Thema: Hinweise
17. März 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
20 Jahre Splatting Image! Bei der alten Berliner Tante nimmt man das souverän und weist lediglich im Editorial auf den eigenen Ehrentag hin. Der Rest vom Heft: gediegene Kost, wie stets. Zum Beispiel ein filmhistorischer Überblick über die Pepla, die italienischen Sandalenflme. Dann der zweite Teil von Christian Keßlers Artikel über Gottes größtes Geschenk an die Menschheit, das türkische Exploitationkino.Ein Essay über Hoffmanns Erzählungen und den Kontext des Horrorfilms. Und eine längst fällige Schau über Horror made in Nigeria. Interviewt in der Pornoecke werden die Natur(sekt?)freunde von FuckForForest, die's vor Kameras treiben, um Wälder zu schützen.Ansonsten wieder: News, Bücherstube, Reviews noch und nöcher (auch ein ganzer Strauß exklusiver Texte von mir) und Unmengen von DVD-Besprechungen. Der ganz große Spaß für Groß und Klein also und überall erhältlich, wo man Wert drauf legt (oder eben bei der Tante direkt, wo es auch hübsche Sammelpakete mit älteren Ausgaben - die auch trotz mangelnder Tagesaktualität ihren Reiz nicht verlien - zum günstigen Preis gibt).
Ich wünsche jedenfalls viel Spaß bei der Lektüre - und noch mehr Spaß beim Auftreiben und freudigen Genießen der Filme!
Nachtrag:
Passend zu Christians Artikel (in dem der Film auch Beachtung findet) ein Ausschnitt aus dem infamen Turkish Rambo:
° ° °
Thema: videodrome
17. März 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Der Vertrieb Monster Distributes hat den schönen Silhouettenanimationsfilm The Mysterious Geographic Explorations of Jasper Morello (imdb) von Anthony Lucas bei YouTube eingestellt. Der Film war 2005 für einen Oscar nominiert und ist ein wunderbares Stück steampunk.
° ° °
Thema: videodrome
14. März 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
° ° °
Thema: Trailerpark
20. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Im Überbau hatte ich bereits darauf hingewiesen, hier folgt nun der tolle Trailer. Heute abend um 20 Uhr zeigt das Kino Arsenal Craig Baldwins Mock up on Mu:
° ° °
Thema: videodrome
18. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Für die ersten beiden Videoessays nach dem berüchtigten YouTube-Incident hat Kevin B. Lee hochkarätige Unterstützung erhalten: Die Filmwissenschaftlerin Kristin Thompson kommentiert La Roue (Abel Gance) und Variety (E.A. Dupont):
La Roue
Variety
La Roue
Variety
° ° °
Thema: videodrome
Bedauerlich, dass man das Video nicht einbinden kann, zwei weitere Kurzfilme des thailändischen Regisseurs stehen gleich gar nicht online zur Verfügung.
Wie dem auch sei: Für Phantoms of Nabua, der, wenn ich das richtig verstehe, begleitend für Ausstellungszwecke zu einer Retrospektive in München entstanden ist, lohnt es sich, das Zimmer ganz zu verdunkeln und zehn Minuten lang in den Ambient leise lodernden Feuers abzutauchen.

Wie dem auch sei: Für Phantoms of Nabua, der, wenn ich das richtig verstehe, begleitend für Ausstellungszwecke zu einer Retrospektive in München entstanden ist, lohnt es sich, das Zimmer ganz zu verdunkeln und zehn Minuten lang in den Ambient leise lodernden Feuers abzutauchen.

° ° °
Thema: Kinokultur
Wellen in der (us-amerikanischen) Movie-Blogosphäre schlägt gerade ein ziemlich unverhohlenes Review von Watchmen in einem Time-Blog. Der Grund dafür ist nicht direkt inhaltlich: Der Autor rechtfertigt sein frühes Review damit, dass er nicht zur Presse zähle und das über den Film verhängte Review-Embargo bis zum 06. März für ihn daher nicht gelte, zumal er ein Review ja auch gar nicht schreibe (dies zu bezweifeln fällt indes kaum schwer...). Pikant an der Geschichte aber ist weniger die eigentlich begrüßenswerte Dreistigkeit eines Bloggers, sondern vielmehr der Umstand, dass Time mit Warner verbändelt ist - und Warner den gehypten Film ins Kino bringt: Embargoboykott als wechselseitige Dienstleistung, Begeisterungsreview als Marketing für Warner, Früh-Review als Marketing für Time.
[Vergleichbares, okay: mit großem "najaaa", gab's in Deutschland auch. Der letzte Schweigerfilm, irgendwas mit Rittern, wurde bekanntlich der Presse nicht gezeigt (was ich, nur am Rande, keineswegs skandalös finde). Wer über ihn schreiben wollte, musste schon am Premierentag ein Ticket im nächsten Kino lösen. Mit Ausnahme von Filmkritiker Thomas Gottschalk freilich, der den Film in seiner Cineastenshow auf Tele5 breit vorabbesprach bewarb, was ihm als einer der Hauptdarsteller auch nicht allzu schwer gefallen sein dürfte.]
Im übrigen schlage ich vor, diesem um sich greifenden Embargo-Mist endlich mal ein Schnippchen zu schlagen. Nicht rumheulen, weil man nicht schreiben darf, sondern einfach ein anonymes Gemeinschaftsblog irgendwo aufsetzen, in das jeder ohne großen Aufwand schreiben kann. Jeder setzt da sein Vorab-Review ohne Namenszeichnung ab. Sollen sie doch zusehen, wie sie /das/ aus dem Netz kriegen.
[Vergleichbares, okay: mit großem "najaaa", gab's in Deutschland auch. Der letzte Schweigerfilm, irgendwas mit Rittern, wurde bekanntlich der Presse nicht gezeigt (was ich, nur am Rande, keineswegs skandalös finde). Wer über ihn schreiben wollte, musste schon am Premierentag ein Ticket im nächsten Kino lösen. Mit Ausnahme von Filmkritiker Thomas Gottschalk freilich, der den Film in seiner Cineastenshow auf Tele5 breit vorab
Im übrigen schlage ich vor, diesem um sich greifenden Embargo-Mist endlich mal ein Schnippchen zu schlagen. Nicht rumheulen, weil man nicht schreiben darf, sondern einfach ein anonymes Gemeinschaftsblog irgendwo aufsetzen, in das jeder ohne großen Aufwand schreiben kann. Jeder setzt da sein Vorab-Review ohne Namenszeichnung ab. Sollen sie doch zusehen, wie sie /das/ aus dem Netz kriegen.
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Thema: ad personam
18. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
° ° °
Thema: Blaetterrauschen
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18. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Seltsame Plötzlichkeit: Auf der Berlinale lud Vanity Fair noch Akkreditierte in die eigene Lounge im Sony Center ein, drei Tage später wird die sofortige Einstellung des Magazins verkündet. Was zwar nicht der Horror ist, den kress.de hier in der Überschrift aufziehen sieht, ein wenig schade aber schon. Gerade beim gelegentlichen Blättern in letzter Zeit schien mir die Qualität zumindest des Kulturteils gestiegen zu sein, hie und da las ich mich sofort fest. Nichts faszinierendes, aber in voller Erfüllung des Anspruchs: "intelligent unterhalten." Ob das an Praschl gelegen hat, der dort seit einigen Monaten Kulturchef war?
° ° °
Thema: berlinale 2009
15. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Material von Thomas Heise, am letzten Tag in der Sondervorführung
dann doch noch gesehen, fand ich zumindest interessant (auch wenn ich, dem berlinale fatigue war's geschuldet, das letzte Drittel schließlich geschwänzt habe). Für Christoph Hochhäusler, dessen auch auf der Berlinale gezeigter Séance mit zum Besten aus dem Kompilationsfilm Deutschland 09 zählte, gehört Material schon jetzt zum Beeindruckendsten, was aus Deutschland in diesem Jahr an Filmen zu erwarten ist. Ihm verdanke ich auch den Hinweis auf dieses Videointerview, das die Cahiers auf dem Festival mit Thomas Heise geführt haben:
dann doch noch gesehen, fand ich zumindest interessant (auch wenn ich, dem berlinale fatigue war's geschuldet, das letzte Drittel schließlich geschwänzt habe). Für Christoph Hochhäusler, dessen auch auf der Berlinale gezeigter Séance mit zum Besten aus dem Kompilationsfilm Deutschland 09 zählte, gehört Material schon jetzt zum Beeindruckendsten, was aus Deutschland in diesem Jahr an Filmen zu erwarten ist. Ihm verdanke ich auch den Hinweis auf dieses Videointerview, das die Cahiers auf dem Festival mit Thomas Heise geführt haben: ° ° °
Thema: berlinale 2009
15. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das Forum wiederholt in den Tagen nach dem Festival traditionell eine Auswahl von Filmen des aktuellen Jahrgangs. Die Termine im Überblick:
16.2.
20.00 Uhr: Araya (Margot Benacerraf, Venezuela/Frankreich 1959, 82 min) OmE
19.2.
19.30 Uhr: Beeswax (Andrew Bujalski, USA 2009, 100 min) OmU
21:30 Uhr: Man tänker sitt / Burrowing (Fredrik Wenzel, Henrik Hellström, Schweden 2009, 76 min) OmU
20.2.
21.15 Uhr: Ludwig Schönherr Programm #1 (Zoom Doku, 1967-69 und Das unbekannte Hamburg, 1983-88, 78 min) OF
22.2.
20.00 Uhr: Love Exposure / Ai no mukidashi (Sono Sion, Japan 2008, 237 min) OmE
23.2.
20.00 Uhr: Defamation (Yoav Shamir, Dänemark/srael/Österreich/USA 2009, 93 min) OmU
24.2.
20.00: Lunch Break (Sharon Lockhart, USA 2008, 83 min) OF
26.2.
20.00 Uhr: Sweetgrass (Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash, USA 2009, 115 min) OmU
Besonders empfehlen kann ich Love Exposure und Beeswax. Defamation und Man tänker sitt haben während des Festivals sehr gutes Feedback erhalten.
16.2.
20.00 Uhr: Araya (Margot Benacerraf, Venezuela/Frankreich 1959, 82 min) OmE
19.2.
19.30 Uhr: Beeswax (Andrew Bujalski, USA 2009, 100 min) OmU
21:30 Uhr: Man tänker sitt / Burrowing (Fredrik Wenzel, Henrik Hellström, Schweden 2009, 76 min) OmU
20.2.
21.15 Uhr: Ludwig Schönherr Programm #1 (Zoom Doku, 1967-69 und Das unbekannte Hamburg, 1983-88, 78 min) OF
22.2.
20.00 Uhr: Love Exposure / Ai no mukidashi (Sono Sion, Japan 2008, 237 min) OmE
23.2.
20.00 Uhr: Defamation (Yoav Shamir, Dänemark/srael/Österreich/USA 2009, 93 min) OmU
24.2.
20.00: Lunch Break (Sharon Lockhart, USA 2008, 83 min) OF
26.2.
20.00 Uhr: Sweetgrass (Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash, USA 2009, 115 min) OmU
Besonders empfehlen kann ich Love Exposure und Beeswax. Defamation und Man tänker sitt haben während des Festivals sehr gutes Feedback erhalten.
° ° °
Thema: videodrome
13. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Auf der Berlinale das Inside Lemke-Buch gekauft, begeistert. Bei YouTube folgende TV-Sendung über Klaus Lemke gefunden:
° ° °
Thema: berlinale 2009
12. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Schon wieder soviel nachzutragen, sigh. Nun, der Nachtrag hat seine Vorteile, das meiste kann ich schon verlinken. Soul Power (Forum)
... ist ein richtig geiler Konzertfilm. Und Freunden dieser Filmsorte dringend zu empfehlen. Die Auftritte, die da unter anderem auch von Albert Maysles festgehalten wurden, bersten vor Energie. Mehr dazu beim Perlentaucher.

