Dienstag, 16. September 2008
Thema: Hinweise
Zur besonderen Beachtung - und jede Weiterleitung/Unterstützung durch E-Mails, eigene Blogeinträge, Forenhinweise, Artikel in Zeitungen oder Websiten ist natürlich dringend erwünscht!

Das Wichtigste in aller Kürze: Gedreht werden soll: Ein Dokumentarfilm. Aus dem wahren Leben. Die Zeit drängt. Es fehlen 15.000 Euro. Wir brauchen jede Hilfe.

Die Mühlen der Filmförderung mahlen langsam. Und gerade die guten Geschichten aus dem wahren Leben sind es, für die die Fördermaschinerie hoffnungslos zu langsam mahlt. Zum Beispiel im Falle der Geschichte des Kochs Milosch in Serbien, der 1991 wegen des Bürgerkriegs Kroatien verließ und dabei auch seine Liebe Mirna zurück lassen musste, ohne dass sie ihm seither je aus dem Sinn gegangen wäre. Und der nun die Möglichkeit hat, in Zagreb ein Restaurant zu eröffnen - und somit auch, nach Mirna Ausschau zu halten.

Mein Freund und Arbeitskollege Wolfang Reinke, dessen Film Nicht Böse Sein! zuletzt mit viel Kritikererfolg im Kino lief, plant, den Verlauf dieser Geschichte dokumentarisch festhalten.

Nur: Das Budget muss in zwei Wochen stehen. Benötigt werden 15.000 Euro. Viel zu wenig Zeit für einen Förderantrag.

Aber: Viel Zeit für eine vielleicht viel zu verrückte Idee. Gemeinsam suchen wir nach Filmpaten, die mit 50€ (und gerne mehr) einspringen und diesen Film fördern wollen, die diese Geschichte fördern wollen.


Zu diesem Zweck haben wir ein Weblog eingerichtet, wo sich weitere Informationen finden:

Mirna-Film

Wenn das Internet am laufenden Band Meme hervorbringen kann, dann kann es mit vereinten Kräften doch wohl auch die Geschichte von Milosch und Mirna ins Kino bringen. Vielleicht sind Wolle und ich auch einfach nur zu verrückt und naiv - und an Dir und Dir, und auch an Dir, ist's nun gelegen, das Gegenteil zu beweisen!

Und nochmal: Wenn Du das für eine gute Idee hältst, wenn Du glaubst, dass das ein lohnenswerter Film sein könnte, wenn Du glaubst, dass man Filme auch ungewöhnlich realisieren kann, und wenn Du in irgendeiner Weise einen Schneeball weiterwerfen kannst - sei es im Blog, als Mail an die richtigen Leute, als Sponsor mit einem Faible für ungewöhnliche Ideen, sei es im Webforum oder als Autor für eine Zeitung - , dann meine Bitte: Support us! Danke! :-)


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Sonntag, 14. September 2008
Gerade erst habe ich jene Passage zu Beginn von Musils Mann... gelesen, wie man plangemäß durch eine Tür zu schreiten habe, da stößt nur kurz darauf in Godards Bande à part einer der beiden Ganoven beim Bruch ins Haus der alten Dame so beiläufig wie auffällig an den Türrahmen, als würde er Musils Darlegung ad absurdum führen wollen.


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Mittwoch, 10. September 2008
Thema: Hinweise
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Zwei interessante Kinoempfehlungen für die morgigen Kinostarts von Lukas und Ekkehard.


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Montag, 8. September 2008
Thema: good news


Eher zufällig gewahrte ich gerade, dass am vergangenen 04. September auch Johnnie Tos entzückender Sparrow einen klitzekleinen Kinostart hatte. Die Möglichkeit zur Kinosichtung wird wohl dennoch den wenigsten offenstehen, sollte sie sich aber dennoch bieten, rate ich dringend zum Kinobesuch. Sparrow war für mich eines der Highlights dieser Berlinale. Und jeder Versuch eines hiesigen Filmverleihers, dem Regisseur Johnnie To ein (Kino)Forum zu bieten, sollte unterstützt werden.

