieder im Berlinale-Blog des Perlentauchers mit vielen geschätzten Kollegen vom Festival berichten. Dazu gesellen sich einige Kritiken, die ich für die taz schreiben werde.
Hier beteilige ich mich neben vielen ebenso sehr geschätzten Kollegen an einem Kritikerspiegel.
Außerdem der Hinweis, dass ich in der rechten Spalte dieses Blogs wieder einen "Berlinale-Dump" führen werde, also Links zu interessanten Texten, Artikeln, etc. pp. die ich im Netz auffische. Dafür nutze ich den Social-Bookmark-Service Delicious und dort den tag berlinale2013. Wer will abonniert einfach den dazu passenden Feed.
Auch in diesem Jahr werde ich wieder im Berlinale-Blog des Perlentauchers mit vielen geschätzten Kollegen vom Festival berichten. Dazu gesellen sich einige Kritiken, die ich für die taz schreiben werde.Hier beteilige ich mich neben vielen ebenso sehr geschätzten Kollegen an einem Kritikerspiegel.
Außerdem der Hinweis, dass ich in der rechten Spalte dieses Blogs wieder einen "Berlinale-Dump" führen werde, also Links zu interessanten Texten, Artikeln, etc. pp. die ich im Netz auffische. Dafür nutze ich den Social-Bookmark-Service Delicious und dort den tag berlinale2013. Wer will abonniert einfach den dazu passenden Feed.
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Thema: videodrome
05. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Schön: Noch bis 17. Februar kann man hier viele Filme von Agnès Varda im Stream ansehen. (via)
Außerdem: Susan Sonntag und Agnès Varda im Fernsehen (1969).

Außerdem: Susan Sonntag und Agnès Varda im Fernsehen (1969).

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Thema: berlinale 2013
05. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Die Spiele sind (fast) eröffnet: Hier gibt es in diesem Jahr als Kooperation zwischen critic.de, dem Perlentaucher und Freunden einen Kritikerspiegel von der Berlinale. Da das Festival den Berliner Kritikern bereits viele Filme in Vorabpressevorführungen zeigt, gibt es bereits viele Einschätzungen. Als besonderes Bonbon kann man sich die Bewertungen jedes Kritikers auch einzeln hierarchisiert anzeigen lassen - ein Klick auf den Namen genügt.Meine Bewertungen etwa gibt es hier. Ich werde in diesem Jahr wieder für den Perlentaucher und verstärkt für die taz vom Potsdamer Platz berichten.
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Thema: videodrome
03. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Bei Netzkino, einem Onlineanbieter, der offenbar legal Filme für Streaming lizenziert, gibt es tatsächlich den wunderbaren Star Crash - Sterne im Duell im Angebot (wenn auch, sigh, im beschnittenen Bildformat). Einer der, wie ich finde, herzigsten Italofilme aller Zeiten, in dem Wahnsinn und Spielfreude einem gleichermaßen entgegentriefen. Dass sich der Film unwesentlich bei einem etwas bekannteren Science-Fiction-Film aus den USA, der um 1980 für etwas Aufsehen gesorgt hat, bedient - was soll's? Toller Film!
Siehe dazu auch die Begeisterungsstürme hier, hier und hier.
Siehe dazu auch die Begeisterungsstürme hier, hier und hier.
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Thema: Berliner Filmgeschehen
02. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Morgen im Bundesplatz-Kino in Berlin: Eine Will-Tremper-Double-Matinee (mit allerdings spielfilmlanger Pause zwischen beiden Filmen). Gezeigt wird um 11 Uhr Die endlose Nacht sowie um 15:45 Playgirl, die ich für zwei der schönsten bundesrepublikanischen Filme der 60er Jahre halte. Ersterer kam kürzlich in einer, nach allem, was man bislang hört, ziemlich wunderbaren DVD auf den Markt - was an einer Sensation grenzt, weshalb man der DVD sogar eine offizielle Website spendiert hat. Auch auf VHS hat es diesen wundervollen Film bis dahin nicht gegeben.
Ein paar Eindrücke aus dem Film gibt es auf Youtube. Und hier eine Bilderstrecke auf critic.de. Im Archiv des Spiegel gibt's außerdem einen Hintergrundartikel über die ungewöhnliche Entstehung dieses ungewöhnlichen Films. Eh legendär: Nettelbecks Filmkritik/Porträt anlässlich von Playgirl.