Pink (Berlinale Special)
Hatte ich hier schon empfohlen. Besonders schön: Auf seiner Website freut sich Rudolf Thome über Ekkehards und mein positives Feedback. Hier beim Perlentaucher hat Ekkehard auch einen sehr schönen Text stehen.
Letters to the President (Forum)
... steht zu dem Geschrei, das zuvor von des Films offensichtlich vollkommen unkundiger Seite aus gemacht wurde, in keinem Verhältnis. Dass der Film ein propagandistisches Iran-Schmierenstück sei, davon kann keine Rede sein; zugestandenermaßen trompetet er auch in kein anderes Rohr. Auch hier wiederum ausführlicher nebenan.
My One and Only (Wettbewerb)
Schon wieder so ein Film wie Chéri. Völlig egal. Mehr vermutlich morgen im Perlentaucher.
Die wundersame Welt der Waschkraft (Forum)
Ist gut gemeint, aber leider doch nur langweilig und zum Teil sehr orientierungslos, was er eigentlich will. Das Thema ist reizvoll, sein Anlass skandalisierbar und Schmids Intentionen sicher auch alle richtig. Nur finde ich es mäßig befriedigend, in einer Dokumentation darüber, dass Berliner Luxushotels in einer polnischen Waschfabrik über Nacht ihre dreckige Wäsche waschen lassen, weil dies rentabel ist, vor allem den ganz normalen Alltag einer Familie, deren Mutter dort arbeitet, zu verfolgen, während es im Off dazu denkbar normale Alltagssorgen zu hören gibt. Zumal das gefilmte Material selbst auch über weite Strecken sehr uninteressant ist. Hier macht der Vater Wurst; da macht die Mutter Buletten. Hier wachen die Kinder auf, dort singt der Sohn in der Schule. Befremdlich: Das Podium, das dem Fabrikbesitzer, ein Deutscher, überlassen wird. Nervig bis ziemlich falsch: Die beschaulich-melancholischen Klaviereinlagen nach jedem Akt, die streng nach "das bisschen Alltag" duften. Trotzdem man viel bei der Familie ist, erfährt man über sie ziemlich wenig; über das Wohlstansgefälle zwischen Polen und Deutschland, über die Strukturen, die dieses hervorbringt, leider auch nur das, was man vorab schon wusste. Sehr, sehr schade.

° ° °
Thema: berlinale 2009
12. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Das ging flugs: Heute nachmittag geführt, schon online: Das Cargo-Videointerview mit Andrew Bujalski, dessen Besswax im Forum läuft/lief.


° ° °
Thema: Trailerpark
12. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Bei all dem Festivaltrubel nur kurz zwischengeschoben, den Trailer zum neuen Tarantinofilm finde ich schon ziemlich toll. Vorfreude:
° ° °
Thema: berlinale 2009
Die Filmblätter der Retrospektive gehören zu den schönen Traditionen der Sektion: Meist liegen sie vor dem Kinosaal aus, oft bekommt man sie beim Einlass in die Hand gedrückt. Neben sehr ausführlichen Credits und Anmerkungen finden sich darauf in der Regel zwei bis drei historische Filmkritiken zu den Filmen, die man in der Phase zwischen PlatzAuf der Website des Filmmuseums werden diese Filmblätter und ein ausführliche Kopiennachweis auch zum Download (pdf) angeboten.
° ° °
Thema: berlinale 2009
11. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Gestern nacht fragte ich noch, ob ich einen Tag vergessen hätte. So langsam entsinne ich mich: Na freilich! Den Tag, an dem ich The Messenger und A History of Israeli Cinema gesehen habe.
Ersterer befasst sich mit jenen Soldaten des US-Militärs, denen die bittere Aufgabe zugewiesen ist, die Nachricht eines gefallenen Soldaten dessen Hinterbliebenen persönlich zu übermitteln. Was großer
Zinober mit abgeschmackten Gesten hätte werden können, wird von The Messenger mit den Mitteln des Independentkinos umgesetzt, worin letzten Endes eine ganz spezifische Krux besteht: Viel in The Messenger erwächst nicht direkt aus einer Reflexion von Gegenstand und Form, sondern eher im Angleich an die Konvention: Lange Einstellungen, offener Tonraum und Steve Buscemi sind Indie-Kino und markieren hier auch vor allem nur diese eine Distinktion. Deshalb noch nicht wirklich schlecht, aber unbefriedigend. Ein wenig schade, da mir The Messenger zunächst lange so gut gefiel, dass ich ihn auch weiter eigentlich gut finden wollte.
History of Israeli Cinema (weitere Informationen) entspricht seinem Titel ziemlich exakt: Funktional, um Vermittlung bemüht, Überblick schaffend. Der "geringe" ästhetische Wert der Umsetzung - zuweilen sieht man schon, dass mit arte ein Fernsehsender mitproduzierte - ist hier ein Plus. Eng gebunden an die Geschichte des Staates Israel vermittelt der zweigeteilte Film mit in vier Stunden sehr ausholender Geste einen erhellenden Überblick über Epochen, Abläufe und Besonderheiten des israelischen Kinos. Angefangen von früh-zionistischen Werken der Anfangsphase über erste Satiren gerade /auf/ die zionistische Aufbruchsphase hin zu Slackerfilmen, sentimentalen Dramen mit merkwürdig anmutender Israeli/Araber-Verwechslung und differenziertere Autorenfilme steht hier vor allem das unter jeweiligen historischen Bedingungen sich wandelnde Selbstbildnis moderner Juden und Israelis im Vordergrund. Meines Erachtens einer der spannendsten und sehenswertesten Filme des Festivals - und, dank arte, mit Sicherheit auch in absehbarer Zeit im Fernsehen zu sehen.
Einen schönen Text zu History of Israeli Cinema von Stefan Ripplinger gibt's übrigens in der ersten Ausgabe von Cargo.

