Freitag, 28. Januar 2011
Thema: DVDs
Meine wöchentlichen DVD-Texte für Moviepilot sind jetzt auch in einer festen Rubrikübersicht zu finden:

» Scheibenkleister.


° ° °




Thema: videodrome
Mal wieder "Internet, jetzt auch mit Öffnungszeiten": Wegen Jugendschutz-Krebs ist der gestern auf arte ausgestrahlte Awakening of the Beast von Jose Mojica Marins nur zwischen 23 und 5 Uhr nachts online zu sehen.



° ° °




Donnerstag, 27. Januar 2011
Thema: TV-Tipps
Heute Nacht zeigt arte einen Film des von mir hochverehrten brasilianischen Horror- & Pulpmeisters Jose Mojica Marins aka Coffin Joe: Das Erwachen der Bestie, bzw. Awakening of the Beast. Wer auch nur einen Funken Interesse an abseitiger und entlegener Filmgeschichte aufbringt, kann es sich kaum leisten, das zu verpassen. Hier weitere Infos auf der Website des Senders.

In der arte-Mediathek gibt es außerdem bereits einen Vorabausschnitt:



° ° °




Dienstag, 25. Januar 2011
Thema: videodrome
Zwei weitere Fundstücke aus der arte-Mediathek: Yakuza-Kino: Der japanische Gangsterfilm ist eine gestern Abend ausgestrahlte Dokumentation zum Thema. Für wenige Tage in voller Länge online:



Und dann noch: Ein aus Hitchcock-Trailern zusammengesetzter, öhm, Meta-Trailer?



° ° °




Samstag, 22. Januar 2011
Thema: videodrome
Noch 7 Tage in der arte Mediathek: Praxis Dr. Hasenbein von und mit Helge Schneider.



° ° °




Donnerstag, 20. Januar 2011
Ein Kinotipp an alle mitlesenden Berliner: Morgen abend läuft im Zeughauskino, dem Lichtspielhaus des Deutschen Historischen Museums, Mario Bavas Proto-Giallo Blutige Seide - ein großartiger Technicolor-Film in wundervoller Ausleuchtung, ganz wie man es vom Maestro gewohnt ist. Meine allerwärmste Empfehlung!



° ° °




Thema: Hinweise
Bei Mubi (vormals theauteurs...) findet derzeit eine Retrospektive mit den Filmen von Christoph Schlingensief statt. Das Portrait Christoph Schlingensief und seine Filme kann man hier sogar kostenfrei anschauen (eine Mubi-Mitgliedschaft wird vorausgesetzt).



° ° °




Mittwoch, 19. Januar 2011
Thema: Hinweise
Ein Appell des Perlentauchers an seine Leser ging heute online: Der Perlentaucher braucht handfeste, also monetäre Unterstützung, um den Betrieb weiterhin aufrecht erhalten zu können.

Jeder Betrag hilft! Und jede Weiterleitung (in Blogs, auf Facebook, Twitter, per Mail etc.) ebenso!

(Ja, ich schreibe aus einer konkreten Interessenslage heraus: Ich bin Autor für den Perlentaucher. Noch wichtiger aber ist: Für mich ist der Perlentaucher der (fast) tägliche Einstieg in den Tag. Ich weiß, dass viele das genauso handhaben, deswegen: Denkt kurz darüber nach, was Euch das wert ist! Danke.)


° ° °




Mittwoch, 12. Januar 2011
Thema: Kinokultur
Morgen läuft Das Rote Zimmer von Rudolf Thome an - ein schöner, sehr empfehlenswerter Film. "Das Rote Zimmer ist "ein sanftes, sommerlich entrücktes, von süßer Musik sacht aus dem Hintergrund umspieltes Kinowunder mit wunderbar lakonischem Witz, in dem sich nie erahnen lässt, was einen - buchstäblich - hinter der nächsten Tür erwartet, was in den nächsten zwei Minuten Spielzeit geschieht.", schreibe ich im Perlentaucher (und muss mich glatt korrigieren, denn die im nächsten Satz so benannte "Brandenburgische Aphrodite" wäre natürlich eine Vorpommerische).

Der Film läuft deutschlandweit nur in recht wenigen Kinos. Facebook hält einen hier auf dem Laufenden - oder man verfolgt Thomes Blog mit Hinweisen. Man ist gut beraten, die Möglichkeit zu nutzen, so sie sich denn bietet.