(hier gefunden)

Ein paar Eindrücke aus dem Film gibt es auf Youtube. Und hier eine Bilderstrecke auf critic.de. Im Archiv des Spiegel gibt's außerdem einen Hintergrundartikel über die ungewöhnliche Entstehung dieses ungewöhnlichen Films. Eh legendär: Nettelbecks Filmkritik/Porträt anlässlich von Playgirl.

(hier gefunden)

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Thema: Berliner Filmgeschehen
01. Februar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
»Sichtlich eilig konzipiert und gedreht, hinterläßt der Film nur ungute Gefühle.« (film-dienst)
Heute Abend um 21 Uhr im Berliner Zeughauskino: Blutiger Freitag, Rolf Olsens phänomenaler Krauts- bzw. Bankübferfalls-ploitation-Film von 1972, der Hans Georg Rammelmayrs Banküberall in der Münchner Prinzregentenstraße im Jahr zuvor einerseits spekulativ ausschlachtet, andererseits aber auch eine Art Zeitbild der sozialen Spannungen in der BRD der frühen 70er Jahre schafft.
In der Hauptrolle: Raimund Harmstorf in seiner, wie ich finde, größten Rolle. Vor dem Film gibt es eine kurze Einführung von Philipp Stiasny (CineGraph Babelsberg) zu Rolf Olsen und von mir zum Film selbst.
Auf der Website der Zeit gibt es eine historische Reportage über die Ereignisse von 1971. Auf Youtube gibt es die ersten fünf Minuten des Films (mit ziemlich idiotischen englischen Untertiteln).
Sehenswert ist der Film vor allem auch als Bestandteil einer heute verschütteten und mangels einer befriedigenden DVD-Editionslage auch kaum mehr rekonstruierbaren Genrefilmkultur in Deutschland, die sämtliche Onkelig- und Beschaulichkeit, die man den Wallace- und Winnetou-Filmen (von den Heimatfilmen ganz zu schweigen) vielleicht wirklich attestieren möchte, abschüttelt und roh, dynamisch, rasant auftritt. Kein "Theaterdeutsch" trübt das Spiel, kein Bild wird zulange gehalten, der Schnitt ist grob und packend, die Kamera hochmobil. Über weite Strecken gleicht der hysterische Pegel einem Schlingensief-Film. Olsen, der zuvor St.Pauli-Filme (ebenfalls sehr sehenswert - Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn gibt es gerade bei Das Vierte gratis in der Mediathek) und einen ziemlich sonderbaren Heinz-Erhardt-Film (Immer wenn ich traurig bin...") gedreht hat, ließ hier mit einem Mal italienische Thrillerhärte ins bundesrepublikanische Genrekino einfließen.

Heute Abend um 21 Uhr im Berliner Zeughauskino: Blutiger Freitag, Rolf Olsens phänomenaler Krauts- bzw. Bankübferfalls-ploitation-Film von 1972, der Hans Georg Rammelmayrs Banküberall in der Münchner Prinzregentenstraße im Jahr zuvor einerseits spekulativ ausschlachtet, andererseits aber auch eine Art Zeitbild der sozialen Spannungen in der BRD der frühen 70er Jahre schafft.
In der Hauptrolle: Raimund Harmstorf in seiner, wie ich finde, größten Rolle. Vor dem Film gibt es eine kurze Einführung von Philipp Stiasny (CineGraph Babelsberg) zu Rolf Olsen und von mir zum Film selbst.Auf der Website der Zeit gibt es eine historische Reportage über die Ereignisse von 1971. Auf Youtube gibt es die ersten fünf Minuten des Films (mit ziemlich idiotischen englischen Untertiteln).
Sehenswert ist der Film vor allem auch als Bestandteil einer heute verschütteten und mangels einer befriedigenden DVD-Editionslage auch kaum mehr rekonstruierbaren Genrefilmkultur in Deutschland, die sämtliche Onkelig- und Beschaulichkeit, die man den Wallace- und Winnetou-Filmen (von den Heimatfilmen ganz zu schweigen) vielleicht wirklich attestieren möchte, abschüttelt und roh, dynamisch, rasant auftritt. Kein "Theaterdeutsch" trübt das Spiel, kein Bild wird zulange gehalten, der Schnitt ist grob und packend, die Kamera hochmobil. Über weite Strecken gleicht der hysterische Pegel einem Schlingensief-Film. Olsen, der zuvor St.Pauli-Filme (ebenfalls sehr sehenswert - Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn gibt es gerade bei Das Vierte gratis in der Mediathek) und einen ziemlich sonderbaren Heinz-Erhardt-Film (Immer wenn ich traurig bin...") gedreht hat, ließ hier mit einem Mal italienische Thrillerhärte ins bundesrepublikanische Genrekino einfließen.