Ersterer befasst sich mit jenen Soldaten des US-Militärs, denen die bittere Aufgabe zugewiesen ist, die Nachricht eines gefallenen Soldaten dessen Hinterbliebenen persönlich zu übermitteln. Was großer
Zinober mit abgeschmackten Gesten hätte werden können, wird von The Messenger mit den Mitteln des Independentkinos umgesetzt, worin letzten Endes eine ganz spezifische Krux besteht: Viel in The Messenger erwächst nicht direkt aus einer Reflexion von Gegenstand und Form, sondern eher im Angleich an die Konvention: Lange Einstellungen, offener Tonraum und Steve Buscemi sind Indie-Kino und markieren hier auch vor allem nur diese eine Distinktion. Deshalb noch nicht wirklich schlecht, aber unbefriedigend. Ein wenig schade, da mir The Messenger zunächst lange so gut gefiel, dass ich ihn auch weiter eigentlich gut finden wollte. History of Israeli Cinema (weitere Informationen) entspricht seinem Titel ziemlich exakt: Funktional, um Vermittlung bemüht, Überblick schaffend. Der "geringe" ästhetische Wert der Umsetzung - zuweilen sieht man schon, dass mit arte ein Fernsehsender mitproduzierte - ist hier ein Plus. Eng gebunden an die Geschichte des Staates Israel vermittelt der zweigeteilte Film mit in vier Stunden sehr ausholender Geste einen erhellenden Überblick über Epochen, Abläufe und Besonderheiten des israelischen Kinos. Angefangen von früh-zionistischen Werken der Anfangsphase über erste Satiren gerade /auf/ die zionistische Aufbruchsphase hin zu Slackerfilmen, sentimentalen Dramen mit merkwürdig anmutender Israeli/Araber-Verwechslung und differenziertere Autorenfilme steht hier vor allem das unter jeweiligen historischen Bedingungen sich wandelnde Selbstbildnis moderner Juden und Israelis im Vordergrund. Meines Erachtens einer der spannendsten und sehenswertesten Filme des Festivals - und, dank arte, mit Sicherheit auch in absehbarer Zeit im Fernsehen zu sehen.
Einen schönen Text zu History of Israeli Cinema von Stefan Ripplinger gibt's übrigens in der ersten Ausgabe von Cargo.

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Thema: berlinale 2009
11. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Ich schaffe es gerade zeitlich nicht, ausführlicher zu werden. Aber empfehlen will ich ihn doch: Pink, den neuen Film von Rudolf Thome. Auf seiner Website hatte sich Thome noch Hoffnungen gemacht, mit Pink im Wettbewerb um einen Bären zu ringen; die Verantwortlichen, und man muss sie öffentlich geißeln für sowas, schoben Thome in die dubioseste und gesichtsloseste aller Sektionen ab, ins "Berlinale Special",
das so ein bisschen die Funktion eines "ach, und übrigens" erfüllt: "Ach, und übrigens, das müssten wir eigentlich ja auch noch zeigen, nur sind die eigentlichen Slots schon voll."
Was hat solcher Platz jenseits allen Prestiges zur Folge? Eine der leersten Pressevorführungen des gesamten Festivals, was wehtut angesichts zum Bersten gefüllter Pressevorführungen von so weißgott schnurzegalen Petitessen wie gestern Frears' Chéri, in dem schon eine grotesk zurechtgeknödelte Kathy Bates ausreicht, damit's allüberal "hinreißend" oder "charmant" bramabarsiert.
Die paar wenigen, die aber da waren, bei Thome, und die Sinn haben für die, ja, leicht märchenhafte Welt dieses, nun wirklich, hinreißenden Films, die Lust hatten, auf die vielen kleinen und großen Ideen, die schönen Aussparungen, das hübsche Spiel
zwischen Überraschung und Vorhersehbarkeit, die dann noch Thome im Anschluss erfahren durften, all die haben, ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster beugen, vielleicht doch den schönsten Film des gesamten bisherigen Festivals gesehen.
Morgen abend läuft der Film nochmal im Babylon. Ob's noch Karten gibt, weiß ich zwar nicht. Das Online-Kontingent zwar ist schon erschöpft; aber versuchen Sie Ihr Glück doch wenigstens noch an der Kasse.
=======
Auf seiner Website hat Thome ausführlich den Entstehungsprozess von Pink protokolliert. Es wird sich wohl als lohnenswert herausstellen, Thomes Quasi-Blog - beim Q & A sagt er noch, jetzt haben ja alle diese Blogs, er schreibe schon seit 10 Jahren ins Internet - in nächster Zeit genauer zu verfolgen: Ab März wird Thome sein nächstes Projekt in Angriff nehmen, Ideen dafür habe er noch keine, seine Projekte beginne er beim Schreiben grundsätzlich ganz bei Null, sagt er noch. Und verspricht, im Netz ausführlich sein Vorankommen zu protokollieren. Zu hoffen bleibt abschließend, dass ihm das Notizbuch, das er hierfür aus seiner auf allen möglichen Filmfestivals zusammengekauften Sammlung wählt, auch diesmal das richtige Stichwort liefert. [Und ginge es nach mir, ich hätte, nach Pink, den nächsten Thome-Film ja lieber schon gleich gestern als morgen auf der Leinwand.]
Abschließend Ausschnitte, kein Trailer:
das so ein bisschen die Funktion eines "ach, und übrigens" erfüllt: "Ach, und übrigens, das müssten wir eigentlich ja auch noch zeigen, nur sind die eigentlichen Slots schon voll."Was hat solcher Platz jenseits allen Prestiges zur Folge? Eine der leersten Pressevorführungen des gesamten Festivals, was wehtut angesichts zum Bersten gefüllter Pressevorführungen von so weißgott schnurzegalen Petitessen wie gestern Frears' Chéri, in dem schon eine grotesk zurechtgeknödelte Kathy Bates ausreicht, damit's allüberal "hinreißend" oder "charmant" bramabarsiert.
Die paar wenigen, die aber da waren, bei Thome, und die Sinn haben für die, ja, leicht märchenhafte Welt dieses, nun wirklich, hinreißenden Films, die Lust hatten, auf die vielen kleinen und großen Ideen, die schönen Aussparungen, das hübsche Spiel
zwischen Überraschung und Vorhersehbarkeit, die dann noch Thome im Anschluss erfahren durften, all die haben, ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster beugen, vielleicht doch den schönsten Film des gesamten bisherigen Festivals gesehen.Morgen abend läuft der Film nochmal im Babylon. Ob's noch Karten gibt, weiß ich zwar nicht. Das Online-Kontingent zwar ist schon erschöpft; aber versuchen Sie Ihr Glück doch wenigstens noch an der Kasse.
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Auf seiner Website hat Thome ausführlich den Entstehungsprozess von Pink protokolliert. Es wird sich wohl als lohnenswert herausstellen, Thomes Quasi-Blog - beim Q & A sagt er noch, jetzt haben ja alle diese Blogs, er schreibe schon seit 10 Jahren ins Internet - in nächster Zeit genauer zu verfolgen: Ab März wird Thome sein nächstes Projekt in Angriff nehmen, Ideen dafür habe er noch keine, seine Projekte beginne er beim Schreiben grundsätzlich ganz bei Null, sagt er noch. Und verspricht, im Netz ausführlich sein Vorankommen zu protokollieren. Zu hoffen bleibt abschließend, dass ihm das Notizbuch, das er hierfür aus seiner auf allen möglichen Filmfestivals zusammengekauften Sammlung wählt, auch diesmal das richtige Stichwort liefert. [Und ginge es nach mir, ich hätte, nach Pink, den nächsten Thome-Film ja lieber schon gleich gestern als morgen auf der Leinwand.]
Abschließend Ausschnitte, kein Trailer:
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Thema: Kinokultur
Noch einen für die Nacht: Bert Rebhandl unterhält sich im Deutschlandradio über Cargo:
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° ° °
Thema: berlinale 2009
11. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Hab ich einen vergessen oder nicht? Auf jeden Fall, wir haben nach Mitternacht, ich meine den, der gerade zuende gegangen ist. Und weil in rund 7 Stunden schon wieder die nächste
Pressevorführung besucht sein will (Soul Power im Forum, der sich sehr interesant liest - zumal im Katalog-PDF, das man da runterladen kann), mach ich's rasch.
Über Chéri (Wettbewerb) verliere ich kein Wort. Nicht, weil er ärgerlich ist. Nicht, weil er nicht von dieser Welt ist. Sondern einfach nur, weil er so ist, wie er ist. Was hat solch in jeder Hinsicht öder Schnurz im Wettbewerb verloren? (Ich weiß, ich weiß, Michelle Pfeifer, roter Teppich, Kosslick, etc.)
Den japanischen Film Naked of Defenses sah ich danach, da wird wohl morgen im Perlentaucher mehr zu lesen sein, schätze ich. Nicht herausragend, aber auf gedämpfte Weise schön. Mit einigen Härten zwischendrin: In seiner taz-Kolumne berichtet Diederich Diederichsen von seinem Erleben, bei Ozon einen vollgeschissenen Kinderarsch gesehen zu haben; hier kriegt man gleich eine ganze Geburt full frontal zu sehen. Aber doch wieder sehr schön daran: Das passiert da einfach.

