Freitag, 16. Mai 2008
John Phillip Law, der Welt unter anderem auch aus Mario Bavas catsuit-Flick Danger Diabolik (ein Feature hier) bekannt, ist vor kurzem im Alter von 70 Jahren gestorben.

Tim Lucas, Bava-Experte und Videologe, erinnert sich: 1, 2.



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Thema: good news
Die Kette merkwürdiger, aber toller Newsmeldungen bezüglich Werner Herzog reißt nicht ab: Nun soll er , laut Reuters, auch noch eine Allianz mit David Lynch eingegangen sein, der als Produzent von My Son, My Son fingieren soll, ein Drama über einen Serienkiller, der in seinem Hirn Sophokles spielt und dabei nach und nach die einzelnen Protagonisten buchstäblich ausstreicht. Das ganze ist als digitale Low-Budget-Produktion angekündigt und soll mit munteren Flashbacks durchzogen sein,


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Mittwoch, 14. Mai 2008
Thema: good news
Kam gerade von Variety ins Haus getickert: Werner Herzog beginnt angeblich im Spätsommer mit den Dreharbeiten zu einem Remake von Abel Ferraras Bad Lieutenant mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Kurios!


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Sonntag, 11. Mai 2008
Thema: Hinweise
お誕生日おめでとうございます



Der alte Gummisaurus begeht seinen 50. Geburtstag. Popmatters.com lässt aus diesem Anlass gleich 14 Essays springen und lädt alle zur Party ein. [via]

Mein Lieblings-Kaiju ist aus im folgenden wohl offensichtlichen Gründen Invasion of the Astro-Monsters:



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Samstag, 10. Mai 2008
Thema: DVDs
In eigener Sache durchgereicht: Blood Tea and Red String, ein liebevoll gemachter Puppenanimationsfilm (hier die offizielle Website) erscheint noch in diesem Jahr bei Cinema Surreal, einem DVD-Label des b-ware!Netzwerkes, mit dem ich lose affiniert bin.

Da ich diesen schönen Film in das Netzwerk eingeführt habe (so lief er auch schon vergangenes Jahr auf unserem kleinen Open-Air-Festival hier in Berlin), freut es mich natürlich sehr, dass ich bei der hiesigen Veröffentlichung ein kleines bisschen Hebamme spielen konnte. (Zugleich gebietet der journalistische Ethos freilich den Hinweis, dass meine Besprechung hier und seinerzeit auch in Splatting Image zu einem Zeitpunkt geschah, als diese nun gewissermaßen auch geschäftliche Verbindung noch nicht abzusehen war!)

Zur Vorfreude und Einstimmung an dieser Stelle der Trailer:



... und weitersagen natürlich ausdrücklich erwünscht! :-)


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Thema: literatur
Hard Case Crime bei Rotbuch liefert das Schärfste, was der Pulp-Krimi zu bieten hat - verloren geglaubte Noir-Klassiker ebenso wie neue Romane der stärksten zeitgenössischen Autoren. Jedes der Taschenbücher besticht durch klassisch-knallige, speziell für diese Reihe gestaltete Trash-Cover. Das Hard-Case-Crime-Logo bürgt für höchste Qualität.
Ekkehard stellt die vielversprechende Pulp-Reihe vor (und weist dabei auch auf die tolle Pulp Master-Reihe hin, die nicht oft genug gewürdigt und empfohlen werden kann).

[allein, der Hinweis auf "Trash-Cover" scheint mir unnötig verschüchtert. Die auf der Website zu sehenden Cover zeugen meines Erachtens eher von Geschmackssicherheit - im Gegensatz zu den meisten Covergestaltungen, die man sonst so im Krimi-, aber auch im Science-Fiction- und Horrorbereich auf die Augen geklatscht bekommt. "Trash" bezeichnet doch, nach meinem Begriff, eher das nicht geglückte, an ausgestellten Ambitionen gescheiterte, das unfreiwillig komische oder die eigene Würde missachtende - also David Hasselhoff, Dieter Thomas Heck und den ganzen anderen Mist, mit dem man sich aus guten Gründen nicht befasst...]