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Thema: Filmtagebuch
30. Januar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das erste Bild: Kein Bild, aber ein Datum. 11. September 2001. Die Leinwand bleibt schwarz, die Ikone der qualmenden, schließlich kollabierenden Twin Towers bleibt ausgespart. Stattdessen hört man Aufnahmen von Telefonanrufen aus dem Innern des Gebäudes. Menschen in Lebensangst. In der Überpräsenz der buchstäblich monolithischen Panorama-Nachrichtenbilder vom 11. September verschwindet das Schicksal des Einzelnen - Regisseurin Kathryn Bigelow bricht dieses Bilderregime für einen Moment lang auf. Von vornherein ist klar: Zero Dark Thirty versteht sich als bildpolitische Intervention. [weiterlesen beim Perlentaucher]

Nachgetragen aus letzter Woche:
Nahtlos reiht sich dieser kindliche Victor Frankenstein in die lange Kette autobiografisch geprägter Sonderlingen ein, die Tim Burtons Filme seit jeher bevölkern: Verunsichert und etwas phlegmatisch im Auftreten, hager in der Erscheinung, den Eltern oft ein Rätsel (zumal, was die Monomanie seiner Interessen betrifft: wissenschaftliche Forschung und das Erstellen ruckeliger Super8-Filme, die dem Horrorkino ihren Tribut zollen), in körperlichen Dingen herausgefordert (Sport - ein Graus!) und mit auffälligen, wenngleich als Schrulle noch erträglichen Defiziten, was die soziale Kompetenz betrifft. Was in Burton County, wo auch dieser Film angesiedelt ist, ohnehin nicht allzu schwer ist: Seit jeher ließen sich Burtons Kringel und Kreise als Gegenentwurf zu einer aufgeräumten Welt der rechten Winkeln und geraden Linien lesen. [weiterlesen beim Perlentaucher]

Daneben lief noch der episodisch zwar recht hübsch geratene, im Gesamten dann aber arg christlich-schicksalshaft verbrämte Flight von Robert Zemeckis an, über den ich eine Kurznotiz bei der Stadtrevue verfasst habe. An Gangster Squad sollte man unterdessen keine NeoNoir-Maßstäbe ansetzen, um sich den Film nicht verderben zu lassen: Dass der Film unentwegt Pulphefte wie Detective Stories etc. ins Bild rückt, hat Methode. Dieser Film knallt um sich, wie das nur eine sich um kulturelles Kapital nicht scherende Pulpstory tut, die sich nicht unter Hinweis auf Chandler und Co. um Legitimiation bemühen muss. Auch hier eine Notiz für die Stadtrevue. Selbst noch als Horrorfan schenken kann man sich unterdessen den wenig erfreulichen House at the End of the Street.

Nachgetragen aus letzter Woche:
Nahtlos reiht sich dieser kindliche Victor Frankenstein in die lange Kette autobiografisch geprägter Sonderlingen ein, die Tim Burtons Filme seit jeher bevölkern: Verunsichert und etwas phlegmatisch im Auftreten, hager in der Erscheinung, den Eltern oft ein Rätsel (zumal, was die Monomanie seiner Interessen betrifft: wissenschaftliche Forschung und das Erstellen ruckeliger Super8-Filme, die dem Horrorkino ihren Tribut zollen), in körperlichen Dingen herausgefordert (Sport - ein Graus!) und mit auffälligen, wenngleich als Schrulle noch erträglichen Defiziten, was die soziale Kompetenz betrifft. Was in Burton County, wo auch dieser Film angesiedelt ist, ohnehin nicht allzu schwer ist: Seit jeher ließen sich Burtons Kringel und Kreise als Gegenentwurf zu einer aufgeräumten Welt der rechten Winkeln und geraden Linien lesen. [weiterlesen beim Perlentaucher]

