Sonntag, 3. Juni 2007
Hier gefunden.


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Freitag, 1. Juni 2007
Bruno S., die schillerndste Figur im Werk Werner Herzogs, wird 75. Der "Tagesspiegel" würdigt ihn mit einer ausführlichen Reportage.

Seinen Jeder für sich und Gott gegen alle sollte man zu diesem Anlass mal sehen, wenn man ihn noch nicht gesehen hat. Eine Dokumentation über ihn gibt es auch, Bruno S. - Die Fremde ist der Tod, die ich leider noch immer nicht gesehen habe.

Alles Gute, Bruno.


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Montag, 28. Mai 2007
The Sorcerers (1967) - deutscher Verleihtitel: Im Banne des Dr. Monserrat - ist ein eher unbekannter britischer Horrorfilm mit dem schon greisen Boris Karloff in der Hauptrolle. Produziert wurde er von Tigon Productions, neben den Platzhirschen Hammer und Amicus die dritten im Bunde der British Horror Movies. Der Film ist gewiss recht trashig und leitete damals vielleicht sogar schon die neuere Welle (vgl. etwa Dracula AD 1972) im britischen Horrorkino ein, die nicht mehr in Zeit, Raum und Literatur des 19. Jahrhunderts hauste, sondern ganz im (damaligen) Hier und Jetzt. Als Regisseur verantwortlich zeichnete im übrigen Michael Reeves, ein früh verstorbener Filmemacher, der vor allem für seinen Witchfinder General (zu dem ich persönlich indes nie wirklich Zugang fand) unter Genrefreunden zu großem Ruhm gelangte.

Karloff mimt hier einen ins Alter gekommenen Wissenschaftler, der von seiner Gattin - möge der Teufel diese Eva auf alle Tage verfluchen ( ;) ) - dazu verführt wird, seine neueste Erfindung, die es ihm gestattet, Menschen telepathisch zu kontrollieren, ordentlich für eigenen Macht- und Genusszuwachs zu missbrauchen.

Als ich den Film vor einigen Jahren in der Nachtschiene irgendeines Dritten Programms erstmals gesehen habe, habe ich ihn sogleich ins Herz geschlossen. Das mag vor allem an den wild illuminierten Laborsequenzen liegen, auf die The Sorcerers in bester british tradition nicht verzichten mag und denen ich immer mit größter Freude begegne; vielleicht liegt's aber auch an den hübschen Einblicken in das noch frische swinging London der späten 60er oder an dem grundsätzlich um grimmige Ernsthaftigkeit bemühten Tonfall, wer weiß (echolog.de sieht hier bereits die Punk-Ära am Horizont heraufdämmern, kein schlechter Gedanke). Eine DVD ist zumindest in Deutschland meines Wissens nicht erschienen, bleibt also allein die Hoffnung auf einen TV-Termin.

Warum ich das alles schreibe? Bei Cinedelica ist jetzt der Trailer zu dieser kleinen Verschrobenheit aufgetaucht, der ein bisschen von dem candy dieses Film erahnen lässt und den ich deshalb niemand vorenthalten möchte:



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Donnerstag, 24. Mai 2007
find, listen, and discuss free lectures from around the web.


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Thema: radio
A series of 20 half-hour long radio broadcasts by Brakhage recorded at KAIR, Univeristy of Colorado in 1982. Includes long passages of Brakhage musing on subjects such as film, poetry, theater, and other arts.
[via]

Oder hier als Transkript.


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Mittwoch, 16. Mai 2007
Thema: festivals
Auch dieses Jahr mal wieder nur aus der Ferne zu beobachten: Das Filmfestival in Cannes. Für alle Schicksalsgenossen habe ich auf der linken Spalte einen Linkticker eingebaut.


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Samstag, 12. Mai 2007
Thema: Kinokultur
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Woche für Woche lesenswert (und um so viel lesenswerter als, ach, das allüberall so übliche): Die noch recht junge Kino-Kolumne im Perlentaucher von, naja, wissen Sie ja bestimmt. Gute Idee war das.


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Mystery cat takes regular bus to the shops


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Thema: Kinokultur
Die 43. Ausgabe des stets lesenswerten Online-Filmjournals ist seit kurzem online.


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Freitag, 11. Mai 2007
Thema: good news
Die große Untote der Filmgeschichte, die seit Jahr und Tag siech darniederliegende Tante Hammer, erfreut sich am Labsal frischen Bluts, wenn man dieser kleinen Featurette Glauben schenken darf.

Ich tu's gern, und wart' mal ab, was die Zukunft so bringt.