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Donnerstag, 8. Mai 2008
» imdb ~ inhaltsangabe
» siehe auch soilworker ~ oli



Zugegeben, es tut schon ein bisschen weh, wenn Argento nach bald 30 Jahren Pause seine beiden gefeierten Meisterstücke des surrealen Horrors, Suspiria und Inferno, an denen auch mein Herz sehr hängt, mit La Terza Madre endlich zur lange angekündigten Trilogie vollendet und dabei so gar nicht an die deliranten und visuellen Qualitäten der Vorläufer anschließt. Keine große Oper, dafür ein blutig-goriges Gehacke, dass man sich in selbstkontrollierten und bundesgeprüften Hinterraum-Büros vermutlich schon die Hände reibt.

Und trotzdem: Auf seltsame Weise hat mir dieser Argento Spaß gemacht. So wie es einem Spaß macht, wenn in der Geisterbahn das Pappmaché bröckelt. Mag dran liegen, dass man vom einstmaligen Maestro, dessen letzter einigermaßen (und auch wirklich nur einigermaßen) passabler Film immerhin auch schon wieder sieben Jahre zurück liegt, mittlerweile einfach von vornherein nichts mehr erwarten kann, auch wenn es um die guten alten Hexenmütter geht. Von solcher Warte aus betrachtet, bekommt man immerhin ordentlichen Italo-Cheese serviert, der sich weniger an Argentos Farbhalluzinationen, dafür aber an die fiesen 80s nasties anlehnt. La Terza Madre scheint mir somit auch wirklich eher eine Ehrerweisung an Lucio Fulci zu sein, als eine wirkliche Fortsetzung der beiden ersten Filme, auch wenn hier in der Tat, rein inhaltlich, der Versuch gewagt wird, die doch recht disparaten Fäden der Hexengeschichte zu einem Miniatur-Epos zu verbinden. Dies kann natürlich nur daneben gehen angesichts eines mit Plots und Stories schon immer völlig überforderten Regisseurs. Sehr kurios (und auf so seltsame Art beschissen, dass man es eigentlich schon wieder interessant finden kann) ist denn auch der Schluss, der ja eigentlich, in Genrelogik, den Höhepunkt darstellen sollte, aber irgendwie, naja, eigentlich nur völlig neben sich steht.

Irgendwie hübsch ist indessen die vollkommene Groschenheftigkeit der dargebotenen Unternehmung. La Terza Madre könnte auch ein Abenteuer von John Sinclair minus dessen alt-bundesrepublikanisch gemütlicher Altbackenheit sein. Zumindest wenn das Abenteuer nach wenig Schlaf und mit viel Kaffee schnell runtergeschrieben wurde. Muss man nicht gut finden, kann man aber, wenn man gerade gut gelaunt ist.

Zeugnis von der allgemeinen Verwirrung legt mitunter auch der Soundtrack ab, der mal alte Goblin-Melodien anklingen lässt, dann wieder diffuse electronic beats anschlägt und neben ein paar hie und da untergebrachten Orchesterscores schließlich auch Bernard Herrmanns Geigerei aus Hitchcock-Zeiten zumindest allusiv in den Film reinholt. Eine große Stolperei also von einem ins nächste, immer so, wie es gerade im Moment so passt, selbst wenn solche Wechsel völlig abrupt aufeinander folgen.

Was noch auffiel: Die unglaubliche Präsenz nicht so sehr von Büchern, sondern von mit Büchern möblierten Räumen. Asia Argento als Sarah Mandy rennt hier von einem Bucharchiv ins nächste. Für mich, der mit Büchern vollgestopfte Räume eigentlich immer schon mal von vornherein gut findet, ist das natürlich prima und die Zukunft, bzw. die (analytische) Rezeption wird zeigen, ob da vielleicht sogar sowas wie System dahinter steckt.