Daneben lief noch der episodisch zwar recht hübsch geratene, im Gesamten dann aber arg christlich-schicksalshaft verbrämte Flight von Robert Zemeckis an, über den ich eine Kurznotiz bei der Stadtrevue verfasst habe. An Gangster Squad sollte man unterdessen keine NeoNoir-Maßstäbe ansetzen, um sich den Film nicht verderben zu lassen: Dass der Film unentwegt Pulphefte wie Detective Stories etc. ins Bild rückt, hat Methode. Dieser Film knallt um sich, wie das nur eine sich um kulturelles Kapital nicht scherende Pulpstory tut, die sich nicht unter Hinweis auf Chandler und Co. um Legitimiation bemühen muss. Auch hier eine Notiz für die Stadtrevue. Selbst noch als Horrorfan schenken kann man sich unterdessen den wenig erfreulichen House at the End of the Street.
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Thema: FilmKulturMedienwissenschaft
12. Januar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
(via diverse auf Facebook) 13 Jahre, die die Filmgeschichte veränderten: David Bordwells Vortrag samt Präsentation über die Jahre 1908 bis 1920, in denen aus bewegten Bildern Spielfilme wurden.
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Thema: Hinweise
Weitergereicht an die Dominik-Graf-Aficionados: Die FAZ dokumentiert heute Grafs schöne Laudatio auf Wolfgang Petersen. Leider nicht online.
Jetzt online!
Bei YouTube ist außerdem Wolfgang Petersens Dankesrede auf Grafs Laudatio (Aufnahme hier) zu sehen:
Jetzt online!
Bei YouTube ist außerdem Wolfgang Petersens Dankesrede auf Grafs Laudatio (Aufnahme hier) zu sehen:
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Thema: Filmtagebuch
03. Januar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Zu Beginn zehn Minuten reine Cine-Faszination: Ein Scharfschütze nimmt Position auf einem Parkhaus ein, streckt fünf Passanten nieder, flieht. Ermittler kommen zum Tatort, finden und sichern Spuren. Sie führen in überwältigender Stringenz zu einem Verdächtigen, der bald missbraucht und zusammengeschlagen, nur noch zu einer Kritzelei auf einem Blatt Papier fähig ist: "Holt Jack Reacher." Währenddessen fällt kein Wort: Bild - Montage - Assoziation. [weiterlesen bei der taz]

Hemingways „A Farewell to Arms“ fliegt im hohen Bogen aus dem Fenster. Nachts um drei. Anlass für solch grobe Literaturkritik: Wie kann der Mann seinen beiden Hauptfiguren nach all den Entbehrungen am Ende das Happy End verweigern? Warum muss die Frau sterben, warum können die beiden nicht einfach miteinander tanzen? Der da so erbost über Kanonliteratur zetert, ist Pat (Bradley Cooper). Die Scheiben, durch die das Buch spätnachts flog, gehören seinen Eltern Pat Sr. (Robert De Niro) und Dolores (Jacki Weaver), die sich um diese Uhrzeit auch Besseres vorstellen könnten als wutschnaubende Textinterpretationen im eigenen Schlafzimmer. [weiterlesen bei der taz]

Hemingways „A Farewell to Arms“ fliegt im hohen Bogen aus dem Fenster. Nachts um drei. Anlass für solch grobe Literaturkritik: Wie kann der Mann seinen beiden Hauptfiguren nach all den Entbehrungen am Ende das Happy End verweigern? Warum muss die Frau sterben, warum können die beiden nicht einfach miteinander tanzen? Der da so erbost über Kanonliteratur zetert, ist Pat (Bradley Cooper). Die Scheiben, durch die das Buch spätnachts flog, gehören seinen Eltern Pat Sr. (Robert De Niro) und Dolores (Jacki Weaver), die sich um diese Uhrzeit auch Besseres vorstellen könnten als wutschnaubende Textinterpretationen im eigenen Schlafzimmer. [weiterlesen bei der taz]