Nachtrag: Der Hollywood Reporter hat meine tolle Überschrift geklaut.


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Donnerstag, 10. Mai 2007
Thema: DVDs


In den Niederlanden ist bei Milkwood ein 2-DVD-Set mit einer Dokumentation über und den Experimentalfilmen von Frans Zwartjes erschienen. Damit wird ein weiteres Puzzlestück einer "anderen" Filmgeschichte geborgen.

Da die DVD englische Untertitel aufweist, ist sie auch von internationalem Interesse.


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Montag, 7. Mai 2007
03.05.2007, Seminarsichtung "Filmkritik"

Los Muertos, die Toten, heißt der zweite Film des jungen argentinischen Filmemachers Lisandro Alonso. Ein schlichter, lakonischer Titel, und doch präzis und exakt, in dem was er bezeichnet, mit einer sublimen Ahnung von Schrecken, doch ohne jedes Pathos. Ein passender Titel.

Mit den Toten beginnt der Film. Die höchst bewegliche Kamera – so agil wird sie an kaum einer zweiten Stelle - taumelt in sich versunken durch einen Wald, der Blick geht nach oben, nach unten. Ein suchender Blick, der indes nichts findet: Das Geäst bleibt nscharf, fleckenhaft. Nur hier und da tritt ein Blatt in den Schärfebereich direkt vor der Linse, als würde es ganz unwirklich erst direkt dort entstehen, und zeichnet sich konturiert vom undeutlichen Hintergrund ab. Dann, nur im vorbeigleitenden Anschnitt, ein toter Junge am Boden, Blut. Man hört Wasser plätschern, die Kamera schwebt weiter, eine weitere Leiche, ebenfalls ein Junge, dem kaum mehr Aufmerksamkeit vergönnt ist. Schließlich der Mörder, ebenfalls nur im Anschnitt, ebenfalls ein Junge. In seiner Händ hält er eine Machete. Das Bild wird grün, kein Vorspann folgt.

Alonso lässt Los Muertos fast schon hypnotisch beginnen. Er lenkt den Blick auf die Machart des Films und stellt auf das Tempo ein. Bedächtig, kontemplativ, jedoch nicht einlullend, oft genug nur minimal über dem Nullpunkt von Narration, und dennoch immer wieder überraschend, spannend, da Details in die Aufmerksamkeit rücken dürfen.

Im Mittelpunkt steht Vargas, ein bereits älterer Mann und offenbar der Mörder aus dem Prolog, der ein Gutteil seines Lebens für den Mord an seinen beiden Brüdern im Gefängnis abgesessen hat. Daran erinnere er sich kaum mehr, sagt er an einer Stelle, auf seine Tat angesprochen. Dass sich Vargas im Gefängnis befindet, ergibt sich erst nach und nach. Einen establishing shot, der die Zuschauer über Setting und Person einführend und umfassend in Kenntnis setzt, eine typische Erzählweise des kommerziellen Kinos also, findet man in Los Muertos an keiner Stelle.

Stattdessen reiht Alonso einzelne, oft sehr lange Einstellungen aneinander. Vargas im Bett, wie er geweckt wird. Später bei der Arbeit, beim nachmittäglichen Spazieren, ein Gespräch mit anderen Insassen. Eine Vielzahl von Räumen, die eine Kartografie der Örtlichkeit indes nur schwer ermöglicht und die ihren institutionellen Charakter – es könnte zunächst auch ein beengtes Dorf sein – erst nach und nach zu erkennen geben. Immer ist Vargas schon da, in diesem jeweiligen Raum, und immer verlässt er die Einstellung zu ihrem Ende hin und lässt ein unbelebtes, nachwirkendes Bild zurück. Nur selten schwenkt die Kamera ein wenig und verrät weitere Details der Umgebung.

Vargas wird entlassen, nach 30 Jahren Haft. Er lässt das Gefängnis hinter sich und damit die überschaubaren Bahnen seines Lebens. Vargas streift durch's Land. Er besucht eine Prostituierte, kauft ein Kleid für seine erwachsene Tochter, die er noch nie gesehen hat, fährt mit einem Boot auf dem Fluß entlang, erreicht eine Insel, ernährt sich von erbeutetem Honig und schlachtet fachmännisch eine Ziege. Die vollgestellte Welt der Gefängnissiedlung weicht einer existenziellen, rein auf Physis abgestellten Welt, in der nurmehr wenig an die Zivilisation erinnert. Eine Welt, die nach Vögelgezwitscher, Grillengezirpe und heißem Wind klingt; die Tonspur von Los Muertos ist über weite Strecken reinster Ambient.