Am Abend wurde fett gespachtelt. Ganz fett. Cleopatra gab's in der Retrospektive. Brillante Kopie. Was für ein Detailreichtum. Was für Farben! Was für ein Szenenaufwand, was für ein Ausstattungsaufwand! Und interessant: Am schwächsten wird Cleopatra immer dann, wenn die Schauspieler ganz auf Shakespeare machen und zum dramatischen Monolog anheben, Szenen also, bei denen die Spezifik des Materials nahezu verschenkt wird. Davon abgesehen: Ein ganz großartiges Kinoerlebnis, bei dem ich über vier Stunden nur selten aus dem Staunen kam (und schöne Grüße soll ich von meinem Hintern noch ausrichten, der bedankt sich, dass ich nun binnen kürzester Zeit schon zum dritten Mal einen Film weit jenseits der Dreistundenmarke gesehen habe).
Pressevorführung besucht sein will (Soul Power im Forum, der sich sehr interesant liest - zumal im Katalog-PDF, das man da runterladen kann), mach ich's rasch. Über Chéri (Wettbewerb) verliere ich kein Wort. Nicht, weil er ärgerlich ist. Nicht, weil er nicht von dieser Welt ist. Sondern einfach nur, weil er so ist, wie er ist. Was hat solch in jeder Hinsicht öder Schnurz im Wettbewerb verloren? (Ich weiß, ich weiß, Michelle Pfeifer, roter Teppich, Kosslick, etc.)
Den japanischen Film Naked of Defenses sah ich danach, da wird wohl morgen im Perlentaucher mehr zu lesen sein, schätze ich. Nicht herausragend, aber auf gedämpfte Weise schön. Mit einigen Härten zwischendrin: In seiner taz-Kolumne berichtet Diederich Diederichsen von seinem Erleben, bei Ozon einen vollgeschissenen Kinderarsch gesehen zu haben; hier kriegt man gleich eine ganze Geburt full frontal zu sehen. Aber doch wieder sehr schön daran: Das passiert da einfach.

Am Abend wurde fett gespachtelt. Ganz fett. Cleopatra gab's in der Retrospektive. Brillante Kopie. Was für ein Detailreichtum. Was für Farben! Was für ein Szenenaufwand, was für ein Ausstattungsaufwand! Und interessant: Am schwächsten wird Cleopatra immer dann, wenn die Schauspieler ganz auf Shakespeare machen und zum dramatischen Monolog anheben, Szenen also, bei denen die Spezifik des Materials nahezu verschenkt wird. Davon abgesehen: Ein ganz großartiges Kinoerlebnis, bei dem ich über vier Stunden nur selten aus dem Staunen kam (und schöne Grüße soll ich von meinem Hintern noch ausrichten, der bedankt sich, dass ich nun binnen kürzester Zeit schon zum dritten Mal einen Film weit jenseits der Dreistundenmarke gesehen habe).
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Thema: berlinale 2009
Nur einen noch schnell für die Nacht, ganz einfach weil's stimmt und in dieser Konsequenz gesagt werden muss: Don't give an Oscar to The Reader!
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Thema: berlinale 2009
Ein 2nd-Hand- und Vintage-Laden in Austin, Texas. Zwischen den beiden Betreiberinnen kriselt es. Will die eine die andere aus dem Vertrag drängen, rechtliche Mittel einlegen? Ein Jurastudent kurz vorm Examen gibt der einen - klänge dies nicht zu gewichtig, könnte man vielleicht von Hauptfigur sprechen, aber Beeswax
eignet eine viel zu gelassene Grundhaltung, um solche Gewichte zu setzen - rechtlichen Beistand - und landet dann auch im Bett mit ihr. Die Mitbewohnerin wiederum, die mit dem Studenten offenbar mal was hatte, steht kurz davor, einen Job im Ausland zu ergattern und sucht wohlweislich eine Nachmieterin.
Klingt schrecklich soapig, ist es aber nicht. Beeswax' Zugang zu seiner Geschichte, die eine solche wirklich nur skizzenhaft ist, betont eher das Ephemere der jeweiligen Begegnungen und Dialoge, kein Telos subsumiert die Teile unter sich. So geschieht wenig und alles ist recht schlicht. Und doch geschieht da viel, was man - und hier ist Beeswax eben doch ganz Kinofilm und das auf 16mm - auf der Leinwand entdecken kann. Ein kleiner Falter auf dem Arm beim Dialog wird weggescheucht, die roten Flecken im Gesicht der Figuren, die mal hektisch wandern, das bezaubernde Einziehen eines (wirklich kaum vorhandenen) Damenbauchs, wenn ein bisschen weiter oben zu reden begonnen wird. Oder verschluckte Silben (man nennt diesen Produktionszusammenhang ja auch mumblecore), generell Leute beim Reden, wie sie so im Film ansonsten nie reden würden. Und immer wieder zwischendrin: Ein ebenso fragiler Alltagshumor.
Man kann das für zurückgezogen im eigenen Soziotop halten (Lukas etwa argumentiert so). Dem gegenüber stellen würde ich indes gerade, wie es einem Film wie Beewax gelingt, ein Stück brüchigen Alltags mit, in sich schon wieder eine Utopie, geringsten Produktionsmitteln zu bergen. Und das sozial disparate und in solcher Differenz sich gegenseitig als solches erkennbar machende, sich bedingende ließe sich gerade in dieser Utopie - nicht in einem, in vielen Filmen, die zueinander, nebeneinander stehen - wieder einfangen. Oder nicht?