In Berlin bietet sich eine weitere Möglichkeit: Das Kino Tilsiter Lichtspiele veranstaltet zum Kinostart von Das Rote Zimmer eine Werkschau mit 13 Filmen des Regisseurs aus allen Schaffensphasen. Am 15. Januar ist Thome zum Publikumsgespräch anwesend. Das Kino gehört zu den sympathischsten der Stadt, das vor allem auf Basis von viel Herzblut funktioniert und darüber hinaus eine absolut sozialverträgliche Preispolitik vertritt.





° ° °




Samstag, 1. Januar 2011
Thema: Kinokultur
Im vergangenen Jahr gefielen mir sehr gut:

Neu im Kino/DVD/TV
Amer (Fantasy Filmfest)
Caterpillar (Berlinale)
Der Räuber
Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (den ich allerdings schon 2009 gesehen hatte)
The Last Exorcism
Im Angesicht des Verbrechens
Mad Men Season 4
Tatort: Nie wieder frei sein
Buried - Lebend begraben
Villa Amalia

Außer Konkurrenz, da Kinostart erst am 13.01.2011: Das Rote Zimmer (Thome)

Lobende Erwähnungen: Mary & Max, Still Walking, The Kids Are Alright, The Social Network, Gentlemen Broncos, Youth in Revolt, Wir sind die Nacht, Paranormal Activity, Harry Brown, Robin Hood

Entdeckungen im Kuriositätenkabinett:
Messiah of Evil (Willard Huyck)
The Diabolical Dr. Z (Jess Franco)
The Manitou (William Girdler)

Enttäuschung des Jahres: Enter the Void

Müllhaufen: Immer Drama um Tamara, Predators, Kampf der Titanen, The Tourist


° ° °




Donnerstag, 23. Dezember 2010
» ...


° ° °




Dienstag, 21. Dezember 2010
Folgende Mail habe ich gerade an culture@iranbotschaft.de verschickt:

sehr geehrte damen und herren,

ich bin filmjournalist aus berlin und habe heute mit entsetzen die nachricht vernommen, dass der iranische regisseur jafar panahi in ihrem land zu einer haftstrafe von 6 jahren verurteilt und mit einem berufsverbot von 20 jahren belegt wurde.

ich protestiere energisch gegen ein solches, meines erachtens vollkommen ungerechtfertigtes urteil und fordere insbesondere ihre abteilung der iranischen botschaft dazu auf, gegen dieses urteil zu intervenieren. jafar panahi ist einer der angesehensten künstler ihres landes, eine wichtige stimme der internationalen kinematografie, die durch eine solche justizmaßnahme zum schweigen gebracht werden soll.

ein gradmesser für die souveränität und modernität eines landes ist immer auch dessen umgang mit den eigenen künstlern, gerade auch jenen, die kritisch auftreten. sollte dieses urteil aufrecht erhalten und vollstreckt werden, schadet sich iran mehr als 1000 regierungskritische filme es je könnten. das ansehen ihres landes würde durch eine solche maßnahme auf jahre befleckt werden. schon jetzt sind die anzeichen eines internationalen aufschreis überall erkennbar.

ich habe mir die freiheit genommen, diesen brief auch auf meinem weblog zu veröffentlichen.

mit freundlichem gruß,
thomas groh


° ° °




Montag, 20. Dezember 2010
Thema: videodrome


(directed by Jordan Kim / via)


° ° °




Freitag, 17. Dezember 2010
Seit der letzten Lieferung hat sich wieder einiges angesammelt.



Zum Geburtstag von Woody Allen besprach ich für Moviepilot Anfang des Monats seinen in Deutschland bislang nicht erschienenen Film Hollywood Ending. Kein Meister-, aber ein solides Werk. Sehr viel mehr am Herzen lag mir eine Woche darauf Werner Herzogs großartiger Encounters at the End of the World, der nun auch mit etwas Verspätung in Deutschland erschienen ist - hier meine Besprechung. Sehr großartig fand ich auch Valerie - Eine Woche voller Wunder, einen surreal angehauchten Märchen-/Horror-/Kunstfilm aus der Tschechoslowakei, der im Umfeld der damaligen Kinoerneuerung durch die Neue Welle entstand. Die exzellente, empfehlenswerte DVD ist bei Bildstörung erschienen.





Weit weniger erfreute Florian Henckel von Donnersmarcks Zweitfilm The Tourist, der nicht gar so ächzend hundsmiserabel ist, wie er überall gemacht wird, sondern schlicht und ergreifend einfach nur nicht gut. Warum ich das so sehe, schreibe ich beim Perlentaucher.