Nach und nach ergibt sich eine Form von Karte: Die einzelnen Orte, die Vargas durchstreift, erscheinen zusehends verknüpft. Ist Vargas im Gefängnis immer schon da gewesen, so ergibt sich hier eine vorgefundene Welt: Einzelne Bilder sind erst da, und werden erst anschließend von ihm betreten. Eine Einstellung – die schönste des ganzen Films – zeigt ihn auf dem Gepäckladeteil eines fahrenden Transporters. Der Wagen hält, Vargas springt ab, die Kamera folgt seiner Bewegung im stoisch-langsamen Schwenk. Vargas setzt sich in Bewegung. Mit ihm fährt auch der Wagen an, auf dem sich die Kamera noch immer befindet. Beide fahren weiter, Vargas wird zum kleinen, weißen Punkt in einem stumm bleibenden Bild.

Vargas sucht seine Tochter. Schließlich findet er deren Sohn in einem ärmlichen Zelt am Rande einer Dschungelsiedlung. Eine Reise ist am Ende, mit ihr auch Alonsos kontemplative, filmisch minimalistische Meditation. Die Bilder, die er findet, sind, in dem was sie zeigen, von einzigartiger Klarheit und bleiben dennoch rätselhaft. Sie bilden keine Metaphern aus, sind weder sinnüberfrachtet, noch von ausgestellter Tiefe berauscht. Spielzeug liegt am Boden, die Toten sind tot, der Fluß fließt und Vargas, informiert der Abspann, ist Vargas.

imdb



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Die Website des Korean Film Council bietet den interessierten Filmfreunden regelmäßig neue, kostenfreie Veröffentlichungen zu einzelnen Aspekten der Geschichte des koreanischen Films in digitaler Form. Ganz frisch auf der Website findet sich ein schlicht Korean Cinema: From Origins to Renaissance betiteltes PDF-Dossier, das die koreanische Filmgeschichte im weiten Bogen umfasst und vorstellt. Auf oben verlinkter Website abrufbar über "Publications" und dann "Korean Film History".

[via]


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Thema: good news
Sehr gute News aus den US of A. Das Produzententeam von Lost konnte sich mit dem Network ABC in einem wahrscheinlich wohl beispiellosen Deal auf die weitere konkrete Länge der Erfolgsserie einigen: Es wird drei weitere Staffeln geben. Jede Staffel verkürzt sich auf 16 Episoden. Kein Sequel, keine Spin-Offs.

Damit ist der Rahmen für eine erfreuliche Verbindlichkeit gesetzt. Die hie und da schon bemäkelte, angebliche Beliebigkeit der immer wieder neu der Handlung übergepropften Mysterien dürfte damit als Vorwurf hoffentlich aus der Welt sein. Auch die Vermutung, die Produzenten hätten keinen Masterplan in der Hinterhand, sondern würden einfach nach Gutdünken Geisterbahnen aufbauen, verliert dadurch an Legitimität. Da Lost , wie ich der gestrigen Lektüre einiger fernsehwissenschaftlicher Artikel von 2004 entnehmen konnte, ohnehin auf sechs Seasons angelegt war, dürfte sich der weitere Verlauf der Serie mit der anfänglichen Konzeption erfreulicherweise decken.

Ich für meinen Teil bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie's weitergeht. Mit diesen Rahmenbedingungen dürfte sich die Story hochkonzentriert und mit ausgeprägtem Sinn für narrative Ökonomie fortsetzen. In den Tenor der Vorwürfe bin ich ja eh nie eingestiegen, weil ich das immer wieder absolut toll finde, welche Dreistigkeiten die Macher Woche für Woche platzieren und damit auch noch wirklich davonkommen (und ich habe ja sowieso so eine kleine Theorie in der Hinterhand, aber mal schauen, was und wie es wird...). Und die dritte Staffel, die sich in den kommenden Wochen zum, wie man schon munkeln hört: grandiosen, season finale aufschwingen wird, ist ohnehin ganz famos geraten.

In diesem Sinne: 4 8 15 16 23 42.


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Samstag, 5. Mai 2007
Nun habe ich ja schon seit einiger Zeit keinen Fernsehempfang mehr, da ich zum Umstieg auf DVB-T bislang nicht die geringste Dringlichkeit gesehen habe. Vermutlich wird sich das auch weiterhin nicht ändern. Deshalb hatte ich ja auch keine Ahnung davon, welche Zumutungen man dort dem Publikum mittlerweile gleichmütig andient. Manchmal lässt man sich eben doch was aufnehmen, zum Beispiel einen der vielen Italowestern, die auf Tele5 in schöner Regelmäßigkeit ausgestrahlt werden, um dann, wie heute geschehen, aus allen Wolken zu fallen.