eignet eine viel zu gelassene Grundhaltung, um solche Gewichte zu setzen - rechtlichen Beistand - und landet dann auch im Bett mit ihr. Die Mitbewohnerin wiederum, die mit dem Studenten offenbar mal was hatte, steht kurz davor, einen Job im Ausland zu ergattern und sucht wohlweislich eine Nachmieterin. Klingt schrecklich soapig, ist es aber nicht. Beeswax' Zugang zu seiner Geschichte, die eine solche wirklich nur skizzenhaft ist, betont eher das Ephemere der jeweiligen Begegnungen und Dialoge, kein Telos subsumiert die Teile unter sich. So geschieht wenig und alles ist recht schlicht. Und doch geschieht da viel, was man - und hier ist Beeswax eben doch ganz Kinofilm und das auf 16mm - auf der Leinwand entdecken kann. Ein kleiner Falter auf dem Arm beim Dialog wird weggescheucht, die roten Flecken im Gesicht der Figuren, die mal hektisch wandern, das bezaubernde Einziehen eines (wirklich kaum vorhandenen) Damenbauchs, wenn ein bisschen weiter oben zu reden begonnen wird. Oder verschluckte Silben (man nennt diesen Produktionszusammenhang ja auch mumblecore), generell Leute beim Reden, wie sie so im Film ansonsten nie reden würden. Und immer wieder zwischendrin: Ein ebenso fragiler Alltagshumor.
Man kann das für zurückgezogen im eigenen Soziotop halten (Lukas etwa argumentiert so). Dem gegenüber stellen würde ich indes gerade, wie es einem Film wie Beewax gelingt, ein Stück brüchigen Alltags mit, in sich schon wieder eine Utopie, geringsten Produktionsmitteln zu bergen. Und das sozial disparate und in solcher Differenz sich gegenseitig als solches erkennbar machende, sich bedingende ließe sich gerade in dieser Utopie - nicht in einem, in vielen Filmen, die zueinander, nebeneinander stehen - wieder einfangen. Oder nicht?

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Thema: berlinale 2009
Klitzekleiner Schreib-Hangover, sowas kommt in den besten Familien vor. Deshalb in aller Kürze zum einen der Hinweis
darauf, dass da rechts gerade ziemlich viel in den Berlinale09-Ticker gerutscht ist (wer direkt darauf zugreifen will, geht hier hin oder abonniert den Feed) und zum anderen ein schnelles Abhaken von gestern Gesehenem:
Mammoth (Wettbewerb)
Gefiel mir nicht. Gefiel Ekkehard recht gut.
Voy A Explotar (Generation 14plus)
Schöner mexikanischer Film über zwei Jugendliche, die die Rebellion wagen und den Eltern, buchstäblich, aufs Dach steigen. Einige etwas zähe Szenen werden durch viele sehr schöne Momente wettgemacht.
Beeswax (Forum)
Ein schöner Traum vom kleinen 16mm-Kino, das mit wendigem Gerät dem direkten Lebensumfeld Alltagsgeschichten abtrotzt. Klingt jetzt fast pathetisch, ist aber sehr entspannt, offen, witzig, sehenswert, sympathisch.

~
Persönlicher Rekord: Aufstehen im Cubix Saal 8 (Alexanderplatz) um 17:18, hinsetzen im Cinemax 5 (Postdamer Platz) um 17:33. [Die BVG war mir aber auch verflucht gewogen]
~
Filmkritiker des Jahres: Der Journalist, der in einer Pressevorführung schon durch seltsam herausgepresste Beschimpfungen aufgefallen war, steht nun im Pressezentrum und telefoniert via Handy, als es plötzlich aus ihm herausgedrückt kommt: "Du bist.....GEISTESKRANK. Verrückt bist Du..Du,du,du... in die IRRENANSTALT gehörst Du. Geisteskrank, geisteskrank... was das KOSTET... das lass ich mir nicht bieten. Du bist ja GEISTESKRANK," Dabei zittert er ganz nervös und aufgeregt. Was für ein Vogel.
darauf, dass da rechts gerade ziemlich viel in den Berlinale09-Ticker gerutscht ist (wer direkt darauf zugreifen will, geht hier hin oder abonniert den Feed) und zum anderen ein schnelles Abhaken von gestern Gesehenem: Mammoth (Wettbewerb)
Gefiel mir nicht. Gefiel Ekkehard recht gut.
Voy A Explotar (Generation 14plus)
Schöner mexikanischer Film über zwei Jugendliche, die die Rebellion wagen und den Eltern, buchstäblich, aufs Dach steigen. Einige etwas zähe Szenen werden durch viele sehr schöne Momente wettgemacht.
Beeswax (Forum)
Ein schöner Traum vom kleinen 16mm-Kino, das mit wendigem Gerät dem direkten Lebensumfeld Alltagsgeschichten abtrotzt. Klingt jetzt fast pathetisch, ist aber sehr entspannt, offen, witzig, sehenswert, sympathisch.

~
Persönlicher Rekord: Aufstehen im Cubix Saal 8 (Alexanderplatz) um 17:18, hinsetzen im Cinemax 5 (Postdamer Platz) um 17:33. [Die BVG war mir aber auch verflucht gewogen]
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Filmkritiker des Jahres: Der Journalist, der in einer Pressevorführung schon durch seltsam herausgepresste Beschimpfungen aufgefallen war, steht nun im Pressezentrum und telefoniert via Handy, als es plötzlich aus ihm herausgedrückt kommt: "Du bist.....GEISTESKRANK. Verrückt bist Du..Du,du,du... in die IRRENANSTALT gehörst Du. Geisteskrank, geisteskrank... was das KOSTET... das lass ich mir nicht bieten. Du bist ja GEISTESKRANK," Dabei zittert er ganz nervös und aufgeregt. Was für ein Vogel.
° ° °
Thema: berlinale 2009
Uffz, schon wieder gähn. Nun gut, machen wir's schnell.
Gesehen: Sturm von Hans-Christian Schmid. Wird bei den Twitter-Critics gerade ziemlich abgewatscht, ich fand's
solide. Worin aber genau das qualifikatorische Element für Wettbewerbsweihen bestanden haben soll, bleibt in der Tat schleierhaft. Mehr demnächst beim Perlentaucher.
Von Dante Lam kenne ich bislang nur Jiang Hu - The Triad Zone, den ich als sehr großartig (und als sehr verspielt) erinnere. Sein neuer The Beast Stalkers läuft im Forum, das neuen Hongkong-Thrillern traditionell einen Platz bietet (wenngleich, sigh, die Tradition in den letzten Jahren gerne mal unterbrochen wurde). Beast Stalkers (more) jedenfalls ist einziemlicher Gute-Laune-Film - wenn man auf schön ruppiges Körper-Actionkino aus Hongkong mit wilder Kamera, Narben, haarsträubend inszenierten Autocrashs und auf eine Ästhetik der rostig-räudig-keimigen Textur gut kann. Ich kann das mit Freuden und habe mich fast zwei Stunden ziemlich gut gefühlt. The Beast Stalkers ist ein ziemlich toller, sehr kompromissloser Maverick-Film, der das Hongkong-Kino nach Jahren der Krise und gelegentlichen Blockbuster-Avancen so zeigt, wie man es liebsten liebt: Dreckig, laut, unglaublich laut, ungemein rasant und mit einer wunderbaren Dosis Pathos-Kitsch. (edit: viel zu viele ziemlichs, man bin ich müd'...)