[Und doch tut's auch ein bisschen weh: Im Februar noch in den größten Festivalkinos der Berlinale, im September nur mehr bundesweit in einem einzigen, kleinen Programmkino.)


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Deadlock im Tilsiter, ein rabaukiger Film in der eher rabaukigen Kinokammer in Friedrichshains ziemlich rabaukigem Nordkiez. Is' klar, das wird eine Vorführung, an die man noch denken wird. Nicht nur, weil der Berliner Undergroundfilmer Carl Andersen, durchaus berüchtigt, auch im Publikum sitzt und gleich noch zwei Hunde mit im Schlepptau hat. Sondern auch weil Roland Klick, Regisseur des Film, bald 70, doch noch immer agil und hungrig, obwohl ihm schon Dennis Hopper mal den Fuß gebrochen hat, anwesend ist.

Der Film selbst: Großartig, zumal hier, wo er hingehört: Im/ins Kino. Muss man nicht groß drüber reden.

Denn danach: Anderthalb Stunden Anekdoten aus erster Hand. Natürlich: Basteln am eigenen Mythos, aber man will ja auch gar nichts anderes. Klick zunächst im Schneidersitz auf einem Tisch, doch springt er immer wieder auf, spielt nach, gestikuliert, eine unglaubliche Vitalität - die aber nichts aggressives für sich hat. Nur einmal, sagt er, hat er auf einem Set geschrien: Weil der Produzent 1.500 Mark sparen wollte - und damit eine Kettenreaktion in Gang gesetzt hatte, an deren Ende ein Verlust im sechsstelligem Bereich zu verzeichnen stand.

Wie fremd da alles Buhlen um Filmpolitik und Fördergelder wirkt (gerade auch wieder im Blog eines deutschen Regisseurs), wenn man hört, wie Klicks Crew da in Israels Wüste hockte und es keinen Weg zurück gab. Ein Produzent aus Deutschland - ein obskurer Film hatte gerade Kohle in die Kasse geschwemmt - hilft so gerade aus: Wenn Du es da raus schaffst, warten hier 50.000 Mark auf dich. Die Produktionsgelder, läppische 250.000 Mark, hatten gerade mal so den Dreh finanziert, Klick erwarten 1 Million Mark Schulden, zunächst. In Cannes soll der Film gezeigt werden: Ein Strohhalm bei solchem Kontostand. Regisseure, die, so Klick, "lieber ihre Intelligenz verfilmen als einen intelligenten Film zu machen", betreiben Lobbyarbeit: "Läuft dieser Film in Cannes, ist der junge deutsche Film ruiniert." 1 Million Mark Schulden - drei Tage später ist der Film aus dem Festival raus. Klick nimmt's, heute jedenfalls, mit größtem Humor, den nur der immer Außenstehende entwickeln kann. Wie ihm überhaupt nichts Bösartiges eignet, im Gegenteil: Er vertritt noch immer seinen Standpunkt, Häme oder Aggression sprudeln aus ihm indessen nicht. Schlussendlich gelingt diesem Abenteuerfilm/Filmabenteuer doch noch das Unglaubliche: Die Refinanzierung, Klick schuldenfrei.

(Andersen unterdessen, mit Hunden und Muse, hat den Saal verlassen, nicht ohne noch ein lautstarkes "Ihr Vollidioten" von sich zu lassen)

Es gab noch so viel mehr zu erzählen, aus Klick sprudelte es nur so, waren die richtigen Fragen seitens des Publikums erstmal gestellt. Ein bisschen ließ er sich freilich auch feiern, doch sei dieser Ruhm von Herzen gegönnt. Ein wunderbarer Abend: Kino nochmal von unten, von der Seite - mit ordentlich Hunger im Magen. Wenn Du einen Film drehen willst, dann raub eine Bank aus, hat Werner Herzog einmal gesagt.

Die Roland-Klick-Retrospektive läuft in den Tilsiter Lichtspielen mit zahlreichen Wiederholungen der einzelnen Filme noch bis 24. September und ist unbedingt zu empfehlen.