Der Film ist in seiner Darbietung völlig ungenießbar. In der Bildfläche nimmt er allenfalls noch gut ein Drittel ein, der Rest ist vollgestopft mit blödsinnigen SMS-Sprüchen und anderen Reklametafeln. Ungläubig spulte ich vor - das einzige Vollbild, das ich erhalten habe, war das eines nackten Frauenarsches aus irgendeiner Sexhotline-Reklame, der mir in eindeutiger Absicht entgegen gestreckt wurde - hallo, Werbeblock, wenigstens Du bist nicht beschnitten. Aber, ach...

Vom Film habe ich kaum eine Minute angeschaut. Die Aufnahme wandert umgehend in die Tonne. Mir ist es völlig unbegreiflich, wie man sich ein solches Geschäftsmodell ausdenken kann - Profitmaximierung durch nichts anderes als aktive Kundenvergraulung mit Nachhaltigkeitseffekt? Wie, bitte schön, kann man denn unter solchen Vorzeichen für sich überhaupt noch mit "Wir lieben Kino" werben, ohne rot zu werden? Ja, Tele 5, Du bist gemeint!

Das Kabel- und Privatfernsehen - einst werbewirksam als Garant für die Bereicherung von Programmvielfalt angetreten - serviert sich derzeit, scheint's, auf ganz beispiellose Weise selbst ab. Ich werde diesem Markt auch weiterhin nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich wühle schließlich auch nicht im Altpapier, um mich mit aus gutem Grund weggeschmissenen Werbeprospekten für die eigene Feierabend-Unterhaltung einzudecken. Ich freue mich auf die erneute Gebührenerhöhung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, hoffe darauf, dass die Sender dann noch stärker das Netz nutzen können, und befasse mich dann gezielt mit Qualitätsrundfunk, der sein Geld wert ist. Und weit kostengünstiger als das vermeintlich "kostenfreie" Privatfernsehen ist es noch obendrein [schon mal gefragt, woher eigentlich das Geld für all die Werbung für all die Produkte kommt, die man täglich im Supermarkt kauft?]


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Thema: Hinweise
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Dietrich Kuhlbrodt bespricht exklusiv für die filmzentrale den neuen Dokumentarfilm Nicht Böse sein!, der im Februar vor den Toren der Berlinale im Regen Premiere feierte.

Kinostart: September 2007. Offizielle Website hier.


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Thema: Hinweise
Neu auf GreenCine: Ein Interview mit Guy Maddin, einem der derzeit vielleicht interessantesten Experimental-Filmemacher weltweit.


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Thema: Kinokultur
Unter den wohlwollenden Augen von Günther Rohrbach hat sich gestern die Speersptze des deutschen Gefälligkeits- und Qualitätskino selbst mit Preisen beschmissen. Die Speerspitze des deutschen Gefälligkeits- und Qualitätskino weiß schließlich selbst am besten, dass sie nicht nur für das gute Kino aus Deutschland, sondern überhaupt für das deutsche Kino steht. Gestern abend wurde der Deutsche Filmpreis verliehen. Eine kommentierte Auswahl all dessen, was im Zuge grassierender Betriebsblindheit und Selbstgeilheit noch nicht einmal nominiert wurde, ist heute in der taz zu finden, Cristina Nord und Ekkehard Knörer sei's gedankt.

Ich kenne bislang zwar nicht alle dieser aufgelisteten Filme, doch die, die ich davon kenne, sind großartig. Wenn Sie die Tage in einer Videothek oder im Kino gezielt deutsche Filme kucken wollen, dann tun Sie sich einen Gefallen: Nehmen Sie /diese/ Liste als Orientierungsgrundlage.


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Freitag, 4. Mai 2007
Die Posche-Connection läuft gut: Friedrich Kittler gratuliert in der vielbeworbenen Publikation seines einstigen DJ-Doktoranden seinem Stichwortgeber und ihm wohl auch liebsten Literaten, Thomas Pynchon, zum 70. Dazu gibt es ein großes, aktuelles Foto von ihm. (von ihm natürlich, nicht von ihm)

Auf FormatLabor indes gibt's als neue Lieferung die Audioaufnahme von Kittlers Buchvorstellung vom vergangenen Mai in dieser griechischen Halle da, neben der Humboldt Uni. Es ging um Mathe-Schüler, die nicht an Frauen kommen, um Peterchens Mondfahrt und was uns die dumme Christenheit schon immer vorenthalten hat. Und um vieles weitere. Die Aufnahme hallt ganz so, wie auch der Vortrag damals hallte, ich war ja live dabei.