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Thema: TV-Tipps
03. Januar 13 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Heute Nacht um 01:09 zeigt arte Julia Ostertags und Francesca Araiza Andrades Dokumentarfilm Noise and Resistance über die europäische Hardcorepunk-Underground-Szene. Auch wenn ich mich heute nicht mehr darin bewege, hatte diese einen nicht zu unterschätzenden Anteil an meiner Sozialisation, was mich, schätze ich, bis heute prägt.
Dass der Film die Szene (der auch die beiden Macherinnen entspringen) mitunter etwas verklärt, sah ich deshalb schon auch aus persönlichen Gründen nicht ganz so eng. In der taz hatte ich zum Kinostart einen Text.
Dass der Film die Szene (der auch die beiden Macherinnen entspringen) mitunter etwas verklärt, sah ich deshalb schon auch aus persönlichen Gründen nicht ganz so eng. In der taz hatte ich zum Kinostart einen Text.
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Thema: Kinokultur
» 2012.
31. Dezember 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Einige Aktualitäten, die ich 2012 gesehen habe und sehr gut fand:
- Zero Dark Thirty (Bigelow)
- Barbara (Petzold)
- Bestiaire (Côte)
- Drive (Refn)
- Cosmopolis (Cronenberg)
- Killer Joe (Friedkin)
- Death Row (Herzog)
- Livide (Bustillo/Maury)
- Flying Swords of Dragon Gate (Hark)
- Liebe (Haneke)
- Looper (Johnson)
- Lawinen der Erinnerung (Graf)
- Dredd (Travis)
- The Campaign (Roach)
- Heino Jaeger: Look before you Kuck (Kroske)
- Das unsichtbare Mädchen (Graf)
- Universal Soldier: Day of Reckoning (Hyams)
- Hail (Courtin-Wilson)
- Mad Men: Season 5
- Girls: Season 1
Außerdem: Bemerkenswerte Erstsichtungen aus den Archiven der Film- und Fernsehgeschichte:
Der Kommissar: Lagankes Verwandte (1971) +++ Monarch (Flütsch/Stelzer) +++ King of Comedy (1983) +++ Das nackte Cello (1971) +++ Io, Emmanuelle (1969) +++ Diamond Connection (1982) +++ Tanja - Die Nackte von der Teufelsinsel (1967) +++ Nightdreams (1981) +++ Marnie (1964) +++ Der Kommissar: Parkplatz-Hyänen (1969) +++ Electric Glide in Blue (1973) +++ Amore e morte nel giardino degli dei (1972) +++ Der Alte: Der Sohn (1985) +++ Sperling und der brennende Arm (1998) +++ Sperling und das Loch in der Wand (1998) +++ Hotte im Paradies (2003) +++ Bittere Unschuld (1999) +++ Bei Thea (1988) +++ Treffer (1984) +++ Derrick: Yellow He (1977) +++ Derrick: Alarm auf Revier 12 (1975) +++ Derrick: Tod des Wucherers (1977) +++ Derrick: Tote Vögel singen nicht (1976) +++ La Rose de Fer (1973) +++ Cotton Comes to Harlem (1970) +++ Der Fahnder: Nachtschicht (1992) +++ Le Secret (1973) +++ Quartett im Bett (1968) +++ Let's Scare Jessica to Death (1971) +++ Mill of the Stone Women (1960) +++ Perrak (1970) +++ Polizeiinspektion 1: Die große Oper (1978) +++ Polizeiinspektion 1: Chloroform für Zwei (1977) +++ Der Unfall (1968) +++ Niagara (1953) +++ Im Schloss der blutigen Begierde (1968) +++ Der Mörder mit dem Seidenschal (1967) +++ Die endlose Nacht (1963) +++ Liebe, so schön wie Liebe (1972) +++ Sylvie (1973) +++ The Horrible Dr. Hichcock (1962)
beyond distribution
straight to disc
in theatres
- Zero Dark Thirty (Bigelow)
- Barbara (Petzold)
- Bestiaire (Côte)
- Drive (Refn)
- Cosmopolis (Cronenberg)
- Killer Joe (Friedkin)
- Death Row (Herzog)
- Livide (Bustillo/Maury)