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Thema: Hinweise
Film Studies for Free

Commentary on and links to online open-access film studies resources of note, by Catherine Grant


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Oberhaching. 13-Jährige stürzt sich beinahe in den Tod. Ist Tykwer schuld?

Wolfgangsee. Sascha Hehn schämt sich lautstark, indes nicht dessen: »Seine Filmografie reicht von Heimatfilmen in den Sechzigern über zahlreiche Softsex-Rollen in den Siebzigern ("Mädchen beim Frauenarzt", "Schulmädchen-Report") bis zu den Kult-Schmonzetten "Traumschiff" und "Schwarzwaldklinik".«


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Mittwoch, 3. September 2008


Morgen läuft Andreas Dresens neuer Film Wolke 9 in vermutlich viel zu wenig Kinos an. Ein wirklich schöner Film über Liebe und Sex im Alter, der Spekulation und Tabubruch so beiseite lässt, dass er sie noch nicht einmal ignoriert, und sich in meisterlicher Reduktion den Details und dem Wesentlichen nähert. Mir hat er sehr gut gefallen, weshalb ich ihn dringend empfehlen möchte, einen ausführlicheren Text gibt's im Perlentaucher zu lesen, wo Ekkehard Knörer zugleich noch Tasogare bespricht, den vermutlich ersten Pinku Eiga mit deutschem Kinostart. Von den zeitgenössischen Beiträgen zu diesem Genre hat mich bislang noch nichts begeistern können (viele Expeditionen wurden jedoch noch nicht unternommen), Tasogare könnte hier, auch Lukas' Kritik zufolge, die erste Ausnahme darstellen.


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Dienstag, 2. September 2008
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Er kommt fast jeden Tag. Immer jedenfalls, wenn ich in der Videothek arbeite und an anderen Tagen sehe ich ihn auch oft vor "unserem" Laden sitzen. Manchmal sitzt er auch vor anderen Cafés. Das sei ihm auch gegönnt, variatio delectat. Aber meistens ist er hier.

Meist kommt er schon um die Mittagszeit. Bleibt oft bis abends oder gar bis in die laue Nacht hinein. Dann sitzt er auf einem der Stühle vor dem Laden, dreht sich Kippen, oder holt sich von nebenan eine Mahlzeit. Etwa stündlich kommt er rein und sagt mit unendlicher Demut "Can I have a cup of Grüner Tea mit Sugar, please?". Mit einer fast pergamentenen Stimme. Den kriegt er dann auch und trinkt ihn, wenn sie scheint, in der Sonne. Einen Film hat er, glaube ich, noch nie geliehen.

Gerne lädt er mit derselben Stimme Passanten, wildfremde, ein, sich doch zu ihm gesellen. Zum relaxen. Meist lädt er sie auch zum Grünen Tee ein. Letztens saß ein merkwürdiger Clown fast eine Stunde lang neben ihm. Kaum einer geht weiter, fast alle bleiben einen Moment, manche eine Weile. Ein gegenseitiges Kommen und Gehen im jeweiligen Leben.

Ein angenehm rätselhafter Mensch, vielleicht der erste, von dem ich sagen würde, er ist so entspannend wie eine behäbig durch die Wohnung flanierende Katze.


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Sonntag, 31. August 2008
Thema: videodrome
Charles Wilps Werbeclip für Afri-Cola aus den 60er Jahren gehört bis heute zu den sonderbarsten, aber auch großartigsten und vor allem irritierendsten Vertretern seiner Gattung. Auf eine diffuse Art punk avant la lettre - und man kann sich heute vermutlich kaum mehr vorstellen, wie dieses kleine Schmuckstück einer Kunst des Bizarren auf seinerzeitige Gemüter gewirkt haben mag.

In der FAZ befasste sich vor kurzem ein Artikel mit diesem Clip, auf YouTube gibt es zumindest eine Version davon (mir scheint, es gibt noch eine etwas längere, noch fiesere Fassung):



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Soilworker weist in den Kommentaren darauf hin, dass der kürzlich von mir empfohlene Deadlock auf arte nicht nur wiederholt wird, sondern auch im Streamingangebot des Senders zum Abruf steht, wenngleich aus jugendschutzrechtlichen Gründen nur nachts.