Argentos goldene Zeiten sind nunmal vorbei, das weiß man nicht erst seit La Terza Madre. Von daher kann man sich die Tränen - haha - auch sparen. Im Horizont jüngerer Desaster des guten Mannes ist La Terza Madre immerhin ganz nett geraten. Schwamm drüber.


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Freitag, 2. Mai 2008
Sie sahen den Schulmädchen-Report aus München? Sie sind begeistert von den Kampfkünsten der Shaw Brothers aus Hongkong? Dann sehen Sie was passiert, wenn deutsche Schulmädchen im Fernen Osten Knochen knacken!


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Mittwoch, 30. April 2008
Thema: Hinweise
Hat man's drüben bei SigiGötz schon bemerkt? Dominik Graf, auf dessen Texte über Filme immer viel zu halten ist, würdigt heute in der FAZ mit Zbynek Brynych einen großen Unbekannten (nicht nur) des deutschen Genrekinos der 70er Jahre. Sein Engel, die ihre Flügel verbrennen (mit der jungen Susanne Uhlen, Soundtrack: Peter Thomas - beides sollte indes nicht abhalten) ist auf schwer beschreibliche Weise brillant und eine DVD längst überfällig.

Leider bislang nicht online, Hinweis via Perlentaucher.


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Sonntag, 27. April 2008
Thema: Hinweise
The Chinese director Jia Zhang Ke’s dedication to making films that depict the complexities and contradictions of contemporary Chinese life earned him an official ban from filmmaking. Here he reflects on what film has meant for the modernization of China.


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Freitag, 25. April 2008
»Aber die schönste Maschine, die Shannon je baute, war zugleich die sinnloseste. Ein einfacher schwarzer Kasten in Shannons Wohnzimmer mit einem einzigen Schalter, der selbstredend auf 'Off' stand. Kaum daß Freunde oder Besucher den Kasten nur sahen, legten sie den Schalter auf 'On' um. Der Deckel ging auf, eine kleine weiße Automatenhand tastete nach dem Schalter, fand ihn und stellte ihne wieder auf 'Off'. Die Hand wanderte in ihr Dunkel zurück, der Deckel ging zu, das Spiel war gespielt. Digitale Maschinen können, was sie können, weil sie keinen Sinn haben.«
- Friedrich Kittler: Claude Shannon



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Thema: Hinweise


Starcrash, 1979 von Luigi Cozzi gedreht, ist eines der farbenfrohsten, unverschämtesten, seltsamsten und vergnüglichsten von Star Wars inspirierten cash-ins - und gerade deshalb unglaublich sehenswert (schon weil es sich David Hasselhoff bereits an diesem frühen Zeitpunkt seiner Karriere nicht nehmen ließ, sich 110%ig zum Obst zu machen). Übertroffen wird das nur noch von der deliranten Brillanz des vielgepriesenen Dünyayi Kurtaran Adam, den die Türkei der Welt dereinst zum Geschenk machte.

Bereits 2002 - aber das sollte von der Lektüre nicht abhalten - hatte salon.com ein hübsches Feature zum kuriosen Subgenre der "Spaghetti Space Opera", auf das ich gerade via io9.com gestoßen bin (wo es zum noch einen Ausschnitt aus The Humanoid gibt, den ich leider noch nicht gesehen habe).


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Thema: Hinweise
Schnell durchgereicht: viele, viele, viele Neuzugänge auf ubu.com - das Stöbern lohnt!


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Montag, 21. April 2008
Thema: good news
Große Vorfreude hier auf Hellboy 2. Del Toro, auf den viel zu halten seine Gründe hat, wird, scheint mir schon ausgemacht, auch diesmal wieder Herziges vorlegen. io9.com hat, für Fanboys, ein hübsches Anheiz-Special. Fazit: Can't wait.