Bei YouTube gibt's ein kleines Interview mit dem Hauptdarsteller und natürlich den Trailer. Wer's gar nicht mehr zur Berlinale schafft, kauft sich einfach geschwind beim HK-Dealer des Vertrauens die bereits erschienene DVD.
Dem folgte nach einer Ruhepause in bereits erwähntem Starbucks um die Ecke (Carrot Cake! Caramel Macchiato!) mit Bellamy der neue Film von Claude Chabrol, der dieses Jahr irgendeine Ehrenauszeichnung erhält und deswegen in die ziemlich sinnfreie Special-Sektion verschoben wird. Depardieu gibt hier den gealterten Star-Kommissar Bellamy, der sich zwar zur Ruhe gesetzt hat, das Knobeln aber nicht sein lassen kann. Ein mysteriöser Fremder eröffnet ihm, dass er einen Mann getötet haben könnte. Wie immer beim späten Chabrol finde ich auch hier nicht recht einen Zugang; immerhin feststellen lässt sich, dass der Krimiplot über weite Strecken gefiel, der eingestreute Humor nett war, mich auch dieser späte Chabrol merkwürdig indifferent entließ. Schlecht aber fand ich's nicht.
~
Beobachtung: Viele Filme der Berlinale beginnen mit Meeresrauschen im Ton und Schwarzbild. Oder mit ähnlichen Atmo-Geräuschen und Schwarzbild.
~
In Beast Stalkers fällt der Satz, dass man mit Kaffee und nichts wirklich gutem zu essen nicht alt wird. Besser lässt sich die Ernährungssituation während des Festivals eigentlich kaum beschreiben. Dafür bringt wenig später bei Bellamy Depardieu ein Netz Orangen mit: Weil Du Vitamine brauchst.
Verköstigung of choice bei mir: Kartoffelbox mit Remoulade von Nordsee. Zum Reinlegen.
~
Ich werde Zeuge, wie der in jeder Hinsicht gewaltige O.M. eine Filmzeitschrift ausgehändigt bekommt. Traditionell in der zweiten Reihe beheimatet, wünscht er sich, dass Schnitte ihn wie Hammerschläge umhauen. Bei Filmen wie New World von Terrene Malick muss in der zweiten Reihe jedes Korn - je-des-Korn - genossen werden. 70mm geht nur in der ersten Reihe, sagt er. Dort, erzählt mir Stefan vom epd-Blog (das sich endlich mal einig werden könnte, ob es nun Autorenstream oder Einzelblogs haben will, das Geswitche dauernd geht langsam auf die Nerven!) früher am Tag, sieht man jedes Ruckeln des Projektors im Bild.
Gesehen: Sturm von Hans-Christian Schmid. Wird bei den Twitter-Critics gerade ziemlich abgewatscht, ich fand's
solide. Worin aber genau das qualifikatorische Element für Wettbewerbsweihen bestanden haben soll, bleibt in der Tat schleierhaft. Mehr demnächst beim Perlentaucher.Von Dante Lam kenne ich bislang nur Jiang Hu - The Triad Zone, den ich als sehr großartig (und als sehr verspielt) erinnere. Sein neuer The Beast Stalkers läuft im Forum, das neuen Hongkong-Thrillern traditionell einen Platz bietet (wenngleich, sigh, die Tradition in den letzten Jahren gerne mal unterbrochen wurde). Beast Stalkers (more) jedenfalls ist ein

Bei YouTube gibt's ein kleines Interview mit dem Hauptdarsteller und natürlich den Trailer. Wer's gar nicht mehr zur Berlinale schafft, kauft sich einfach geschwind beim HK-Dealer des Vertrauens die bereits erschienene DVD.
Dem folgte nach einer Ruhepause in bereits erwähntem Starbucks um die Ecke (Carrot Cake! Caramel Macchiato!) mit Bellamy der neue Film von Claude Chabrol, der dieses Jahr irgendeine Ehrenauszeichnung erhält und deswegen in die ziemlich sinnfreie Special-Sektion verschoben wird. Depardieu gibt hier den gealterten Star-Kommissar Bellamy, der sich zwar zur Ruhe gesetzt hat, das Knobeln aber nicht sein lassen kann. Ein mysteriöser Fremder eröffnet ihm, dass er einen Mann getötet haben könnte. Wie immer beim späten Chabrol finde ich auch hier nicht recht einen Zugang; immerhin feststellen lässt sich, dass der Krimiplot über weite Strecken gefiel, der eingestreute Humor nett war, mich auch dieser späte Chabrol merkwürdig indifferent entließ. Schlecht aber fand ich's nicht.
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Beobachtung: Viele Filme der Berlinale beginnen mit Meeresrauschen im Ton und Schwarzbild. Oder mit ähnlichen Atmo-Geräuschen und Schwarzbild.
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In Beast Stalkers fällt der Satz, dass man mit Kaffee und nichts wirklich gutem zu essen nicht alt wird. Besser lässt sich die Ernährungssituation während des Festivals eigentlich kaum beschreiben. Dafür bringt wenig später bei Bellamy Depardieu ein Netz Orangen mit: Weil Du Vitamine brauchst.
Verköstigung of choice bei mir: Kartoffelbox mit Remoulade von Nordsee. Zum Reinlegen.
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Ich werde Zeuge, wie der in jeder Hinsicht gewaltige O.M. eine Filmzeitschrift ausgehändigt bekommt. Traditionell in der zweiten Reihe beheimatet, wünscht er sich, dass Schnitte ihn wie Hammerschläge umhauen. Bei Filmen wie New World von Terrene Malick muss in der zweiten Reihe jedes Korn - je-des-Korn - genossen werden. 70mm geht nur in der ersten Reihe, sagt er. Dort, erzählt mir Stefan vom epd-Blog (das sich endlich mal einig werden könnte, ob es nun Autorenstream oder Einzelblogs haben will, das Geswitche dauernd geht langsam auf die Nerven!) früher am Tag, sieht man jedes Ruckeln des Projektors im Bild.
° ° °
Thema: berlinale 2009
06. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Sion Sonos irrwitziger Film lässt sich schwer beschreiben, so sehr quillt er über jeglichen Rahmen hinaus. Ein paar Eindrücke vermittelt vielleicht der Trailer:
° ° °
Thema: berlinale 2009
06. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Nebenan beim Perlentaucher: Lukas' bespricht Mental - Seishin von Soda Kazuhiro (dessen Campaign vor zwei Jahren sehr gefiel), von mir Kritiken zu Love Exposure und The International - gesammelt hier. Eine sehr ausführliche Kritik zu The International hat Lukas zudem in seinem Blog hinterlegt.Für die taz hat Ekkehard ebenfalls Love Exposure besprochen. Und übrigens: bei twitter zwitschert das Cargo-Team.