Und Markus verdanke ich die Information, dass in meiner Nachbarschaft die erfreulich ambitionierte Kino-Kiezspelunke Tilsiter Lichtspiele eine Klick-Retrospektive veranstaltet, zwei Vorführungen davon in Anwesenheit des Regisseurs (was, wenn sich die Raumbedingungen dort seit meinem letzten Besuch nicht geändert haben, soviel heißt wie: plauschige Wohnzimmer-Gesprächsrunde). Und wer noch ein bisschen Anschubhilfe benötigt, liest einfach Ekkehards schöne Besprechung von Klicks Supermarkt in der taz.

Weiterführend:
rolandklick.de ~ wikipedia ~ imdb



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Donnerstag, 28. August 2008
Thema: TV-Tipps
A

Heute Nacht auf arte: Roland Klicks vom Italowestern beeinflusster Wüstenthriller Deadlock (siehe auch hier) mit einem grandiosen Mario Adorf und dem heimlichsten größten Star des deutschen Nachkriegskinos, Marquard Bohm. Der Schutzheilige des Mitternachtskinos, Alejandro Jodorowsky, meinte über diesen Film einmal: "Deadock ist fantastisch. Ein bizarrer, glühender Film" - Dem ist von meiner Seite an dieser Stelle eigentlich nichts mehr hinzuzufügen (davon abgesehen, vielleicht, dass Supermarkt, auch von Klick, sogar noch einen Tick besser ist).

Mehr Informationen und ein Interview mit Klick auf der Website des Senders.


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Wer als Kind schon Horrorfilme und Gewaltspiele konsumiert, wird als Jugendlicher eher zu Gewalttaten neigen.
So hat es, der taz zufolge, eine Studie als Fazit formuliert.

Eine Kurve weiter scheint allerdings nicht gedacht zu werden: Kinder, die eben als Kinder schon regelmäßig Horrorfilme schauen und "Gewaltspiele" spielen, werden dies kaum in Familien tun, in denen Nestwärme herrscht oder die sich anderweitig durch gefestige Zusammenhänge ausweisen. Ich würde sogar die Vermutung wagen, dass es sich vorwiegend um desolate Familien handelt, in denen Kinder mit ihrem Medienkonsum auf sich alleine gestellt sind, die also von ihren Eltern beim Medienkonsum weder begleitet werden, noch mit ihnen darüber ein Gespräch führen können. Das nennt man soziale Verwahrlosung - und die manifestiert sich eben nur in kleinbürgerlichen, deutschen Spießeraugen in räudigem Erscheinungsbild, kennt in Wahrheit aber noch ganz andere Dimensionen.

Man darf sich auch die Frage stellen, welcher Umgang mit Gewalt in solchen Familien herrscht.


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Freitag, 22. August 2008
Thema: festivals

Stil aus Encarnação do Demônio

Okay, new news sind das nun nicht. Und ich gestehe ein: Meine Hausaufgaben habe ich nicht gemacht.

Aber eben doch erst jetzt gewahre ich, dass im anstehenden Filmfestival in Venedig mit Encarnação do Demônio ein neuer Film des geschätzten brasilianischen Regisseurs José Mojica Marins gezeigt wird. Das ist schon ein gepflegtes WTF? wert! Und mal ehrlich: Wen interessieren denn angesichts solch einer Nachricht noch wirklich öde Oscar-Orakeleien?

Wir erinnern uns: Mit seinem Leinwand-Alter Ego, dem Totengräber Coffin Joe, entwickelte José Mojica Marins in den 60er Jahren eine den E.C.-Comics entlehnte, reichlich pulpige Filmfigur, die als vulgär-nietzscheanischer Häretiker im katholischen Brasilien mittlerweile eine ähnliche Funktion genießt wie hierzulande in ländlichen Gegenden der Knecht Ruprecht. Die Coffin-Joe-Filme sind Pop Cinema im besten Sinne, schwer delirierende, sehr abgefahrene Geisterbahnen, in denen um jede Ecke das Unerwartete lugt. Trash Cinema? Schon so irgendwie. Aber als krude Mischung aus Häresie, Pilosophie, Comics, Horror-Irrsinn und düsteres Vaudeville auch schlicht und ergreifend extrem wahnwitzig und begeisternd, sprich: Unter aller Kritik, was hier durchaus als Lob zu verstehen ist.