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Freitag, 18. April 2008


Bereits im vergangenen November befasste sich das filmwissenschaftliche Online-Journal Offscreen in einer Spezialausgabe mit dem populären Kino Italiens und in diesem Bereich besonders mit dem eher härteren Genrefilm, vom Italowestern vielleicht abgesehen noch immer eine große Leerstelle der Disziplin (so fiel es mir gerade erst wieder neulich bei der erneuten Lektüre von Verevis' an sich sehr sachkundigen Ausführungen zu den diversen filmhistorisch nachvollziehbaren Psycho-Metastasen schmerzlich auf, dass der Giallo - ohne Psycho in dieser Form nie auch nur denkbar gewesen - mit keiner Silbe erwähnt wird, obschon dieser Korpus an Filmen eine stattliche Größe aufweist).

Umso erfreulicher ist nun diese Handvoll Essays, die sich sowohl um eine Heranführung, als auch um eine Diskussion detaillierter Fragen bemühen.

Drauf gestoßen bin ich via GreenCine Daily, wo es noch mehr roundups zu einzelnen Offscreen-Ausgaben und einigen anderen Publikationen zu lesen gibt.


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"Alright, Internet, what do you want from us?"

Vom früher eher beäugten, analfixierten Querulanten (so hieß denn auch die allererste Episode damals Cartman gets an anal probe) hat sich South Park mittlerweile ganz still und heimlich zu einem wunderbar subversiven und gänzlich unverzichtbaren Kommentar zum Zeitgeschehen entwickelt - und dabei die Simpsons, denen man mittlerweile eher nostalgisch nachhängt, sicherlich erfreut über deren wattig-schönen Hermetik nach innen (was sich auch im öffentlichen Gespräch nachvollziehen lässt: wann war eine Simpsons-Folge zuletzt Medienereignis?), allerdings ohne noch wirklich Prägnanz zu erwarten, in dieser Hinsicht längst hinter sich gelassen (Family Guy, ganz andere Baustelle, auch großartig, deshalb hier schnell zu erwähnen, eher aufgrund seiner surreal-absurden Qualitäten). Die ungemeine Dichte, die South Park - nicht nach innen, eher im Sinne eine Nähe zum großen, natürlich medial vermittelten, Außen dieser Welt - lässt sich schon daran ablesen, dass die Serie mittlerweile problemlos und legal übers Netz zu sehen ist, gänzlich ohne blödsinnige IP-Kontrollen; großartig ist freilich auch die demonstrative Geschmacklosigkeit, die es ja überhaupt erst gestattet, die ganze von Innen her morsche, schale Welt mit ihrem Diktum von falsch verstandener, in sich indes nur zynischer Geschmackswahrung als im Allgemeinen sinnbefreite Veranstaltung wohltuend zu denunzieren.

Auf was ich aber hinaus wollte, eigentlich, ist ja, dass die allerneueste Episode von vor zwei Tagen mal wieder ein Bravourstück ist: Das Internet liegt flach, was in der South Park-Welt die Ausmaße eines apokalyptischen Katastrophenfilms annimmt. Immer ist es vor allem die intertextuelle Konstruktion von Welt in einer mittlerweile maßgeblich multimedial über sich ins Gespräch tretenden Kultur, die hier - so plump wie klug - aufs Korn genommen wird, ohne dabei zur leidlich amüsanten "Spot the reference"-Veranstaltung für Pop-Enzyklopädie-Abonennten zu geraten. Haopy, happy, joy, joy, um es mit einer anderen, ganz großartigen Cartoonserie aus früheren Zeiten zu sagen.


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Montag, 14. April 2008
Thema: Hinweise
Alfred Hitchcocks Werk bleibt - nach 24 Hour Psycho, Gus van Sants hochinteressantem Remake usw. usf. - auch weiterhin für die hohe Kunst der Aneignung interessant. Neuestes Beispiel: Give Us Today Our Daily Terror von Martijn Hendriks, Ein noch im Entstehen begriffenes Video, das identisch ist mit Hitchcocks Birds. Mit dem Unterschied, dass sämtliche Vögel aus dem Film entfernt wurden.