Überhaupt ist das FormatLabor eine schöne Sache. Langsam, aber stetig bildet sich dort ein Archiv von Lesungen, Vorträgen und Gesprächen, teils Video, teils Audio. Das ganze entsteht im weiteren Dunstkreis zur Medien- und Kulturwissenschat der Humboldt Universität und bildet, um ehrlich zu sein, diese ganz gut ab, was eben Besonderheiten und Schrullen betrifft. Was hier geht, geht woanders, glaub ich, nicht. Der Macher des Ganzen (oder: einer der...) sprach mich in der U-Bahn mal an, weil ich da Filmtheorie gelesen habe. Vor wenigen Wochenenden fragte er mich, ob wir schon zu machen würden. Ich glaube, er stand unter Einfluss, bin mir aber nicht sicher.

In der U-Bahn schließt sich der Kreis. Da, und (naja, fast) nur dort, las ich letzte Woche Geoffrey Winthrop-Youngs sehr instruktive Junius-Einführung zu Kittler. Hatte was von einem Abenteuerroman, von einem der auszog und against all odds usw. Und Geoffrey Winthrop-Young heißt, als sei er einem Pynchon-Ensemble entsprungen.

Und jetzt alle-


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Donnerstag, 3. Mai 2007
Ich muss gestehen von Chuck Palahniuk, am bekanntesten wohl für seinen Debütroman, die literarische Vorlage zu David Finchers Fight Club, bislang noch nichts gelesen zu haben. Obwohl ich immer wieder mal Lust dazu hatte. Es hat sich nur nie ergeben. So bin ich auf Gedeih und Verderb dem Glauben ausgeliefert. Dem Glauben, das Chuck Palahniuk einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren der USA sein soll.

Dies zumindest behauptet die vorliegende Doku in wenig distanzierter Haltung. Was man so sieht und hört, darin, könnte in der Tat darauf schließen lassen, dass Palahniuk so eine Art J.G. Ballard der Jetztzeit sein oder als solcher eines Tages mal angesehen werden könnte. Zumindest hat er dafür die beste Voraussetzung: Eine Art cult following unter jungen Amerikanern, von denen einer sozial ausgegrenzter als der andere wirkt. Freaks und Nerds, schlechte Zähne, seltsame Frisuren, Übergewicht und Ticks, wohin man schaut. Und mittendrin Chuck Palahniuk, der einst Automechaniker war und dessen trainierte Oberarme in der Tat so aussehen, als würde er sich regelmäßig mit Tyler Durden prügeln. Meist tritt er kultiviert und charmant auf, unbestritten verfügt er über das wertvollste Kapital unserer Zeit: Charisma in rauen Mengen. Dann wieder trägt er Tarnhosen und Hemden mit abgeschnittenen Ärmeln, als käme er gerade aus irgendeinem Manöver im Feld.

Das Bild, das sich hier ergibt, ist nicht unbedingt das schlechteste; es ist dem etablierten Literaturbetrieb mit seinen öden Ritualen, seinen Schleimereien, Unverbindlichkeiten und Intrigen, seinen Wichtigtuereien und Gelecktheiten - seien es, gleichviel, Frisuren, Geschlechtsteile oder Arschlöcher - allemal vorzuziehen. Es ergibt sich eine neue Verbindlichkeit der Physis, des Da- und Dabei-Seins. Darin ist das Bild Fight Club - den ich als Film eben kenne - nicht unähnlich.

Was sich aber auch ergibt, ist eine Art Religionskult. Unschwer ist Palahniuk in den Augen der Fans als Messias zu erkennen. Postcards from the Future entstand zu weiten Teilen auf zwei Palahniuk-Konferenzen, die im Abstand von zwei Jahren am Literatur-Department einer us-amerikanischen Universität unter der Schirmherrschaft einer ihrerseits von Palahniuk begeisterten Professorin stattfanden. Sowohl Palahniuk, als auch die Idee zur Konferenz wurden ihr von Studenten angetragen. Und Palahniuk nun also diskutiert und doziert, beantwortet mal brav, mal spitzbübisch Fragen und sitzt anderen lectures im Publikum bei. Darauf angesprochen, meint er an einer Stelle, dass der Gedanke, an einer Konferenz über sein literarisches Werk teilzunehmen, zunächst sehr creepy gewesen sei; er habe in Erwägung gezogen, ihr fernzubleiben, hatte sich dann aber, aus Höflichkeit, doch dafür entschieden, an ihr teilzunehmen. Palahniuk ist ein Charmeur. Selbst anstößigste und unsensibel geführte Interviews dreht er noch zu seinen Gunsten um. Er ist ein begnadeter Anekdotenerzähler. Und im Publikum wird deutlich spürbar nach jeder Silbe gelechzt, während Palahniuk mit ausgezogenen Schuhen im Schneidersitz auf dem Dozententisch hockt. Wie allen messianischen Figuren überwältigt auch er den Sinnesapparat seiner Gefolgschaft: Bei der öffentlichen Lesung einer offenbar wirklich äußerst schauderhaften Horror Short Story fällt einer im Publikum unter viel Geschrei in Ohnmacht. Ein übliches Phänomen, erfährt man bald.