Und jetzt hat dieser Madman des World Cinema tatsächlich seinen neuen Film in den Spielplan von Venedig bugsieren können? Man darf's wohl sagen: Es gibt noch Gerechtigkeit in dieser Welt! Schönerweise handelt der Film denn auch von der Rückkehr des ketzerischen Totengräbers:
After years of imprisonment in a mental ward of the State Penitentiary, Coffin Joe is finally released. Back on the streets the sadistic undertaker is intent on fulfilling the mission that got him jailed the first time: find a woman who can beget a perfect son. Accompanied by his faithful servant, hunchbacked Bruno, Joe finds refuge in an underground hideaway located in a large shantytown in São Paulo and here he begins living with a sect of psychos indoctrinated by Bruno during his absence. Coffin Joe is tormented by the specters of his past victims, but continues skeptical and determined, believing these encounters to be mere manifestations of his unconscious mind. Among the women chosen to be tested are Hilda, who is submitted to a sadistic ritual involving drugs, mutilations and cannibalism, and young Elena, possessed by Coffin Joe under the crucified body of one of her blind aunts. One of his hallucinations takes him to Purgatory where he meets the Mystifier, an angel-demon who reveals surrealistic horrors to him. Upon his return to reality, he continues testing other women and the wave of attacks leave behind a trail of crimes, which impel the police to hunt him down and try to kill him. Joe manages to escape into an amusement park while supernatural forces grow closer. Death lingers in the air, heralding an apocalyptic and mysterious destiny.
Auf YouTube gibt es einen Trailer, der schon mal sehr wohlgefällig ist:



Marins' offizielle Website findet sich hier. Bislang schrub ich über den guten Mann hier und noch ausführlicher hier, je mit weiterführenden hübschen Links.


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Mittwoch, 20. August 2008
Thema: Hinweise
»I put all my shorts on YouTube. My distributors take them down now and then. I love my distributors, but I kinda think that shorts should be out there, even if I have to pirate them myself.«
Der hochverehrte Guy Maddin, wie erneut zu sehen ist: ein Guter unter Gottes Sonne, im Interview.

Auf der kürzlich bei Criterion erschienenen DVD des fabelhaften Brand Upon the Brain! (mehr) sind auch zwei neue Kurzfilme zu finden. Es sollte also nur eine Frage der Zeit sein, bis sie bei dieser Suchanfrage ganz oben auftauchen.



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Thema: videodrome

The Archive from Sean Dunne on Vimeo.

Ich habe ein großes Herz für Sammler und Archivare, überhaupt für Sammlungen und Archive. The Archive ist eine schöne, melancholische Mini-Doku über Paul Mawhinney, der in seinem Leben die größte Vinylsammlung der Welt zusammengetragen hat.


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»Der österreichische Tierphilosoph Thomas Macho«
klick


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» ... because he's not a Hero.
He's a silent Guardian....
A watchful Protector...
...a Dark Knight.«

- James Gordon

Christopher Nolans Sequel zum auch schon ziemlich guten Batman Begins hat mich in der Pressevorführung - trotz deutscher Synchronisation, herrgottzack - schwer begeistert. I'd say: Masterpiece!

Eine ausführliche Kritik von mir steht heute beim Perlentaucher; mainfränkische Mitlesende können morgen am Kiosk die neue Ausgabe von Neun7 erstehen und darin meine (allerdings wirklich knappe) Kurzbesprechung lesen.





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Dienstag, 19. August 2008
Thema: Kinokultur
Die Kunde von den skandalösen Bader-Meinhof-Knebeleien (siehe hier und da) schwappt nun auch, GreenCine Daily sei Dank, in die anglo-amerikanische Netzwelt. Sehr gut.