° ° °
Thema: berlinale 2009
06. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Tom Tykwers The International ist wenigstens gutes Genrekino, keineswegs über die ganze Spieldauer
aufsehenerregend , aber sympathisch und souverän geradlinig inszeniert. Ein sanfter (!) Hauch von Italothrillern der 70er Jahre schien mir da in der Luft (ich dachte an Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert), auch Parallax View und French Connection waren als Allusion wenigstens im Kolorit anwesend. Wirklich sonderbar an dem Film war aber das Ohr von Clive Owen: Der kriegt zu Beginn gehörig was da drauf geknallt und später es auch noch fast abgeschossen, was einigermaßen blöde aussieht, wie das Blut dann so runtertropft. Dazu passt, dass er in der ersten Sequenz des Films - schön anschmiegsam gedreht vor dem Berliner Hauptbahnhof - das Entscheidende gerade nicht sieht, obwohl es sich vor seinen Augen abspielt, und am Ende dann, per Funkübertragung, das Entscheidende nicht hört. Beim Showdown schließlich sieht er schon wieder etwas Entscheidendes nicht. Wir müssen uns den Sinnesapparat von Clive Owen als mangelbehaftet vorstellen.
David Hudson gefällt der Film nicht so recht, kommt aber auch aufs Ohr des Clive Owen zu sprechen und dass man im Film, was so auch stimmt, manche Fortune Cookie Lines zu hören kriegt. Bei der Platzsuche im grundsätzlich völlig übervollen CinemaxX 7 wechseln wir zwei freundliche Sätze, ich erwähne, völlig im Tran, dass ich keinen Kaffee zu Hause habe.
~
Später schaue ich Sion Sonos Love Exposure in der Pressevorführung des Forums (hier mehr Informationen). Vier Stunden Spielzeit, ich will erstmal nur den Anfang sehen, damit locke ich mich ins Kino, bleibe dann
aber doch, als die Hauptfigur, Yu, der unter christlichen Verquertheiten seine Maria fürs Leben mit der Fotokamera unter Schulmädchenröcken sucht (das ist nur eine der ziemlich vielen Seltsamkeiten dieses Films), mit schwarzem Hut und schwarzem Damenanzug verkleidet als die (nicht nur) von mir so bewunderte Meiko Kaji auftritt und auch so, in Drag, seine Maria findet, die geradewegs einem dieser Girl-Boss-Filme aus dem Japan der 70er entsprungen sein könnte, in denen junge, straßenkriminelle Deliquentinnen Männerdomänen in Frage stellten. Das ist dann alles sehr seltsam, mal mehr, mal weniger referenzstark, was genannte Filmzusammenhänge betrifft. Und mitunter geht's dann auch in völlig andere Richtungen, die nicht weniger merkwürdig sind.
Beide Filme dann wahrscheinlich morgen ausgiebiger beim Perlentaucher.
~
Notwendige alljährliche Trash-Berlinaletaschenkritik, genervtenfalls überlesen: Die Teile sind dieses Jahr neuerlich von ausnehmender Hässlichkeit, dafür aber insofern praktisch, dass diesmal Laptops reinpassen und auch anderes Zeug. Das konnte man von dem besseren Jutesack letztes Jahr nicht behaupten, der sich in Form und Taschen"vielfalt" allenfalls als Transportbehältnis für leeres Pfandgut anbot.
~
Morgens Wetter schön und sonnig, fast schon eine Notiz Frühling. Später halt wieder Berlin von seiner schönsten Februarseite, pfüäch.
~
Verköstigungstipp: Die Quarkbrötchen bei Lindner am nördlichen Arkadeneingang.
aufsehenerregend , aber sympathisch und souverän geradlinig inszeniert. Ein sanfter (!) Hauch von Italothrillern der 70er Jahre schien mir da in der Luft (ich dachte an Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert), auch Parallax View und French Connection waren als Allusion wenigstens im Kolorit anwesend. Wirklich sonderbar an dem Film war aber das Ohr von Clive Owen: Der kriegt zu Beginn gehörig was da drauf geknallt und später es auch noch fast abgeschossen, was einigermaßen blöde aussieht, wie das Blut dann so runtertropft. Dazu passt, dass er in der ersten Sequenz des Films - schön anschmiegsam gedreht vor dem Berliner Hauptbahnhof - das Entscheidende gerade nicht sieht, obwohl es sich vor seinen Augen abspielt, und am Ende dann, per Funkübertragung, das Entscheidende nicht hört. Beim Showdown schließlich sieht er schon wieder etwas Entscheidendes nicht. Wir müssen uns den Sinnesapparat von Clive Owen als mangelbehaftet vorstellen. David Hudson gefällt der Film nicht so recht, kommt aber auch aufs Ohr des Clive Owen zu sprechen und dass man im Film, was so auch stimmt, manche Fortune Cookie Lines zu hören kriegt. Bei der Platzsuche im grundsätzlich völlig übervollen CinemaxX 7 wechseln wir zwei freundliche Sätze, ich erwähne, völlig im Tran, dass ich keinen Kaffee zu Hause habe.
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Später schaue ich Sion Sonos Love Exposure in der Pressevorführung des Forums (hier mehr Informationen). Vier Stunden Spielzeit, ich will erstmal nur den Anfang sehen, damit locke ich mich ins Kino, bleibe dann
aber doch, als die Hauptfigur, Yu, der unter christlichen Verquertheiten seine Maria fürs Leben mit der Fotokamera unter Schulmädchenröcken sucht (das ist nur eine der ziemlich vielen Seltsamkeiten dieses Films), mit schwarzem Hut und schwarzem Damenanzug verkleidet als die (nicht nur) von mir so bewunderte Meiko Kaji auftritt und auch so, in Drag, seine Maria findet, die geradewegs einem dieser Girl-Boss-Filme aus dem Japan der 70er entsprungen sein könnte, in denen junge, straßenkriminelle Deliquentinnen Männerdomänen in Frage stellten. Das ist dann alles sehr seltsam, mal mehr, mal weniger referenzstark, was genannte Filmzusammenhänge betrifft. Und mitunter geht's dann auch in völlig andere Richtungen, die nicht weniger merkwürdig sind. Beide Filme dann wahrscheinlich morgen ausgiebiger beim Perlentaucher.
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Notwendige alljährliche Trash-Berlinaletaschenkritik, genervtenfalls überlesen: Die Teile sind dieses Jahr neuerlich von ausnehmender Hässlichkeit, dafür aber insofern praktisch, dass diesmal Laptops reinpassen und auch anderes Zeug. Das konnte man von dem besseren Jutesack letztes Jahr nicht behaupten, der sich in Form und Taschen"vielfalt" allenfalls als Transportbehältnis für leeres Pfandgut anbot.
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Morgens Wetter schön und sonnig, fast schon eine Notiz Frühling. Später halt wieder Berlin von seiner schönsten Februarseite, pfüäch.
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Verköstigungstipp: Die Quarkbrötchen bei Lindner am nördlichen Arkadeneingang.
° ° °
Thema: Hinweise
Bevor ich gleich zum Potsdamer Platz aufbreche, sei eins noch schnell durchgereicht:

Gestern hatte ich die erste Ausgabe der hier schon häufiger annoncierten Filmzeitschrift Cargo im Briefkasten. Und schon nach zweimaligem Durchblättern und der Lektüre erster Artikel darf ich sagen: Selten in den letzten Jahren hat es mich so gefreut, eine Filmzeitschrift in Händen zu halten. So stelle ich mir eine moderne cinephile Zeitschrift zwischen Kunst und Öffentlichkeitsnähe, zwischen Analyse und Service (und unter zeitgemäßem Service verstehe ich eben auch die Selbstverständlichkeit, interessanten ausländischen DVDs Rezensionsplatz einzuräumen), zwischen Glam(partikeln) und Filmkunst vor. Das ganze noch ästhetisch sehr ansprechend gestaltet - ein echter Leckerbissen und auf ganzer Linie geglückt.
Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe steht hier.
Im Editiorial ist vom Freiraum die Rede, den die Herausgeber sich und ihren Lesern schaffen wollen. Dem ist nur der beste Erfolg zu wünschen. Schon aus ganz persönlichem Eigennutz empfehle ich deshalb allen, die das hier lesen, ein Abonnement. :-)