An anderer Stelle spricht Palahniuk vermutlich nicht zufällig davon, dass der Menscheit die großen Erzählungen abhanden gekommen sind. Er nennt sie die meta-narratives und meint, beispielsweise, das Christentum oder den Kommunismus; Palahniuk, der antipostmoderne Postmoderne. Diese stories jedenfalls seien es, die das Leben der Menschen zum Besseren ändern könnten. Ein communism saves us all sei Partikular-Geschichtchen wie Britney Spears is hot vorzuziehen. An der Generation seines Publikums läge es ein neues meta-narrative zu installieren. Nicht auszumachen ist, ob Palahniuk sich selbst für einen Propheten hält. Vermutlich eher nicht, er wird aber dazu erhoben.

Jene Momente, in denen Palahniuk frei und vom Film selbst auch ungestört doziert und redet, sind bis zum äußersten seduktiv. Man will die Bücher lesen, man will diesem Mann glauben. Im Vorspann zu Postcards from the Future taucht eine Website auf, die den Film präsentiert und wohl auch produzietr hat. Betitelt ist sie schlicht: "The Cult". Postcards... ist von Fans gedreht, die ihrem Meister bedingungslos an den Lippen hängen.

Das ist letztendlich das Heikle des Films. Man erfährt nur wenig bis nichts über die Bücher selbst, dafür viel, sehr viel, von Palahniuk. Mag sein, dass er Finger auf offenen Wunden der Jetztzeit legt. Man erfährt nur nicht recht, welche Wunden das sind. Man muss es sich denken, und man muss die bedingungslose Begeisterung der Fans glauben, wenn man nicht, hie und da, vor ihr erschrickt. User-Votes, imdb: 8,4/10.

» imdb ~ palahniuk@perlentaucher
» movie magazine search engine ~ movie blog search engine


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Thema: festivals


Sehr schöne News zu einem meiner erklärten Lieblingsregisseure: Das herannahende Münchner Filmfestival wird eine komplette Werner-Herzog-Retrospektive veranstalten, sagt yahoo.com. Bei dieser Gelegenheit wird Herzog auch persönlich vor Ort sein.

[edit: auweia, das sind ja steinalte News sehe ich jetzt gerade erst...]

Mich freut das ganz ungemein. Vielleicht geht von einer solchen Veranstaltung endlich ein Impuls nicht nur zur Wiederentdeckung dieses großen Regisseurs aus, sondern unter Umständen auch zur Aufarbeitung seiner jüngsten, höchst produktiven Jahre. Während in den US zuletzt ein wahrhaftiger Herzog-Hype stattfand, nahm man hierzulande kaum mehr Notiz von ihm. Zu wünschen steht, dass auch Rescue Dawn, sein letzter Spielfilm, der derzeit in den USA nach einer Festival-Weltpremiere auf Grund einiger unangenehmer Ungeklärtheiten diffus auf Eis liegt, in München ebenfalls gezeigt werden kann.

Und überhaupt muss ja auch endlich mal gesagt werden, dass die mehr oder weniger offizielle Konkurrenzveranstaltung zur Berlinale sich mittlerweile schon fast zum attraktiveren der beiden Festivals gemausert hat.

Links:

» Herzog im filmtagebuch
» movie magazine search engine ~ movie blog search engine


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Mittwoch, 2. Mai 2007
Eigentlich, ja eigentlich hatte ich mir mal insgeheim geschworen, keine so genannten 'Stöckchen' mehr anzunehmen. Aber, ach, nachdem ich jetzt schon zweimal mit dem selben Ding angestöckt wurde - hier so, und da so -, will ich mal nicht so sein. Ist ja auch ein Filmstöckchen, und passt von daher gut ins Blog.