- Flying Swords of Dragon Gate (Hark)
- Liebe (Haneke)
- Looper (Johnson)
- Lawinen der Erinnerung (Graf)
- Dredd (Travis)
- The Campaign (Roach)
- Heino Jaeger: Look before you Kuck (Kroske)
- Das unsichtbare Mädchen (Graf)
- Universal Soldier: Day of Reckoning (Hyams)
- Hail (Courtin-Wilson)
- Mad Men: Season 5
- Girls: Season 1
Außerdem: Bemerkenswerte Erstsichtungen aus den Archiven der Film- und Fernsehgeschichte:
Der Kommissar: Lagankes Verwandte (1971) +++ Monarch (Flütsch/Stelzer) +++ King of Comedy (1983) +++ Das nackte Cello (1971) +++ Io, Emmanuelle (1969) +++ Diamond Connection (1982) +++ Tanja - Die Nackte von der Teufelsinsel (1967) +++ Nightdreams (1981) +++ Marnie (1964) +++ Der Kommissar: Parkplatz-Hyänen (1969) +++ Electric Glide in Blue (1973) +++ Amore e morte nel giardino degli dei (1972) +++ Der Alte: Der Sohn (1985) +++ Sperling und der brennende Arm (1998) +++ Sperling und das Loch in der Wand (1998) +++ Hotte im Paradies (2003) +++ Bittere Unschuld (1999) +++ Bei Thea (1988) +++ Treffer (1984) +++ Derrick: Yellow He (1977) +++ Derrick: Alarm auf Revier 12 (1975) +++ Derrick: Tod des Wucherers (1977) +++ Derrick: Tote Vögel singen nicht (1976) +++ La Rose de Fer (1973) +++ Cotton Comes to Harlem (1970) +++ Der Fahnder: Nachtschicht (1992) +++ Le Secret (1973) +++ Quartett im Bett (1968) +++ Let's Scare Jessica to Death (1971) +++ Mill of the Stone Women (1960) +++ Perrak (1970) +++ Polizeiinspektion 1: Die große Oper (1978) +++ Polizeiinspektion 1: Chloroform für Zwei (1977) +++ Der Unfall (1968) +++ Niagara (1953) +++ Im Schloss der blutigen Begierde (1968) +++ Der Mörder mit dem Seidenschal (1967) +++ Die endlose Nacht (1963) +++ Liebe, so schön wie Liebe (1972) +++ Sylvie (1973) +++ The Horrible Dr. Hichcock (1962)
film 2012
beyond distribution
89 - bestiaire
84 - death row
80 - hail (review in print)
74 - captive
71 - the legend of kaspar hauser (review in print)
70 - a.c.a.b. (review in print)
70 - alois nebel (review in print)
70 - francine
69 - where's my mother tongue?
68 - eden
67 - the whisperer in darkness (review in print)
67 - kid thing
60 - l (review in print)
58 - crulic - the path to beyond
53 - jayne mansfield's car
48 - keyhole
straight to disc
85 - killer joe (review in print) (wichtiger hinweis!)
84 - livide
83 - flying swords of dragon gate
80 - universal soldier: day of reckoning
79 - gandu (review in print)
76 - mad circus
70 - cold blue (review in in print)
65 - metropia (review in print)
62 - urban explorer (review in print)
61 - the awakening
60 - meat (review in in print)
50 - don't be afraid of the dark (review in print)
48 - the pact
43 - kill list
40 - the tall man
39 - der mönch
28 - love
26 - grabbers
25 - obsession - tödliche spiele (review in in print)
in theatres
91 - barbara
88 - drive
87 - amer
85 - cosmopolis
83 - liebe
83 - looper
81 - lawinen der erinnerung (tv)
81 - dredd
81 - the campaign
80 - heino jaeger: look before you kuck
80 - das unsichtbare mädchen (tv)
79 - leb wohl, meine königin!
79 - the grey - unter wölfen
79 - haywire
79 - skyfall
79 - the amazing spider-man
78 - sleep tight
77 - hugo cabret
77 - small town murder songs
76 - dark shadows
75 - jeff, der noch zuhause wohnt
75 - die muppets
75 - into the abyss (tv) (review in print)
73 - the artist
73 - maniac