Weitere Stills und Videoauszüge hier.



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Dann und wann präsentiert Telepolis einen echten Leckerbissen, angenehm fernab von Tagesaktualität oder ähnlich akuter Aspekte. Diesmal: Eine angenehm weitgreifende Hommage an eine der Initialzündungen des QualityTV, die britische TV-Serie The Prisoner aus den 60er Jahren. [via]

Zwar habe ich diese bislang noch nicht zuende schauen können, doch waren die ersten Episoden sehr reizvoll; ein guter Reminder, sich der Serie endlich mal eingehender zu widmen.

Einen Vorgeschmack auf die obskure Welt dieser Serie bietet der folgende Teaser-Trailer auf YouTube:



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Sonntag, 13. April 2008
Thema: good news
Good news von Turbine Medien:: Wie man im Firmenforum auf Cinefacts verkündet, hat sich der Programmanbieter die Verwertungsrechte an einem meiner Lieblingsfilme, Tobe Hopppers Texas Chain Saw Massacre, sowie an den umfangreichen Bonusmaterialien der letzten, in den USA erschienenen Special Edition des Films gesichert.

Dies lässt insofern aufmerken, da der im Ausland gewürdigte und als wichtiger Bestandteil der Popkultur gefeierte Film hierzulande neben Romeros Dawn of the Dead und Sam Raimis Evil Dead eines der traurigsten und bezeichnendsten Beispiele für Filmzensur im Namen einer davongaloppierenden Jugendschutzkonzeption darstellt. Wie Turbine Medien in der Pressemitteilung hervorhebt, unternimmt man die nötigen Anstrengungen, um den Kult-Klassiker aus dem Giftschrank zu holen. Schon aus Maßstabsgründen wäre dies längst fällig: Nahezu alle zeitgenössischen Horror-, bzw. Splatter-/Slasherfilme überbieten den entgegen seinem Ruf reichlich unblutigen TCM in ihren naturalistischen/drastischen Gewaltdarstellungen leicht um ein Vielfaches, von ihrem somatischen Wirkungsgrad (oder meinethalben auch devianten Aspekten) ganz zu schweigen; dafür läuft ihnen TCM mit seinem (wiederum: entgegen seinem Ruf) sehr reflektiertem Einsatz formaler Mittel - also als ästhetisches Werk - locker den Rang ab.

Das Vorhaben von Turbine Medien halte ich deshalb für sehr lobenswert und wünsche bestes Gelingen (auch wenn Oliver Krekel im selben Forum erhebliche Zweifel anmeldet) . Mögen sich dem zu erhoffenden Erfolg weitere Beispiele anschließen.


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Freitag, 11. April 2008
Standardszenen in der Videothek, in der ich arbeite: Empfehlungen, zuvor noch mit leuchtenden Augen entgegen genommen, werden rasch zurückgewiesen, wenn ich die Aufmerksamkeit hinweisend darauf lenke, dass der betreffende Film allerdings nur in der originalsprachlichen, zumeist englischen Fassung auf der DVD enthalten ist (was nun nichts mit Piesackerei unsererseits zu tun hat, sondern schlicht und ergreifend damit, dass gottweiß wieviele interessante Filme in Deutschland nie erschienen sind). Man verstehe zwar Englisch, sicher, aber das sei dann doch zu anstrengend, heißt es meist (zugegeben: Die Zahl derjenigen, die sich davon nicht abhalten lassen, ist zwar weitaus geringer, aber im Steigen begriffen und an zwei Händen nicht abzuzählen.). Das finde ich umso bedauerlicher, da es oft genug Studierende und Studierte sind, Leute also, für die Fremdsprachkenntnisse ganz basal sind, die sich in solcher Weise und für mich sehr unverständlicherweise äußeren (unverständlich zum einen deshalb, weil ich mir noch nach völlig durchgesoffenen Nächten zum Einschlafen englischsprachige Serien und Filme ankucken kann, ohne das Gefühl zu haben, mich irgendeiner Anstrengung auszuliefern, aber auch, weil ich solche bewusst eingegangene Selbstbeschränkung nicht verstehen kann).