1. Ein Film, den Du mehr als zehnmal gesehen hast…

Sicherlich Star Wars, die alte Trilogie. Rocky 1 und Conan 1 wohl ebenso. Eben alles, was ich mit 6 Jahren auf Betamax hatte.

2. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast…

2001 - A Space Odyssey und Dumm und Dümmer.

3. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen…

Ich bin voll nich der Schauspieler-Filmfan. Aber Scarlett Johannson könnte vielleicht eine solche sein. Zumal, wenn es etwa vorab Gerüchte eine bestimmte Form von Szene betreffend gäbe. nudge nudge wink wink knowwhatimean knowwhatimean

4. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen…

Irgendwelche blöden Tussis. Irgendwelche blöden Kerle.

5. Ein Film aus dem Du regelmäßig zitierst…

Hmmm. Fällt mir keiner ein. Ich würde gerne häufig zitieren "Ich bin der Zorn Gottes. Wer sonst ist mit mir?" (o.ä.) aus Aguirre, aber da denk ich nie dran.

6. Ein Musical, von dem Du alle Texte der darin gesungenen Songs auswendig weißt…

Das wäre früher die Rocky Horror Picture Show gewesen, allerdings war letztens die erste Sichtung seit rund 10 Jahren in dieser Hinsicht recht ernüchternd.

7. Ein Film, bei dem Du mitgesungen hast…

"We're off to see the Wizard, the wonderful Wizard of Oz!"

8. Ein Film, den jeder gesehen haben sollte…

My Neighbor Totoro

9. Ein Film, den Du besitzt…

Blutige Seide von Mario Bava. Die deutsche Erstauflage im Schuber mit dem tollen Audiokommentar. Ein Schmuckstück. Ansonsten auf verschiedensten Medien wohl so rund 1800 weitere.

10. Nenne eine/n Schauspieler/in, die ihre Karriere nicht beim Film startete und die dich mit ihren/seinen schauspielerischen Leistungen positiv überrascht hat…

Jenny Elvers in Knallhart.

11. Hast Du schon einmal einen Film in einem Drive-In gesehen?

Nö. Nur in Freiluft-Kinen.

12. Schonmal in einem Kino geknutscht?

Ja.

13. Ein Film, den Du schon immer sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist…

Ach, soviele. Ich fang gar nicht erst an. Eine Lücke, auf die ich mittlerweile fast stolz bin, weil sie so eine Art running gag ist, ist die, dass ich Der Pate noch nicht gesehen habe. Andererseits interessiert der mich aber auch einfach mal so gut wie gar nicht. Grundsätzlich würde ich gerne mehr Ozu, mehr Bergmann und mehr Mizoguchi gesehen haben.

14. Hast Du schon jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?

Ja.

15. Ein Film, der Dich zum Weinen gebracht hat…

Einige. Ich bin ja ein großer Freund des Weinens im Kino. Man lacht schließlich auch, wenn's lustig ist. Etwas honoriger ist dabei sicher Hero von Zhang Yimou, wohl eher unter "peinlich" müssen Ghost: Nachricht von Sam und Dumbo abgelegt werden.

16. Popcorn?

Faustschlag? Kino ist keine Snack Bar. Und wer seine Fressalien nicht spätestens bei den Trailern verzehrt hat, muss damit rechnen, von mir verprügelt zu werden.

17. Wie oft gehst Du ins Kino?

Seit ich studiere, leider nicht mehr rund 200 mal im Jahr, Festivals inklusive. Es ist schon sehr viel weniger als das geworden. Im Jahresschnitt dürfte ich wohl auf ~ 2 Film pro Woche kommen, Festivals, Retrospektiven u.ä. inklusive.

18. Welchen Film hast Du zuletzt im Kino gesehen?

Wirklich zuletzt: Wife! Be Like A Rose!, japanisches Drama von 1935.

Letzter aktueller Film: Pan's Labyrinth

19. Welches ist Dein Lieblingsgenre?

Western. Horror. Komödien. Thriller. Seltsame Pornos. Gute Kinderfilme, schöne Animationsfilme. Alte Musicals. Melodramen. Dokumentarfilm. Sind Autorenfilme ein eigenes Genre? Also eigentlich so ziemlich alle. Aber Western und Horror haben die Nase eine klitzekleine Spur weit vorne. Wäre "alter, kunterbunter Technicolor-Film in hervorragender Kopie" ein Genre, das wär's!

20. Was war Dein erster Film, den Du im Kino gesehen hast?

Hier streiten sich die Gelehrten. Zur Wahl stehen Das letzte Einhorn und Disneys Schneewittchen. Einer von beiden war's!

