Vor einigen Tagen erschien in der taz meine Kritik zum großartigen Para-/Neo-/Meta-Giallo, vielleicht aber auch einfach: Experimental-Großfilm Amer, den ich bereits auf dem Fantasy Filmfest 2010 ganz tief ins Herz geschlossen hatte. Dass der Film überhaupt noch in die hiesigen Kinos (wenn auch, sigh, in ganz ausgesucht wenige) gekommen ist, ist natürlich eine große Freude - nur dort, auf einer großen Leinwand vor dunklem Saal, kann dieser Film seine Wirkung wirklich ganz entfalten. Auf der Website des Verleihs gibt es eine Übersicht mit allen Kinoterminen, bereits Anfang März erscheint bei Koch Media die DVD dieses kleinen Meisterwerks.

Sehr zu empfehlen ist die nunmehr vierte Auflage des dem amerikanischen Independentfilm (wohlweislich: nicht Indie-Film) gewidmeten Festivals Unknown Pleasures. Beim Perlentaucher stellen Lukas und ich diese Woche deshalb vier Filme des Programms vor. Ich schreibe über Boxing Gym und Road to Nowhere, die ich beide noch letztes Jahr gesehen habe und auf einer Jahresbestenliste definitiv ganz weit oben zu finden wären.
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2011 habe ich gesehen:
Einige herausragende Filme +++ einige sehr gute Filme +++ vieles im Mittelfeld +++ so manches ärgerliche
im Kino, auf DVD, als avi, im Stream und beim entspannten Betrachten der Wolken, während die Krisen an einem vorbeirauschen.

Statt dem wöchentlichen "Im Kino" beim Perlentaucher diesmal ein "Nicht im Kino": Keine aus den Vorgaben der Filmverleiher zusammengepickte Bestenliste, sondern Notizen über Filme, die wir dieses Jahr im Kino vermisst haben - weil sie auf nur auf Festivals zu sehen waren, auf DVDs oder gleich als inoffizielle Internet-Premiere. Ein kleiner Denkanstoß auch, über den Tellerrand hinauszublicken: Kino ist in seiner Summe eben immer auch mehr als das, was (hierzulande) im Kino läuft. Von mir stammen einige Zeilen über Sergio Caballeros Finisterrae.


Häufig bewegt sich Stephen Meyers (Ryan Gosling) durch nichts als Schwärze oder schält sich, oft nur ansatzweise, aus dem Dunkel, ebenso schiebt er sich zurück ins Unsichtbare. Er regelt die Dinge im Hintergrund, testet - etwa in der Eröffnungssequenz - das Medienequipment auf der Bühne vor leerem Saal, der in einer paar Stunden rappelvoll sein wird, um schließlich im Ernstfall dort nicht mehr in Erscheinung treten zu müssen. Stephen Meyers ist der zweite Mann im Kampagnenteam von Gouverneur Mike Morris (George Clooney), der in Ohio die zentrale Schlacht auf dem Weg zu einer möglichen Präsidentschaft zu schlagen hat. Und er ist ein junger Aufsteiger in dieser Branche, der verfettende Männer mit Haarausfall voranstehen (auf republikanischer Gegenseite Paul Giamatti als Tom Duffy; an der Spitze der eigenen Seite: Philip Seymour Hoffman als Paul Zara), sowie bei aller Karrierefixiertheit überdurchschnittlich idealistisch: Mit Morris, einem unzweifelhaft an Barack Obama angelegten Charismatiker und begnadetem Redner, das Weiße Haus fest im Blick, ist er der seltene Fall eines Karrieristen, der seine Überzeugungen bei diesem Lebensweg nicht zu Grabe trägt. [weiter beim Perlentaucher]