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Thema: Kinokultur
Die Debatte um Josef Schnelles Pamphlet wider die Weblog-Filmkritik ist nach Umwegen im Netz erneut im Print angelangt. In der taz gibt Cristina Nord Entwarnung: Vor Weblogs brauche die Kritik sich nicht zu fürchten, Spelunken tun dem Kino gut!

Und die hiesige Spelunke dankt recht herzlich für die Verlinkung!


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Montag, 18. August 2008
Thema: Hinweise


Nein, wie hübsch (und mir bislang völlig unbekannt): Vor der Kulisse Würzburgs, grob gesagt also: in meiner Heimatregion, entstand 1972 doch in der Tat auch ein stylisher Giallo, und zwar La Dama Rossa uccide sette volte von Emilio Miraglia, dessen Grotte der vergessenen Leichen zu den schöneren Vertretern der italienischen Horrorzunft zählt. Die siebenfach mordende Dame in Rot habe ich zwar nun noch nicht gesehen - doch ist eine Sichtung somit unausweichlich.

Ein alter Weggefährte (von mir jetzt, nicht vom Emilio!) - beste Grüße an dieser Stelle - berichtet exklusiv für das mainfränkische Magazin neun7. Dafür hat er sogar dem Regisseur in Italien einige Statements abringen können und überdies einige wunderbar stilsichere Fotos an den Originalschauplätzen geschossen.



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Thema: Hinweise
Zur Sache "Baader-Meinhof/Konventionalstrafe" (siehe hier) schreibt hier Rüdiger Suchsland nochmal sehr ausführlich und lesenswert.


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Sonntag, 17. August 2008
Am kommenden Samstag, den 23.08, ist im Ritter Butzke das bislang letzte große Meisterwerk des letzten großen Autorenfilmers aus deutschen Landen als 35mm-Projektion zu bewundern: Die Reise ins Glück von Konkret-Kolumnist Wenzel Storch, von der völlig faszinierten Filmkritik dereinst als "Terry Gilliam auf Crack" bezeichnet, ist ein funkelndes Juwel der kompromisslosen Filmkunst und in solcher Pracht unbedingt wenigstens einmal im Leben auf Leinwand zu genießen! Hier bietet sich die rare Gelegenheit (Ausreden und Ausflüchte, diese nicht zu nutzen, gelten im übrigen so wenig wie Monopoly-Geld im Supermarkt)!

Das Screening findet im Rahmen der Party des Kollektivs Fuchtsteufelswild statt. Myspace weiß mehr!



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Freitag, 15. August 2008
Thema: Kinokultur
Vorangestellter Nachtrag: Im Perlentaucher schaltet sich auch Ekkehard Knörer ein - unbedingt lesenswert!
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In der gestrigen Ausgabe der Berliner Zeitung schreibt [via] Josef Schnelle mit viel Temperament gegen Filmkritik in Weblogs an. Das Kino, so sein Fazit, brauche die Filmkritik, aber keine Blogs.

Das Bild, das Schnelle zeichnet, könnte düsterer kaum ausfallen: Allenthalben gehen Daumen hoch und runter, statt Analysen finden sich Reizprotokolle, allesamt hängen die Blogs speichelleckend am Rockzipfel der großen, fiesen Über-Industrie und schreiben willig nur, was der Promotionzettel diktiert, während wahre Entdeckungsreisen nicht mehr möglich sind: Im ewigen Feedback-Loop wird das immergleiche ewiglich von Dilletanten und Abschreibern nur wiedergekäut, während Print- oder wenigstens feuilletonistische Kritik Avantgarde darstellt auf der Suche nach dem nächsten großen Meister. Von Trier und Almodovar seien von der Kritik als unverzichtbare Größen des heutigen Kinos erst herbeigeschrieben worden; neue sperrige Regisseure wie Apichatpong Weerasethakul (hier von seinem vor Sorge gegrämten Agenten im übrigen "Werasettakool" und somit glatt falsch geschrieben...) indessen würden von der Netzkritik niemals etabliert werden können.