Gestern hatte ich die erste Ausgabe der hier schon häufiger annoncierten Filmzeitschrift Cargo im Briefkasten. Und schon nach zweimaligem Durchblättern und der Lektüre erster Artikel darf ich sagen: Selten in den letzten Jahren hat es mich so gefreut, eine Filmzeitschrift in Händen zu halten. So stelle ich mir eine moderne cinephile Zeitschrift zwischen Kunst und Öffentlichkeitsnähe, zwischen Analyse und Service (und unter zeitgemäßem Service verstehe ich eben auch die Selbstverständlichkeit, interessanten ausländischen DVDs Rezensionsplatz einzuräumen), zwischen Glam(partikeln) und Filmkunst vor. Das ganze noch ästhetisch sehr ansprechend gestaltet - ein echter Leckerbissen und auf ganzer Linie geglückt.
Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe steht hier.
Im Editiorial ist vom Freiraum die Rede, den die Herausgeber sich und ihren Lesern schaffen wollen. Dem ist nur der beste Erfolg zu wünschen. Schon aus ganz persönlichem Eigennutz empfehle ich deshalb allen, die das hier lesen, ein Abonnement. :-)
° ° °
Thema: berlinale 2009
05. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
Gähn.
In zweifacher Hinsicht. Zum einen ist es gerade tierisch spät und wie in jedem Jahr leide ich auch in diesem am Berlinale-Vorabend an blödsinniger Schlaflosigkeit. Und zum zweiten Gähn, weil,
wenn ich ganz ehrlich bin: Als recht prickelnd erscheint mir das Programm der Berlinale dieses Jahr, leider, nicht.
Wie schaut in diesem Jahr meine Planung aus? Soviel wie in den vorangegangenen Jahren werde ich wohl nicht in mein Blog schreiben - zum einen, weil ich dieses Jahr zusammen mit Ekkehard von Cargo, mit Lukas von Dirty Laundry und mit Perlentaucherin Thekla Dannenberg die Berlinale-Besprechung für den Perlentaucher bestreite - was mich ziemlich freut, andererseits auch nicht ganz so wild, spontan und ohne jedes Gegenlesen runter- und reingefetzte Texte gestattet. Und weil ich dieses Jahr auch nur drei Filme vorab sehen konnte und mal schauen, wieviel ich dieses Jahr während dem Festival sehen werde.
Jedenfalls, weil Lukas das hier schon ansprach. Natürlich wird es auch dieses Jahr wieder einen mit dem für solche Zwecke wunderbar geeigneten delicious bestrittenen Berlinale-Ticker mit Lesehinweisen (nicht unbedingt immer -empfehlungen) geben. Hier rechts drüben, in der äußersten Spalte geht das mit ersten Hinweisen schon los: ------->
Und wir leben ja im Jahre 1 nach dem Obama-Wahlkampf auf Twitter. Versteht sich, dass man unter #berlinale dort schon einiges finden kann. Von mir gibt's da unter Geheimnamen auch was zu finden, von Lukas und Ekkehard vielleicht ja auch noch, zumindest sind beide dem Web2.0-Zwitschern ebenfalls nicht grundsätzlich abgeneigt.
Zu den bereits gesehenen Filmen: Einen der drei kann ich ruhigen Gewissens empfehlen: In Zum Vergleich legt Harun Farocki unkommentierte, genau beobachtete Bilder der Ungleichzeitigkeit der Ziegelsteinproduktion weltweit nebeneinander. Nur grob technisiert und offenbar als zelebrierter Bestandteil öffentlichen Lebens geschieht dies in Afrika, in Indien schreitet die Technisierung voran, in Deutschland und Schweiz herrschen volltechnologisierte Arbeitsbedingungen in den Fabriken, am Ende steht da ein (tatsächlich wunderbarer) Roboter, der hübsch anzusehen an einer Ziegelstein-Grafik - ein Stein=ein Pixel - arbeitet. Wichtige, aber nur gestreifte Themen des Films: Technologisierung und Handarbeit, Entfremdung und Entmenschlichung im Wortsinn, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Eine Reise durch die Geschichte des Menschen, die sich im Raum, nicht in der Zeit entfaltet. Mein Lieblingsmoment: Die gefüllte Schaufel wird zur allgemeinen Überraschung des Publikums in einem gewagten, aber präzisen Manöver in Afrika hoch zum Kollegen aufs Baugerüst geworfen. (Später klappt das mit einem Ziegelstein nicht ganz so gut)
Auch sehenswert, wenngleich nicht blind empfehlenswert, ist Ulli Lommels sehr sonderbarer Absolute Evil, der Noir durch Tarantino betrachtet, Gesten und Posen des amerikanischen Genrekinos an der defizitären Ästhetik des DV-Looks bricht und dabei die zweifelhafte Möglichkeit eines neuen Corman-Exploitationkinos buchstabiert ,ohne dessen Tradition nahtlos fortzusetzen. Nicht wirklich gelungen, nicht wirklich gut, eher ein sonderbares Monstrum, ein sonderbarer Entwurf eines eigenen Autorenkinos. Mit dabei: David Carradine als Echo seiner Performance als zu tötendem Bill, den das unbarmherzige Okular der aufdringlichen Handkamera zu einer Ansammlung von Altersflecken degradiert. Trailer? YouTube!
Nur bei Alternativenmangel zu empfehlen ist die Verfilmung von Rocko Schamonis Buch Dorfpunks. Auch beileibe nicht schlecht, schon auch sympathisch, aber auch einfach nicht wirklich gut. Ein Schuss zuviel Romantik, ein Schuss zu sehr auf heutige Provinzklientel geschielt, deren Lebensgefühl zwischen Sportfreunde Stiller und Dorffestprügeleien mir hier eher Pate gestanden zu haben scheint, als das der zweiten, provinziellen Punkwelle in Deutschland um '84. Andererseits: Ein Festivalfilm mit Slime im Soundtrack hat schon auch was für sich: "Weg mit dem - Scheißsystem!" - ah, those were the days...
... jetzt aber: Gute Nacht. Mögen die Spiele beginnen.
In zweifacher Hinsicht. Zum einen ist es gerade tierisch spät und wie in jedem Jahr leide ich auch in diesem am Berlinale-Vorabend an blödsinniger Schlaflosigkeit. Und zum zweiten Gähn, weil,
wenn ich ganz ehrlich bin: Als recht prickelnd erscheint mir das Programm der Berlinale dieses Jahr, leider, nicht. Wie schaut in diesem Jahr meine Planung aus? Soviel wie in den vorangegangenen Jahren werde ich wohl nicht in mein Blog schreiben - zum einen, weil ich dieses Jahr zusammen mit Ekkehard von Cargo, mit Lukas von Dirty Laundry und mit Perlentaucherin Thekla Dannenberg die Berlinale-Besprechung für den Perlentaucher bestreite - was mich ziemlich freut, andererseits auch nicht ganz so wild, spontan und ohne jedes Gegenlesen runter- und reingefetzte Texte gestattet. Und weil ich dieses Jahr auch nur drei Filme vorab sehen konnte und mal schauen, wieviel ich dieses Jahr während dem Festival sehen werde.
Jedenfalls, weil Lukas das hier schon ansprach. Natürlich wird es auch dieses Jahr wieder einen mit dem für solche Zwecke wunderbar geeigneten delicious bestrittenen Berlinale-Ticker mit Lesehinweisen (nicht unbedingt immer -empfehlungen) geben. Hier rechts drüben, in der äußersten Spalte geht das mit ersten Hinweisen schon los: ------->
Und wir leben ja im Jahre 1 nach dem Obama-Wahlkampf auf Twitter. Versteht sich, dass man unter #berlinale dort schon einiges finden kann. Von mir gibt's da unter Geheimnamen auch was zu finden, von Lukas und Ekkehard vielleicht ja auch noch, zumindest sind beide dem Web2.0-Zwitschern ebenfalls nicht grundsätzlich abgeneigt.
Zu den bereits gesehenen Filmen: Einen der drei kann ich ruhigen Gewissens empfehlen: In Zum Vergleich legt Harun Farocki unkommentierte, genau beobachtete Bilder der Ungleichzeitigkeit der Ziegelsteinproduktion weltweit nebeneinander. Nur grob technisiert und offenbar als zelebrierter Bestandteil öffentlichen Lebens geschieht dies in Afrika, in Indien schreitet die Technisierung voran, in Deutschland und Schweiz herrschen volltechnologisierte Arbeitsbedingungen in den Fabriken, am Ende steht da ein (tatsächlich wunderbarer) Roboter, der hübsch anzusehen an einer Ziegelstein-Grafik - ein Stein=ein Pixel - arbeitet. Wichtige, aber nur gestreifte Themen des Films: Technologisierung und Handarbeit, Entfremdung und Entmenschlichung im Wortsinn, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Eine Reise durch die Geschichte des Menschen, die sich im Raum, nicht in der Zeit entfaltet. Mein Lieblingsmoment: Die gefüllte Schaufel wird zur allgemeinen Überraschung des Publikums in einem gewagten, aber präzisen Manöver in Afrika hoch zum Kollegen aufs Baugerüst geworfen. (Später klappt das mit einem Ziegelstein nicht ganz so gut)
Auch sehenswert, wenngleich nicht blind empfehlenswert, ist Ulli Lommels sehr sonderbarer Absolute Evil, der Noir durch Tarantino betrachtet, Gesten und Posen des amerikanischen Genrekinos an der defizitären Ästhetik des DV-Looks bricht und dabei die zweifelhafte Möglichkeit eines neuen Corman-Exploitationkinos buchstabiert ,ohne dessen Tradition nahtlos fortzusetzen. Nicht wirklich gelungen, nicht wirklich gut, eher ein sonderbares Monstrum, ein sonderbarer Entwurf eines eigenen Autorenkinos. Mit dabei: David Carradine als Echo seiner Performance als zu tötendem Bill, den das unbarmherzige Okular der aufdringlichen Handkamera zu einer Ansammlung von Altersflecken degradiert. Trailer? YouTube!
Nur bei Alternativenmangel zu empfehlen ist die Verfilmung von Rocko Schamonis Buch Dorfpunks. Auch beileibe nicht schlecht, schon auch sympathisch, aber auch einfach nicht wirklich gut. Ein Schuss zuviel Romantik, ein Schuss zu sehr auf heutige Provinzklientel geschielt, deren Lebensgefühl zwischen Sportfreunde Stiller und Dorffestprügeleien mir hier eher Pate gestanden zu haben scheint, als das der zweiten, provinziellen Punkwelle in Deutschland um '84. Andererseits: Ein Festivalfilm mit Slime im Soundtrack hat schon auch was für sich: "Weg mit dem - Scheißsystem!" - ah, those were the days...
... jetzt aber: Gute Nacht. Mögen die Spiele beginnen.
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Thema: visuelles
01. Februar 09 | Autor: thgroh | 0 Kommentare | Kommentieren
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