° ° °




Zugegeben, wer Tron: Legacy nicht mag, bekommt von der Produktion geradezu luxuriöse Steilvorlagen geboten: Wenn Sam Flynn, Sohn des Programmieres aus Teil 1, der hier, wie man anfangs erfährt, seit rund 20 Jahren nicht mehr gesehen ward, in das "Raster" der Tronwelt gezogen und seinen Anzug verpasst bekommt, dann murmelt er: "This can't be good." Wenn Kevin Flynn, der seit 20 Jahren als Deus in Machina in der Tronwelt haust, seine Computerspielfigur "Tron" als verböst korrumpiert wiedersieht, murmelt er: "Tron, what has become of you?" Und die Tagline des Films lautet schließlich: "The Game has changed." Wie sich der Film, teils wirklich nervig, da vollkommen stillos, in Onelinern suhlt, so darf der Durchschnittsnerd den Film in Onelinern verreißen.



Natürlich ist Tron: Legacy über weite Strecken Mumpitz. Zeichnete sich Tron seinerzeit nicht nur durch eine radikal neue Ästhetik und eine vergleichweise singuläre Position im Sciencefiction-Film aus, ist Tron:Legacy vor allem ein Parkoursritt durch die SF-Geschichte: Da liegen Bücher von Jules Verne im Regal, 2001: A Space Odyssey wird schmerzhaft lange sehr direkt und sehr nutzlos zitiert, es hagelt Zen-Buddhismus-Westentaschenphilosophie wie seinerzeit in den Matrix-Sequels, dazu gesellen sich Anleihen bei Star Wars und Herr der Ringe. Auch die Vater-Sohn-Geschichte ist herzhaft uninteressant und wird teils quälend plump in langen Dialogpassagen aufs Brot geschmiert. Die Message selbst - weg von der Technik, mal wieder im Wald spazieren gehen - wird dabei von Ästhetik und Look des Films von vornherein auf eine Weise desavouiert, die eigentlich unbeschreiblich ist.

Und dennoch: Tron: Legacy bedarf der Intervention, muss in Schutz genommen werden vor einer Kritik, die lediglich über solche Punkte zu ihrem Urteil kommt. Denn so schlecht Tron: Legacy als Plotfilm sein mag, so hervorragend ist der auf zweiter Ebene ins Geschehen eingewebte, ich will fast sagen: eigentliche Film. Immer wenn Tron: Legacy die öden Pfade des Fabulierens verlässt und minutenlang nichts anderes will, als durchdesignte Objekte in klar definierten Bewegungsabläufen zu zelebrieren, wird der Film auf wunderbare Weise hypnotisch schön.

Es ist ein selbsgefälliges L'art pour l'art, vom Zwang über Mikroebene hinaus zu erzählen gänzlich befreit, das Tron: Legacy zumal unter technologischen Bedingungen eines Multiplexkinos mit glasklarem Sound, glasklarer Optik und Formvollendung suchenden 3D-Bildern auszeichnet. Eine wichtige Komponente ist dabei der Soundtrack von Daft Punk, der den Retro-Synthsound der frühen 80er aufs heutige technische Niveau bringt und darüber hinaus noch weiter blickt, in die 70er, sehr häufig: zu Tangerine Dream.

Rein ästhetisch ergibt sich dadurch höchst Merkwürdiges. Die Technophobie des Plots verehelicht sich mit einer ungebremsten Technikbegeisterung bei Bild und Ton, Trauzeuge ist der Retro-Technoutopismus des ästhetischen Projekts von Daft Punk. Es ist ein Klingen und Wabern, ein Gedicht aus Licht und Form, die Suche nach der unbedingten Makellosigkeit, die Tron: Legacy - aber eben nur phasenweise - zum Erlebnis machen. Das perfekte (ästhetische) System, das den eigenen Todestrieb über die Plotebene schon mitbringt.



° ° °






Es schwirrte den ganzen letzten Tag durch's Netz, wurde aber immer wieder mit dem Hinweis dementiert, nicht der Filmemacher, sondern der Kurator selben Namens sei gestorben. Jetzt meldet es aber auch der Webmaster der offiziellen Website unter Berufung auf Hinterbliebene: Jean Rollin, der Meister des lyrisch-entrückten, subversiven Horrorfilms ist tot. Seine besten Filme sind rasend schöne Schmuckstücke eines Kinos, das sich dem Diktat von Plot und Plausibiliät nicht beugt, das die Nähe sucht zur dunklen Romantik, zu Surrealismus und der Ästhetik der Subkultur: Mitternachtsfilme, im wahrsten Sinne des Wortes.