Natürlich erwähnt Schnelle Ausnahmen. Ein bloß strategisches Manöver. Wolfram Schütte etwa, Filmkolumnist für das Titel-Magazin, würde sofort gedruckt werden, so Schnelle. Kein Wunder, Schütte war ja auch früher "Print". Man sieht regelrecht die Verwirrung über Schnelles Gesicht huschen, wenn dieser sich darüber wundert, warum Schütte das "Netzversteck" suche.

Das Bild, das Schnelle zeichnet, könnte verzerrter, falscher nicht sein. Es sagt nichts aus über den wirklichen state of the art der Film-Netzkultur, wohl aber viel über Schnelles mangelnde Befähigung, sich dem noch immer frischen Medium Internet zu nähern. Das Internet ist seinem Wesen nach ausufernd, weitläufig und differenziert sich rapide immer weiter aus. Eine pauschale Zuspitzung wie die Schnelles ist schon deshalb nicht zulässig: Das Internet ist seiner Tendenz nach nicht homogenisierend, wie es auch keine glasklare Repräsentation desselben gibt: Das Internet als Angebotstätte von Inhalten ist nicht einfach etwas, das in seinen Bestandteilen ganz einfach vor einem liegt (etwa wie die Zeitung auf dem Frühstückstisch), sondern ist in diesem Punkt immer vor allem das, was sich der jeweilige Nutzer, im Sinne eines Navigators, daraus er-fährt.

So mag es freilich zutreffen, dass eine unüberschaubar große Zahl völlig dem entspricht, was Schnelle geißelt; es mag sogar gut sein, dass der Typus Filmblog, den Schnelle hier verteufelt, in der weiten Welt der Filmblogs zahlenmäßig am stärksten vertreten ist. Sagen wir mal nur als Richtwert: 90 Prozent Daumenhoch-Gülle, 10 Prozent Filmkritik und artverwandte Textsorten. Das mag erschüttern - allein, es ist egal. Denn diese 10 Prozent entsprechen im Lesealltag noch immer so unglaublich viele Spezialisten, gute Autoren, lesenswerte Filmkritiken, Anregungen, Entdeckungen, Analysen, usw., dass jede Filmzeitschrift, und selbst noch die ambitionierteste, gegen solche Fülle und Vielfalt fahl aussieht, von den Möglichkeiten und Grenzen feuilletonistischer Filmkritik in Wochen- und Tageszeitungen ganz zu schweigen. Was ficht's einen da nun schon an, dass auf x hoch y vielen anderen Blogs pseudo-redaktionell bekleisterte Reklame zu finden ist, wenn diese aufzurufen man doch im geringsten nicht gezwungen ist?

Ich will das gerne unterfüttern: Die Videothek, in der ich arbeite, weist einen kleinen Café-Bereich auf, für den ich einen kleinen Reader-Ordner betreue. In diesen hinterlege ich interessante, lesenswerte Artikel und Texte, die ich zuvor ausgedruckt habe. Fast alle Texte, darunter natürlich auch englischsprachige, sind genuine Netz-Veröffentlichungen. Innerhalb kürzester Zeit ist hier eine schon recht beachtliche Sammlung entstanden, mit deren Güte keine regulärer Filmzeitschrift und noch weniger ein übliches Feuilleton mitzuhalten im Stande ist. Ein 16seitiges Interview mit Christian Petzold, eine Sammlung von Kritiken zu den Filmen von Yasujiro Ozu, ein erhellendes Gespräch mit Charles Burnett, und vieles weiteres. Ein kleines Netz-Pendant zu einer solchen Zusammenstellung führe ich hier im Blog in der Spalte rechts außen: Der Salon Cinéphile ist ein Linkdump, in dem ich interessante Fundstücke verlinke. Oder man führe sich GreenCine Daily zu Gemüte, den absolut unverzichtbaren Grundpfeiler für gute Film-Netzkultur.