73 - viva riva
71 - das verborgene gesicht (review in print)
71 - chronicle - wozu bist du fähig?
70 - michael (review in in print)
70 - mondomanila
70 - beyond the hill
70 - fast verheiratet
70 - arirang
69 - dark knight rises
69 - red lights
69 - lockout
69 - sharayet - eine liebe in teheran
68 - knistern der zeit
67 - take shelter
67 - end of watch
67 - the yellow sea
66 - tomboy
65 - men in black 3
65 - prometheus
65 - paranorman
64 - the raid
61 - don 2
61 - who killed marilyn?
61 - 7 psychos
60 - nacht des schweigens
60 - policeman
60 - gone
60 - our idiot brother
60 - chernobyl diaries
59 - die eiserne lady
59 - the substance: albert hofmann's lsd
58 - on the road
57 - we need to talk about kevin
56 - am ende eines viel zu kurzen tags
55 - herr wichmann aus der dritten reihe
53 - dame, könig, as, spion
51 - im reich der raubkatzen
51 - the expendables 2
50 - ins blaue
50 - ufos, sex und monster (tv)
49 - the avengers
48 - iron sky
48 - the man with the iron fists
45 - die vermissten
45 - pieta
45 - totall recall
45 - chico & rita
40 - cabin in the woods
40 - possession
40 - killing them softly
40 - red dawn
39 - my week with marilyn
39 - ruby sparks
39 - holy motors
38 - starbuck
35 - hasta la vista
35 - der hobbit: eine unerwartete reise
30 - berlin für helden
30 - the rum diary
28 - schutzengel
28 - cockneys vs zombies
25 - late bloomers
25 - die vampirschwestern
25 - hotel transsilvanien
22 - der seidenfächer
20 - 96 hours - taken 2
20 - juan of the dead (review in print)
18 - die farbe des ozeans
15 - the deep blue sea (sichtung abgebrochen)
13 - beasts of the southern wild
12 - ghost rider 2
12 - cloud atlas
10 - zettl
09 - john carter
08 - w.e.
05 - das hochzeitsvideo
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Thema: Filmtagebuch
27. Dezember 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
In den Achtzigern war die Welt zwar nicht in Ordnung, aber zumindest klar und übersichtlich: Hier Uncle Sam, dort der Ivan. Hier Reagonomics, dort Reich des Bösen. Dass sich John Milius vor diesem geopolitischen Grobraster als Vertreter des reaktionären Flügels von "New Hollywood" in seine 80s-Guerilla-Fantasie "Red Dawn" sonderlich hätte reinreden lassen müssen, ist schwer vorstellbar. Wenn in seinem Film die "Rote Flut" über die USA zieht, wenn also stramme Sowjets über Nacht das Land übernehmen und sich ausgerechnet in der Provinz eine versprengte Schar von Teenies sammelt, die sich dem entgegenstellen (darunter Patrick Swayze und Jennifer Grey bevor sich beide dreckig in aller Herzen tanzten), dann entsprach dies dem Zeitgeist und stellte in solch ironiefreier Zuspitzung angesichts einer unmissverständlich aufgeteilten globalen Wirtschaftslage auch keine Rendite in Zweifel.
Ungleich verzwickter ist die heutige Lage, will man ein Remake des Stoffs in die Kinos bringen. Nicht nur bieten sich die Sowjets aus naheliegenden Gründen ganz gewiss nicht mehr für die Rolle der Bösen an. Auch müssen sich amerikanische Filme heute mehr als früher am internationalen Markt beweisen, um am Ende eine stimmige Bilanz vorzuweisen. Und beim großen Gegenspieler auf internationalem Parkett stehen die USA heute selbst in der Kreide, so dass er sich für den großen Buhmann schlechterdings nicht anbietet. [weiterlesen beim Perlentaucher]