Schuld an dem Phänomen, so meine Hypothese (und ich glaube: es spricht viel dafür), ist einmal mehr ein deutscher Sonderweg. Neben einem hysterisch-paranoischem Jugendschutz ist auch die Synchronisierwut der Deutschen international ohne Gleichen. Wer zeit seines Lebens von der guten Glucke Jugendschutz-meets-Synchrospaß übermuttert wird, tut sich später schwer, eigene Schritte in die Welt jenseits dieser Käseglocke zu unternehmen. Gern und hämisch weist der irgendwie sich intellektuell angestrichen wähnende Dünkeldeutsche darauf hin, dass in den USA untertitelte Filme, ja ausländische Filme generell kaum Chancen hätten - und vergisst ob solcher kulturnationalen Besoffenheit doch glatt, dass im Gegenzug hierzulande kaum was anderes gilt. Über alles wird gleichmachend Synchrosauce geschmiert, scheissegal, ob ein einst integraler Film dadurch nun klingt, als würden Porno-Heidi und Disco-Schorsch in einer schalldichten Kammer Sätze aufsagen, die allein schon in ihrer klangästhetisch höchst hermetischen Dimension die Einheit von Bild und Ton grundsätzlich in Frage stellen. Das ist nicht nur ein Tritt ins Gesicht jedes ernstzunehmenden Schauspielers, der hier buchstäblich mundtot gemacht wird; eine solche Unart hat auch zur Folge, dass die erforderlichste Fremdsprache, Englisch, in breiten Teilen der Bevölkerung nicht beherrscht und auch nur mit Argwohn betrachtet wird, und stellt überdies eine in ihrer Dimension kaum zu unterschätzende Zugangsschwelle zum deutschen Markt - und, da wir nunmal im Kapitalismus leben, somit auch zum hiesigen kulturellen Leben - dar: Zahlreiche Filme finden ihren Weg nicht nach Deutschland, ganz einfach, weil die nahezu unumgängliche und kostenintensive Investition in eine Synchronisation ihre Rentabilität für Programmanbieter in die dunkelsten Keller treibt.

Aufmerken ließ mich deshalb eine Meldung vor kurzem, die besagt, dass in Brüssel irgendwas beschlossen wurde, was die Ausstrahlung synchronisierter Inhalte zumindest im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vorgeblich untersage und die Untertitelung zwangsweise einführe. Natürlich wurde die Meldung kolportiert wie blöde (weshalb ich mir hier auch Links spare), Horrorszenarien wurden ausgemalt, was nicht wundert, da des Deutschen höchstes Gut - jawoll, die Wohnstuben-Gemütlichkeit - mit einem Male in Frage gestellt zu sein schien. Natürlich hat mich das gefreut: Ganz einfach, weil ich eine solche Entscheidung - auch wenn der Rahmen, in dem sie Konsequenzen entfalten würde, denkbar schmal ausfallsen würde - für vernünftig und nützlich hielte, zum anderen aber auch ganz diebisch, weil mich die aufgerissenen Augen und die Panik, nun ja, schon entzückte.

Dass eine solche Meldung indessen Grundlagen entbehrte, dachte ich mir schon bei der zerstreuten Lektüre dieser Angsthasen. Irgendwas schien mir faul daran, zum anderen ist blindes Vertrauen in die Verlautbarungshaltung und den Kolportage-Wahn des deutschen Journalismus ohnehin nicht angebracht. Stefan Niggemeier hat das ganze nun zusammengefasst, kritisch korrigiert und einen Pressespiegel der Peinlichkeit zusammen gestellt.

Sehr bedauerlich, but the future is unwritten.


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