Merkwürdig in Schnelles Zuspitzung erscheint auch die der gedruckten Kritik zugeschriebene Qualität. Ein Großteil gerade auch der überregionalen Feuilletonkritik ist nun gewiss nicht mit Entdeckungsreisen und Avantgarde-Spielen beschäftigt, sondern mit Chronistenpflicht. Ein Blockbuster kommt ins Kino - notwendig ist da Premierenbericht, Star- und Regisseurinterview, dann noch die seitenfüllende Filmkritik, das eine oder andere Skandälchen gibt's noch obenauf, aus dem man noch ein bisschen juice quetschen kann. Platz, der den vielen anderen Filmen mit weniger Finanzkraft im Rücken oft genug bitter fehlt. Da die dann ja eh auch keiner sehen will. Und die großen schalten schließlich überlebenswichtige Werbung. Und wie oft wird man in feuilletonistischer Filmkritik mit Filmen konfrontiert, die eben gerade /nicht/ ins Kino kommen, sondern nur aus dem Ausland auf DVD beziehbar sind? Hier wäre doch in der Tat Avantgarde möglich, Filmkritik als Fürsprache, nicht als dem Schalten und Walten der Filmverleiher anhängig, eine Filmkritik, die sich ihren Gegenstand sucht, statt ihn vorgesetzt zu bekommen. Doch gewiss, der zahlende Leser soll ja nicht schon am Frühstückstisch frustriert werden. Und wieviele Filmkritiken setzten denn überhaupt darauf, den Leser mitunter auch unpopulär zu konfrontieren? Von wenigen Ausnahmen abgesehen, herrscht längst Bespaßungsmodus. Ein Gutteil der bezahlten Printjournalisten ist kaum besser als die unbezahlten Bloggeramateure, und aus deren Gesamtheit sind nicht wenige weit besser als die vermeintlichen Profis. Die hehre Filmkritik, die Schnelle vorschwebt, ist auch im so geliebten Print lediglich Minderheit - wie guter Filmjournalismus im Web, doch wird beides mit unterschiedlichem Maß betrachtet. [und selbstredend, und deshalb noch zur Sicherheit nachgetragen, gibt es diese wertvolle Minderheit und auf sie ist nicht zu verzichten]

Natürlich ist die Filmkritik - als ein, wenn auch kleiner, Bestandteil einer auf Massenmedien zu großen Teilen angewiesenen Gesellschaft und Kultur - derzeit im Wandel begriffen, schon alleine, weil in den letzten Jahren ein medialer Strukturwandel vonstatten geht, der längst noch nicht abgeschlossen ist. Man kann darob, als immerhin bezahlter Vertreter der Zunft, gewiss Teufel und Verdammnis speien. Man kann in "den Blogs" einen wohlfeilen Sündenbock sehen, hätte dann aber auch nur einen Sündenbock, ein bisschen günstig erworbenes Wohlbefinden nach erfolgtem Delegieren von Schuld.

Man kann aber auch entspannt sein oder eben kucken was, da kommen mag. Es ist nur natürlich, oder besser: eine Konstante der Kultur, dass sich mit einem medialen Wandel auch Schreibweisen und -arten ändern. Jede, auch kritische, Form des Schreibens ist einem historisch-medialen Paradigma unterworfen. Die in sich ruhende, abgeschlossene Filmkritik ist hervorgerufen durch die Bedingungen des Zeitungs- und Zeitschriftenzeitalters, einher geht damit ihr Modus und ihre Form. Im Netz schreibt sich's leichter vernetzt, mitunter fragmentarisch - weil jeder andere Text zum selben Gegenstand nur einen Klick weit entfernt ist, der idealerweise in der Kritik schon impliziert wird. Im Netz herrscht der stream vor, im Zeitungswesen die Zeitung als Komplettangebot und beides hat Grenzen und Möglichkeiten. Das eine geht vom adressierten Käufer aus, das andere vom aktiven Navigator. Nur wenn letzteres leserseits nicht erlernt wird - und Schnelles Artikel legt für solche Tendenzen Zeugnis ab -, steht wirklich ein Untergang zu befürchten. Aber nicht allein der Filmkritik.


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Thema: Hinweise
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