Im Grunde ist Charo (Mariangel Böhnke) ein junges Mädchen wie alle anderen: gelegentliche Reibereien mit der Mutter, spätnachts mit der besten Freundin bei Jungs anrufen, Wetten abschließen, wer wen als Erstes küsst, im Kaufhaus blödeln, kleinere Konflikte mit dem Gesetz, die sie mit viel Tränen wegspült. Ein Wechsel zum Gymnasium steht auch an. Nur dass Charo nicht wie ihre beste Freundin Laura (Mira Aring) ist: Sie stammt aus einer kolumbianischen Familie, mit der sie seit acht Jahren in Berlin lebt. Ohne Papiere, die Abschiebung stets vor Augen. Ihre Freundinnen wissen von nichts. [weiterlesen in der taz]

Sehr gut gefallen hat mir außerdem das Remake von Maniac, das heute anläuft. In der aktuellen Ausgabe der Kölner Stadtrevue habe ich dazu eine Filmkritik, die erst Ende Januar online erscheinen wird. Bis dahin nur ein Kurznotiz.

Außerdem läuft der Kinderfilm Die Vampirschwestern nach der gleichnamigen Kinderbuchreihe an. Eine eher etwas bizarre Veranstaltung mit Tendenz zum Pupshumor. Der letzte Gag besteht aus langgezogenen Diarrhoe-Klängen auf dem Lokus - nun denn. Dazu nur eine kurze Notiz bei der Stadtrevue in Köln.
Ungleich verzwickter ist die heutige Lage, will man ein Remake des Stoffs in die Kinos bringen. Nicht nur bieten sich die Sowjets aus naheliegenden Gründen ganz gewiss nicht mehr für die Rolle der Bösen an. Auch müssen sich amerikanische Filme heute mehr als früher am internationalen Markt beweisen, um am Ende eine stimmige Bilanz vorzuweisen. Und beim großen Gegenspieler auf internationalem Parkett stehen die USA heute selbst in der Kreide, so dass er sich für den großen Buhmann schlechterdings nicht anbietet. [weiterlesen beim Perlentaucher]

Im Grunde ist Charo (Mariangel Böhnke) ein junges Mädchen wie alle anderen: gelegentliche Reibereien mit der Mutter, spätnachts mit der besten Freundin bei Jungs anrufen, Wetten abschließen, wer wen als Erstes küsst, im Kaufhaus blödeln, kleinere Konflikte mit dem Gesetz, die sie mit viel Tränen wegspült. Ein Wechsel zum Gymnasium steht auch an. Nur dass Charo nicht wie ihre beste Freundin Laura (Mira Aring) ist: Sie stammt aus einer kolumbianischen Familie, mit der sie seit acht Jahren in Berlin lebt. Ohne Papiere, die Abschiebung stets vor Augen. Ihre Freundinnen wissen von nichts. [weiterlesen in der taz]

Sehr gut gefallen hat mir außerdem das Remake von Maniac, das heute anläuft. In der aktuellen Ausgabe der Kölner Stadtrevue habe ich dazu eine Filmkritik, die erst Ende Januar online erscheinen wird. Bis dahin nur ein Kurznotiz.

Außerdem läuft der Kinderfilm Die Vampirschwestern nach der gleichnamigen Kinderbuchreihe an. Eine eher etwas bizarre Veranstaltung mit Tendenz zum Pupshumor. Der letzte Gag besteht aus langgezogenen Diarrhoe-Klängen auf dem Lokus - nun denn. Dazu nur eine kurze Notiz bei der Stadtrevue in Köln.
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Thema: Filmtagebuch
13. Dezember 12 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Zwischen Peter Jacksons preisgekrönter "Herr der Ringe"-Trilogie und diesem neuen, ersten Film der ebenfalls als Trilogie konzipierten Verfilmung von Tolkiens Kinderbuch "Der kleine Hobbit", mit dem der Sprachhistoriker 1937 den phantastischen Kosmos von Mittelerde erstmals beschrieb, liegen nicht nur neun Jahre, sondern ein ganzer Medienwechsel samt folgenreicher Umstrukturierung des Kinobetriebs: Die volldigitale Produktionsweise ist durchgesetzt (freilich, ein paar wenige Idealisten werden vom Betrieb als 35mm-Fanatiker gerade noch geduldet), im Bereich großbudgetierter Produktionen ist an 3D so gut wie kein Vorbeikommen mehr. Mit "Der Hobbit" setzt Jackson dem nun noch einen obendrauf: Gedreht wurde nicht nur in 3D, sondern gleich im "High Frame"-Verfahren, also mit 48 statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde, was dem Film nicht nur die berüchtigten Unschärfen bei schnellen Bewegungsabläufen austreibt, sondern auch ein teures Equipment-Upgrade der Kinos erforderlich macht. Der Keil zwischen hochgerüstetem Kinobetrieb, der schon zur Amortisierung seiner Investition vermehrt auf große Eventfilme setzen muss, und den zu solchen Ausgaben kaum befähigten Einzelbetrieben wird damit noch ein bisschen tiefer ins Gewebe der ohnehin schon parzellierten Kinokultur getrieben. [weiterlesen beim Perlentaucher]


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