Vor allem aber auch: Kinofilme. Man muss diese Filme im Kino gesehen haben, um sie wirklich zu erfahren - zweimal hatte ich bislang das Glück, zweimal verließ ich den Kinosaal als anderer Mensch, der in anderen Parameern dachte als zuvor. Rollins Filme sind phantastische Filme durch und durch (nicht Fantasy, Horror oder Science Fiction), Filme also, in denen Risse in der Realität entstehen, durch die das Unwirkliche, das Wunderbare, das Irreale drängt. Und Rollin hat begriffen, dass man phantastisches Kino nicht schaffen kann, indem man das Muster plausibilisierter Handlungsabläufe des realistischen oder psychologischen Erzählens übernimmt. Stattdessen schuf Rollin flickernde Irrlichter, etablierte Atmosphäre vor Realismus, und scheute auch nicht eine krude, unbeschlagene Inszenierungsweise. Der Ästhetik des zugerichteten Kinos, das jegliches Element einem handwerklichen Perfektionsmus unterordnet, der nur die Ware Film im Hintersinn hat, stellt Rollin eine Ästhetik des Ungeschliffenen, des Rohen entgegen, ohne dabei bloß Unbeholfenheit zu markieren. Wenn man so will, verhält sich Rollin auf seinem Gebiet ganz ähnlich wie der frühe Fassbinder auf dem seinen.

Rollins Filme sind freizügig, Schmuddelkino aber sind sie nicht. Anders als Jess Franco in seinen Filmen, in deren Nähe die Rollins häufig gerückt werden, werden hier keine eigenen Obsessionen exhibitionistisch & aggressiv auf der Leinwand bedient und expliziert. Frauen, auch wenn sie barbusig auftreten, sind bei Rollin (von wenigen Ausnahmen abgesehen) keine entblößten Objekte voyeuristischer Schau, sondern handeln auf eigentümliche Weise eigensinnig, wie Agenten nicht des Films und seiner Handlung, sondern nur sich selbst verpflichtet - rätselhaft sind sie ohnehin stets alle. Zwar drehte Rollin auch Pornos - doch dies stets unter Pseudonym: Arbeiten zum Gelderwerb, die nicht im eigenen Werk auftauchen sollten. Brigitte Lahaie, der große französische Pornostar der 70er Jahre, der bei Rollin erstmals in einer nicht-pornographischen Rolle auftrat, berichtete einmal, dass Rollin beim Dreh entsprechender Szenen wegsah oder das Set verließ. Die Zurschaustellung der menschlichen Sexualität unter bloß fleischlichen Parametern war ihm unangenehm - umso mehr zelebrierte er im offiziellen Werkskanon das Mysterium des Sex im sakralen Pathos einer Grenzen aufsprengenden Erfahrung. Er war, schlussendlich, Ästhet des menschlichen Körpers, nicht dessen Vermesser.

Rollins Kino ist es bis heute wert, entdeckt zu werden. Vielleicht ist dieser sehr traurige ein sehr guter Anlass. An irgendeinem dunklen Strand an Frankreichs Küste tritt Rollins Geist in eine neue, vielleicht bessere Sphäre.

Ich empfehle:

- Hans Schmids Artikelreihe zu Rollin auf Telepolis
- Fascination, ein liebevoll geführtes Fanblog zu Jean Rollin
- die offizielle Website
- Nachrufe: Christian Keßler ° Stefan Höltgen







° ° °




Sonntag, 12. Dezember 2010
Thema: videodrome
Schneider spielt Cage:



° ° °




Samstag, 11. Dezember 2010
Hey, Du. Weißt Du noch, wie das damals war? So vor 6,7 Jahren, damals, als das noch so einigermaßen frisch war mit den Weblogs und Weblogs gerade mal so nicht mehr in finnischen Saunen spielten, sondern auch mal in Berlin? Ja? Dann weißt Du doch auch, dass es da mal was gab, trunken undb genau - das Blog, in das man nachts schaute, ob nicht gerade etwa jemand. Genau, Du erinnerst Dich also. Schön.

Jedenfalls, Roland von ronsens, das es auch nicht mehr gibt (ach..!), hat das jetzt wieder belebt. Woanders und per Mail. Hier: Trunken und genau.

Es war 'ne verdammt schöne Zeit. Manchmal kommen sie wieder. Komm, darauf trinken wir noch einen, der Spätshop hat noch auf.


° ° °