21. Welchen Film hättest Du lieber niemals gesehen?

Bandits - mieser geht's echt nicht, Film gewordenes Brechmittel.

22. Was war der merkwürdigste Film, den Du mochtest?

Dünyayi Kurtaran Adam vermutlich. Überhaupt ist das türkische Genrekino immer wieder für ein großes Hallo gut. Auch nicht schlecht: Der eine philippinische Horrorfilm aus den 60ern, auf dessen Name ich gerade nicht komme.

23. Was war der beängstigendste Film, den Du je gesehen hast?

"We accept her one of us, we accept her one of us!"

Der andere ist in Deutschland verboten und hat mit Texas zu tun.

24. Was war der lustigste Film, denn Du je gesehen hast?

Eins, zwei, drei von Billy Wilder, das ist wirklich der lustigste Film aller Zeiten, dicht gefolgt vom Goldrausch von Chaplin, den ich im Kino gesehen habe, was an der Freude am Film einen ganz entscheidenden Anteil hatte. Dumm und dümmer erhält die Bronze-Medaille. Eine lobende Erwähnung erhält U.H.F..

Das Stöckchen wird weitergereicht an Jürgen, m.arschflugkörper und Dr. Nachstrom!

Nachtrag:
Nur mal so ganz by the way: Die aus grammatikalischer Sicht teils äußerst bedenklich abgefassten Fragen habe ich aus Faulheitsgründen einfach per copy & paste so übernommen. Aber mal ganz ehrlich: "Was war der beängstigendste Film, den Du je gesehen hast?" geht eigentlich gar nicht, Leute. Das müsste doch eher heißen: "Welcher Film war der beängstigendste, den du je gesehen hast?" - oder?


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Montag, 30. April 2007
Thema: videodrome

Das Online-Kunstarchiv ubu.com erhält erfreulichen Zuwachs: Seit neuestem sind dort drei Animationsfilme von Tadanori Yokoo zu sehen, die nichts mit üblichen japanischen Animes, aber, unter anderem, sehr viel zum Beispiel mit der Pop Art eines Roy Liechtenstein zu tun haben.

Aus der englischsprachigen Wikipedia:

Tadanori Yokoo, (pronouced "yoko-oh") born in Hyogo Prefecture, Japan, in 1936, is one of Japan's most successful and internationally recognized graphic designers and artists. He began his career as a stage designer for avant garde theatre in Tokyo. His early work shows the influence of the New York based Push Pin Studio (Milton Glaser and Seymour Chwast in particular) but Yokoo himself cites filmmaker Akira Kurosawa and writer Yukio Mishima as two of his most formative influences. In the late 1960s he became interested in mysticism and psychedelia, deepened by travels in India. Because his work was so attuned to 60's pop culture he has often been (unfairly) described as the "Japanese Andy Warhol" or likened to psychedelic poster artist Peter Max, but Yokoo's complex and multi-layered imagery is intensly autobiographical and entirely original. By the late 60s he had already achieved international recognition for his work and was included in the 1968 "Word & Image" exhibition at the Museum of Modern Art in New York, four years later MoMA mounted a solo exhibition of his graphic work. In 1981 he unexpectedly "retired" from commercial work and took up painting. His career as a fine artist continues to this day with numerous exhibitions of his paintings every year, but alongside this he remains fully engaged and prolific as a graphic designer.

Hier geht's zu den Filmen.



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Ein hervorragender Radioessay - genauer: ein flammendes Plädoyer für die Freiheit nicht bloß von Forschung und Lehre, sondern vor allem auch des Studiums - steht seit kurzem im ohnehin sehr hörenswerten Podcast der Hochschul-Sendereihe Aula des SWR bereit. Der Autor, ein Berliner Student der Rechtswissenschaften und Philosophie, bringt darin präzis die Problematik von Bachelorisierung zumal der Geisteswissenschaften und der zunehmenden Verkopplung von Wissenschaft und Arbeitswelt auf den Punkt. Seine daraus folgenden Plädoyers sind allesamt unterschreibenswert (wenngleich ich seine Beobachtungen des Studienalltags, zumal was Dozenten- und Drillverhalten betrifft, kaum nachvollziehen kann, da meine Erfahrungen schlicht andere sind, gottlob). Sehr gut gefällt mir überdies die strikte Kaprizierung auf die Perspektive der Studierenden; die ansonsten so unerhört übliche Abwägerei nach vorgeblich "objektiven" Gesichtspunkten meint doch in der Regel nichts anderes als den Schulterschluss mit den Trägern rein wirtschaftlicher Begehrlichkeiten.
Die verwaltete Bildung

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